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Noscapin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Narcotin)
Strukturformel
Struktur von Noscapin
Allgemeines
Freiname Noscapin
Andere Namen
  • (–)-Narcotin
  • α-Gnoscopin (Racemat)
  • Methoxyhydrastin
  • (3S)-6,7-Dimethoxy-3-[(5R)-5,6,7,8-tetrahydro-4-methoxy-6-methyl-1,3-dioxolo[4,5-g]isochinolin-5-yl]-1(3H)-isobenzofuranon
Summenformel C22H23NO7
Kurzbeschreibung

weiße Kristalle<ref name="roempp">Eintrag zu (−)-α-Narcotin. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 204-899-2
ECHA-InfoCard 100.004.455
PubChem 4544
ChemSpider 4385
DrugBank DB06174
Wikidata [[:d:Skriptfehler: Ein solches Modul „Wikidata“ ist nicht vorhanden.|Skriptfehler: Ein solches Modul „Wikidata“ ist nicht vorhanden.]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

R05DA07

Wirkstoffklasse

Antitussivum

Eigenschaften
Molare Masse 413,42 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

176 °C<ref name="ChemIDplus" />

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
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Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​336
P: 301+312+330<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten

Vorlage:ToxDaten

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Noscapin ist der internationale Freiname für (−)-α-Narcotin, einem Hauptalkaloid des Opiums (3–10 %),<ref name="roempp" /> das als Arzneistoff zur Hustenstillung (Antitussivum) verwendet wird. Die für die Biosynthese im Schlafmohn (Papaver somniferum) verantwortlichen zehn Gene wurden identifiziert.<ref name="DOI10.1126/science.1220757">T. Winzer, V. Gazda u. a.: A Papaver somniferum 10-Gene Cluster for Synthesis of the Anticancer Alkaloid Noscapine. In: Science. 336, 2012, S. 1704–1708, doi:10.1126/science.1220757.</ref>

Datei:Papaversomniferum.jpg
Schlafmohn, Papaver somniferum, aus dessen Milch Noscapin gewonnen werden kann.

Die Verbindung war als Opium-Auszug schon 1762 Antoine Baumé bekannt<ref>Winfried Pötsch u. a. Lexikon bedeutender Chemiker, Harri Deutsch 1989, Artikel Baumé</ref> (und später Charles Derosne in dem nach ihm benannten Salz) und wurde 1817 von Pierre-Jean Robiquet aus Opium isoliert. Sie weist eine vom 1-Benzyl-1,2,3,4-tetrahydroisochinolin abgeleitete Struktur auf, als Reinstoff bildet sie farblose Prismen aus. Es ist chemisch ein Methoxy-Derivat des Hydrastins.

Das Molekül enthält zwei Chiralitätszentren, so dass vier Stereoisomere existieren. Arzneilich verwendet wird die natürliche, enantiomerenreine (−)-α-Form.

Stereoisomere des Noscapins<ref>K. Hardtke et al. (Hrsg.): Kommentar zum Europäischen Arzneibuch Ph. Eur. 7.1, Noscapin. Loseblattsammlung, 40. Lieferung 2012, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart.</ref>
(–)-α-Noscapin (3S, 5R) erythro-Form
(+)-α-Noscapin (3R, 5S)
(–)-β-Noscapin (3R, 5R) threo-Form
(+)-β-Noscapin (3S, 5S)

Beim oxidativen Abbau von Noscapin entstehen die Spaltprodukte Cotarnin und Opiansäure. Methylierung des Stickstoffatoms zum quartären Ammoniumion, Überführung in das Hydroxid und Erhitzen (analog zum Hofmann-Abbau) ergibt Narcein.<ref>Harry Auterhoff, Lehrbuch der pharmazeutischen Chemie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 1968.</ref>

(–)-α-Noscapin wirkt antitussiv, aber nicht schmerzstillend, wobei die Wirkung etwas schwächer ausgeprägt ist als beim Codein. Im Gegensatz zu Morphin wirkt Noscapin schwach atemanregend und bronchodilatatorisch. Noscapin hemmt auch die Mitose, spezifisch in Tumorzellen, und ist daher ein potenzieller Wirkstoff gegen Krebs.<ref name="roempp" /><ref>M. Mahmoudian, P. Rahimi-Moghaddam: The anti-cancer activity of noscapine: a review. In: Recent Patents on Anti-Cancer Drug Discovery. Band 4, Nummer 1, Januar 2009, S. 92–97, PMID 19149691. (Review).</ref>

Die Plasmahalbwertszeit von Noscapin beträgt 2,6 bis 4,5 Stunden. Die Bioverfügbarkeit ist individuell variabel und liegt bei circa 30 %.<ref>Holz, Schwabe et al.: Taschenbuch der Arzneibehandlung: Angewandte Pharmakologie, 13. Auflage; Springer-Verlag; Berlin, Heidelberg 2005. ISBN 3-540-20821-6.</ref> Schwerwiegende Nebenwirkungen sind nicht bekannt.<ref>Ernst Mutschler, Monika Schäfer-Korting: Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie. 8.,völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 2001. ISBN 3-8047-1763-2. S. 224.</ref>

Handelsnamen[Bearbeiten]

Monopräparate

Capval (D), Tussanil N (CH), Nosca-Mereprin (B, L)

Kombinationspräparate

DemoTussil (CH), Hederix (CH), Tossamin (CH), Tuscalman (A)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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