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Alpenglöckchen

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Alpenglöckchen
Datei:Soldanella alpina flowers 030704.jpg

Alpen-Soldanelle (Soldanella alpina)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Primelgewächse (Primulaceae)
Unterfamilie: Primuloideae
Gattung: Alpenglöckchen
Wissenschaftlicher Name
Soldanella
L.

Die Alpenglöckchen (Soldanella), auch Soldanellen genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Primelgewächse (Primulaceae). Weitere deutschsprachige Trivialnamen sind Eisglöckchen oder Troddelblumen. Sie sind in den europäischen Gebirgen heimisch. Nach der Bundesartenschutzverordnung sind alle in Deutschland heimischen Arten geschützt. Einige Arten eignen sich als Zierpflanzen für den Steingarten.

Beschreibung[Bearbeiten]

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Datei:Atlas der Alpenflora (10424253305).jpg
Illustration aus Atlas der Alpenflora der Alpen-Soldanelle (Soldanella alpina)
Einzelnstehende Blüte im Detail mit Blütenkelch und -krone der Zwerg-Soldanelle (Soldanella pusilla)
Datei:Soldanella montana, Kapselfrüchte.jpg
Kapselfrüchte der Wald-Soldanelle (Soldanella montana)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Soldanella-Arten wachsen als immergrüne oder sommergrüne ausdauernde krautige Pflanzen. Die meist grundständigen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist rundlich.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Auf einem relativ langen Blütenstandsschaft befinden sich in einem Blütenstand bei der Sektion Tubiflores mehrere Blüten, aber bei der Sektion Soldanella nur eine Blüte.

Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig. Die fünf Kronblätter besitzen meist violette Töne, selten sind sie weiß. In der Sektion Tubiflores sind die fünf Kronblätter glockenförmig und in der Sektion Soldanella sind sie trichterförmig verwachsen. Immer sind die fünf Kronzipfel ausgefranst. Es ist nur ein (der innere) Kreis mit fünf freien Staubblättern vorhanden. Die Staubfäden sind mit der Kronröhre, aber nicht untereinander verwachsen. In der Sektion Soldanella ist der Griffel lang und in der Sektion Tubiflores kurz.

Die Kapselfrüchte sind fünf- (Sektion Tubiflores) oder zehnzähnig (Sektion Soldanella).

Chromosomensätze[Bearbeiten]

Bei den meisten Soldanella-Arten wurde eine Chromosomenzahl von 2n = 40 festgestellt, außer bei Soldanella montana sowie Soldanella villosa mit 2n = 38 und Soldanella chrysosticta mit 2n = 38 oder 40.

Ökologie[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweisbaustein Es gibt zwei ökogeographische Gruppen der Alpenglöckchen: eine Gruppe waldbewohnender, montaner und eine Gruppe alpiner Arten.

Die alpinen Soldanella-Arten sind typisch für die Schneeboden-Gesellschaften sogenannter Schneetälchen: Wenn in den Bergen der Schnee an manchen Stellen länger liegen bleibt, sind in den Bereichen, an denen der Schnee dabei ist, abzuschmelzen, bestimmte Arten als erste wieder am Austreiben; die erste Art ist meistens eine Alpenglöckchen-Art. Die Blüte schmilzt sich an den lange mit Schnee bedeckten Standorten oft schon durch die dünne Schneedecke hindurch. Das Durchschmelzen beruht dabei weniger auf der durch Atmung erzeugten Eigenwärme der Pflanze als vielmehr auf der Absorption der Sonnenwärme durch die dunklen Knospen und Blütenstiele.

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Bienen, Hummeln, Schmetterlinge); für eine vermutete Selbstbestäubung bei Soldanella alpina gibt es keinen experimentellen Beweis.

Evolutionsgeschichte und Verbreitung[Bearbeiten]

Datei:Alpen-Soldanelle in der Nähme des Scharecks.jpg
Durch die Schneedecke schmelzende Alpen-Soldanelle in der Nähe des Scharecks Mitte Juni 2001.

Die Gattung Soldanella ist im Tertiär in den Alpen entstanden (alpigen). In den Alpen gibt es sechs Arten.

Systematik[Bearbeiten]

Der Gattungsname Soldanella wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 144,<ref name="SpPl" /> erstveröffentlicht. Typusart ist Soldanella alpina L. Die botanische Bezeichnung Soldanella war schon im 16. Jahrhundert gebräuchlich: Sie soll darauf zurückzuführen sein, dass die rundlich-nierenförmigen Rosettenblätter an die als Soldi bekannten italienischen Münzen erinnerte.

Die Gattung Soldanella wird in zwei Sektionen gegliedert:

  • Sektion Tubiflores Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Borbás) Knuth: mit den beiden überwiegend in den Hochlagen der Gebirge vorkommenden Arten Soldanella minima und Soldanella pusilla.
  • Sektion Soldanella: mit den restlichen Arten.
Datei:Soldanella carpatica a3.jpg
Mehrblütige Blütenstände der Karpaten-Soldanelle (Soldanella carpatica)
Datei:Soldanella pusilla 010706.jpg
Einblütige Blütenstände der Zwerg-Soldanelle (Soldanella pusilla)
Datei:Soldanellavillosa.jpg
Zottige Soldanelle (Soldanella villosa)

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten]

Es gibt nach Zhang und Kadereit (2002, 2004) 16 Soldanella-Arten und 4 Unterarten, dazu kommt eine später<ref name="Raus2006" /> veröffentlichte Unterart:

Literatur[Bearbeiten]

  • Li-Bing Zhang, Hans Peter Comes, Joachim W. Kadereit: Phylogeny and quaternary history of the European montane/alpine endemic Soldanella (Primulaceae) based on ITS and AFLP variation. In: American Journal of Botany. Band 88, Nr. 12, 2001, S. 2331–2345 (online). (Abschnitte Systematik, Ökologie und Beschreibung)
  • Li-Bing Zhang, Joachim W. Kadereit: The systematics of Soldanella L. (Primulaceae) based on morphological and molecular (ITS, AFLPs) evidence. In: Nordic Journal Botany. Band 22, Nr. 2, 2002, S. 129–169, DOI:10.1111/j.1756-1051.2002.tb01360.x (PDF-Datei bei ResearchGate).
  • Li-Bing Zhang, Joachim W. Kadereit: Nomenclature of Soldanella L. (Primulaceae). In: Taxon. Band 53, Nr. 3, 2004, S. 741–752 (Abschnitt Systematik)
  • S. Pawlowska: Soldanella L. In:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1. Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 144 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fpage%2F358163~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D). </ref> <ref name="Niederle2004"> Josef Niederle: Soldanella rugosa is synonym to real S. marmarossiensis. In: Nordic Journal of Botany. Band 24, Nr. 5, 2004, S. 547–548, DOI: 10.1111/j.1756-1051.2004.tb01638.x. </ref> <ref name="Raus2006"> Thomas Raus: Soldanella chrysosticta. In: Werner Greuter, Thomas Raus (Hrsg.): Med-Checklist Notulae, 24. In: Willdenowia. Band 36, Nr. 2, 2006, S. 713, DOI:10.3372/wi.36.36207. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Alpenglöckchen (Soldanella) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien