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Meerträubel

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Meerträubel
Datei:Pollença - Ma-10 - Mirador de Mal Pas - Ephedra fragilis 02 ies.jpg

Ephedra fragilis auf Mallorca

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Coniferopsida
Ordnung: Gnetales
Familie: Meerträubelgewächse
Gattung: Meerträubel
Wissenschaftlicher Name der Familie
Ephedraceae
Dumort.
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Ephedra
L.

Das Meerträubel (Ephedra [Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.ˈeːfɛdra],<ref>Eva-Maria Krech, Eberhard Stock, Ursula Hirschfeld, Lutz Christian Anders: Deutsches Aussprachewörterbuch. Berlin / New York: Walter de Gruyter, 2009; S. 483. Duden Bd. 5: Das Fremdwörterbuch. Berlin: Dudenverlag, 132023; S. 329.</ref> von gr. ἐφέδρα ephédra »draufsitzend, aufsitzend«, wohl nach dem Standort auf Felsen<ref name="Genaust">Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. Birkhäuser 1976, ISBN 978-3-0348-7651-3, S. 157.</ref>)<ref>L. Glaser: Taschenwörterbuch für Botaniker. Weigel, 1890, S. 175.</ref><ref>Susanto Sen: Sanskrit Origins of English. VIII, USA Vijna, 2025, ISBN 978-93-343-0287-5, S. 354.</ref> ist die einzige Gattung der damit monogenerischen Pflanzenfamilie der Meerträubelgewächse (Ephedraceae) innerhalb der Ordnung Gnetales. Diese Gattung besitzt ein disjunktes Areal mit jeweils einem Teil der 35 bis 70 Arten in der Alten Welt und der Neuen Welt. Sie wird auch Roßschwanz, -schweif oder Pferdeschwanz sowie Meertritt genannt.<ref>Ph. Funke, G. H. C. Lippold: Natur- und Kunstlexicon. Siebenter Band, 1825, S. 186.</ref>

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Illustration Ephedra distachya0.jpg
Illustration des Gewöhnlichen Meerträubels (Ephedra distachya)
Datei:Botany (1871) (20124251214).jpg
Illustration aus Botany, 1871 von Ephedra antisyphilitica
Datei:Ephedra-ciliata-seed.jpg
Samen von Ephedra foliata

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Meerträubel-Arten sind verholzende Pflanzen: meist Rutensträucher, manchmal Kletterpflanzen. Die gegenständig oder zu dritt quirlig angeordneten Blätter sind schuppenartig reduziert. Die Photosynthese übernehmen die verzweigten, grünlichen Zweige.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blüten sind immer eingeschlechtig. Meist sind die Arten zweihäusig (diözisch), selten die Blüten einhäusig (monözisch) getrenntgeschlechtig. Die männlichen Zapfen stehen einzeln oder zu zweit bis dritt an den Knoten (Nodien). In den männlichen Zapfen stehen die häutigen Hochblätter in zwei bis acht Wirteln paarweise oder zu dritt zusammen. Die weiblichen Zapfen stehen sich gegenständig gegenüber oder zu dritt bis viert in Wirteln in den Knoten. In den weiblichen Zapfen stehen die sich überlappenden Hochblätter in zwei bis zehn Wirteln paarweise oder zu dritt zusammen. Die Hochblätter werden bei Samenreife meist fleischig und rot (selten bleiben sie häutig und werden bräunlich). Die weiblichen Blüten besitzen ein Paar verwachsener, ledriger Schuppen. Die Meerträubel werden zu den Nacktsamern gerechnet; ihre Samenanlagen sind also nicht von Fruchtblättern geschützt. Je Zapfen werden ein bis drei gelbe bis dunkelbraune Samen gebildet.

Datei:Distribution map of Ephedra - journal.pone.0053652.g001.png
Verbreitung der Gattung Meerträubel (Ephedra). Zusätzlich kommt Meerträubel auch in der Sahelzone Afrikas (z. B. Ephedra altissima) und im südlichen Brasilien (z. B. Ephedra tweedieana) vor.
Datei:Pingo-pingo.jpg
Anden-Meerträubel (Ephedra americana) am Standort in Chile
Datei:Ephedra major shrubs near the gorge.jpg
Nebroden-Meerträubel (Ephedra major) in Karwatschar
Datei:Ephedra antisyphilitica branch.jpg
Zweig mit weiblichen Zapfen von Ephedra antisyphilitica
Datei:Ephedra-aspera-20080322.JPG
Männliche Zapfen von Ephedra aspera
Datei:Ephedra distachya (male plant in bloom).jpg
Gewöhnliches Meerträubel (Ephedra distachya), männliche Pflanze blühend am Standort in Russland
Datei:Ephedra distachya (cones) 2011 1.jpg
Reife fleischige weibliche Zapfen vom Gewöhnlichen Meerträubel (Ephedra distachya)
Datei:Ephedra distachya (rhizome) 2011 1.jpg
Rhizom des Gewöhnlichen Meerträubels (Ephedra distachya)
Datei:Ephedra foeminea 1.jpg
Männliche Zapfen von Ephedra foeminea
Datei:Ephedra fragilis2 ies.jpg
Männliche Zapfen von Ephedra fragilis
Datei:Ephedra-nevadensis-cones.jpg
Ephedra nevadensis in Kalifornien
Datei:Ephedra torreyana 1.jpg
Ephedra torreyana im Habitat in Nevada
Datei:Ephedra tweediana (8442599660).jpg
Ephedra tweedieana
Datei:Ephedra viridis 5.jpg
Männliche Zapfen von Ephedra viridis

