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Mariä-Empfängnis-Dom

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Datei:Neuer Dom Linz (DFdB).JPG
Mariä-Empfängnis-Dom
Datei:Linz-cathedrale.jpg
Dompanorama, Südostansicht
Datei:Neuer Dom Linz.jpg
Mariä-Empfängnis-Dom, Ostseite

Der Mariä-Empfängnis-Dom in Linz ist ein neugotischer, römisch-katholischer Kirchenbau, der auch Mariendom und Neuer Dom genannt wird. Der Bau wurde 1855 durch den Linzer Bischof Franz Joseph Rudigier aus Dank für die Bulle Ineffabilis Deus vom 8. Dezember 1854 veranlasst. Er übernahm die Kathedralfunktion des Alten Linzer Doms.

1862 erfolgte die Grundsteinlegung, am 1. Mai 1924<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Linzer Diözesan-Chronik (Memento vom 17. November 2011 im Internet Archive)</ref> wurde der Dom von Bischof Johannes Maria Gföllner schließlich als Marienkirche geweiht. Fertiggestellt wurde der Bau erst 1935,<ref>Österreichische Kunsttopographie. Band 36: Die kirchlichen Kunstdenkmäler der Stadt Linz. Wien 1964, Eintrag Domkirche, S. 77.</ref> im Zuge der Feiern zum 150-Jahr-Jubiläum der Diözese Linz wurde zugleich der Domplatz neugestaltet. Der Dom ist die größte Kirche Österreichs und um rund zwei Meter niedriger als der Stephansdom. Die nächstgelegene flächenmäßig größere Kirche ist der Kölner Dom. Somit ist der Mariä-Empfängnis-Dom die größte Kirche in der Alpenregion.

Gebäude[Bearbeiten]

Datei:NeuerDomLinz1.JPG
Mariä-Empfängnis-Dom, Westseite
Datei:Linz- Neuer Dom - 48564455367.jpg
Innenraum

Der Mariä-Empfängnis-Dom hat die Adresse Domplatz 1 und ist die (nach Fassungsvermögen) größte, nicht aber höchste Kirche Österreichs.<ref>Fernsehsendung Universum zu Linz09 vom 7. April 2009.</ref> Die ursprünglich geplante Höhe wurde laut einer verbreiteten, doch unbelegten Legende deshalb nicht bewilligt, da in Österreich-Ungarn kein Gebäude höher sein durfte als der Südturm des Stephansdoms in Wien. Mit 134,8 m (Neuvermessung 2018: 134,69 m ab der Gelände-Oberkante, beziehungsweise 133,53 m ab der Fußboden-Oberkante<ref>Wiener Stephansdom doch höchste Kirche Österreichs. In: orf.at, 19. Juli 2018, abgerufen am 19. Juli 2018.</ref>) ist der Turm des Mariä-Empfängnis-Domes in Linz um rund zwei Meter niedriger als der des Stephansdomes. Der Außenbau ist 130 m lang, die Hauptfirsthöhe beträgt außen 44 Meter, die Breite des Langschiffs 27,5 m, die des Mittelschiffs 13,5 m und die des Querschiffs 60 m. Die Grundfläche beträgt 5.170 m², die Summe der gedeckten Dachflächen 7.120 m². Insgesamt besitzt der Dom (mit der Krypta) 142 Fenster, 54 Säulen und 17 Altäre.<ref name="dioezese">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Linzer Mariendom (dioezese-linz.at) (Memento vom 8. Dezember 2013 im Internet Archive) aufgerufen am 6. September 2013.</ref>

Verbaut sind vorwiegend Materialien aus Österreich. Die tragenden Säulen bestehen aus Neuhauser Granit aus St. Martin im Mühlkreis. Der Sandstein für die Mauern stammt aus dem Steinbruch Steineckl (Maiß) bei Altlengbach in Niederösterreich. Das Gewölbe wurde aus Wienerberger Ziegeln mit gerußten Fugen errichtet. Gewölberippen, Fenstermaßwerke und Säulenkapitelle wurden aus St. Margarethener Kalksandstein und Mannersdorfer Stein gehauen. Konglomerat aus Kremsmünster wurde für die Krypta verwendet. Der neue Hauptaltar sowie der Ambo und die Einfassungen des Bischofssitzes bestehen aus Jura-Kalkstein nahe Eichstätt in Bayern.<ref>Pro Mariendom (Hrsg.), Josef Wallner (Red.): Der Mariendom Linz. Glaube, Gesellschaft, Kunst, Kultur. Wagner Verlag, Linz 2024, vordere Einbandseite.</ref>

Geschichte und Architektur[Bearbeiten]

Datei:Neuer Altar in Mariendom in Linz.jpg
Der neue Altar in der Vierung des Domes
Datei:Linz - Mariendom, Orgelempore.JPG
Innenansicht Richtung Orgelempore

Errichtung[Bearbeiten]

Das starke Bevölkerungswachstum der Industriestadt im 19. Jahrhundert machte einen Kirchenneubau erforderlich. Den äußeren Anlass bot die 1854 veröffentlichte päpstliche Bulle Ineffabilis Deus zur Erklärung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis Mariens. Die Pläne des Kölner Diözesanbaumeisters Vincenz Statz lagen im April 1859 vor. Die Grundsteinlegung am 1. Mai 1862 wurde mit Anton Bruckners Festkantate feierlich begangen. Die Einweihung des ersten Bauabschnitts, der Votivkapelle, erfolgte am 29. September 1869 mit Bruckners Messe in e-moll, wobei wegen des noch halb offenen Raumes auf Streicher und Solisten verzichtet wurde, sodass nur Bläser und Chor zum Einsatz kamen.

Statz plante und errichtete den Dom weniger im Stil der französischen als vielmehr der belgisch-niederländischen Hochgotik, wobei Kirchenbauten wie der Utrechter Dom als Vorbild dienten. Mitarbeiter waren die Dombaumeister Otto Schirmer, sein Sohn Franz Statz und Dombauleiter Matthäus Schlager.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.buchfreund (Memento des Vorlage:IconExternal vom 23. Oktober 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.buchfreund.de Balthasar Scherndl: Führer durch den Mariä Empfängnis Dom in Linz. Verlag des kath. Pressevereins, Linz-Urfahr 1902.</ref> Zuerst entstanden 1862–1869 die Votivkapelle und 1870–1885 das Presbyterium bis zum Querschiff, danach von 1886 bis 1901 der Turm an der Nordseite der gesüdeten Kathedrale. Erst nach dessen Fertigstellung wurden ab 1902 Langhaus und Querschiff errichtet.

Nach 1924[Bearbeiten]

2017 wurde der Innenraum des Doms umgebaut. Die Kosten wurden mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt, der Dom war rund ein halbes Jahr lang gesperrt. Unter anderem wurde der Altar in die Vierung verlegt, die Heizung modernisiert und Teile des Pflasters neu verlegt.<ref>Neuer Altar in Mariendom geweiht. In: orf.at, Artikel vom 8. Dezember 2017, abgerufen am 9. Dezember 2017.</ref><ref>Umbau im Mariendom – bessere Sicht auf Altar. In: orf.at, Artikel vom 25. April 2017, abgerufen am 9. Dezember 2017.</ref>

Im Juni 2018 führte ein Arbeiter mit einer Kranhebebühne Reparaturarbeiten in 15 m Höhe aus. Dabei riss er mit der Bühne eine 3,4 m hohe steinerne Fiale aus ihrer Verankerung. Der Mann wurde gerettet, das tonnenschwere Zierteil stürzte kurz darauf ab und zerschellte am Boden.<ref>René Laglstorfer: Linzer Domplatz: Tonnenschwerer Turm stürzte zu Boden. In: nachrichten.at. 21. Juni 2018, abgerufen am 19. Juli 2024.</ref>

Dombaumeister[Bearbeiten]

Die Dombaumeister im Laufe der Zeit waren:

