Hauswurz (Gattung)
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Hauswurz (Sempervivum) ist eine Gattung in der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Der botanische Name der Gattung leitet sich von den lateinischen Worten semper für ‚immer‘ und vivus für ‚lebend‘ ab. Der deutsche Trivialname Hauswurz hat seinen Ursprung im althochdeutschen Begriff Wurz, der damals für ‚Wurzel‘ oder ‚Pflanze‘ verwendet wurde.
Von den bisher etwa 200 beschriebenen Arten werden je nach Autor zwischen 40 und 63 Arten anerkannt. Zudem gibt es mehr als 7000 Sorten in gärtnerischer Verwendung.
Merkmale[Bearbeiten]
Habitus[Bearbeiten]
Hauswurzarten wachsen als Horste (Rosetten-Polster) mehrjähriger, immergrüner, sukkulenter Pflanzen. Die Pflanzen sind hapaxanth (bzw. monokarp), das heißt nach der Blüte sterben die Rosetten ab, die geblüht haben. Die Größe der ballförmig geschlossenen, halbkugeligen oder sternförmig ausgebreiteten Rosetten liegt zwischen 0,5 cm (teilweise bei Sempervivum arachnoideum oder Sempervivum globiferum subsp. arenarium) und 22 cm (teilweise bei Sempervivum grandiflorum und bei Sempervivum tectorum-Hybriden und Auslesen), hauptsächlich aber bei 3–6 cm. Bei der Blütenbildung strecken sich die Internodien der Sprossachse zu einem Langtrieb. Die Blütenstände werden zwischen 3 cm (Sempervivum minutum) und 60 cm (Sempervivum tectorum) hoch, ragen meist aber sieben bis zwanzig Zentimeter in die Höhe.
Blätter[Bearbeiten]
Wie viele Dickblattgewächse (Crassulaceae) sind Hauswurz-Arten als Sukkulenten in der Lage, in ihren Blättern Wasser zu speichern. Die in der Regel sehr fleischigen Blätter sind seitlich zum Teil flaumig (pubeszent) behaart oder besitzen Randwimpern. Die Behaarung kann Drüsenhaare enthalten. Die Blattspitzen verfügen teilweise über Haarbüschel. Die Form der Blätter der verschiedenen Arten ist vielfältig. Sie können beispielsweise lanzettlich, elliptisch, länglich lanzettlich, verkehrt lanzettlich, eiförmig, verkehrt eiförmig, spitz, keilförmig oder länglich spatelig sein. Die Spitze kann ebenso verschieden gestaltet sein. Meist ist sie spitz zulaufend oder kurz-kleinspitzig. Die Pigmentierung der Blätter ist je nach Jahreszeit, Standort und Sorte variabel. Es gibt stark mit Anthozyanen angereicherte Blätter, diese sind dann rotbraun oder auch selten in Violetttönen gefärbt. Es können diverse Farbabstufungen auftreten wie grau-olivgrün, graugrün, aber auch sehr blasse Tönungen (pseudochlorotisch). In letzterem Fall sind die Blätter gelblich bis gelblichgrün. Die Färbung ist hauptsächlich von der Sonneneinstrahlung abhängig, zum Teil aber auch genetisch bedingt.
Blüten und Blütenstände[Bearbeiten]
Der meist dichte Blütenstand besteht aus Zymen mit drei, selten zwei bis vier, Wickeln, die manchmal gegabelt sind. Die sitzenden oder fast sitzenden, zwittrigen Einzelblüten sind obdiplostemon. Ihre breit sitzenden, etwas aufrechten, lanzettlichen Kelchblätter sind an der Basis etwas miteinander verwachsen. Die rosafarbenen, purpurfarbenen oder gelb bis fast weißen, zur Blütezeit ausgebreiteten oder aufrechten Kronblätter sind an ihrer Basis nicht miteinander verwachsen und auf der Innenseite meist kahl.<ref name="eggli2003">Henk 't Hart, Bert Bleij, Ben Zonneveld: Sempervivum. In: Urs Eggli (Hrsg.): Sukkulenten-Lexikon. Crassulaceae (Dickblattgewächse). Eugen Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN=3-8001-3998-7, S. 347–349.</ref>
Die nur selten kahlen Staubfäden sind rot, purpurfarben, bläulich oder gelblich bis weiß, die Staubblätter rot oder gelb und der abgesetzte Griffel ist meist gebogen. Die Nektarschüppchen sind mehr oder weniger quadratisch und etwa 0,5 Millimeter groß.<ref name="eggli2003" />
Die Rosetten blühen spärlich, die Blütezeit liegt zwischen Ende Mai und Ende August. Ihre Blüten weisen zuerst ein männliches Stadium auf (Proterandrie). Danach biegen sich die Staubblätter zur Seite und weg von den Fruchtblättern im Zentrum der Blüte. Auf diese Weise wird eine Selbstbestäubung erschwert.
Die Pollenkörner der Gattung sind prolat, das heißt, sie sind wie Rotationsellipsoide geformt. Die äußere Schicht der Wand des Pollenkorns, die Exine des Sporoderms, besitzt drei längsgestreckte Keimfalten, in deren Mitte sich je eine rundliche Keimpore befindet (tricolporat). Die Pollenkörner sind 14 bis 25 Mikrometer lang und 12 bis 21 Mikrometer breit. Die der Sektion Jovibarba sind 13 Prozent größer als die der Sektion Sempervivum, enthalten keinen Pollenkitt und unterscheiden sich außerdem im Aufbau der Pollenkornwand.<ref>J. Parnell: Pollen Morphology of Jouibarba Opiz and Sempervivum L. (Crassulaceae). In: Kew Bulletin. Band 46, Nummer 4, 1991, S. 733–738, JSTOR:4110418.</ref>
Früchte und Samen[Bearbeiten]
Die vielsamigen, nur selten kahlen Früchte stehen aufrecht bis fast aufrecht und öffnen sich entlang einer Bauchnaht. Die darin enthaltenen braunen Samen sind ellipsoid, eiförmig oder birnenförmig und gerippt.<ref name="eggli2003" />
Die Ausbreitung der Samen erfolgt durch den Wind (Anemochorie).
Zytologie[Bearbeiten]
Die Chromosomengrundzahl variiert zwischen <math>x = 16</math> und <math>x = 21</math>. Etwa die Hälfte aller Arten ist polyploid, die meisten davon tetraploid. Sempervivum minutum ist hexaploid und eine weitere Art oktoploid.<ref name="eggli2003" />
Verbreitung und Standorte[Bearbeiten]
Die Gattung Sempervivum kommt von Marokko bis zum Iran vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich zwischen diesen Eckpunkten durch die spanischen Sierras, die Alpen, Karpaten, die Berge des Balkan, der Türkei und Armeniens. Die Gattung ist also hauptsächlich in den europäischen Gebirgen zu finden. Mit Sempervivum atlanticum aus dem Atlas-Gebirge und Sempervivum iranicum aus dem Elburs-Gebirge greift ihre Verbreitung wie die Spitzen einer Sichel bis nach Afrika und Asien hinein. Im Kaukasus, in Nordost-Anatolien, auf dem Balkan und in den Alpen sind besonders viele Hauswurz-Arten anzutreffen.<ref>Philipp Neeff: Beiträge zur Taxonomie der Gattung Sempervivum L. (Crassulaceae) unter besonderer Berücksichtigung der in Kleinasien vorkommenden Sippen. Dissertation, Universität Duisburg-Essen, 2005, S. 54</ref> Sie leben hauptsächlich auf besonnten Felsen und in steinigen Gebieten der montanen, subalpinen und alpinen Zone. Einige haben humosere Standorte erschlossen.<ref>Urs Eggli: Sukkulenten. 2., vollständig überarbeitete Auflage, Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5396-1, S. 273.</ref>
Alpenraum[Bearbeiten]
In den Alpen, einem der Gebiete, in denen eine Häufung von Hauswurz-Arten auffällt, sind die am meisten verbreiteten Arten die Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum), die Berg-Hauswurz (Sempervivum montanum) und die Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum). Sie blühen rot. Die Dach-Hauswurz kann man außer in ihrer autochthonen Verbreitung auch auf Dächern und Mauern finden, meist angepflanzt, manchmal verwildert bzw. wild, mitunter sehr weit von ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet entfernt. Die Gewöhnliche Fransenhauswurz (Sempervivum globiferum) hat mit zwei Arealen in den Südwest-Alpen und mit Vorkommen in den Ostalpen ein insgesamt großes Verbreitungsgebiet, kommt dabei aber auffallend oft in den Randgebieten der Alpen vor.
