Robertiner
Robertiner ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist die moderne Bezeichnung für eine fränkische Adelsfamilie, die auch als „Rupertiner“ bekannt und seit dem Beginn des 7. Jahrhunderts bezeugt ist, bzw. für den westfränkischen Zweig dieser Familie, der ab der Mitte des 9. Jahrhunderts im Westfrankenreich eine wichtige Rolle spielte und aus dem das französische Königshaus der Kapetinger hervorging.
Geschichte[Bearbeiten]
Benannt wurden die Robertiner ursprünglich nach dem Grafen Robert dem Tapferen (Mitte des 9. Jahrhunderts), der im 19. und frühen 20. Jahrhundert noch als Ahnherr des Geschlechts galt. Die gesicherte Stammreihe beginnt mit Robert I., der um die Mitte des 8. Jahrhunderts Graf im Worms- und Oberrheingau war.<ref>Friese Alfred: Studien zur Herrschaftsgeschichte des fränkischen Adels. Der mainländisch-thüringische Raum vom 7. bis 11. Jahrhundert. Klett-Cotta, Stuttgart 1979, S. 98 ff.</ref> Erst Karl Glöckner hat in einem 1937 veröffentlichten Aufsatz gezeigt, dass Robert aus dem rheinfränkischen Geschlecht der Rupertiner stammte und seine Abstammung somit bis ins 7. Jahrhundert zurückverfolgt werden kann. Die Bezeichnung „Rupertiner“ bezieht sich auf den Leitnamen Rupert, auch Chrodobertus oder Robert, der den Stammbaum der Familie durchzieht. Meist wird nur der von Robert dem Tapferen abstammende Familienzweig der Rupertiner als „Robertiner“ bezeichnet.
Aus dem Geschlecht der Robertiner stammte Hugo Capet, der die französische Königsdynastie der Kapetinger begründete. Da auch die späteren französischen Königsgeschlechter (Haus Valois, Haus Bourbon) in ununterbrochener männlicher Linie von Hugo Capet abstammen, ist das ganze „Haus Frankreich“ (Maison de France) ein Zweig des Robertinergeschlechts. Eine Nebenlinie der Robertiner sind die älteren Babenberger.
Die bekanntesten Mitglieder der Familie sind:
- Robert der Tapfere, Graf von Tours und Graf von Angers
- Odo von Paris, König des Westfrankenreichs
- Robert I., König des Westfrankenreichs
- Hugo der Große, Herzog der Franken (dux Francorum), Herzog von Burgund und Herzog von Aquitanien
- Hugo Capet, König von Frankreich
Stammliste[Bearbeiten]
Die merowingischen Generationen[Bearbeiten]
Die karolingischen Generationen[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln, II. 1984, Tafel 10–11.
- Karl Glöckner: Lorsch und Lothringen, Robertiner und Capetinger. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Neue Folge, 1937, 50, S. 301–354.
- Hervé Pinoteau: Héraldique capétienne II. Paris 1947 und 1955.
- Genealogisches Handbuch des Adels, Bände der Fürstlichen Häuser. 1951–1978.
- Eberhard Winkhaus: Ahnen zu Karl dem Großen und zu Widukind. Ennepetal 1950; Ergänzungen 1953.
- Wilhelm Prinz von Isenburg: Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten. 2 Bände. Marburg 1953.
- Hervé Pinoteau: Les origines de la Maison Capétienne. Brüssel 1958.
- Jean-Dominique Comte de Joannis: Les 16 quartiers généalogique des Capétiens. 3 Bände. Lyon 1958.
- Gaston Sirjean: Encyclopédie généalogique des Maisons Souveraines du Monde. 13 Bände. Paris 1966 ff.
- Alfred Friese: Studien zur Herrschaftsgeschichte des fränkischen Adels. Stuttgart 1979, S. 98 ff. (Geschichte und Gesellschaft, Bochumer historische Studien, Band 18).
- Franz Staab: Rupertiner. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 22. Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11203-2, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />