Dieffenbachie
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Dieffenbachie (Dieffenbachia seguine) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Dieffenbachia seguine | ||||||||||||
| (Jacq.) Schott |
Die Dieffenbachie (Dieffenbachia seguine), ganz selten auch Giftaron oder Schweigrohr genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Dieffenbachien (Dieffenbachia) in der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Sie ist in der Karibik und im tropischen Südamerika, besonders in Brasilien beheimatet.<ref name="WCSP" /> Ihre Sorten sind einfach zu pflegende Zimmerpflanzen oder Zierpflanzen für tropische Parks und Gärten.
Beschreibung[Bearbeiten]
Vegetative Merkmale[Bearbeiten]
Die Dieffenbachie ist eine robuste, immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 3 Metern und Pflanzendurchmesser bis zu 60 Zentimeter erreicht. Die 35 bis 45 cm großen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen Blattspreiten sind breit eiförmig bis länglich oder lanzettlich und glänzend dunkelgrün; sie weisen je nach Sorte weiße oder gelbe Musterungen auf.
Generative Merkmale[Bearbeiten]
Es werden die für Araceae typischen Blütenstände gebildet.
Taxonomie[Bearbeiten]
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1760 unter dem Namen (Basionym) Arum seguine durch Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin in Enumeratio Systematica Plantarum Seite 31. Die Art wurde 1832 von Heinrich Wilhelm Schott als Dieffenbachia seguine Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Jacq.) Schott in Meletemata Botanica Seite 20 in die Gattung Dieffenbachia gestellt. Dieffenbachia seguine Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Jacq.) Schott hat eine große Anzahl von Synonymen, darunter:<ref name="WCSP" /> Arum crudele Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb., Caladium seguine Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Jacq.) Vent., Arum seguinum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Caladium maculatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.G.Lodd., Seguinum maculatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(G.Lodd.) Raf., Dieffenbachia maculata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(G.Lodd.) Sweet, Dieffenbachia liturata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott, Dieffenbachia picta Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott, Dieffenbachia plumieri Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott, Dieffenbachia lineata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.K.Koch & C.D.Bouché, Dieffenbachia robusta Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.K.Koch, Dieffenbachia cognata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott, Dieffenbachia consobrina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott, Dieffenbachia poeppigii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott, Dieffenbachia gollmeriana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott, Dieffenbachia neglecta Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott, Dieffenbachia ventenatiana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott, Dieffenbachia irrorata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott, Dieffenbachia lingulata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott.
Inhaltsstoffe[Bearbeiten]
Pflanzenextrakte werden in Süd- und Mittelamerika als Insektizid, als Ratten- und Schabengift eingesetzt.
Die deutschen Trivialnamen wie Schweigrohr deuten auf die im 17. Jahrhundert geübte Praxis des Einsatzes – insbesondere an beim Fliehen ertappten Sklaven in den Südstaaten der USA – als Foltermittel hin, wobei Pflanzenteile gekaut werden mussten, was zum Anschwellen der Schleimhäute und der Zunge führte und für einen Tag am Sprechen hinderte.<ref name="Blüchel" />
Mechanische Einwirkung auf spezielle Zellen in der Pflanze sorgt dafür, dass Calciumoxalat-Kristalle abgefeuert werden und beispielsweise das Gewebe im Mundraum verletzen. Durch diese Verletzungen können Enzyme, wie das proteolytische Dumbcain, ins Gewebe gelangen, das daraufhin Symptome wie Jucken, Schwellungen und Schmerzen hervorruft.<ref name="SS">Martin Pfaffenzeller, Stefan Knauf: Mit dieser Zimmerpflanze wollte die SS Russen sterilisieren. In: Spiegel Online. 25. Oktober 2021, abgerufen am 22. Dezember 2021.</ref> Des Weiteren enthält die Pflanze verschiedene cyanogene Glycoside.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Poisonous Plants and Animals of Florida and the Caribbean. Hrsg.: Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name. Pineapple Press, Vorlage:Cite book/Date, ISBN 978-1-56164-111-6, [ ], S. 147– (Vorlage:Cite book/URL [abgerufen am -11-]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
In kleineren Dosen verabreicht können die Pflanzenteile sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Tieren und Menschen anhaltende oder zeitlich begrenzte Unfruchtbarkeit zur Folge haben.<ref name="Kenny">M. G. Kenny: A Darker Shade of Green: Medical Botany, Homeopathy, and Cultural Politics in Interwar Germany. In: Social History of Medicine. Band 15, Nr. 3, 1. Dezember 2002, ISSN 0951-631X, S. 481–504, doi:10.1093/shm/15.3.481.</ref> Im Frühjahr 1942 bestellte die SS wohl auf Anregung des Hautarztes Adolf Pokorny Pflanzenextrakte für Menschenversuche an Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion.<ref name="Kenny" /> Ausgeführt wurden die geplanten Experimente aber nicht. Pokorny stand beim Nürnberger Ärzteprozessen vor Gericht, wurde aber mangels Beweise freigesprochen.<ref name="Kenny" /> Danach verlor sich seine Spur.<ref name="SS" />
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Blüchel"> Kurt G. Blüchel: Heilen verboten – töten erlaubt. Die organisierte Kriminalität im Gesundheitswesen. Goldmann, 2003, ISBN 3-442-15327-1. </ref> <ref name="WCSP"> Rafaël Govaerts (Hrsg.): Dieffenbachia seguine. Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew; abgerufen am 15. Juni 2018. </ref> </references>