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Ölbaumgewächse

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Ölbaumgewächse
Datei:Olivenbäume Umbrien.jpg

Echte Olivenbäume (Olea europaea subsp. europaea)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Ölbaumgewächse
Wissenschaftlicher Name
Oleaceae
Hoffmanns. & Link

Die Pflanzenfamilie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) gehört zur Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). Die etwa 25 Gattungen mit etwa 600 Arten sind in allen Erdteilen und Klimazonen von den gemäßigten Gebieten bis zu den Tropen verbreitet. Zu den in Mitteleuropa verbreitetsten Arten gehören unter anderem Esche und Liguster sowie die beliebten Garten-Zierpflanzen Flieder und Forsythie („Goldflieder“).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Nyctanthes arbor-tristis EP-IV2-007.png
Illustration von Nyctanthes arbor-tristis
Datei:LigusterBlütenstand.jpg
Zweig mit Laubblättern und Blütenstand des Gewöhnlichen Liguster (Ligustrum vulgare)
Datei:Oleaceae flower diagrams EP-IV2-001.png
Blütendiagramme von A: Syringa vulgaris, B/C: Jasminum humile Syn.: Jasminum pubigerum, D: Jasminum odoratissimum
Datei:Chionanthus virginicus 003.JPG
Früchte von Chionanthus virginicus

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Es sind immergrüne oder laubabwerfende, verholzende Pflanzen: vor allem Bäume und Sträucher, außerdem gibt es einige Lianen.<ref name="DELTA" /> Sie wachsen selbständig aufrecht oder kletternd, bei der Gattung Jasminum winden sich die Sprossachsen gegen den Uhrzeigersinn. Das sekundäre Dickenwachstum erfolgt von einem konventionellen Kambiumring ausgehend.<ref name="DELTA" /> Es sind komplexe Haare (Trichome), die meist schildförmig sind, vorhanden; es können Drüsenhaare vorhanden sein (Indument).<ref name="DELTA" /> Die Rinde besitzt Lentizellen. Die vegetativen Knospen besitzen Knospenschuppen.<ref name="DELTA" />

Die fast immer gegenständig, selten wechselständig oder wirtelig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert.<ref name="DELTA" /> Die dorsiventralen Blattspreiten sind einfach oder zusammengesetzt; wenn sie zusammengesetzt sind, dann sind sie drei- oder mehrteilig unpaarig gefiedert. Die Blattränder sind glatt, gesägt oder gezähnt. Sie sind fieder- oder handnervig.<ref name="DELTA" /> Die meist anomocytischen Stomata befinden sich meist nur auf der Blattunterseite.<ref name="DELTA" /> Es sind keine Nebenblätter vorhanden.<ref name="DELTA" /><ref name="FoPakistan" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blüten stehen einzeln oder in end- oder seitenständigen, ganz unterschiedlich aufgebauten (zymösen, rispigen, traubigen, doldigen oder bündeligen) Blütenständen zusammengefasst.<ref name="DELTA" /> Die Blüten sind meist zwittrig, selten eingeschlechtig; wenn sie eingeschlechtig sind, dann kann je nach Art Monözie, Diözie oder Subdiözie vorliegen.<ref name="DELTA" /><ref name="FoPakistan" />

Die oft duftenden Blüten sind meist radiärsymmetrisch, meist vierzählig und meist mit doppelter Blütenhülle (gelegentlich sind alle Blütenhüllblätter wie Kronblätter gleich geformt). Die meist vier (selten keine oder bis zu 16) Kelchblätter sind paarweise oder alle röhrig verwachsen oder selten fast frei. Die meist vier, selten keine (bei Nestegis, Forestiera und windbestäubten Fraxinus) oder bis zu 16 Kronblätter sind meist verwachsen. Es ist nur der innere Staubblattkreis vorhanden: selten sind es vier, meist nur zwei fertile Staubblätter; sie sind untereinander frei; sie können mit den Blütenhüllblättern verwachsen sein.<ref name="DELTA" /> Manchmal ist kein Staubfaden erkennbar, die Staubbeutel sind dann also sitzend.<ref name="DELTA" /> Die dorsifixen oder basifixen Staubbeutel öffnen sich mit einem Längsschlitz und besitzen keine Anhängsel.<ref name="DELTA" /> Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen (synkarpen), zweikammerigen Fruchtknoten verwachsen.<ref name="DELTA" /> Je Fruchtknotenkammer sind meist zwei (eine bis fünfzig) hängende oder aufsteigende, anatrope oder amphitrope, unitegmische, tenuinucellate Samenanlagen in zentralwinkelständiger Plazentation vorhanden.<ref name="DELTA" /> Der einfache Griffel endet in einer meist zweilappigen Narbe.<ref name="FoPakistan" />

Es werden ganz unterschiedliche Früchte gebildet: lokulizide Kapselfrüchte, Beeren, Steinfrüchte, oder holzige Zerfallfrüchte, letztere sind oft geflügelt.<ref name="DELTA" /><ref name="FoPakistan" /> Die Früchte enthalten nur ein bis vier Samen.<ref name="DELTA" /><ref name="FoPakistan" /> Wenn die Samen Endosperm besitzen dann ist es ölhaltig. Der gerade, chlorophylllose Embryo besitzt zwei Keimblätter (Kotyledonen) und ein auf- oder abwärts gerichteter Radicula.

Chromosomensätze[Bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 10, 11, 13, 14, 23 oder 24.<ref name="DELTA" />

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Alkaloide sind meist vorhanden. Bei vier Gattungen wurden Verbascoside nachgewiesen. Saponine und Flavonole (Quercetin, und/oder Kaempferol) können vorhanden sein. Ursolsäure ist vorhanden.<ref name="DELTA" />

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Datei:Trachelospermum jasminoides - 01.jpg
Tribus Jasmineae: Habitus, Laubblätter und Blüten von Jasminum azoricum
Datei:Fontanesia fortunei - Vue générale.jpg
Tribus Fontanesieae: Fontanesia fortunei
Datei:Forsythia viridissima-beijing zoo.JPG
Tribus Forsythieae: Forsythia viridissima
Datei:Myxopyrum smilacifolium 03.JPG
Tribus Myxopyreae: Laubblätter und Früchte von Myxopyrum smilacifolium
Datei:Schrebera alata.jpg
Tribus Oleeae Subtribus Schreberinae: Blütenstand von Schrebera alata
Datei:Fraxinus sieboldiana 1.JPG
Tribus Oleeae Subtribus Fraxininae: Fraxinus sieboldiana
Datei:Osmanthus heterophyllus2.jpg
Tribus Oleeae Subtribus Oleinae: Zweig mit Laubblättern und Blüten von Osmanthus heterophyllus

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Familie Oleaceae wurde 1809 von Johann Centurius von Hoffmannsegg und Johann Heinrich Friedrich Link in Flore portugaise ou description de toutes les ..., Band 1, S. 62 aufgestellt.<ref name="Tropicos" /> Typusgattung ist Olea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Oleaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hoffmanns. & Link nom. cons sind: Bolivariaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Griseb., Forestieraceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Meisn., Fraxinaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Vest, Jasminaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Juss., Lilacaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Vent. nom. illeg., Nyctanthaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J.Agardh, Syringaceae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Horan.<ref name="GRIN" />

Innere Systematik mit Gattungen und ihrer Verbreitung[Bearbeiten]

Die etwa 25 Gattungen mit etwa 600 Arten sind in allen Erdteilen und Klimazonen von den gemäßigten Gebieten bis zu den Tropen verbreitet. In China kommen zehn Gattungen mit 160 Arten vor, davon 95 nur dort. China ist das Zentrum der Artenvielfalt der Gattungen Forsythia, Syringa, Osmanthus und Ligustrum.<ref name="FoC1996" />

Die Familie Oleaceae wird in fünf Tribus und vier Subtribus gegliedert und enthält 25 bis 28 Gattungen<ref name="GRIN" /><ref name="Olmstead2021" /> mit etwa 600<ref name="Wallander2022" /> (400 bis 900) Arten:<ref name="POWO" /><ref name="Wallander2022" />

Nutzung[Bearbeiten]

Es werden einige Arten aus folgenden Gattungen genutzt: Fraxinus und Forsythia (medizinisch und als Zierpflanze); Jasminum (Jasminöl), Osmanthus (Duftblüte) und Syringa (als Gewürz und als Zierpflanze); Olea (Olivenbaum, Olea europaea, die Frucht und das Öl) und Fraxinus (das Holz).

