J. S. Bach-Stiftung
Vorlage:Hinweisbaustein Vorlage:Hinweisbaustein Die J. S. Bach-Stiftung ist eine im Jahr 1999 gegründete Schweizer Stiftung mit Sitz in St. Gallen. Sie realisiert die Aufführung und Dokumentation des gesamten Vokalwerks von Johann Sebastian Bach. Künstlerischer Leiter ist Rudolf Lutz.
Vorhaben[Bearbeiten]
Ziel der Stiftung ist es, das gesamte Vokalwerk Johann Sebastian Bachs (200 Kantaten, sechs Motetten, diverse Messen-Sätze, Oratorien, Passionen und die h-Moll-Messe) öffentlich aufzuführen und in Videoaufnahmen zu dokumentieren.<ref>Aufnahmepartner bachstiftung.ch</ref> Bei einer Aufführung pro Monat wird derzeit (2025) mit einem Abschluss des Projekts im Jahr 2028 gerechnet.<ref>Projekt bachipedia.org, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref> Die Stiftung will ausserdem das Kulturleben in der Region Ostschweiz fördern.<ref>Stiftungszweck bachstiftung.ch</ref>
Geschichte und Organisation[Bearbeiten]
Gründer der J. S. Bach-Stiftung sind Rudolf Lutz und der Unternehmer Konrad Hummler. Die erste Kantatenaufführung fand am 24. November 2006 statt.<ref>Kantate O Ewigkeit, du Donnerwort, BWV 60 auf bachipedia.org. Vgl. dort die chronologische Auflistung der aufgeführten Werke.</ref>
Der Stiftungsrat besteht aus Konrad Hummler (Vorsitzender), Cla Reto Famos und Christoph Rohner.<ref>Tätigkeitsbericht 2018 (PDF; 2,6 MB), S. 44.</ref> Der Bach-Experte Anselm Hartinger unterstützt die Arbeit der Stiftung als musikwissenschaftlicher Berater.<ref>Dr. Anselm Hartinger – Musikwissenschaftliche Berater bachstiftung.ch</ref>
2011 wurde als eine zweite Stiftung die Internationale J. S. Bach-Stiftung Zürich gegründet. Diese verfolgt das Ziel, die Arbeit der J. S. Bach-Stiftung über deren ursprüngliches Wirkungsgebiet in der Ostschweiz hinaus bekannter zu machen – in der ganzen Schweiz und international. Zu diesem Zweck organisiert sie die Finanzierung sowie die Auftritte von Chor und Orchester bei Musikfestivals und betreut die Social Media.<ref>Internationale J. S. Bach-Stiftung Zürich bachstiftung.ch</ref> Gerhard Schwarz leitet den vierköpfigen Stiftungsrat der J. S. Bach-Stiftung Zürich, Anneliese Looser fungiert als Geschäftsführerin. Zur Entlastung der J. S. Bach-Stiftung wurde deren operative Tätigkeit Anfang 2016 auf eine Tochtergesellschaft übertragen, die seit 2017 unter J. S. Bach St. Gallen AG firmiert; Anne-Kathrin Topp fungiert als Geschäftsführerin.<ref>J. S. Bach St. Gallen AG bachstiftung.ch</ref>
Aufführungen[Bearbeiten]
Jede Kantate wird pro Abend zweimal aufgeführt, zwischen den beiden Aufführungen wird eine Reflexion über den Kantatentext vorgetragen.
