Zum Inhalt springen

Omar Bakri Mohammed

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Omar Bakri)

Omar Bakri Mohammed, meist nur als Omar Bakri bezeichnet, (* 1958 in Aleppo, Syrien) ist ein syrischer sunnitischer Fundamentalist, Prediger und islamistischer Agitator.

Leben[Bearbeiten]

Der aus Syrien stammende Bakri schloss sich früh den sunnitischen Moslembrüdern an, die 1982 einen Aufstand gegen die schiitisch-alawitisch dominierte Ba'ath-Regierung wagten, der blutig niedergeschlagen wurde. Er musste das Land verlassen und ließ sich nach mehreren Stationen, darunter Libanon und Saudi-Arabien, schließlich in den 1980er Jahren in London nieder, wo er von britischer Sozialhilfe lebte und mit Gesinnungsgenossen im Stadtteil Finsbury ein islamistisches Zentrum schuf. Bakri war lange Jahre neben Abu Hamza al-Masri und Abu Qatada der führende Hassprediger in England. So gründete er die Gruppe al-Muhajiroun, um seine Ansichten zu verbreiten. Er machte dabei aus seinen Auffassungen keinen Hehl und bezeichnete etwa die Attentäter des 11. September als magnificent 19 („die glorreichen 19“). Nach den Londoner Anschlägen sagte er zur Agentur Reuters: „I would like to see the Islamic flag fly, not only over number 10 Downing Street, but over the whole world“ („Ich würde die islamische Fahne gerne nicht nur über der Downing Street 10 [Sitz des britischen Premiers] wehen sehen, sondern über der ganzen Welt“).

Im August 2005 durfte er nach einer Auslandsreise nicht mehr einreisen. Er ließ sich in Beirut im Libanon nieder, wo er im November 2010 unter Terrorverdacht festgenommen wurde. Im Jahr 2010 war er in Abwesenhait von einem Militärgericht in Libanon zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er kam jedoch später gegen Kaution frei, nachdem Zeugen, die gegen ihn ausgesagt hatten, ihre Aussagen zurückgezogen hatten.<ref name= Independent2014>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: The Independent, 26. Mai 2014. Abgerufen am 27. Mai 2014 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Im Oktober 2014 wurde Bakri von einem libanesischen Gericht zu sechs Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt, weil er einen libanesischen Ableger der mit Al-Qaida verbundenen syrischen Terrorgruppe Al-Nusra-Front gegründet und ein Ausbildungslager für Kämpfer der Nusra-Front im Libanon errichtet hatte. Am 29. März 2023 wurde er aus der Haft entlassen.<ref></ref><ref></ref>

Familie[Bearbeiten]

Er hatte zum Zeitpunkt seiner Ausreise aus Großbritannien 2005 sieben Kinder.<ref>Muslim cleric Omar Bakri sentenced to life in Lebanon. In: bbc.co.uk. 12. November 2010, abgerufen am 31. Juli 2026.</ref> Zwei seiner Söhne waren Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat; einer trug den Kampfnamen „Abu Bilal al-Lubnani“ und wurde Ende 2015 im Irak getötet.<ref name=":16">Jörg Diehl, NDR/WDR, Florian Flade und Roman Lehberger WDR: CSD-Anschlag in Berlin: Recherchen zeigen enge IS-Verbindungen des Attentäters. Abgerufen am 29. Juli 2026.</ref> Sein Sohn Mohammed wurde 2015 in Syrien getötet.<ref></ref> Seine ehemalige Ehefrau ist eine Schwester des Vaters von Abdul B., dem Tatverdächtigen beim Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day 2026.<ref>Yassin Musharbash: Zwei Cousins des CSD-Attentäters Abdul B. waren IS-Kämpfer. In: Die Zeit. 28. Juli 2026, abgerufen am 28. Juli 2026.</ref><ref name=":162">Jörg Diehl, NDR/WDR, Florian Flade und Roman Lehberger WDR: CSD-Anschlag in Berlin: Recherchen zeigen enge IS-Verbindungen des Attentäters. Abgerufen am 29. Juli 2026.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Souad Mekhennet, Claudia Sautter, Michael Hanfeld: Die Kinder des Dschihad. Die neue Generation des islamistischen Terrors in Europa. Piper, München 2006, ISBN 3-492-04933-8; aktualisierte Taschenbuchausgabe ebenda (Juni) 2015, ISBN 978-3-492-30858-8, S. 71–76.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein