Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband
| Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband (OOWV) | |
|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="padding: 1em 0; text-align: center; background:#Vorlage:Standardfarbe; color:inherit;" | Logo | |
| Rechtsform | Körperschaft des öffentlichen Rechts |
| Gründung | 14. Juli 1948 |
| Sitz | Brake (Unterweser) |
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| Vorstand | Sven Ambrosy, Verbandsvorsteher |
| Geschäftsführer | Karsten Specht |
| Umsatz | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1703: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 274: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1703: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Mitarbeiter | 1133 (Stand 2026) |
| Mitglieder | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1703: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1703: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Website | www.oowv.de |
Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) ist ein Zusammenschluss von Landkreisen, Städten und Gemeinden im Nordwesten Niedersachsens, der die Verbraucher im Verbandsgebiet mit Trinkwasser versorgt, das Abwasser reinigt und Brauchwasser für Industriekunden anbietet. Der Verband ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach dem Wasserverbandsgesetz ohne Gewinnerzielungsabsicht.
Geschichte[Bearbeiten]
Am 14. Juli 1948 gründeten die drei Landkreise Friesland, Wesermarsch und Wittmund auf Veranlassung des Oberkreisdirektors des Landkreises Wesermarsch, Bernhard von Kampen, den Oldenburgisch-Ostfriesischen Marschenwasserverband (OOMWV) mit Sitz in Jever. Nach dem Beitritt von Mitgliedern auch aus den Geestgebieten beschloss die Verbandsversammlung am 11. Februar 1957 eine Satzungsänderung, wonach der Verband den heutigen Namen Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband (OOWV) erhielt. Der Verbandssitz wurde 1959 nach Brake (Unterweser) verlegt. Zunächst bestand die Aufgabe des OOMWV/OOWV ausschließlich darin, die Bevölkerung des Verbandsgebiets mit Trinkwasser, auch aus anderen Gemeinden, zu versorgen.
Auf das Instrument einer großflächigen Versorgung der Bevölkerung wurde vor allem deshalb zurückgegriffen, weil das Grundwasser in vielen Marschgebieten keine Trinkwasserqualität aufweist.<ref>Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr: Bericht 2005 Grundwasser. Anhang 2: Beschreibung der hydrogeologischen Teilräume LAND BREMEN (PDF; 31 kB). Bremer Umweltinformationssystem (BUISY) 2005, S. 2f.</ref> So muss bis heute der gesamte Landkreis Wesermarsch von Brunnen in Geestgebieten anderer Landkreise versorgt werden, die zum OOWV-Gebiet gehören.
Seit 1999 engagiert sich der OOWV auch auf dem Gebiet der Abwasserwirtschaft.
Verbandsgebiet[Bearbeiten]
Das Verbandsgebiet des OOWV im Nordwesten Deutschlands ist 7.480 km² groß und erstreckt sich von der Nordsee bis zum Dümmer. Damit ist der Wasserverband der größte Flächenversorger Deutschlands. Mehr als eine Millionen Menschen leben in diesem Gebiet. Auf 7.105 km² werden die Menschen mit Trinkwasser versorgt. Nicht alle verbandsangehörigen Städte und Gemeinden lassen auch ihr Abwasser vom OOWV reinigen, die Größe des Gebiets für Abwasserentsorgung beträgt 4.201 km².<ref>OOWV – Gebiet – Abwasserkommunen, abgerufen am 28. November 2015</ref><ref>OOWV | Zahlen und Fakten. Abgerufen am 22. Mai 2026.</ref>
