Guggolz Verlag
Der Guggolz Verlag ist ein 2014 gegründeter Buchverlag in Berlin.
Geschichte und Programm[Bearbeiten]
Der Verlag wurde von Sebastian Guggolz (* 1982 in Deggenhausertal, Bodenseekreis) gegründet, der an der Universität Hamburg Kunstgeschichte, Germanistik und Volkskunde und Literaturwissenschaften studiert hat und beim Berliner Verlag Matthes & Seitz Berlin tätig war. 2013 entschloss er sich, Werke von Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus Nord- und Osteuropa, die in Vergessenheit geraten sind, in neuer Übersetzung zu verlegen.<ref name="ahne">Petra Ahne: Berliner „Guggolz Verlag“: Der Verlag der toten Schriftsteller. In: Berliner Zeitung. 10. Oktober 2014.</ref><ref>Oliver Gehrs: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Machen! Kein Geld, kein Kredit, schlechte Prognosen. Wie Sebastian all dem zum Trotz einen Verlag gründete. ( vom 20. Januar 2015 im Internet Archive) In: fluter – Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung. 12. Dezember 2014.</ref><ref>Jasmin Bühler: Eine Lücke im kränkelnden Markt. In: Schwäbische Zeitung. 12. November 2014.</ref><ref>Mona Jaeger: Chancen von Germanisten: Für so etwas wollen Sie Geld von uns? In: faz.net, 20. Januar 2015.</ref> Guggolz gibt als Begründung an, dass „unter den politischen Bedingungen im 20. Jahrhundert […] dort sehr viel Interessantes untergegangen“ sei.<ref>Thomas Hummitzsch: Junge Berliner Verlage: Der Schatzsucher. In: Der Tagesspiegel. 9. September 2014</ref> 2015 nahm Sebastian Guggolz an der ZDF-Fernsehshow Der Quiz-Champion teil und gewann die Summe 250.000 €, die ihm ermöglichte seinen Verlag zu finanzieren und weiter auszubauen.
Bisher wurden Übersetzungen und Neuübersetzungen der Werke von
- Heðin Brú<ref>Heðin Brú: Vater und Sohn unterwegs, a. d. Färöischen v. Richard Kölbl. Guggolz, Berlin 2015, ISBN 978-3-945370-03-2 (Originaltitel: Feðgar á ferð. 1940.).</ref>,
- Michail Prischwin<ref>Michail Michailowitsch Prischwin: Der irdische Kelch, a. d. Russischen v. Eveline Passet. Guggolz, Berlin 2015, ISBN 978-3-945370-02-5 (Originaltitel: Мирская чаша. 1922.).</ref>
- Frans Eemil Sillanpää<ref>Frans Eemil Sillanpää: Frommes Elend, a. d. Finnischen v. Reetta Karjalainen & Anu Katariina Lindemann. Guggolz, Berlin 2014, ISBN 978-3-945370-00-1 (Originaltitel: Hurskas kurjuus. 1919.).</ref><ref>Frans Eemil Sillanpää: Hiltu und Ragnar, a. d. Finnischen v. Reetta Karjalainen. Guggolz, Berlin 2015, ISBN 978-3-945370-05-6 (Originaltitel: Hiltu ja Ragnar. 1923.).</ref><ref>Frans Eemil Sillanpää: Jung entschlafen, a. d. Finnischen v. Reetta Karjalainen. Guggolz, Berlin 2017, ISBN 978-3-945370-14-8 (Originaltitel: Nuorena nukkurut. 1931.).</ref>
