Sommer-Adonisröschen
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Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) | ||||||||||||
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| Adonis aestivalis | ||||||||||||
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Das Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis), auch Blutauge, Blutströpfchen, Sommerblutströpfchen, Feuerröschen oder Kleines Teufelsauge genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Adonisröschen (Adonis) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sie ist in Eurasien und Nordafrika weitverbreitet. Auf die rotblütige Variante des Sommer-Adonisröschens bezieht sich der Gattungsname Adonisröschen (Adonis), siehe Gattungsartikel. Das Sommer-Adonisröschen wurde zur Blume des Jahres 1984 gewählt.
Beschreibung[Bearbeiten]
Erscheinungsbild und Laubblatt[Bearbeiten]
Das Sommer-Adonisröschen wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 50, selten bis zu 100 Zentimetern. Es wird eine Pfahlwurzel gebildet und die Wurzeln können bis zu 80 Zentimeter tief in die Erde reichen.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die an der Basis spärlich flaumig behaarten Stängel sind verzweigt oder unverzweigt.
Die wechselständig am Stängel angeordneten, oft in seinem oberen Bereich konzentrierten Laubblätter sind lang gestielt bis mehr oder weniger ungestielt. Die Blattspreite besitzt eine Länge von etwa 3,5 Zentimetern bei den untersten Laubblättern, bis zu 6 Zentimetern bei den obersten Laubblättern und ist zwei- bis dreifach fiederschnittig. Die Blattoberfläche ist auf beiden Seiten kahl oder auf der Blattunterseite spärlich flaumig behaart. Bei den obersten Laubblättern sind die Blattspreiten einfach und linealisch bis lanzettlich-linealisch mit einer Breite von 0,4 bis 0,8 Millimetern.
Blüte[Bearbeiten]
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Die Blüten stehen endständig und einzeln. Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 1,5 bis 3,5 Zentimetern radiärsymmetrisch. Die an die Kronblätter angedrückt stehenden fünf Kelchblätter sind häutig, schmal-rhombisch bis schmal-eiförmig oder breit verkehrt-eiförmig und besitzen zwei Drittel der Länge der Kronblätter. Die sechs bis acht mehr oder weniger aufrechten, mehr oder weniger flachen Kronblätter besitzen eine Länge von 10 bis 17 Millimeter. Die Farbe der Kronblätter ist sehr variabel: von leuchtend purpurrot bis zinnoberrot oder selten orangefarben bis auch blassgelb, an ihrer Basis oft mit dunklem bis schwarzem Fleck. Es sind etwa 30 Staubblätter mit anfangs purpurfarben-schwarzen, später olivgrünen Staubbeuteln, vorhanden. Die 30 bis 40 freien Fruchtblätter sind schmal-eiförmig.
Frucht[Bearbeiten]
Die lang gestielte, 20 bis 30 mm lange 7 bis 10 Millimeter breite, zylindrische Sammelnussfrucht überragt deutlich die Laubblätter und enthält dicht gedrängt 30 bis 40 Nüsschen. Die kahlen Nüsschen sind bei einer Länge von 4 bis 6 Millimetern eiförmig und besitzen einen aufrechten 1,5 bis 2 Millimeter langen Schnabel.
Chromosomenzahl[Bearbeiten]
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie[Bearbeiten]
Das Sommer-Adonisröschen ist ein sommerannueller Therophyt. Selbstbestäubung ist erfolgreich.
Vorkommen[Bearbeiten]
Das Sommer-Adonisröschen ist von West-, über Mittel- sowie Süd- bis Osteuropa, in Nordafrika, von Kleinasien bis Zentralasien (Xinjiang) und im nordwestlichen Himalaja weitverbreitet. Es ist ein gemäßigt-kontinentales bis ost-submediterranes Florenelement.
Durch Herbizidanwendung und intensive Bearbeitung der Äcker ist es in Mitteleuropa stark zurückgegangen und sehr selten geworden; es tritt dort kaum noch in größeren Beständen auf, sondern meist einzeln und unbeständig. In Gebieten mit Kalkgestein kommt es noch zerstreut vor.<ref name="Aichele2000" /> In Deutschland tritt das Sommer-Adonisröschen seit der mittleren Bronzezeit als Getreide„unkraut“ auf und war früher häufig. In Deutschland kommt Adonis aestivalis nur noch im mittleren Gebiet zerstreut bis verbreitet vor, darüber hinaus ist es sehr selten oder fehlt ganz. In Österreich und der Schweiz ist es selten und gebietsweise „stark gefährdet“.
In Deutschland siedelt diese kalkliebende Art meist an Ackerrändern. Es besiedelt Getreidefelder, seltener Hackfruchtkulturen und Ödland. Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Caucalido-Scandicetum aus dem Verband Caucalidion.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Es steigt in Mitteleuropa bis in Höhenlagen von etwa 1000 Metern.<ref name="Aichele2000" /> Das Sommer-Adonisröschen gedeiht in Mitteleuropa am besten auf nährstoffreichen, kalkhaltigen, flachgründigen, sommerwarmen, meist trockenen, meist steinigen Lehm-, Löss- oder Tonböden.<ref name="Aichele2000" />
Systematik[Bearbeiten]
Die Erstveröffentlichung von Adonis aestivalis erfolgte 1762 durch Carl von Linné in der zweiten Auflage der Species Plantarum, Tomus I, Seite 771.<ref name="SpPl" /><ref name="Tropicos" />
Je nach Autor gibt es etwa zwei Varietäten:<ref name="FoC2010" />
- Adonis aestivalis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. var. aestivalis: Sie ist von Europa bis Nepal verbreitet.<ref name="FoC2010" />
- Adonis aestivalis var. parviflora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Fisch. ex DC.) M.Bieb. ex Krylov (Syn.: Adonis parviflora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Fisch. ex DC.): Diese Kombination im Rang einer Varietät wurde 1931 durch Porfiri Nikititsch Krylow in Flora Zapadnoĭ Sibiri, Band 5, Seite 1220 veröffentlicht. Sie kommt in Europa, Westasien, Tibet und Xinjiang vor.<ref name="FoC2010" />
Medizinische Bedeutung und Giftwirkungen[Bearbeiten]
Pharmakologisch interessante Inhaltsstoffe sind: Strophanthin, Adonitoxin, Vernadigin, und das Cymarin - Strophanthidin. Es handelt sich dabei um sehr herzwirksame Cardenolide, also Herzglykoside.<ref name="giftpflanzen" /> Diese sind jedoch weniger wirksam als die Glykoside des Frühlings-Adonisröschens.<ref>Artur Burger, Helmut Wachter: Hunnius. Pharmazeutisches Wörterbuch. Begründet von Curt Hunnius, 6., völlig neu bearbeitete und stark erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin / New York 1986, ISBN 3-11-007029-4, S. 16.</ref> Vorlage:Hinweisbaustein Aufgrund dieser Inhaltsstoffe sollen Pferde verendet sein, die die Pflanzenteile gefressen hatten.
Trivialnamen[Bearbeiten]
Für das Sommer-Adonisröschen sind oder waren, zum Teil auch nur regional, auch folgende Bezeichnungen gebräuchlich: Ackerröslein (Tübingen), Adonis, Adonisröslein, Blutströpfle (Bern, Graubünden, Toggenburg), Braune Mädel (Schlesien), Brünette, Brunetröslein, Düwelsoooge (Unterweser), Feldanemone, Feldröslein, Feuerrösel (Schlesien), Fewerröslein, Fuerooge (Ostfriesland), Hadderbleam (Siebenbürgen bei Schäßburg), wäld Kokeschbleamen (Siebenbürgen), Kooltje Finir (Ostfriesland), Korallenblümlein (Ulm), Braune Mäpehl, Margenblümlin (Schlesien), Margenrösel (Schlesien), Marienröschen (Württemberg), Marienröslin (Schlesien, Schwaben), Negenknei (Göttingen), Rosa Kamillen (Schlesien), Rote Kamillen, Schwarzbraun Mädchen (Hessen) und Teufelsauge (Thüringen, Bern).<ref name="Pritzel1882" />
Bilder[Bearbeiten]
Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis):
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Blütenunterseite
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Orangefarbenblühende Variante
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Gelbblühende Variante
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Adonis aestivalis var. citrinus
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Links Frucht von Adonis aestivalis, rechts von Adonis flammea
Quellen[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Fu Dezhi, Orbélia R. Robinson: Adonis Linnaeus. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 6: Caryophyllaceae through Lardizabalaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2001, ISBN 1-930723-05-9. Adonis aestivalis. S. 391 - textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitt Beschreibung).
- Bruce D. Parfitt: Adonis aestivalis. In:
- Margot Spohn, Marianne Golte-Bechtle: Was blüht denn da? Die Enzyklopädie: über 1000 Blütenpflanzen Mitteleuropas. Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10326-9.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Tropicos"> Adonis aestivalis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Adonis aestivalis L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Aichele2000"> </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Editio Secunda. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1762, S. 771, Digitalisat. </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 10–11, eingescannt. </ref> <ref name="giftpflanzen"> Zur Giftigkeit von Adonis aestivalis bei giftpflanzen.com. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 422. </ref> <ref name="FoC2010"> Fu Dezhi, Orbélia R. Robinson: Adonis Linnaeus. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 6: Caryophyllaceae through Lardizabalaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2001, ISBN 1-930723-05-9. Adonis aestivalis. S. 391 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> </references>
Weblinks[Bearbeiten]
- Adonis aestivalis L., Sommer-Adonisröschen auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
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