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Harfensträucher

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Harfensträucher
Datei:Plectranthus fruticosus 002.JPG

Plectranthus fruticosus

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Tribus: Ocimeae
Gattung: Harfensträucher
Wissenschaftlicher Name
Plectranthus
L’Hér.

Die Harfensträucher (Plectranthus) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Curtis's botanical magazine (Tab 7818) (8347232242).jpg
Illustration aus Curtis’s Botanical Magazine, Tafel 7818 von Plectranthus elegans
Datei:Coleus Leaf Trichomes (hairs on the leaves) via Electron Microscope.jpg
Elektronenmikroskopische Aufnahme von einfachen Trichomen auf einem Laubblatt der Buntnessel (Plectranthus scutellarioides)
Datei:Fragmenta botanica, figuris coloratis illustrata (T. 91) BHL287720.jpg
Illustration von Plectranthus parviflorus aus Nikolaus Joseph Jacquin: Fragmenta botanica, figuris coloratis illustrata, Tafel 91

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Bei Plectranthus-Arten handelt es sich um seltener einjährige oder meist ausdauernde krautige Pflanzen<ref name="FoMesoamericana" /> bis Halbsträucher.<ref name="FoPakistan" /> Auch einige sukkulente Arten finden sich in dieser Gattung. Plectranthus-Arten riechen meist aromatisch,<ref name="FoMesoamericana" /> meist verströmen sie einen mehr oder weniger angenehmen, relativ intensiven Duft. Auf den oberirdischen Pflanzenteilen befinden sich einfache Haare (Trichome, Indument).<ref name="FoPakistan" /><ref name="FoMesoamericana" />

Die meist gegenständig angeordneten Laubblätter sind meist in Blattstiel und Blattspreite gegliedert.<ref name="FoMesoamericana" /><ref name="FoPakistan" /> Die oft fleischigen Blattspreiten sind meist einfach. Die Blattränder sind gekerbt bis gesägt.<ref name="FoPakistan" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Meist viele Blüten befinden sich in zymösen, rispigen oder ährigen Blütenständen.<ref name="FoPakistan" /> Die Tragblätter können haltbar oder vergänglich sein. Es sind Blütenstiele vorhanden.<ref name="FoMesoamericana" />

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind zu einem glockenförmigen, zweilippigen Blütenkelch verwachsen. Die fünf Kelchlappen sind deutlich ungleich. Die Unterlippe besteht aus einem breit-eiförmigen Kelchlappen. Die Oberlippe endet in fünf zugespitzten Kelchzähnen. Die Kelchröhre ist innen oft ringförmig.<ref name="FoPakistan" /> Die fünf Kronblätter sind verwachsen. Die Blütenkronen sind oft violett bis bläulich<ref name="FoPakistan" /> oder weiß.<ref name="FoMesoamericana" /> Die Blütenkrone ist zweilippig. Die Oberlippe ist kurz vierlappig. Die Unterlippe ist ganzrandig. Oberhalb der Kelchröhre ist die Kronröhre meist gebogen und im oberen Bereich geweitet.<ref name="FoPakistan" /><ref name="FoMesoamericana" /> Es sind vier kahle Staubblätter vorhanden.<ref name="FoMesoamericana" /> Der Griffel endet in zwei etwas ungleichen Griffelästen.<ref name="FoPakistan" />

Der Kelch vergrößert sich bis zur Fruchtreife und ist dann oft herabgebogen.<ref name="FoPakistan" /> Die vier kahlen Klausen sind eiförmig bis länglich.<ref name="FoPakistan" /><ref name="FoMesoamericana" />

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Plectranthus erfolgte 1788 durch Charles Louis L’Héritier de Brutelle Stirpes Novae aut Minus Cognitae 84 verso. Typusart ist Plectranthus fruticosus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L'Hér.<ref name="Tropicos" /> Der Gattungsname Plectranthus leitet sich von den griechischen Wörtern plectron für Sporn, und anthos für Blüten ab.

Synonyme für Plectranthus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L’Hér. nom. cons. sind: Ascocarydion Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.G.Taylor, Briquetastrum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Robyns & Lebrun, Burnatastrum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Briq., Calchas Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.P.V.Heath, Capitanya Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schweinf. ex Gürke, Coleus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lour, Englerastrum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Briq., Germanea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Lam., Holostylon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Robyns & Lebrun, Isodictyophorus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Briq., Leocus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.A.Chev., Majana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rumph. ex Kuntze nom. superfl., Mitsa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Chapel. ex Benth., Neohyptis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J.K.Morton, Neomuellera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Briq., Perrierastrum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Guillaumin, Rabdosiella Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Codd, Saccostoma Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wall. ex Voigt, Solenostemon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Thonn., Symphostemon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hiern.<ref name="Tropicos" /><ref name="GRIN" /><ref name="WCSP" /> Coleus und Solenostemon sind Synonyme zu Plectranthus, auch die Buntnessel-Arten gehören in die Gattung Plectranthus.

Die Gattung Plectranthus gehört zur Subtribus Plectranthinae aus der Tribus Ocimeae in der Unterfamilie Nepetoideae innerhalb der Familie Lamiaceae.<ref name="GRIN" />

Die Plectranthus-Arten sind von den Tropen bis Subtropen der Alten Welt verbreitet.<ref name="WCSP" />

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Datei:Indian Borage (Plectranthus amboinicus) 2.jpg
Habitus und gegenständige Laubblätter von Plectranthus amboinicus
Datei:Plectranthus arabicus 05 ies.jpg
Habitus, gegenständige Laubblätter und Blütenstände von Plectranthus arabicus
Datei:Gardenology.org-IMG 9307 rbgm10dec.jpg
Habitus und gegenständige Laubblätter von Plectranthus argentatus
Datei:Plectranthus barbatus kz2.JPG
Plectranthus barbatus
Datei:MCBG Plectranthus bellus 02.JPG
Habitus und gegenständige Laubblätter von Plectranthus bellus
Datei:Perrierastrum oreophilum IMG 1558.jpg
Habitus und gegenständige, gefiederte Laubblätter von Plectranthus bipinnatus
Datei:Plectranthus ciliatus kz3.jpg
Habitus, gegenständige Laubblätter und Blütenstände des Behaarten Harfenstrauch (Plectranthus ciliatus)
Datei:Plectranthus ciliatus 'Sasha' in Jardin des Plantes de Toulouse 02.jpg
Die Laubblätter der Sorte ‘Sasha’ des Behaarten Harfenstrauch (Plectranthus ciliatus) besitzen einen weißen Rand
Datei:Plectranthus cremnus plant2 (17151344189).jpg
Habitus, gegenständige Laubblätter und Blütenstand von Plectranthus cremnus im Habitat
Datei:Plectranthus decurrens Bioko Sur 201357.jpg
Plectranthus decurrens
Datei:Plectranthus ecklonii, a, Manie van der Schijff BT.jpg
Die Sorte ‘Erma’ von Plectranthus ecklonii
Datei:Plectranthus ernstii Rombergpark.jpg
Habitus und Laubblätter der sukkulenten Art Plectranthus ernstii
Datei:Plectranthus esculentus00.jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes von Plectranthus esculentus mit zygomorpher, gelber Blüte im Detail
Datei:Plectranthus forsteri 01.JPG
Gegenständige, einfache Laubblätter von Plectranthus forsteri
Datei:Plectranthus fruticans0.jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes von Plectranthus fruticosus
Datei:Plectranthus grallatus (Lamiaceae - Labiatae) (6786070178).jpg
Einfache Laubblätter und Blütenstände von Plectranthus grallatus
Datei:Plectranthus graveolens.jpg
Habitus, gegenständige Laubblätter und Blütenstände von Plectranthus graveolens
Datei:Gardenology-IMG 7981 hunt10aug.jpg
Plectranthus hilliardiae
Datei:Plectranthus intraterraneus.jpg
Habitus von Plectranthus intraterraneus im Habitat
Datei:Coleus lanuginosus 2.jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes mit zygomorphen Blüten von Plectranthus lanuginosus
Datei:Plectranthus madagascariensis 2017-05-31 2155.jpg
Stängel und gegenständige, einfache Laubblätter von Plectranthus madagascariensis
Datei:Plectranthus malabaricus.JPG
Einfaches Laubblatt und Blütenstand von Plectranthus malabaricus
Datei:Heart-leaved Mintleaf (4934609215).jpg
Habitus und Blütenstände von Plectranthus mollis
Datei:Gardenology.org-IMG 0006 rbgm10dec.jpg
Plectranthus neochilus
Datei:Plectranthus ornatus 01.jpg
Blütenstände von Plectranthus ornatus
Datei:Starr 020114-0030 Plectranthus parviflorus.jpg
Plectranthus parviflorus
Datei:Gardenology.org-IMG 6640 hunt10jun.jpg
Habitus, gegenständige Laubblätter und Blütenstände von Plectranthus pentheri
Datei:Plectranthus rotundifolius by kadavoor.jpg
Blütenstand mit zygomorphen Blüten von Plectranthus rotundifolius
Datei:Plectranthus saccatus-Jardin botanique Meise (1).jpg
Habitus und Laubblätter von Plectranthus saccatus
Datei:Plectranthus scutellarioides - El Yunque nat park PR IMG 2120.JPG
Habitus, gegenständige Laubblätter und Blütenstand von Plectranthus scutellarioides
Datei:Plectranthus strigosus kz1.jpg
Habitus, gegenständige Laubblätter und Blütenstände von Plectranthus strigosus
Datei:Starr 011026-9002 Plectranthus verticillatus.jpg
Plectranthus verticillatus
Datei:Plectranthus zuluensis, Krantzkloof Natuurreservaat.jpg
Plectranthus zuluensis