  1. Vinzenz Statz, 1862
  2. Otto Schirmer, 1898–1900
  3. Franz Statz, 1900–1909
  4. Matthäus Schlager, 1909–1959
  5. Gottfried Nobl, 1959–2005
  6. Wolfgang Schaffer, 2005–2022
  7. Michael Hager, seit 2023

Bilder der Baustelle[Bearbeiten]

Ausstattung[Bearbeiten]

Glasfenster[Bearbeiten]

Datei:Linzer Dom - Fenster - Grundsteinlegung Gesamt.jpg
Grundsteinlegung durch Bischof Rudigier auf Glasfenster

Bemerkenswert sind die Gemäldefenster. Das bekannteste ist wohl das sogenannte Linzer Fenster, das Darstellungen aus der Linzer Geschichte zeigt. In den Fenstern sind auch die Abbilder verschiedener Sponsoren des Kirchenbaues abgebildet. Den Schlüssel zum neuen Dom schuf der Stahlschneider Michael Blümelhuber.

Glocken[Bearbeiten]

Der Mariä-Empfängnis-Dom besitzt neun Kirchenglocken. Die ältesten beiden Glocken, die Annaglocke und die Joachimsglocke, hängen noch an ihrem ursprünglichen Platz, zwischen zwei Strebetürmchen auf der umlaufenden Galerie der Votivkapelle. Sie wurden am 29. September 1869 zum ersten Mal geläutet. Die übrigen sieben Glocken bilden das „eigentliche“ Geläute. Sie hängen im Turm. Insgesamt hat das Geläut ein Gewicht von 17.700 kg. Wenn alle Glocken läuten, ist das Motiv des „Salve Regina“ zu hören.

Nr. Name Gussjahr Gießer Masse Nominal Turm/Anmerkung
1 Immaculata 1901 Anton Gugg, Linz 8.120 kg f0 Drittes Turmstockwerk
2 Josephi 3.930 kg a0 Viertes Turmstockwerk
3 Petrus 2.370 kg c1
4 Pilger 1.640 kg d1
5 Agnes 940 kg f1
6 Maximilian 480 kg a1
7 Michaeli 290 kg c2
I Anna 1869 Strebetürmchen
II Joachim 1869

Orgeln[Bearbeiten]

Der Dom verfügt über vier aktive Orgeln: die Hauptorgel auf der Westempore, die Chororgel im Altarraum, eine mobile Truhenorgel sowie eine Orgel in der Kapelle der Krypta. Eine fünfte Orgel ist vorhanden, aber derzeit stillgelegt.

Hauptorgel[Bearbeiten]

Datei:Linz - Mariendom, Domorgel.JPG
Hauptorgel auf der Orgelempore

Die Hauptorgel ist ein Werk der dänischen Orgelbauwerkstatt Marcussen & Sohn, das am 8. Dezember 1968 eingeweiht wurde.<ref>Dietmar Polaczek: Das Festgepränge um eine kostbare neue Orgel – Die dänische Orgelbaufirma Marcussen hat im Neuen Dom zu Linz ein hervorragendes neues Orgelwerk errichtet. In: Neue Zeit. Graz 11. Dezember 1968.</ref> Die Eigenschaften zweier zuvor von Marcussen gebauter Orgeln sowie die der Müller-Orgel (1738) in der Grote of Sint-Bavokerk in Haarlem flossen bei der Konzeption des in seinen Grundzügen von Sybrand Zachariassen entworfenen und disponierten Instrumentes ein. Es hat 70 Register (5890 Pfeifen, von denen aufgrund der Waldarmut Dänemarks nur relativ wenige aus Holz sind), Schleifladen, mechanische Spiel- und Registertrakturen, im Pedal elektrische Registertrakturen mit drei freien Kombinationen. Abschaltbare Barkerkoppeln erleichtern das Spiel mit gekoppelten Manualen.