Die Wulfen-Hauswurz (Sempervivum wulfenii) kommt endemisch in den Ostalpen vor, die ebenfalls gelb blühende Großblütige Hauswurz (Sempervivum grandiflorum) und die weißlich-blassrosa blühende Kalk-Hauswurz (Sempervivum calcareum) sind Endemiten der Westalpen und haben ein wesentlich geringeres Verbreitungsgebiet. Noch kleiner ist das Verbreitungsgebiet der rot blühenden Dolomiten-Hauswurz. Die Serpentin-Hauswurz (Sempervivum pittonii) ist nur auf zwei Berghängen in der Obersteiermark nahe Kraubath an der Mur in Österreich zu finden. Sie blüht gelb.
Während die Berg-Hauswurz, die Wulfen-Hauswurz und die Großblütige Hauswurz an saures Bodenmilieu angepasst sind, findet man die Kalk-Hauswurz und die Dolomiten-Hauswurz auf kalkhaltigem Substrat. Die Spinnweb-Hauswurz bevorzugt saure Bodenverhältnisse, die Dach-Hauswurz hat hierbei eine breitere Amplitude. Die Serpentin-Hauswurz ist auf serpentinitisches Substrat spezialisiert. Die Unterarten der Gewöhnlichen Fransenhauswurz sind teils an unterschiedliche Bodenverhältnisse angepasst.<ref>Manuel Werner: Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba. In: Avonia. Band 28, Nummer 4, 2010.</ref>
Kleinasien[Bearbeiten]
Ein weiteres Gebiet, in dem Sempervivum-Arten gehäuft vorkommen, ist das Bergland von Kleinasien. Eine ausgesprochene Hochgebirgsart ist Sempervivum pisidicum. Sie kommt bis über 2500 m vor. Ebenfalls alpine Arten sind Sempervivum armenum und Sempervivum minus, die in Höhenlagen über 2000 m zu finden sind. Auch Sempervivum gillianii wächst gerne südexponiert auf alpinen Matten. Auf vulkanischem Gestein ist Sempervivum brevipilum zu finden. Eine weite Verbreitung im inneren Ostanatolien hat Sempervivum davisii, eine Sammelart, die sowohl in alpinen als auch in feuchteren und tieferen Lagen vorkommt, beispielsweise in der Nähe von Flussufern. Auch Sempervivum ekimii<ref>Fergan Karaer, Ferhat Celep: Sempervivum ekimii nom. et stat. nov. for S. minus var. glabrum (Crassulaceae), with an amplified description. In: Annales Botanici Fennici. Band 45, Nummer 3, 2008, S. 230.</ref> und Sippen von Sempervivum davisii subsp. furseorum sind in eher feuchterem Klima zu finden. Sempervivum staintonii ist an niedere Lagen angepasst. Im östlichen Gebiet des Gebirges Kaçkar Dağlar ist Sempervivum herfriedianum heimisch.<ref>Philipp Neeff: Beiträge zur Taxonomie der Gattung Sempervivum L. (Crassulaceae) unter besonderer Berücksichtigung der in Kleinasien vorkommenden Sippen. Dissertation, Universität Duisburg-Essen, 2005</ref><ref name="Fergan Karaer 2011">Fergan Karaer, Ferhat Celep, Urs Eggli: A taxonomic revision of the Sempervivum davisii complex (Crassulaceae). In: Nordic Journal of Botany. Band 29, Nummer 1, S. 49–53, 2011, DOI:10.1111/j.1756-1051.2010.00974.x.</ref>
Kaukasus und Transkaukasus[Bearbeiten]
Im Kaukasus findet man Vertreter der Gattung hauptsächlich in Höhenlagen von 1200 bis 3000 m. Dort kommen sowohl Semperviven mit glatten Blattflächen als auch solche mit beiderseits behaarten Blattflächen vor. Zu den Hauswurzen mit kahlen Blattflächen gehören die rot blühende Arten Sempervivum borissovae, Sempervivum caucasicum und Sempervivum ingwersenii. Gelb blühende Arten sind Sempervivum glabrifolium und Sempervivum sosnowskyi.