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Datei:Plectranthus rotundifolius DSCN0612.jpg
Ernte der unterirdischen Pflanzenteile von Plectranthus rotundifolius

Einzelne Arten und ihre Verwendung[Bearbeiten]

Plectranthus-Arten werden vielfältig verwendet. Sie sind in Mitteleuropa nicht winterhart; eine Ausnahme bildet lediglich die bis ca. −15 °C winterharte Art Plectranthus excisus.

Insbesondere die Zuchtformen mit weißen oder cremegelben Blatträndern oder Panaschierungen werden als Strukturpflanze zur Auflockerung und Neutralisierung von Kontrastfarben zwischen blühende Balkonpflanzen gesetzt. Am bekanntesten sind hier die rasch wachsenden Plectranthus glabratus und Plectranthus forsteri, deren zahlreiche Hybriden mit weiteren Plectranthus-Arten meist unter dem Sammelnamen „Weihrauch“, „Weihrauchkraut“ oder „Mottenkönig“ in verschiedensten Zuchtsorten im Handel sind. Der letztgenannte Name deutet schon an, dass die Pflanze auf Motten und Mücken vertreibend wirken soll. Dieser „Weihrauch“ darf nicht mit dem echten Weihrauch (Boswellia) verwechselt werden, auch wenn sein Duft ähnlich ist. In Österreich ist der Trivialname „Elfengold“ für die Sorte Plectranthus coleoides gebräuchlich.

Andere Plectranthus-Arten werden als Gewürzpflanzen verwendet, zum Beispiel Plectranthus amboinicus (eine der vielen Pflanzenarten, die als Mexikanischer Oregano betitelt werden).

In den letzten Jahren ist insbesondere im deutschsprachigen Raum unter dem Handelsnamen Verpiss-dich-Pflanze eine Hybride von Plectranthus caninus bekannt geworden, die vertreibend gegen Hunde und Katzen wirken soll. Die Wirkung der ätherischen Duftstoffe dieser schnellwachsenden, als reine Blattpflanze im Handel befindlichen Kreuzung ist jedoch stark von der Witterung abhängig.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Plectranthus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoPakistan"> Plectranthus bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="CataloguePlantsMadagascar"> Plectranthus bei Tropicos.org. In: Catalogue of the Vascular Plants of Madagascar. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoMesoamericana"> G. Davidse, M. Sousa Sánchez, S. Knapp F. Chiang Cabrera: Rubiaceae a Verbenaceae. Band 4, 2, 2012, I–XVI, S. 1–533, In: G. Davidse, M. Sousa Sánchez, S. Knapp, F. Chiang Cabrera (eds.): Flora of Mesoamericana, Missouri Botanical Garden, St. Louis. In: Plectranthus bei Tropicos.org. In: Flora Mesoamericana. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IUCN"> Plectranthus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2017. Abgerufen am 2018-01-15. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Harfensträucher (Plectranthus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Catherine W. Lukhobaa, Monique S. J. Simmonds, Alan J. Paton: Plectranthus: A review of ethnobotanical uses. In: Journal of Ethnopharmacology, Volume 103, Issue 1, 3. Januar 2006, S. 1–24. doi:10.1016/j.jep.2005.09.011. PMID 16289602.
  • A. J. Paton, G. Bramley, O. Ryding, R. Polhill, Y. Harvey, M. Iwarsson, F. Willis, P. Phillipson, K. Balkwill, C. Lukhoba, D. Otiend, R. M. Harley: Lamiaceae (Labiatae). In: Flora of Tropical East Africa, 2009, S. 1–430.
  • A. J. Paton, G. Bramley, O. Ryding, R. Polhill, Y. B. Harvey, M. Iwarsson, D. Otieno, K. Balkwill, P. B. Phillipson, R. M. Harley, F. Willis: Flora Zambesiaca, Volume 8, 8, Royal Botanic Gardens, Kew, 2013, S. 1–346.

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