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Ephedra wurde durch Carl von Linné aufgestellt.<ref name="Tropicos" /><ref name="WCSP" /> Der wissenschaftliche Name Ephedra ist geprägt worden von dem antiken griechischen Autor Dioskurides. Hierbei ist jedoch nicht klar, ob dieser tatsächlich Ephedra oder nicht doch einen Schachtelhalm meinte. Ephedra wird, weil auf den ersten Blick ähnlich, häufig mit Schachtelhalmen oder auch mit Ginsterarten verwechselt. Ein Synonym für Ephedra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. ist Chaetocladus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J.Nelson<ref name="WCSP" /><ref name="Tropicos" />

Die Gattung Meerträubel (Ephedra) besitzt ein disjunktes Areal: Man findet sie in der Alten Welt vom Amurgebiet über Arabien bis nach Portugal, aber auch in Nordafrika, im östlichen Afrika und auf den Kanaren; in der Neuen Welt in Teilen der USA, Mexikos und Südamerikas. Sie gedeihen meist in Trockengebieten, auf Sand oder Felsen, selten findet man sie in Graslandschaften. Es gibt weltweit 35 bis 70 Ephedra-Arten. 21 Arten kommen in Eurasien vor, davon 14 in China. Zwölf Arten sind in den USA beheimatet, davon kommen fünf auch in Mexiko vor; nur eine dieser fünf Arten wächst auch in Argentinien und Chile.

Es gibt etwa 70 Ephedra-Arten:<ref name="WCSP" />

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Datei:Ephedra dahurica- mug with berries.JPG
Genießbare weibliche Zapfen von Ephedra dahurica aus der Mongolei

Ephedra-Arten enthalten meist, aber nicht immer, herzkreislaufwirksame Alkaloide wie Ephedrin, Norephedrin, Pseudoephedrin, Norpseudoephedrin, Methylephedrin und Methylpseudoephedrin. Die chemische Struktur dieser Phenylethylamine ähnelt der des Adrenalins. Auf Grund ihrer stimulierenden Wirkung ist das Abhängigkeitspotenzial erhöht; Ephedrin unterliegt daher der Verschreibungspflicht. Der Wirkstoffgehalt ist von Pflanze zu Pflanze, aber auch schon von einer Jahreszeit zur anderen unterschiedlich. Es wurden Gehalte von 0,5 bis 49 mg Gesamtalkaloide pro 1 g diverser Ephedrazubereitung in verschiedenen Studien gefunden. Die beiden Hauptalkaloide Ephedrin und Pseudoephedrin machten dabei 70 bis 99 Prozent des Gesamtalkaloidgehaltes aus. Der Ephedringehalt lag zwischen 0 und 90 Prozent des Gesamtalkaloidgehaltes, der Pseudoephedringehalt zwischen 0,1 und 99 Prozent.<ref name="BfR" />

Bei folgenden Arten (Auswahl) wurden die Konzentrationen der Ephedra-Alkaloide untersucht, die Konzentrationen sind in mg pro 1 g Ephedrazubereitung angegeben:<ref name="BfR" />

Ephedra-Art Ephedra-Alkaloide
Ephedra sinica 10–42 mg/g
Ephedra equisetina 22–49 mg/g
Ephedra intermedia 5–18 mg/g
Ephedra distachya keine Angabe
Ephedra regeliana 20–32 mg/g
Ephedra major keine Angabe
Ephedra monosperma 28 mg/g
Ephedra lomatolepis 13,6 mg/g

Verwendung[Bearbeiten]

Die Bezeichnungen der Droge sind beispielsweise Meerträubelkraut, Ephedrakraut, Ephedrae herba. Die Droge ist eine im Europäischen Arzneibuch monografierte pharmazeutische Droge mit einem Gesamtalkaloidgehalt von durchschnittlich 1 bis 2 %, der jedoch stark schwanken kann. Auszüge aus Ephedrakraut (Tee) sind bei Atemwegserkrankungen mit leichtem Bronchospasmus angezeigt, jedoch ist die broncholytische Wirksamkeit unsicher. Ephedrakraut kann man ohne Rezept nicht mehr in deutschen Apotheken erwerben, seit Ephedra-Arten und Zubereitungen daraus mit Wirkung zum 1. April 2006 in die Arzneimittelverschreibungsverordnung aufgenommen wurden und somit rezeptpflichtig wurden.<ref name="BRDVerordnung Arzneimittel" /> Ephedra (Meerträubel) fällt ferner in die Kategorie 1 des Grundstoffüberwachungsgesetzes (GÜG), da das enthaltene Ephedrin als Ausgangsstoff für die illegale chemische Synthese von Methamphetamin (Meth) dient, einer Droge mit hohem Abhängigkeitspotential und toxischen Wirkungen. In Europa wurde Ephedrakraut erstmals 1557 im Kräuterbuch von Adam Lonitzer erwähnt.

„Mormonentee“ ist ein Aufguss aus den Sprossachsen von Ephedra nevadensis, der, mit einem Säuerungsmittel wie Zitronensaft aufgegossen, eine erhebliche Menge an Ephedrin aufweist. Der Name stammt von dem ehemaligen Gebrauch unter Mitgliedern der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (oft „Mormonen“ genannt), denen neben dem Alkohol auch der Genuss von Kaffee und Schwarztee verboten ist.<ref name="PsychoaktivePflanzen" /><ref name="Roth1988" />

Als „Ma-Huang“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) zählt Ephedrakraut in der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) zu den Mitteln der Wahl für die Behandlung von Lungen- oder Erkältungskrankheiten.<ref name="Abourashed2003" /><ref name="SchoolChineseMedicine" /> Dazu wird es in der Regel mit weiteren Heilkräutern kombiniert und als Abkochung angewendet.

Seit 2013 kommt Ephedrin auch aus Afghanistan, wo Ephedra (lokal bandak oder oman) kostengünstig zunehmend auch neben Schlafmohn angebaut wird.<ref>https://www.aljazeera.com/news/2021/8/24/in-europe-fears-of-a-flood-of-afghan-made-methamphetamine-grow</ref><ref name="politico-2021-08-31">Emilio Casalicchio: The drugs dilemma for the West in Afghanistan. politico.ee. Abgerufen am 31. August 2021.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Christopher J. Earle: Ephedraceae - Ephedra - Online. bei The Gymnosperm Database, 2013. Zuletzt eingesehen am 6. Mai 2019
  • Liguo Fu, Yong-fu Yu, Harald Riedl: Ephedraceae., S. 97 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 4: Cycadaceae through Fagaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1999, ISBN 0-915279-70-3. (Abschnitte Systematik mit Verbreitung)
  • Dennis Wm. Stevenson: Ephedraceae. - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 2: Pteridophytes and Gymnosperms, Oxford University Press, New York und Oxford, 1993, ISBN 0-19-508242-7.
  • Stefanie Margot Ickert-Bond, Martin F. Wojciechowski: Phylogenetic Relationships in Ephedra (Gnetales): Evidence from Nuclear and Chloroplast DNA Sequence Data. In: Systematic Botany, Volume 29, Issue 4, 2004, S. 834–849. doi:10.1600/0363644042451143 Volltext-PDF.
  • C. Rydin, K. R. Pedersen, E. M. Friis: On the evolutionary history of Ephedra: Cretaceous fossils and extant molecules. Proceedings of the National Academy of Sciences. 2004. Volltext online.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="Tropicos"> Ephedra bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GymnospermDb"> Christopher J. Earle: Ephedraceae - Ephedra - Online. bei The Gymnosperm Database, 2013. Zuletzt eingesehen am 31. August 2014 </ref> <ref name="FoC"> Liguo Fu, Yong-fu Yu, Harald Riedl: Ephedraceae., S. 97 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 4: Cycadaceae through Fagaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1999, ISBN 0-915279-70-3. </ref> <ref name="FoNA"> Dennis Wm. Stevenson: Ephedraceae. - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 2: Pteridophytes and Gymnosperms, Oxford University Press, New York und Oxford, 1993, ISBN 0-19-508242-7. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. </ref> <ref name="BRDVerordnung Arzneimittel"> Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung und des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft - Verordnung zur Neuordnung der Verschreibungspflicht von Arzneimitteln. </ref> <ref name="BfR"> Bundesinstitut für Risikobewertung: Risikobewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen, Ephedra spp. (Meerträubel-Arten) (PDF; 1,7 MB), S. 223–239, Berlin 2012, ISBN 3-938163-76-3. </ref> <ref name="PsychoaktivePflanzen"> Bert Marco Schuldes: Psychoaktive Pflanzen, Nachtschatten Verlag, ISBN 3-925817-64-6. </ref> <ref name="Roth1988"> Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen, Pflanzengifte. Vorkommen, Wirkung, Therapie; allergische und phototoxische Reaktionen. 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. ecomed, Landsberg 1988, ISBN 3-609-64810-4. </ref> <ref name="Abourashed2003"> E. A. Abourashed et al.: Ephedra in perspective - A current review. In: Phytother. Res. Band 17, 2003, S. 703–712. PMID 12916063, doi:10.1002/ptr.1337 </ref> <ref name="Sharma2010"> Y. P. Sharma, P. L. Uniyal, O. Hammer: Two new species of Ephedra (Ephedraceae) from the western Himalayan Region. In: Systematic Botany, Volume 35, 2010, S. 730. </ref> <ref name="SchoolChineseMedicine"> 中藥材圖像數據庫 - 麻黃 Mahuang. In: School of Chinese Medicine - libproject.hkbu.edu.hk. Abgerufen am 1. November 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ephedraceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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