- Maxim Harezki<ref>Maxim Harezki: Zwei Seelen. Guggolz, Berlin 2014, ISBN 978-3-945370-01-8 (Originaltitel: Дзве душы. 1919. a. d. Weißrussischen v. Norbert Randow, Gundula & Wladimir Tschepego).</ref>
- Andor Endre Gelléri<ref>Andor Endre Gelléri: Die Großwäscherei, a. d. Ungarischen v. Timea Tankó. Guggolz, Berlin 2015, ISBN 978-3-945370-04-9 (Originaltitel: A nagymosoda. 1931.).</ref><ref>Andor Endre Gelléri: Stromern, a. d. Ungarischen v. Timea Tankó. Guggolz, Berlin 2018, ISBN 978-3-945370-18-6 (Originaljahr: 1924-1942).</ref>
- Lewis Grassic Gibbon<ref>James Leslie Mitchell: Szenen aus Schottland, a. d. Englischen v. Esther Kinsky. Guggolz, Berlin 2016, ISBN 978-3-945370-06-3 (Originaltitel: Scottish Scene Or The Intelligent Man’s Guide To Albyn. 1934.).</ref><ref>Lewis Grassic Gibbon: Lied vom Abendrot, a. d. schottischen Englisch v. Esther Kinsky. Guggolz, Berlin 2018, ISBN 978-3-945370-15-5 (Originaltitel: Sunset Song. 1932.).</ref>
- Amalie Skram<ref>Amalie Skram: Professor Hieronimus, a. d. Norwegischen v. Christel Hildebrandt. Guggolz, Berlin 2016, ISBN 978-3-945370-07-0 (Originaltitel: Professor Hieronimus, Paa St. Jørgen. 1895.).</ref>
- Anton Hansen Tammsaare<ref>Anton Hansen Tammsaare: Das Leben und die Liebe, a. d. Estnischen v. Irja Grönholm. Guggolz, Berlin 2016, ISBN 978-3-945370-08-7 (Originaltitel: Elu ja armastus. 1934.).</ref>
- Jiří Mahen<ref>Jiří Mahen: Der Mond, a. d. Tschechischen v. Eduard Schreiber. Guggolz, Berlin 2016, ISBN 978-3-945370-09-4 (Originaltitel: Měsíc. 1920.).</ref>
- Antanas Škėma<ref>Antanas Škėma: Das weiße Leintuch, a. d. Litauischen v. Claudia Sinnig. Guggolz, Berlin 2017, ISBN 978-3-945370-10-0 (Originaltitel: Balta drobulė. 1958.).</ref>
- Harry Martinson<ref>Harry Martinson: Reisen ohne Ziel, a. d. Schwedischen v. Verner Arpe und Klaus-Jürgen Liedtke. Guggolz, Berlin 2017, ISBN 978-3-945370-11-7 (Originaltitel: Resor utan mål, Kap Farväl! 1932.).</ref>
- Petre M. Andreevski<ref>Petre M. Andreevski: Quecke, a. d. Mazedonischen v. Benjamin Langer. Guggolz, Berlin 2017, ISBN 978-3-945370-13-1 (Originaltitel: Пиреј. 1980.).</ref>
- Johannes V. Jensen<ref>Johannes V. Jensen: Himmerlandsvolk, a. d. Dänischen v. Ulrich Sonnenberg. Guggolz, Berlin 2017, ISBN 978-3-945370-12-4 (Originaltitel: Himmerlandsfolk. 1898.).</ref>
- Ion Luca Caragiale<ref>Ion Luca Caragiale: Humbug und Variationen, a. d. Rumänischen v. Eva Ruth Wemme. Guggolz, Berlin 2018, ISBN 978-3-945370-16-2 (Originaljahr: 1890-1912).</ref>
- Tarjei Vesaas
- William Heinesen<ref>William Heinesen: Hier wird getanzt!, a. d. Dänischen v. Inga Meincke. Guggolz, Berlin 2018, ISBN 978-3-945370-17-9 (Originaljahr: 1957-1985).</ref>
- Ásta Sigurðardóttir<ref>Ásta Sigurðardóttir: Streichhölzer, a. d. Isländischen v. Tina Flecken. Guggolz, Berlin 2025, ISBN 978-3-945370-48-3.</ref>
veröffentlicht.
Der Guggolz Verlag unterstützt die Kurt Wolff Stiftung.<ref>Unterstützer auf der Website der Kurt Wolff Stiftung, abgerufen am 19. April 2017.</ref>
Weitere Ämter und Funktionen von Sebastian Guggolz[Bearbeiten]
Sebastian Guggolz ist seit 2016 Mitglied im Beirat der Fachzeitschrift Übersetzen des VdÜ.<ref>Der Beirat</ref>
Seit November 2022 ist Sebastian Guggolz auch im Lektorat des S. Fischer Verlag als Teamleiter Klassiker tätig.<ref>Cornelia Geißler: Sebastian Guggolz: Vom Berliner Kleinverlag zu großen Aufgaben. In: Berliner Zeitung. 31. Oktober 2022</ref>
Im September 2025 wurde Sebastian Guggolz zum Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gewählt.<ref>Tillmann Neuscheler, Sebastian Guggolz führt künftig den Börsenverein, faz.de vom 30. September 2025.</ref> Seine Amtszeit begann am 25. Oktober 2025.<ref>Börsenblatt vom 30. September 2025: Die Börsenvereinsmitglieder haben gewählt. Das ist der neue Spitzenvertreter der Branche, von Sabine Cronau, abgerufen am 28. Oktober 2025</ref>
Podcast -Gespräch[Bearbeiten]
- „alles Buch Markt Der Podcast“, 26. Oktober 2025: #23 Mit Mut und Liebe ins höchste Amt - ein Gespräch mit Sebastian Guggolz 1.26.24 Minuten
Programm (Auswahl)[Bearbeiten]
- Walerjan Pidmohylnyj: Die Stadt. Ins Deutsche übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Alexander Kratochvil, Lukas Joura, Jakob Wunderwald und Lina Zalitok. Berlin 2022, ISBN 978-3-945370-35-3.
- Wiktor Schklowski: Zoo. Briefe nicht über Liebe, oder Die dritte Heloise. Aus dem Russischen übersetzt und mit einem Nachwort von Olga Radetzkaja sowie einem Essay von Marcel Beyer. Berlin 2022, ISBN 978-3-945370-34-6.
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- Der Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke, VdÜ, verlieh Sebastian Guggolz und dem Verlag 2016 die Übersetzerbarke<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Übersetzerbarke 2016 an Sebastian Guggolz und seinen Verlag ( vom 23. Juni 2016 im Internet Archive), buchmarkt.de, 23. Juni 2016 und Übersetzerbarke 2016 geht an Sebastian Guggolz, boersenblatt.net, 23. Juni 2016 (mit Foto des Verlegers), für seine außerordentlichen Verdienste um Literaturübersetzungen</ref>
- 2016 wurde der Verlag mit dem Melusine-Huss-Preis für den Essayband Szenen aus Schottland von James Leslie Mitchell ausgezeichnet.
- 2017 erhielt der Verlag den Kurt-Wolff-Förderpreis.<ref>Burkhard Spinnen, Bücher machen, ohne sie selbst zu schreiben. Laudatio zur Verleihung der Kurt Wolff Preise an die Verlage Schöffling und Guggolz. In: Sinn und Form 3/2017, S. 413–418</ref>
- 2018 wurde der Verlag für den erstmals verliehenen Berliner Verlagspreis nominiert.<ref>Meldung im Börsenblatt über die acht nominierten Verlage 1. Oktober 2018.</ref>
- 2019, 2020, 2022 und 2025 erhielt der Verlag den Deutschen Verlagspreis, davon 2022 einen der drei Hauptpreise.<ref>Porter Anderson: The German Publishing Prize: 66 Publishers Honored, Three With €60,000 Each, publishingperspectives.com, 23. Juni 2022, abgerufen am 24. Juni 2022.</ref>
- 2022 wurde der Verlag mit dem Hotlist-Preis für Zoo. Briefe nicht über Liebe, oder Die dritte Heloise von Viktor Schklowski ausgezeichnet.<ref>Der Guggolz Verlag erhält den Preis der Hotlist 2022 boersenblatt.net, 22. Oktober 2022.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Website
- Sebastian Guggolz: Der übertragene Sinn. Das Verhältnis von Original und Übersetzung. Der Verleger S. G. denkt das Verhältnis von Original und Übersetzung neu, in Übersetzen, 2, 2016, Zs. des VdÜ. ISSN 1868-6583 S. 3f. (zu einem Problem der Translatologie)
- Mischa Täubner: Sebastian Guggolz – Endspiel. In: brand eins. Nr. 1, Januar 2016 (online).
- Deutschlandfunk Zwischentöne. Musik und Fragen zur Person vom 28. August 2022, 13:30 Uhr: Der Verleger Sebastian Guggolz im Gespräch mit Joachim Scholl. „Ich sehe mich nicht in Konkurrenz zu großen Verlagen“ Abgerufen am 29. August 2022.
- WDR 3 (Westdeutscher Rundfunk) Mosaik. Gespräch am Samstag vom 25. Oktober 2025: Der neue Vorsteher: Verleger Sebastian Guggolz
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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