Behaarte Blattflächen und rote Blüten besitzen Sempervivum altum, Sempervivum annae, Sempervivum dzhavachischvilii, Sempervivum ermanicum, Sempervivum charadzeae, Sempervivum ossetiense und Sempervivum pumilum. Eine gelb blühende Art mit behaarten Blattflächen ist Sempervivum transcaucasicum, die auch in niederen Lagen bis 550 m vorkommt. Sempervivum charadzeae, eine Art mit bis zu 35 cm langen Ausläufern, kommt in submontanen Lagen vor.<ref>Radovan Konop: Die kaukasischen Arten der Gattung Sempervivum. In: Gartenpraxis. 6/1992, S. 24–26.</ref><ref name="eggli">Henk 't Hart, Bert Bleij, Ben Zonneveld: Sempervivum. In: Urs Eggli (Hrsg.): Sukkulenten-Lexikon. Crassulaceae (Dickblattgewächse). Eugen Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN=3-8001-3998-7, S. 349–363.</ref>
Balkanhalbinsel[Bearbeiten]
Ein weiteres Gebiet mit vielen Arten von Hauswurzen ist die Balkanhalbinsel. Aus der Sektion Jovibarba findet man im Gebiet vor allem viele Formen von Sempervivum heuffelii, aber auch Sempervivum globiferum kommt laut Literaturangaben im nördlichen Bereich des Balkans vor.
Aus der Sektion Sempervivum findet man dort als rot blühende Art häufig das sehr variable Sempervivum marmoreum. Eng verwandt mit dieser Art ist Sempervivum kosaninii, das auf Kalkstein in Nordmazedonien wächst. Die anderen Arten des Balkans blühen gelb.
Im nördlichen Bereich des Balkan wächst Sempervivum ruthenicum, dessen Verbreitungsschwerpunkt aber in Gebieten nördlich des Balkan liegt und das meist in tiefen Lagen vorkommt. Sempervivum leucanthum ist in Bulgarien und bergigen Gebieten südlich davon zu finden. Das Verbreitungsgebiet von Sempervivum zeleborii geht von Bulgarien und West-Rumänien südlich bis ins nördliche Griechenland. Die Petalen von Sempervivum ciliosum und Sempervivum leucanthum sind ausschließlich gelb gefärbt, während die anderen gelb blühenden Arten an der Basis der Kronblätter rötlich gefärbt sind. Die Unterart Sempervivum ciliosum subsp. octopodes wächst nur am Pelister im Süden Nordmazedoniens.<ref name="eggli" /> Auch Sempervivum thompsonianum kommt ausschließlich in einem eng begrenzten Gebiet im Süden Nordmazedoniens vor.
Systematik[Bearbeiten]
Äußere Systematik[Bearbeiten]
Sempervivum gehört zur Tribus Semperviveae in der Unterfamilie der Sempervivoideae der Dickblattgewächse. Phylogenetische Untersuchungen zeigen eine enge Verwandtschaft zur Gattung Petrosedum sowie einigen Arten der Untergattung Sedum subg. Gormania:<ref>J. Thiede, U. Eggli: Crassulaceae. In: Klaus Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants, Band 9. Flowering Plants. Eudicots. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 2007, ISBN 978-3-540-32214-6, S. 93.</ref>
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Phylogenese[Bearbeiten]
Wahrscheinlich stammt Sempervivum von einer alten Petrosedum-Linie ab, die einen vervielfachten Chromosomenbestand in den Zellen aufwies. Petrosedum wird außer als Ursprungsgruppe der Gattung Sempervivum auch als Ursprungsgruppe der Gattungen Aeonium, Aichryson und Monanthes angesehen.<ref>Urs Eggli: Sukkulenten. 2., vollständig überarbeitete Auflage, Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5396-1, S. 263</ref>
Gemäß Urs Eggli hat sich die Ordnung der Steinbrechartigen (Saxifragales) ab der letzten globalen – alpidischen – Gebirgsbildungsphase der Erdgeschichte und deren geologischen Auffaltung, also seit den letzten 135 Millionen Jahren konstituiert. Die Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) ist jedoch viel jünger und noch jünger ist die Gattung Sempervivum. Wie alt diese Gattung innerhalb der Familie ist, ist eine ungelöste Frage. Wegen des verhältnismäßig kleinen Verbreitungsgebietes sowie ihrer relativ einheitlichen Morphologie und Pflanzenchemie wurde auch die Meinung vertreten, die Gattung Sempervivum könne als eine junge Gruppe innerhalb der Familie der Dickblattgewächse angesprochen werden. Das ist allerdings Spekulation. Da es hierzu keine Fossilien gibt, bestehen keine gesicherten Daten.<ref>Manuel Werner: Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba. In: Avonia. Band 28, Nummer 4, 2010, S. 124.</ref>
Es gibt Hinweise, „dass einige heutige Verbreitungsmuster von Refugien der letzten eiszeitlichen Kaltzeit beeinflusst sind.“<ref>Manuel Werner: Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba. In: Avonia. Band 28, Nummer 4, 2010., S. 124f, 131, 146–194.</ref><ref>Philipp Neeff (2005): Beiträge zur Taxonomie der Gattung Sempervivum L. (Crassulaceae) unter besonderer Berücksichtigung der in Kleinasien vorkommenden Sippen. Dissertation, Universität Duisburg-Essen, S. 55f., 62ff.</ref><ref>Andreas Tribsch, Peter Schönswetter: Patterns of endemism and comparative phylogeography confirm palaeoenvironmental evidence für Pleistocene refugia in the Easter Alps. In: Taxon. Band 52, Nummer 3, S. 477–497, JSTOR:3647447.</ref>.
Offensichtlich befindet sich die Gattung in einer noch nicht stabilen Phase ihrer Evolution und sind alle ihre Mitglieder der Gattung sehr nahe miteinander verwandt. Dennoch zeigen die einzelnen Taxa oft eine große Variabilität. Als Konsequenz daraus wurden viele Unterarten, Varietäten und Formen beschrieben. Sie weisen mitunter keine gut definierten Abgrenzungen zueinander auf. Eine zweite Konsequenz ist, dass man innerhalb der Gattung eine hohe Zahl natürlicher Hybriden beobachten kann. Diese können sich oft wiederum rückkreuzen und so weiter – so dass eine fast ins Endlose gehende Vielfalt und Aufspaltung festzustellen ist.
Innere Systematik[Bearbeiten]
Die Erstbeschreibung der Gattung Sempervivum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum.<ref>Carl von Linné: Species Plantarum. 1. Auflage 1753, Band 1, S. 464–465, (online).</ref> Typusart der Gattung ist Sempervivum tectorum. Synonyme der Gattung sind Sedum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Adans., Jovibarba Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(DC.) Opiz, Diopogon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Jord. & Fourr. und ×Jovivum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.G.D.Rowley.
Die Gattung wird vor allem auf Grund von Unterschieden in der Blütenmorphologie in die Sektionen Sempervivum und Jovibarba unterteilt.<ref>Henk 't Hart, Bert Bleij, Ben Zonneveld: Sempervivum. In: Urs Eggli (Hrsg.) Sukkulenten-Lexikon. Crassulaceae (Dickblattgewächse). Eugen Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN=3-8001-3998-7, S. 348.</ref> In der Sektion Sempervivum sind die Blüten sternförmig ausgebreitet und sie besitzen acht bis 18 Kronblätter. Bei den Arten der Sektion Jovibarba sind die Blüten glocken- bis röhrenförmig und weisen in der Regel sechs, selten sieben oder fünf, Kronblätter auf.
Arten
Die Gattung Sempervivum umfasst folgende Arten, Unterarten und Varietäten:<ref name="eggli" />
- Sektion Sempervivum:
- Sempervivum altum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Turrill
- Sempervivum annae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gurgen.
- Sempervivum arachnoideum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.
- Sempervivum arachnoideum subsp. arachnoideum
- Sempervivum arachnoideum subsp. tomentosum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(C.B. Lehm. & Schnittspahn) Schinz & Thell.
- Sempervivum armenum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boiss. & A.Huet
- Sempervivum armenum var. armenum
- Sempervivum armenum var. insigne Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Muirhead
- Sempervivum atlanticum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Ball) Ball
- Sempervivum atropatanum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J.Parn.
- Sempervivum borissovae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wale
- Sempervivum brevipilum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Muirhead
- Sempervivum calcareum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Jord.
- Sempervivum cantabricum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.J.A.Huber
- Sempervivum cantabricum subsp. cantabricum
- Sempervivum cantabricum subsp. guadarramense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.C.Sm.
- Sempervivum cantabricum subsp. urbionense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.C.Sm.
- Sempervivum caucasicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rupr. ex Boiss.
- Sempervivum charadzeae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gurgen.
- Sempervivum ciliosum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Craib
- Sempervivum ciliosum subsp. ciliosum
- Sempervivum ciliosum subsp. octopodes Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Turrill) Zonn.
- Sempervivum davisii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Muirhead<ref name="Fergan Karaer 2011"/>
- Sempervivum davisii subsp. davisii
einschließlich Sempervivum artvinense und Sempervivum brevipetalum - Sempervivum davisii subsp. furseorum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Muirhead) Karaer
- Sempervivum davisii subsp. davisii
- Sempervivum dolomiticum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Facchini
- Sempervivum dzhavachischvilii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gurgen.
- Sempervivum ekimii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Karaer<ref>Fergan Karaer, Ferhat Celep: Sempervivum ekimii nom. et stat. nov. for S. minus var. glabrum (Crassulaceae), with an amplified description. In: Annales Botanici Fennici. Band 45, Nummer 3, 2008, S. 229–232, PDF.</ref>: Die 1942 als Varietät erstbeschriebene Sippe wurde erst 2008 als Art eingestuft. Sie kommt in der nordöstlichen Türkei vor.<ref name="POWO" />
- Sempervivum ermanicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gurgen.
- Sempervivum gillianii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Muirhead
- Sempervivum glabrifolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boriss.
- Sempervivum grandiflorum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Haw.
- Sempervivum herfriedianum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Neeff<ref name="neeff2005">Philipp Neeff: Neue Taxa der Gattung Sempervivum (Crassulaceae) in der Türkei. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 56, Nummer 3, 2005, S. 71–73.</ref>: Die 2005 erstbeschriebene Art kommt in der Türkei vor.<ref name="POWO" />
- Sempervivum ingwersenii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wale
- Sempervivum iranicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bornm. & Gauba
- Sempervivum ispartae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Muirhead
- Sempervivum kosaninii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Praeger
- Sempervivum leucanthum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pančić
- Sempervivum marmoreum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Griseb.
- Sempervivum marmoreum subsp. ballsii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Wale) Zonn.
- Sempervivum marmoreum subsp. erythraeum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Velen.) Zonn.
- Sempervivum marmoreum subsp. marmoreum
- Sempervivum marmoreum subsp. matricum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Letz) Hadrava & Miklánek<ref>Dominik Roman Letz: A new species of the Sempervivum marmoreum group in Central Europe. In: Preslia. Band 81, Nummer 3, 2009, PDF.</ref><ref>Martin Miklánek: Sempervivum marmoreum ssp. matricum (Letz) Hadrava et Miklánek comb. Nova. In: Kaktusy. Band 46, Nummer 2, 2010, S. 24–26.</ref>
- Sempervivum marmoreum subsp. reginae-amaliae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Heldr. & Sartori ex Boiss.) Zonn.
- Sempervivum minus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Turrill
- Sempervivum minutum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Kunze ex Willk.) Nyman ex Pau
- Sempervivum montanum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.
- Sempervivum montanum subsp. burnatii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wettst. ex Hayek
- Sempervivum montanum subsp. heterophyllum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Hazsl.) Jáv. ex Soó
- Sempervivum montanum subsp. montanum
- Sempervivum montanum subsp. stiriacum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Wettst. ex Hayek) Wettst.
- Sempervivum ossetiense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wale
- Sempervivum pisidicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Peșmen & Güner
- Sempervivum pittonii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott, Nyman & Kotschy
- Sempervivum pumilum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.Bieb.
- Sempervivum ruthenicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.W.D.J.Koch ex Schnittsp. & C.B.Lehm.
- Sempervivum sosnowskyi Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ter-Chatsch.
- Sempervivum staintonii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Muirhead
- Sempervivum tectorum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.
- Sempervivum tectorum var. arvernense Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Lecoq & Lamotte) Zonn.
- Sempervivum tectorum var. tectorum
- Sempervivum thompsonianum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wale
Wahrscheinlich eine Hybride von Sempervivum ciliosum subsp. octopodes und Sempervivum marmoreum subsp. reginae-amaliae - Sempervivum transcaucasicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Muirhead
- Sempervivum wulfenii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hoppe ex Mert. & W.D.J.Koch
- Sempervivum wulfenii subsp. juvanii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Strgar) C.Favarger & J.Parn.
- Sempervivum wulfenii subsp. wulfenii
- Sempervivum zeleborii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott
- Sektion Jovibarba:
- Sempervivum globiferum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.
- Sempervivum globiferum subsp. allionii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Jord. & Fourr.) 't Hart & B.Bleij
- Sempervivum globiferum subsp. arenarium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(W.D.J.Koch) 't Hart & B.Bleij
- Sempervivum globiferum subsp. glabrescens Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Sabr.) M.Werner<ref>Manuel Werner: Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba. In: Avonia. Band 28, Nummer 4, 2010, S. 194.</ref>
- Sempervivum globiferum subsp. globiferum
- Sempervivum globiferum subsp. hirtum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) 't Hart & B.Bleij
- Sempervivum globiferum subsp. preissianum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Domin) M.Werner<ref>Manuel Werner: Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba. In: Avonia. Band 28, Nummer 4, 2010, S. 191.</ref>
- Sempervivum globiferum subsp. lagarinianum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.Gallo) R.Stephenson<ref>Manuel Werner: S. globiferum (Syn.: Jovibarba globifera) bei Spiazzi Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Archivierte Kopie ( des Vorlage:IconExternal vom 6. Juli 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
- Sempervivum heuffelii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott
- Sempervivum globiferum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.
Hybriden
Darüber hinaus sind folgende Hybriden gültig beschrieben:<ref name="eggli" />
- Sempervivum × alidae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Zonn.
künstliche Hybride von Sempervivum wulfenii und Sempervivum grandiflorum - Sempervivum × barbulatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott
natürliche Hybride von Sempervivum arachnoideum und Sempervivum montanum - Sempervivum × barbulatum subsp. etruscum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.D.Donati & G.Dumont
natürliche Hybride von Sempervivum arachnoideum und Sempervivum montanum<ref>Davide Donati, Gérard Dumont: I semprevivi dell'Appennino Tosco-Emiliano: evidenziazione di un taxon ibridogeno misconosciuto, Sempervivum xbarbulatum subsp. etruscum D.Donati & G.Dumont subsp. nov.; Les joubarbes de l'Apennin Tosco-Emilien: mise en evidence d'un taxon hybridogene meconnu, Sempervivum xbarbulatum subsp. etruscum D.Donati & G.Dumont subsp. nov. In: Piante Grasse. Band 24, Nummer 4, 2004, S. 155–168.</ref> - Sempervivum × christii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wolf
natürliche Hybride von Sempervivum grandiflorum und Sempervivum montanum - Sempervivum × fauconnettii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Reut. <ref>Korrekte Schreibweise ist Sempervivum × fauconnetii, s. Manuel Werner: Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba. In: Avonia. Band 28, Nummer 4, 2010, S. 197f.</ref>
natürliche Hybride von Sempervivum arachnoideum und Sempervivum tectorum - Sempervivum × feigeanum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Neeff <ref name="neeff2005" />
Hybride von Sempervivum davisii und Sempervivum staintonii - Sempervivum × fimbriatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schnittsp. & C.B.Lehm.
natürliche Hybride von Sempervivum arachnoideum und Sempervivum wulfenii - Sempervivum × funckii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.F.Braun ex W.D.J.Koch
vermutlich natürliche Hybride von Sempervivum arachnoideum, Sempervivum montanum und Sempervivum tectorum - Sempervivum × giuseppii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wale
natürliche Hybride von Sempervivum arachnoideum und Sempervivum cantabricum - Sempervivum × hayekii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.G.D.Rowley
natürliche Hybride von Sempervivum grandiflorum und Sempervivum tectorum - Sempervivum × morelianum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Viviand-Morel
Hybride von Sempervivum arachnoideum und Sempervivum calcareum - Sempervivum × nixonii
künstliche Hybride von Sempervivum globiferum und Sempervivum heuffelii - Sempervivum × praegeri Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.G.D.Rowley
Hybride von Sempervivum leucanthum und Sempervivum marmoreum - Sempervivum × rupicola Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kern.
natürliche Hybride von Sempervivum montanum und Sempervivum wulfenii - Sempervivum × stenopetalum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schnittsp. & C.B.Lehm.
natürliche Hybride von Sempervivum montanum und Sempervivum tectorum - Sempervivum × vaccarii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wilczek ex Vacc.
natürliche Hybride von Sempervivum arachnoideum und Sempervivum grandiflorum - Sempervivum × versicolor Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Velen.
Hybride von Sempervivum marmoreum und Sempervivum ruthenicum - Sempervivum × wolfianum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Chenevard
Hybride von Sempervivum arachnoideum, Sempervivum grandiflorum, Sempervivum montanum und Sempervivum tectorum
Verwendung und Kultivare[Bearbeiten]
Arten und Sorten der Hauswurzen werden häufig auf Mauerkronen und zur Dachbegrünung eingesetzt, meistens Sempervivum tectorum und dessen Sorten und Hybriden. Er wurde als Zauber- und Heilpflanze angesehen. Es gibt viele Hauswurz-Liebhaber und -sammler. Dabei liegt das Hauptinteresse nicht nur auf der Ausbildung der Blüten, sondern auch in der Vielfalt der Rosettenformen und -färbungen. Hier kann man verschiedene Ausformungen der Blätter beobachten, wie rund oder spitz. Mittlerweile gibt es Rosetten in den mannigfaltigsten Farbschattierungen wie rot, gelb und orange, natürlich auch grün, aber auch fast schwarz. Jede dieser Farben verändert sich im Laufe der Jahreszeiten, am intensivsten im Frühling und Herbst, die Ausfärbung ist aber auch abhängig von trockenem und nährstoffarmen Standort. Viele Sorten tragen aber auch eine mehr oder weniger ausgeprägte Behaarung, die meist von der Spinnweb-Hauswurz herrührt.
Erste Züchtungen lassen sich etwa auf das Jahr 1920 datieren<ref>[1]Kultivare (abgerufen am 19. November 2015)</ref>. Inzwischen wurden mehr als 7000 Sorten gezüchtet. 1927 brachte die Staudengärtnerei Georg Arends die Züchtungen Beta und Alpha auf den Markt. Zwei Jahre später folgte Gamma. Jedes Jahr kommen neue Sorten hinzu, viele sehen sich sehr ähnlich. Für Hauswurz-Sorten gilt: einmal ohne Sortennamen, immer ohne Namen. In Deutschland haben sich Liebhaber der Gattung in der Fachgruppe „Sempervivum/Jovibarba“ innerhalb der „Gesellschaft der Staudenfreunde“ (GdS) zusammengefunden.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.GdS: Fachgruppe Sempervivum Jovibarba ( des Vorlage:IconExternal vom 23. November 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Henk 't Hart, Bert Bleij, Ben Zonneveld: Sempervivum. In: Urs Eggli (Hrsg.): Sukkulenten-Lexikon. Crassulaceae (Dickblattgewächse). Eugen Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3998-7, S. 347–365.
- Henk 't Hart, Urs Eggli: Evolution and Systematics of the Crassulaceae, Backhuis Publishers, Leiden 1995, ISBN 90-73348-46-3.
- Thomas Junghans: Die Hauswurz – immer lebend auf Fels und Stein. In: Pharmazie in unserer Zeit. Band 31, Nummer 1, 2002, S. 112–115, ISSN 0048-3664.
- Fritz Köhlein: Freilandsukkulenten. Hauswurz, Fetthenne & Co. Eugen Ulmer, Stuttgart 2005, ISBN 3-8001-4603-7.
- Philipp Neeff, H. Kutzelnigg, G. B. Feige: Felduntersuchungen der Gattung Sempervivum s. l. in den Alpen. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 54, Nummer 6, 2003, S. 143–152.
- Philipp Neeff: Verbreitung der Gattung Sempervivum Linnaeus in den Alpen. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 54, Nummer 7, 2003, S. 191–194.
- Philipp Neeff, H. Kutzelnigg, G. B. Feige: Sempervivum-Hybriden in den Alpen. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 54, Nummer 8, 2003, S. 202–206.
- Philipp Neeff: Beiträge zur Taxonomie der Gattung Sempervivum L. (Crassulaceae) unter besonderer Berücksichtigung der in Kleinasien vorkommenden Sippen. Unveröffentlichte Dissertation, Universität Duisburg-Essen 2005 (PDF).
- Philipp Neeff: Beiträge zur Taxonomie der Gattung Sempervivum (Crassulaceae) unter besonderer Berücksichtigung der in Kleinasien vorkommenden Sippen. In: Schumannia. Band 5, 2008, S. 5–98, ISSN 1437-2517, ISBN 978-3-89995-485-2.
- Manuel Werner: Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba. In: Avonia. Band 28, Nummer 4, 2010.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="POWO">Datenblatt Sempervivum bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>
Weblinks[Bearbeiten]
- Sempervivum-Liste Website über Sorten und Naturformen von Sempervivum s. l.
- Gesellschaft der Staudenfreunde e. V., Fachgruppe Steingarten- und Alpine Stauden München Artikel mit Abschnitt über generative Vermehrung und Züchtung von Gartensorten
- Hauswurzen (Sempervivum) – daheim und in den Bergen Ausführliche Kulturanleitung und ausgesuchte Standorte