Mitglieder des OOWV im Bereich Trinkwasser sind:
- der Landkreis Ammerland
- der Landkreis Aurich
- der Landkreis Cloppenburg
- der Landkreis Diepholz
- der Landkreis Friesland
- der Landkreis Oldenburg
- der Landkreis Vechta
- der Landkreis Wesermarsch
- Landkreis Cuxhaven
- der Landkreis Wittmund
- die Stadt Dinklage
- die Stadt Jever
- die Gemeinde Rastede
- die Gemeinde Stuhr
Die Landkreise, Gemeinden, Städte und der Zweckverband, die Mitglieder des OOWV sind, bilden die Verbandsversammlung. Unter ihnen wird die Finanzkommission, die Baukommission und der Vorstand gewählt. Die Vorstandsmitglieder sind ehrenamtlich tätig, die Geschäfte führt ein hauptamtlicher Geschäftsführer.<ref>OOWV | Struktur. Abgerufen am 21. Mai 2026.</ref>
Dienstleistungen[Bearbeiten]
Trinkwasserversorgung[Bearbeiten]
Über eine Million Menschen werden im Verbandsgebiet mit Trinkwasser vom OOWV versorgt. Dafür werden 258 Förderbrunnen, 15 Wasserwerke und 7 Speicherpumpwerke genutzt. Die Rohrnetzlänge für die Versorgung liegt bei 14.729 km. Im Jahr 2025 lag die Trinkwasserabgabe bei 85,5 Millionen m³. (Stand 2026)<ref>OOWV | Zahlen und Fakten. Abgerufen am 11. August 2026.</ref>
Abwasserentsorgung[Bearbeiten]
An das Abwasserkanalnetz des OOWV sind 47 Kläranlagen und 25.572 Kleinkläranlagen angeschlossen. Die Kanalnetzlänge umfasst 5431 km. Im Jahr 2025 belief sich die Abwassermenge auf 35,05 Millionen m³.<ref name=":0">OOWV Geschäftsbericht 2024. OOWV, abgerufen am 21. Mai 2026.</ref><ref>OOWV | Zahlen und Fakten. Abgerufen am 21. Mai 2026.</ref>
Brauchwasserversorgung[Bearbeiten]
Bei vielen industriellen Prozessen wird Wasser nicht in Trinkqualität benötigt, hier kann genutztes und wieder aufbereitetes Wasser zum Einsatz kommen. Derzeit baut der OOWV zwei Brauchwasserwerke, in Nordenham und Brake. In Nordenham können beispielsweise Industriekunden wie Kronos Titan das Brauchwasser nutzen. Mit dem Werk sollen jährlich mehr als eine Million m³ Trinkwasser im Jahr eingespart werden. Unterstützung bei der Entwicklung von Brauchwasserlösungen erhält der OOWV durch seine Tochter, die Industriewasserversorgungsgesellschaft Nordwest-Niedersachsen mbH (iwag). (Stand 2026)<ref>OOWV|Pressemitteilung. Abgerufen am 11. August 2026.</ref><ref>OOWV | Projekte & Forschung | Brauchwasser. Abgerufen am 11. August 2026.</ref>
Umweltbildung[Bearbeiten]
Durch Bildungsangebote für Kinder und auch Erwachsene seit den 1990er-Jahren mit Informationstafeln und Mitmachstationen soll der Umgang mit Wasser nahegebracht werden. Führungen sind im Wasserwerk Nethen, auf dem Biohof Bakenhus und im Museum Kaskade möglich.<ref>OOWV | Umweltbildung | Lehr- und Infostandorte. Abgerufen am 16. Juni 2026.</ref><ref>OOWV | Umweltbildung. Abgerufen am 16. Juni 2026.</ref> Die OOWV-Umweltbildung ist anerkannter Akteur im Rahmen des UNESCO-Programms Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
Der OOWV hat acht Lern- und Informationsstandorte:
- das Wasserwerk mit Trinkwasserlehrpfad in Nethen
- der Biohof Bakenhus in Großenkneten
- das Museum Kaskade in Jade/Diekmannshausen
- das Steenforths-Moor
- der Rundweg Baum und Natur Holdorf
- die Kläranlage in Oldenburg
- das Infohaus Altes Wasserwerk Langeoog
- das Wasser-Wald-Zentrum im Klosterpark Oestringsfeld
Projekte und Forschung[Bearbeiten]
In Forschung und Innovation werden digitale Möglichkeiten für die Wasserwirtschaft und alternative Wasserressourcen wie Brauchwasser erforscht. Der OOWV beteiligt sich an Projekten, die durch die EU, den Bund oder das Land Niedersachsen gefördert werden.<ref>OOWV | Projekte & Forschung. Abgerufen am 16. Juni 2026.</ref><ref>OOWV | Projekte & Forschung. Abgerufen am 11. August 2026.</ref><ref>OOWV | Projekte & Forschung. Abgerufen am 11. August 2026.</ref>
Kunden- und Regionalportal[Bearbeiten]
In einem Kundenportal sind seit November 2018 ein Servicebereich, ein Marktplatz mit regionalenund Informationen rund um das Wasser zu finden.<ref>Home Page. Abgerufen am 16. Juni 2026.</ref>
Ökologie[Bearbeiten]
Um den EU-Nitratgrenzwert von 50 mg/l im Grundwasser einzuhalten, fördert der OOWV den Ökolandbau durch Beratungs- und Weiterbildungsangebote der Landwirte, da der Verband ausschließlich Grundwasser aus Brunnen in Gebieten mit sandigen Bodenschichten fördert, in denen das Regenwasser schnell versickert.<ref>OOWV | Wasserschutz | Ökolandbau. Abgerufen am 11. August 2026.</ref><ref>Reduzierung der Nitratbelastung - Ökolandbau als wirksame Strategie? Abgerufen am 11. August 2026.</ref><ref>OOWV | Wasserschutz. Abgerufen am 11. August 2026.</ref>
Um die Einträge von zu hohen Nährstoffkonzentrationen, Mikroplastikpartikeln und anderer belastender Fremdstoffe gering zu halten, wird das Abwasser in sogenannte Belebungsbecken zur biologischen Reinigung geleitet.<ref>OOWV | Wasserschutz | Ökologisches Leitbild. Abgerufen am 11. August 2026.</ref><ref>OOWV | Service | Abwasser. Abgerufen am 11. August 2026.</ref>
Mit der Tochter Stadt.Land.Grün GmbH bewirtschaftet der Verband seine eigenen Liegenschaften wie Wasserwerks-, Kläranlage- oder Betriebsstellengelände unter Beachtung seiner ökologischen Verantwortung. Dazu gehört der Erhalt und das Anlegen vielfältiger Biotope mit heimischen Pflanzenarten, die vielen Tieren einen Lebensraum bieten.<ref>OOWV | Wasserschutz | Ökologisches Leitbild. Abgerufen am 11. August 2026.</ref>
Jahresabschlüsse[Bearbeiten]
Der OOWV bilanziert nach dem Handelsgesetzbuch. 2024 belief sich die Bilanzsumme auf 1.066,3 Mio. €. Die Betriebsleistung wurde mit 217,7 Mio. € ausgewiesen. Das Eigenkapital betrug 90,9 Mio. €, der Jahresüberschuss 1,1 Mio. €. Im Jahresdurchschnitt waren über 1000 Mitarbeiter beschäftigt.<ref>Geschäftsbericht 2024</ref>
Die Prüfung des Jahresabschlusses obliegt der Prüfstelle beim Wasserverbandstag e. V., Hannover<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Prüfstelle beim Wasserverbandstag ( vom 19. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref>, die Verbandsversammlung stellt den geprüften Jahresabschluss fest.
Aufsichtsbehörde für den OOWV im Sinne des Wasserverbandsgesetzes ist das Niedersächsische Umweltministerium.<ref name="Satzung des OOWV">Satzung vom 9. November 2016, abgerufen am 18. Dezember 2017</ref>
Literatur[Bearbeiten]
Gertrud Diesing, Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband 1948–2008, Asco Sturm Druck Bremen 2008, ISBN 978-3-00-024957-0
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references/>
Koordinaten: 53° 19′ 30,5″ N, 8° 29′ 1,8″ O
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