Nach längerem Für und Wider beschloss man, die Sicht aus dem Kirchenschiff auf die Fensterrosette im Turm der Orgel zu opfern. Unter anderem diente hierbei die Grote of Sint-Bavokerk, wo das dortige große Fenster mit der Müller-Orgel verdeckt wurde, als Vorbild. Damit die neue Orgel den Linzer Dom zumindest bis zum Querschiff uneingeschränkt mit Klang füllen kann, wurde eine schallreflektierende Wand, die im oberen Teil gläsern ist, hinter ihr eingebaut. Dadurch entstand die „Rudigier-Halle“, ein Raum von etwa 10 m × 10 m Grundriss und ca. 20 m Höhe, zwischen der Orgel und der Rosette. Die beiden größten Pfeifen des Prinzipal 32′ konnten aus Platzgründen nicht im Prospekt aufgestellt werden; auch ein geplanter zweiter labialer 16′ im Hauptwerk sowie ein zweiter labialer 32′ im Pedal entfielen aus diesem Grund.<ref>Wolfgang Kreuzhuber/Stefanie Petelin: Konzeption der Rudigierorgel im Mariendom Linz. Abgerufen am 12. Dezember 2019.</ref>

Im Gedächtnis an die Grundsteinlegung und den Initiator des Dombaues wird die Orgel auch Rudigier-Orgel genannt.

I Rückpositiv C–g3
Prinzipal (II ab f0) 08′
Gedackt 08′
Quintadena 08′
Oktave 04′
Rohrflöte 04′
Oktave 02′
Waldflöte 02′
Quinte 01 1⁄3′
Sesquialtera II-IV 0 02 2⁄3′
Scharf VI-VIII 01′
Zimbel III 01⁄3′
Dulcian 16′
Krummhorn 08′
Schalmei 04′
Tremulant
Zimbelstern<ref group="Anm" name="Zimbel">Aufgrund der Größe des Domes und seiner Akustik wurde der Zimbelstern aus Triangeln gebaut.</ref>
II Hauptwerk C–g3
Prinzipal 16′
Prinzipal (II ab f0) 0 08′
Spitzflöte 08′
Oktave (II ab f0) 04′
Hohlflöte 04′
Quinte 02 2⁄3′
Oktave (II ab f0) 02′
Mixtur VIII-X 02′
Scharf V-VI 01′
Cornett V (ab g0) 08′
Trompete 16′
Trompete 08′
Spanische Trompete 0 08′
Spanische Trompete 04′
III Oberwerk<ref group="Anm" name="Schwellw">im Schwellwerk.</ref> C–g3
Gedackt 16′
Prinzipal (II ab Gis) 0 08′
Rohrflöte 08′
Viola di Gamba 08′
Oktave 04′
Traversflöte 04′
Nasat 02 2⁄3′
Flachflöte 02′
Terz 01 3⁄5′
Mixtur VII 02′
Terzzimbel III 01⁄6′
Bombarde 16′
Trompete 08′
Oboe 08′
Clairon 04′
Tremulant
IV Brustwerk<ref group="Anm" name="Schwell">Schwellbar mit Schwelltüren.</ref> C–g3
Holzgedackt 08′
Spitzgamba 08′
Prinzipal 04′
Blockflöte 04′
Oktave 02′
Gedacktflöte 02′
Sifflöte 01′
Terzian II 01 3⁄5′
Zimbel II 01⁄3′
Regal 16′
Vox humana 0 08′
Tremulant
Pedal C–f1
Prinzipal 32′
Prinzipal 16′
Subbass 16′
Oktave 08′
Gemshorn 08′
Oktave 04′
Koppelflöte 04′
Nachthorn 02′
Rauschquinte IV 0 02 2⁄3′
Mixtur VIII 05 1⁄3′
Posaune 32′
Posaune 16′
Fagott 16′
Trompete 08′
Trompete 04′
Zink 02′
  • Koppeln: I/II, III/II, IV/II, I/P II/P, III/P, IV/P
  • Barkerkoppel für die Manuale (abschaltbar)
  • Handkurbel für die Betätigung der Schwelltüren des Positivs
  • Anmerkungen:

