Rautenfarne
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| Datei:Botrychium lunaria.JPG
Echte Mondraute (Botrychium lunaria) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Botrychium | ||||||||||||
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Die Rautenfarne (Botrychium), oft auch Mondrauten genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Natternzungengewächse (Ophioglossaceae).
Beschreibung[Bearbeiten]
Die Rautenfarn-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Sie verfügen über ein schwaches sekundäres Dickenwachstum, was sie von allen anderen rezenten Farnen unterscheidet.
Die manchmal lateral verzweigten Wurzeln sind gelblich bis schwarz, haben einen Durchmesser von 0,5 bis 2 Millimeter und sind glatt oder von Korkwarzen rau.
Ihre Blätter sind in einen sterilen und einen fertilen Teil gegliedert. Der sterile Abschnitt ist flächig, fiederspaltig oder zwei- bis vierfach gefiedert. Selten ist er dreiteilig. Er ist meist etwas fleischig. Die Adern verzweigen sich gabelig und enden frei.
Der fertile Teil des Blattes bildet einen rispigen Sporangienstand, an dem zwei Reihen von fast sitzenden, freien Sporangien stehen. Die Sporen sind gleichartig (isospor).
Das Prothallium wächst unterirdisch und hat eine knollige Form. Es lebt saprophytisch von Mykorrhiza-Pilzen.
Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 44, 45 oder 92.
Standorte[Bearbeiten]
Die europäischen Arten gedeihen meist auf trockenem Grasland und in lichten Wäldern.<ref name="Rothmaler1993" />
Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]
Die Gattung der Rautenfarne wird je nach Autor in mehrere Gattungen aufgesplittet, sodass dann neben Botrychium im engeren Sinne die Gattungen Sceptridium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lyon, Botrypus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rich. und Japanobotrychum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Masam. stehen. Smith et al.<ref name="Smith2006" /> belassen in ihrer Farn-Klassifikation die Gattung im größeren Umfang.
Die meisten Arten besitzen eine große Variationsbreite in ihren Merkmalen. Die Artenzahlen werden unterschiedlich angegeben: 45 bis 55 in der Exkursionsflora von Österreich<ref name="ExkÖst2" />, 50 bis 60 in der Flora of North America. Die Rautenfarne sind fast weltweit verbreitet (subkosmopolitisch). Die größte Vielfalt besitzen sie in hohen geographischen Breiten und in großen Höhenlagen. Etwa 30 der 45 bis 60 Arten sind in Nordamerika heimisch.
In Europa sind folgende Arten heimisch, die vielfach stark gefährdet und regional teilweise ausgestorben sind:
- Botrychium boreale Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Milde: Sie kommt in Eurasien und in Grönland vor.<ref name="FNA"/> in Europa kommt sie in Estland, Finnland, Schweden, Norwegen, Russland, Island und auf Spitzbergen vor.<ref name="Euro+Med" />
- Lanzettlicher Rautenfarn (Botrychium lanceolatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(S.G.Gmel.) Ångstr.): Er ist auf der Nordhalbkugel im nördlichen Asien, Nordamerika sowie Grönland und in den europäischen Staaten Italien, der Schweiz, Österreich, Russland, Belarus, Estland, Lettland, Island, Finnland, Schweden sowie Norwegen verbreitet. In Frankreich und in Polen kam die Art früher vor.<ref name="Euro+Med" />
- Echte Mondraute (Botrychium lunaria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Sw.)
- Ästiger Rautenfarn (Botrychium matricariifolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Döll) A.Braun ex W.D.J.Koch)
- Vielteiliger Rautenfarn (Botrychium multifidum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(S.G.Gmel.) Rupr., Syn.: Botrychium ternatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Thunberg) Swartz)
- Einfacher Rautenfarn, Einfache Mondraute (Botrychium simplex Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.E. Hitchc.)