Vor der Aufführung führen Rudolf Lutz und ein Theologe das Publikum in das Werk ein. Die Werkeinführungsblätter werden dem Publikum ausgehändigt und sind online abrufbar.<ref>Beispiel: Kantate BWV 146.</ref>
Im Wechselspiel mit Lutz beleuchtet ein Pfarrer theologische Aspekte der Kantate. Dieser Part wurde mehr als elf Jahre lang und bei über 100 Kantaten von Karl Graf übernommen.<ref>Abschied: «Wer nie gezweifelt hat, hat nie geglaubt». tagblatt.ch, 20. April 2018.</ref> Graf war von 1966 bis 1993 Pfarrer an der evangelischen Stadtkirche St. Laurenzen in St. Gallen gewesen und hatte dort mit Lutz zusammengearbeitet, der von 1973 bis 2013 als Organist in St. Laurenzen tätig war. Letztmals wirkte Karl Graf bei einer Werkeinführung im April 2018 mit, im Rahmen der Uraufführung der Landsgemeindekantate, die Rudolf Lutz im Stil von Johann Sebastian Bach komponiert hatte und an der Karl Graf als Librettist beteiligt war.<ref name="Wechsel Graf – Peter">Ein grosses Bach-Jahr steht bevor – Rücktritt von Pfarrer Karl Graf. bachstiftung.ch, 22. Dezember 2017.</ref><ref>Die letzte Kantate mit Teilnahme von Karl Graf bei der Werkeinführung: Landsgemeindekantate «Alles Leben strömt aus dir», Komponist: Rudolf Lutz, Libretto: Karl Graf, Aufführung am 27. April 2018.</ref> Seit August 2018<ref name="Wechsel Graf – Peter" /><ref>Die erste Kantate mit Teilnahme von Niklaus Peter-Barth bei der Werkeinführung: BWV 5, Aufführung am 16. August 2018.</ref> gestaltet Niklaus Peter-Barth, Pfarrer am Fraumünster in Zürich und Dekan des Pfarrkapitels der Stadt Zürich, gemeinsam mit Rudolf Lutz die Werkeinführungen.<ref>Theologen in der Werkeinführung bachipedia.org</ref>
Die „Reflexionen“[Bearbeiten]
Referenten aus verschiedenen Wissenschafts- und Erfahrungsgebieten tragen im Rahmen der Aufführung eine auf die Thematik der Kantate abgestimmte «Reflexion» vor.<ref>Referenten bachstiftung.ch</ref>
Örtlichkeiten[Bearbeiten]
Die Kantaten werden zumeist in der Reformierten Kirche in Trogen aufgeführt. Weitere Konzertorte waren im Raum Appenzell / St. Gallen die reformierte Kirche Speicher, die reformierte Kirche Teufen, die Kirche St. Mangen in St. Gallen, die Kirche St. Peter in Zürich, das «Forum Würth» in Rorschach, der «Fürstenlandsaal» in Gossau, das Gipfelrestaurant Chäserrugg und die OLMA-Halle 2.0 in St. Gallen. Die Stiftung hat Aufführungen auch im Ausland und Tourneen in der Schweiz organisiert.
Chor und Orchester[Bearbeiten]
Chor und Orchester der Stiftung stehen unter der Leitung von Rudolf Lutz. Das Ensemble führt die Kantaten mit der erforderlichen variablen Besetzung auf und orientiert sich an der historischen Aufführungspraxis.<ref>Chor & Orchester der J. S. Bach-Stiftung bachstiftung.ch</ref>
Von 2006 bis zum Januar 2011 trat das Vokal- und Instrumentalensemble unter dem Namen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) auf. Der Fachbegriff seconda pratica bezieht sich auf den seinerzeit neuartigen Stil der frühen Barockmusik, insbesondere bei Claudio Monteverdi.