<references group="Anm" />

Chororgel[Bearbeiten]

Die Orgel wurde 1989 von der Vorarlberger Orgelbaufirma Pflüger gebaut<ref>Diözese Linz: Geschichte der Pflüger-Chororgel. Abgerufen am 21. Jänner 2018.</ref> und verfügt über 27 Register (26 echte Register und eine Transmission) sowie mechanische Spiel- und Registertrakturen. Sie übernimmt die Funktion der alten, stillgelegten Chororgel. Bei der Innenraum-Neugestaltung des Mariendoms 2017 wurde die neue Chororgel gereinigt, versetzt und neu intoniert.<ref>Diözese Linz: Feierliche Vesper mit Lichtfeier am Vorabend der Altarweihe. 8. Dezember 2017, abgerufen am 21. Jänner 2018.</ref>

Datei:Linz - Mariendom, Chororgel.JPG
Chororgel
I Hauptwerk C–g3
Principal 16′
Principal 8′
Hohlflöte 8′
Viola 8′
Octav 4′
Spitzflöte 4′
Quint 2 2⁄3′
Octav 2′
Mixtur IV 2′
Cymbel III 1′
Trompete 8′
II Brustpositiv C–g3
Principal 8′
Gedackt 8′
Octav 4′
Flöte 4′
Sesquialter II 2 2⁄3′
Octav 2′
Larigot 1 1⁄3′
Mixtur IV 1 1⁄3′
Dulzian 8′
Tremulant
Pedal C–f1
Principal (aus HW) 16′
Subbass 16′
Octavbass 8′
Flöte 8′
Octav 4′
Posaune 16′
Trompete 8′

Alte Chororgel (stillgelegt)[Bearbeiten]

Datei:Linz, Mariä-Empfängnis-Dom, Lachmayr-Mauracher-Chororgel, Prospekt, Chorseite.jpg
Die alte Chororgel (Lachmayr-Mauracher-Chororgel)
Datei:Linz, Mariä-Empfängnis-Dom, Lachmayr-Mauracher-Chororgel, Spieltisch.jpg
Ansicht des Spieltisches, deutliche Staub- und Schmutzablagerungen nach 37 Jahren Nichtnutzung

Als Nachfolgeinstrument einer ersten, 1869 vom Urfahraner Anton Hanel erbauten Kleinorgel (7/I/P) in der Votivkapelle (der Rest des Domes war zur Zeit ihrer Inbetriebnahme noch nicht fertiggestellt)<ref>Robert Klugseder: Wiederentdeckung eines umfangreichen Korpus an Abschriften des Linzer Dom-Musikarchivs. In: Anton Bruckner Institut (Hrsg.): Mitteilungen des Anton Bruckner Instituts Linz. Jahrgang 17, 16. Juni 2016, S. 10.</ref>, wurde 1887 eine Orgel mit 34 Registern auf zwei Manualen und Pedal (mechanische Kegelladen) auf dem Sängerchor durch Johann Lachmayr errichtet. Das Instrument blieb bis 1930 unverändert.<ref name=":0">Alte Chororgel. In: dioezese-linz.at. Dommusikverein Linz, abgerufen am 9. April 2026.</ref>

1931 wurde die Orgel um ein Schwellwerk auf einem dritten Manual erweitert. Die Arbeiten, inklusive der Elektrifizierung der Spiel- und Registertraktur sowie der Restaurierung des Bestandswerks unter Beibehaltung der Disposition wurden von den Gebrüdern Mauracher durchgeführt, deren Werkstatt sich in der Nähe des Mariendomes befand.<ref name=":0" />

Seitdem ist das Instrument auch unter dem Namen Lachmayr-Mauracher-Chororgel bekannt.<ref name=":0" />

1951 wurden im Hauptwerk die Register Quinte 5 1⁄3′ zu Quint 2 2⁄3′ sowie Terz 1 3⁄5′ zu Oktav 2′ umgebaut.<ref name=":0" />

1989 wurde die Orgel wegen gravierender technischer Mängel stillgelegt und wird seit dem nicht mehr verwendet. Eine Reaktivierung und damit einhergehende Restaurierung sind nach derzeitigem Kenntnisstand (2026) nicht in Planung.<ref name=":0" />

I Hauptwerk C–a3
Principal 16′
Principal 08′
Hohlflöte 08′
Gamba 08′
Quintatön 08′
Octav 04′
Viola 04′
Flöte 04′
Quint 2 2⁄3′
Oktav 02′
Cornett 2 2⁄3′
Progressiv 2 2⁄3′
Mixtur 1 1⁄3′
Trompete 08′
II Positiv C–a3
Bourdun 16′
Geigenprästant 08′
Flötenprincipal 08′
Bourdun 08′
Salicet 08′
Immaculata 08′
Octav 04′
Flöte 04′
Violine 02′
Quint 2 2⁄3′
Cimbel 1 1⁄3′
Krummhorn 08′
III Schwellwerk C–a3
Salicet 16′
Hornprincipal 08′
Philomele 08′
Dunkelflöte 08′
Celest 08′
Dolce 08′
Spitzflöte 04′
Gemshorn 04′
Quintflöte 2 2⁄3′
Octav 02′
Rauschquinte 2 2⁄3′
Harm. aether 2 2⁄3′
Trombone 08′
Oboe 08′
Clarine 04′
Tremolo III
Pedal C–f1
Principalbass 16′
Violon 16′
Subbass 16′
Salicet 16′
Quintbass 10 2⁄3′
Octavbass 08′
Flötenbass 08′
Cello 08′
Choralbass (aus HW) 04′
Posaune 16′
Trompete (aus SW) 08'
Clarino (aus SW) 04′
  • Koppeln: II/I, III/I, III/II, Suboctavkoppel III, Superoctavkoppel III, I/P, II/P, III/P
  • Spielhilfen: Tutti Pedal – Nullsteller Pedal, Tutti I – Nullsteller I, Generalkoppeln – Nullsteller Koppeln, Tutti II – Nullsteller II, Tutti III – Nullsteller III, Zungen ab, Freie Kombinationen (4 Setzer), Voreinstellung, General-Tutti (Piston), Crescendowalze, Schwellerpedal, Pedalumschaltung<ref name=":0" />

Truhenorgel[Bearbeiten]

Datei:Linz, Mariä-Empfängnis-Dom, Truhenorgel - Prospektseite.jpg
Aufstellung in der Votivkapelle
Datei:Linz, Mariä-Empfängnis-Dom, Truhenorgel - Manualseite und Griffseite rechts.jpg
Aufstellung am Hochaltar

Der Dom verfügt auch über eine mobile Truhenorgel (Positiv), wie die Chororgel ebenfalls erbaut von Pflüger Orgelbau. Das Baujahr ist nicht öffentlich dokumentiert. Aufstellungsort ist überwiegend in der Votivkapelle. Aber auch an anderen Orten, beispielsweise dem Hochaltar, kommt das Instrument zum Einsatz.<ref>Linz, Neuer Dom (Mariendom-Truhenorgel). In: organindex.de. Christoph Koscielny, 16. Oktober 2025, abgerufen am 4. Mai 2026.</ref>

I Positiv C–f3
Holzgedackt 8′
Rohrflöte 4′
Principal 2′
Quinte 1 1⁄3′

Krypta-Orgel[Bearbeiten]

Datei:Linz, Mariä-Empfängnis-Dom, Krypta-Orgel, Prospekt.jpg
Die Orgel in der Krypta-Kapelle. Die Unschärfe des Fotos entstand durch die Aufnahme durch eine leicht trübe Glasscheibe des verschlossenen Eingangs in die Kapelle. Diese ist nur in den Wintermonaten in Verwendung.