- Virginischer Rautenfarn, Virginische Mondraute (Botrychium virginianum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Sw.): Er ist in Eurasien, Nord- und Südamerika verbreitet.<ref name="GRIN" />
In Nordamerika und in Asien kommen weitere Arten vor (Auswahl):
- Botrychium daucifolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wallich ex Hooker & Greville: Sie kommt in Indien, Bhutan, Nepal, Sri Lanka, Myanmar, Vietnam, China, Indonesien und auf den Philippinen vor.<ref name="FoC"/>
- Botrychium dissectum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sprengel: Sie kommt in Nordamerika und auf den Antillen vor.<ref name="FNA"/>
- Botrychium echo Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.W. H. Wagner: Sie kommt in Arizona, Colorado und Utah in Höhenlagen von 2500 bis 3700 Metern vor.<ref name="FNA"/>
- Botrychium formosanum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Tagawa: Sie kommt in China, Taiwan, Japan und im Himalaja vor.<ref name="FoC"/>
- Botrychium japonicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Prantl) Underwood: Sie kommt in Japan, Korea und China vor.<ref name="FoC"/>
- Botrychium lanuginosum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wallich ex Hooker & Greville: Sie kommt von Indien und Sri Lanka bis China, Indochina, Neuguinea und den Philippinen vor.<ref name="FoC"/>
- Botrychium lunarioides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Michaux) Swartz: Sie kommt in Alabama, Arkansas, Florida, Georgia, Louisiana, Mississippi, North Carolina, South Carolina und in Texas vor.<ref name="FNA"/>
- Botrychium minganense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Victorin: Sie ist in Alaska, Kanada und in den USA weitverbreitet.<ref name="FNA"/>
- Botrychium mormo Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.W. H. Wagner: Sie kommt in Michigan, Minnesota und Wisconsin vor.<ref name="FNA"/>
- Botrychium nipponicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Makino: Sie kommt in Japan, Korea und Gunagxi vor.<ref name="FoC"/>
- Botrychium robustum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Ruprecht ex Milde) Underwood: Sie kommt in China, Japan, Korea und in Russland vor.<ref name="FoC"/>
- Botrychium rugulosum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.W.H. Wagner: Sie kommt im östlichen Kanada und in den nordöstlichen Vereinigten Staaten vor.<ref name="FNA"/>
- Botrychium strictum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Underwood: Sie kommt in China, Japan und Korea vor.<ref name="FoC"/>
Die Rautenfarne sind fossil nicht bekannt.
Etymologie[Bearbeiten]
Der Gattungsname Botrychium leitet sich vom griechischen botrys für Traube ab und bezieht sich auf die Form des Sporangienstandes, der dem rispigen Fruchtstand der Weintrauben ähnelt. Der deutsche Trivialname Mondraute deutet auf den Glauben bzw. auf der Signaturenlehre beruhend hin, dass es einen Zusammenhang zwischen der Blattform besonders der Echten Mondraute und den Mondphasen gibt. Auch die Alchemisten nahmen wegen der sichelförmigen Blätter eine „Mondqualität“ der Mondraute an.<ref>Allison Coudert: Der Stein der Weisen. Die geheime Kunst der Alchemisten. (Originalausgabe: Alchemy: the Philosopher's Stone. 1980) Lizenzausgabe. Pawlak, Herrsching 1992, ISBN 3-88199-911-6, S. 63.</ref> Der zweite Teil des Namens bezieht sich auf den rautenförmigen Umriss der Fiederblättchen.
Belege[Bearbeiten]
- Warren H. Wagner Jr., Florence S. Wagner: Botrychium. In: , online (englisch).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Smith2006">Alan R. Smith, Kathleen M. Pryer, Eric Schuettpelz, Petra Korall, Harald Schneider, Paul G. Wolf: A classification for extant ferns. In: Taxon. Band 55, Nr. 3, 2006, ISSN 0040-0262, S. 705–731, online verfügbar.</ref> <ref name="Euro+Med"> M. Christenhusz, E. von Raab-Straube (2013+): Polypodiopsida. Datenblatt Botrychium In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="ExkÖst2"> </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="FNA"> Warren H. Wagner Jr., Florence S. Wagner: Botrychium Swartz. In: Flora of North America, Bd. 2.</ref> <ref name="FoC"> Zhang Xianchun & Norio Sahashi: Botrychium Linnaeus. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Bd. 2–3: Ophioglossaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2010</ref> <ref name="Rothmaler1993">Werner Rothmaler: Botrychium Swartz. In: Thomas Gaskell Tutin u. a.: Flora Europaea. 2. Auflage, Band 1, Seite 10. Cambridge University Press 1993. ISBN 0-521-41007-X</ref> </references>