Quellen[Bearbeiten]

  • Die Familie Oleaceae bei der APWebsite. (Abschnitte Systematik und Beschreibung)
  • Die Familie Oleaceae bei DELTA von L. Watson und M. J. Dallwitz. (Abschnitt Beschreibung)
  • Mei-chen Chang, Lien-ching Chiu, Zhi Wei, Peter S. Green: Oleaceae, S. 272 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 15 – Myrsinaceae through Loganiaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1996, ISBN 0-915279-37-1. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Nutzung)
  • Eva Wallander, Victor A. Albert: Phylogeny and classification of Oleaceae based on rps16 and trnL-F sequence data, In: American Journal of Botany, Volume 87, 2000, S. 1827–1841: Volltext online. (Abschnitte Systematik und Beschreibung)
  • Daniel J. Ohlsen: Datenblatt Oleaceae. In: Phillip G. Kodela (Hrsg.): Flora of Australia. des Australian Biological Resources Study, Department of Climate Change, the Environment and Water, Canberra.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="Tropicos"> Oleaceae bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoPakistan"> Oleaceae bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoC1996"> Mei-chen Chang, Lien-ching Chiu, Zhi Wei, Peter S. Green: Oleaceae, S. 272 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 15 - Myrsinaceae through Loganiaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1996, ISBN 0-915279-37-1. </ref> <ref name="DELTA"> Die Familie Oleaceae bei The families of flowering plants ... bei DELTA von L. Watson und M. J. Dallwitz. </ref> <ref name="Nesom2012"> Guy L. Nesom: Synopsis of American Cartrema (Oleaceae). In: Phytoneuron, 2012-96, 2012, S. 1–11. Volltext-PDF. </ref> <ref name="Banfi2014"> Enrico Augusto Banfi: Chrysojasminum, a new genus for Jasminum sect. Alternifolia (Oleaceae, Jasmineae). In: Natural History Sciences, Volume 1, Issue 1, 2014, S. 3–6. doi:10.4081/nhs.2014.54 PDF. </ref> <ref name="Clavero2015"> José Ignacio De Juana Clavero: Cambios nomenclaturales en la sección Leiolea (Spach) P. S. Green, del género Osmanthus Lour. (Oleaceae). In: Bouteloua, Band 22, 14. November 2015, S. 28–39. Volltext-PDF. </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Oleaceae bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> <ref name="Li2020"> Y. F. Li, M. Zhang, X. R. Wang, S. P. Sylvester, Q. B. Xiang, X. Li, M. Li, H. Zhu, C. Zhang, L. Chen, X. G. Yi: Revisiting the phylogeny and taxonomy of Osmanthus (Oleaceae) including description of the new genus Chengiodendron. In: Phytotaxa, Volume 436, Issue 3, 2020, S. 283–292. doi:10.11646/phytotaxa.436.3.6 </ref> <ref name="DeJuanaClavero2020"> José Ignacio de Clavero: Propuesta de Tetrapilus Lour. (Oleaceae) como género válido. Especies presentes en España. In: Bouteloua, Band 30, Dezember 2020, S. 54–60. online. </ref> <ref name="Olmstead2021"> Richard Olmstead et al.: A Synoptical Classification of the Lamiales. Version 2.8.0, 2021. PDF. </ref> <ref name="Wallander2022"> Eva Wallander: Classification of the Oleaceae family, 2022. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Ölbaumgewächse (Oleaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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