In der Kapelle der Domkrypta (auch Unterkirche genannt), direkt unter der Votivkapelle gelegen, befindet sich die fünte Orgel des Doms. Sie wird für die Wochentagsmessen und Taufen in der Winterzeit, die dann in dieser Kapelle abgehalten werden, verwendet.<ref>Krypta. In: dioezese-linz.at. Mariendom Linz, abgerufen am 4. Mai 2026.</ref>

Erbauer, Baujahr und Disposition sind nicht öffentlich dokumentiert.

Domkrypta[Bearbeiten]

Datei:Bischof Franz Josef Rudigier.jpg
Kenotaph Bischof Rudigiers im Dom; das eigentliche Grab befindet sich in der Domkrypta

Die Krypta ist die Grablege der Bischöfe von Linz. Die zwischen 1785 und 1924 verstorbenen Bischöfe waren ursprünglich im Alten Dom bestattet; ihre Särge wurden nach der Fertigstellung des Mariä-Empfängnis-Doms hierher verlegt. Für den hier bestatteten Bischof Franz Joseph Rudigier existiert ein Kenotaph im Kapellenkranz. Alois Wagner, zuletzt Kurien-Erzbischof in Rom, liegt ebenfalls in der Krypta begraben. Bischof Maximilian Aichern wurde auf eigenen Wunsch in seinem Heimatkloster St. Lamprecht beigesetzt. Ausgestellt ist hier auch der Ornat von Bischof Rudigier.

Zentrales Ausstattungsstück der Krypta ist die Weihnachtskrippe, die Sebastian Osterrieder in den Jahren 1908 bis 1913 im Auftrag von Bischof Doppelbauer schuf, mit ihren mehr als vierzig aus Lindenholz geschnitzten Figuren die größte im Werk Osterrieders.<ref>Hermann Vogel: Sebastian Osterrieder, der Erneuerer der künstlerischen Weihnachtskrippe. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2009, ISBN 978-3-89870-562-2, S. 61–67.</ref><ref>Wolfgang Sachsenhofer: Die Linzer Domkrippe von Sebastian Osterrieder und die Tradition der Weihnachtskrippe in Oberösterreich. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Linz 2013, S. 169–189 (Vorlage:OöHeimatblätter).</ref>

Dollfuß-Gedenktafel[Bearbeiten]

Datei:LinzMariendomDollfusz.JPG
Gedenktafel mit Zusatztafel

Im Oktober 2006 ergänzte die katholische Kirche die Ehrentafel für Engelbert Dollfuß am Dom mit einer Zusatztafel. In der Zusatztafel distanziert sich die Kirche nach Beschluss der Österreichischen Bischofskonferenz von der Politik Dollfuß’ und bekundet die zukünftige Enthaltung der Kirche von Parteipolitik. Dollfuß hatte als Bundeskanzler die so genannte „Selbstausschaltung des Parlaments“ genutzt, um den drohenden Wahlsieg der Nationalsozialisten durch eine ständestaatliche Diktatur zu verhindern, die 1934 zu einem Bürgerkrieg führte. Die Ehrentafel war 1934 nach seiner Ermordung durch Nationalsozialisten errichtet worden.<ref>Ein Zeitzeugnis aus 1934 wurde zum Ärgernis. In: KirchenZeitung Diözese Linz. 9. November 2005, abgerufen am 1. Januar 2023.</ref><ref>Tageszeitung Heute vom 11. November 2008.</ref>

Projekt „Turmeremit“[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wurde im Turm des Mariendoms in 68 Metern Höhe eine Türmerstube eingebaut und vermutlich als Beobachtungsposten genutzt. Im Rahmen von Linz 2009 – Kulturhauptstadt Europas stellte die Diözese Linz diese Türmerstube erstmals für Menschen zur Verfügung, die sich – ungeachtet ihrer Glaubensrichtung – für je eine Woche als Einsiedler in die Stille zurückziehen wollten. Ihnen stand eine seelsorgerische Begleitung zur Verfügung.<ref>Turmeremit am Mariendom Linz - Der Erfinder erzählt von seinem Projekt. In: dioezese-linz.at, aufgerufen am 27. August 2011.</ref> Wegen der großen Akzeptanz dieser Maßnahme wird dieses Angebot seit 2010 weitergeführt.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Diözese Linz: Weiterführung des Projekts Turmeremit (Memento vom 10. September 2012 im Webarchiv archive.today) Abgerufen am 27. August 2011.</ref>

Initiative „Pro Mariendom“[Bearbeiten]

Seit Mai 2018 spricht sich eine neu konstituierte Initiative für eine notwendige Sanierung des Doms um etwa 14 Mio. € aus. An der Spitze der Initiative steht ein Beirat, der vom früheren Landeshauptmann Josef Pühringer geleitet wird.

2017 machten 200.000 Personen eine Führung im Dom mit, darunter ein Drittel Kinder unter 10 Jahren. Beliebt sind die „Taschenlampenführungen“ bei Nacht.<ref>Initiative zur Erhaltung des Mariendoms. In: orf.at. 20. Mai 2018, abgerufen am 4. April 2024.</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Norbert Loidol: Michael Blümelhuber. Meister des Linzer Domschlüssels, Initiator einer Kunstschule für Stahlbildhauerei, Denkmalschützer, Dichter und Erfinder. Innsalz Verlag, Munderfing 2024, ISBN 978-3-903496-23-1, S. 92–111
  • Balthasar Scherndl: Führer durch den Mariä Empfängnis Dom in Linz. Verlag des katholischen Pressevereins, Linz-Urfahr 1902.
  • Friedrich Josef Pesendorfer: Der kleine Linzer Domführer. In 30 Fragen und Antworten. Verlag Preßverein, Linz 1924 (Vorlage:Landesbibliothek.at).
  • Johannes Ebner, Monika Würthinger: Der Neue Dom zu Linz auf dem Weg zur Kathedrale und Pfarrkirche. Vom Projekt zur Weihe (1924). In: Oberösterreichische Heimatblätter. Jahrgang 53, Heft 1–2, Linz 1999, S. 21–45 ([[[:Vorlage:OoeGeschichte/URL]] ooegeschichte.at] [PDF]).
  • Christian Kratz: Der Neue Dom zu Linz. In: Oberösterreichische Heimatblätter. Jahrgang 48, Heft 1, Linz 1994, S. 3–17 ([[[:Vorlage:OoeGeschichte/URL]] ooegeschichte.at] [PDF]).
  • Gottfried Schicklberger, Augustin Baumgartner: Die großen Glasgemälde des Maria-Empfängnis-Domes zu Linz. Kunstverlag Augustin Baumgartner, Graz 1995.
  • Maximiliane Buchner, Udo Mainzer: Der Mariendom in Linz und seine baukünstlerischen Wurzeln im Rheinland. In: INSITU, 2018/2, S. 259–280.
  • Pro Mariendom (Hrsg.), Josef Wallner (Red.): Der Mariendom Linz. Glaube, Gesellschaft, Kunst, Kultur. Wagner Verlag, Linz 2024.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Neuer Dom (Linz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Kathedralen: Barbarakirche (Wien) | Dom St. Martin (Eisenstadt) | Dompfarrkirche Feldkirch | Grazer Dom | Innsbrucker Dom | Klagenfurter Dom | Mariä-Empfängnis-Dom | Salzburger Dom | Dom zu St. Pölten | Stephansdom | St.-Georgs-Kathedrale (Wiener Neustadt) | Territorialabtei Wettingen-Mehrerau

Konkathedralen: Dom zu Gurk | Marienkirche (Maria Saal) | Basilika Seckau

Ehemalige Kathedralen: Alter Dom (Linz) | Basilika Enns-Lorch | Franziskanerkirche (Salzburg) | Pfarrkirche St. Andrä im Lavanttal | Kirche St. Andrä zu Göß | Stiftskirche St. Peter (Salzburg) | Dom von Wiener Neustadt Vorlage:Klappleiste/Ende Koordinaten: 48° 18′ 2″ N, 14° 17′ 8″ O

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