Internationale Gastspiele[Bearbeiten]
Neben den regelmässigen Kantatenkonzerten in der Ostschweiz treten Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung auch im In- und Ausland auf. Gastspiele führten das Ensemble unter anderem nach Leipzig, ins Wiener Konzerthaus und in den Berliner Dom sowie innerhalb der Schweiz ins KKL Luzern.<ref>Konzerte & Tickets – J. S. Bach-Stiftung live erleben. 16. Januar 2025, abgerufen am 10. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Appenzeller Bachtage[Bearbeiten]
Seit 2014 veranstaltet die J. S. Bach-Stiftung im Zweijahresrhythmus die Appenzeller Bachtage. Das mehrtägige Festival verbindet Aufführungen von Werken Bachs mit weiteren Konzert-, Vermittlungs- und Veranstaltungsformaten.<ref>Bachtage – Bach Festival in der Schweiz | Konzerte & Tickets. 21. August 2026, abgerufen am 10. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Auszeichnungen[Bearbeiten]
2026 wurde die J. S. Bach-Stiftung mit der Bach-Medaille der Stadt Leipzig ausgezeichnet. Die Verleihung fand am 15. Juni 2026 im Rahmen des Bachfests Leipzig statt. Mit der Auszeichnung wurde insbesondere die Vermittlungsarbeit der Stiftung gewürdigt.<ref>Bach-Medaille | Bach-Archiv Leipzig. Abgerufen am 10. September 2026.</ref>
Veröffentlichungen[Bearbeiten]
Mit Bachipedia betreibt die J. S. Bach-Stiftung eine frei zugängliche digitale Plattform zum Vokalwerk Johann Sebastian Bachs. Sie bündelt audiovisuelle Aufzeichnungen der im Rahmen des Kantatenprojekts aufgeführten Werke mit Werkeinführungen, Reflexionen und weiteren werkbezogenen Informationen. Teile der Inhalte werden in deutscher, englischer und spanischer Sprache angeboten.<ref>Bachipedia</ref>
Social Media[Bearbeiten]
Die J. S. Bach-Stiftung ist seit 2009 bei YouTube und Facebook präsent. Auf ihrem YouTube-Kanal präsentiert sie ausgewählte Aufnahmen und Ausschnitte aus den Aufnahmen, zum Beispiel Einzelsätze der Kantaten sowie Beispiele von Workshops und Reflexionen. Der Kanal erreicht 66'100 Abonnenten und verzeichnet eine Gesamtzahl von mehr als 23,9 Millionen Aufrufen (Stand April 2025).<ref>Kanalinfo zum YouTube-Kanal</ref> Die Facebook-Seite der Stiftung hat mehr als 293'000 Abonnenten und auf Instagram folgen der J. S. Bach-Stiftung 21'500 Personen.<ref>J. S. Bach-Stiftung auf Facebook</ref>
Publikationen[Bearbeiten]
Die Konzertaufzeichnungen werden auf verschiedenen Ton- und Bildmedien veröffentlicht. Jährlich erscheinen vier CDs mit jeweils drei bis vier Kantaten sowie eine DVD-Box mit den Aufzeichnungen eines Jahrgangs. Darüber hinaus werden die Aufnahmen über gängige Audio-Streamingdienste veröffentlicht und über Bachipedia audiovisuell zugänglich gemacht. Seit 2026 veröffentlicht die Stiftung ausgewählte Produktionen auch im immersiven Audioformat Dolby Atmos.<ref>Shop – J. S. Bach-Stiftung | CDs, DVDs & Bach-Editionen. Abgerufen am 10. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rezeption[Bearbeiten]
Presse[Bearbeiten]
Konzert-Besprechungen erscheinen regelmässig im St. Galler Tagblatt. Dort erschien auch die erste Rezension zur Aufnahme der Matthäus-Passion. Gelegentlich berichten auch Aargauer Zeitung,<ref>Aargauer Zeitung, 30. Dezember 2006.</ref> Basler Zeitung,<ref>Basler Zeitung, z. B. 30. Oktober 2013 und 2. April 2015.</ref> Basellandschaftliche Zeitung,<ref>Basellandschaftliche Zeitung, z. B. 4. Januar 2011.</ref> Der Landbote,<ref>Der Landbote, 22. März 2007.</ref> Handelszeitung,<ref>Handelszeitung, Nr. 30/31, 2010.</ref> Weltwoche<ref>Weltwoche, 8. Mai 2008</ref> und die Neue Zürcher Zeitung<ref>Neue Zürcher Zeitung, 29. Dezember 2008; 19. Januar 2009; 21. Januar 2010; 2. Juli 2010; 6. Januar 2012; 21. Mai 2012, 16. August 2014, 14. März 2016 (Bericht zur Aufführung von Bachs h-Moll-Messe in Zürich).</ref> über das Projekt und seine Aktivitäten. Beiträge brachten ferner die Leipziger Volkszeitung, die Fränkische Landeszeitung, die Schwäbische Zeitung,<ref>Schwäbische Zeitung, 22. August 2014.</ref> und der Südkurier,<ref>Südkurier, 12. April 2014.</ref> dazu Musik & Theater<ref>Musik & Theater, Mai 2012, S. 36–38</ref> und das Mitteilungsblatt der NBG.<ref>Mitteilungsblatt der NBG, 2011 und 2015.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive />