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Urial

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Datei:Ovis ammon vignei arkal Pretoria 3bis.jpg
Arkale (Ovis cycloceros arkal)

Als Uriale oder Steppenschafe (Ovis vignei-Gruppe) werden mehrere Arten der Wildschafe zusammengefasst, die im westlichen Zentralasien beheimatet sind.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Datei:Urial-map.png
Verbreitungsgebiete der Uriale

Man findet Uriale vom nordöstlichen Iran und Westkasachstan bis Belutschistan und Ladakh. Östlich des Verbreitungsgebietes leben die größeren Argalis und im Südwesten grenzt das Gebiet an das des Mufflons. In einem Übergangsgebiet im Nordiran kreuzen sich Uriale und Mufflons unter natürlichen Bedingungen. In Ladakh, wo sich die Verbreitungsgebiete der Argalis und Uriale berühren, leben einige Argalis in unmittelbarer Nachbarschaft zum Ladakh-Urial. Hier bevorzugen die Argalis allerdings höhere Bereiche. Viele Uriale leben in ziemlich trockenen Regionen und einige dringen gar bis in Wüstengebiete vor. Fast immer sind sie in bergigem Gelände anzutreffen, wobei sie aber sehr steile Klippen meiden.

Aussehen[Bearbeiten]

Uriale erreichen mit 80 bis 90 cm Schulterhöhe und 35 bis 90 kg Körpergewicht nicht die Größe der Argalis. Auch die Hörner der Böcke erreichen nicht die Ausmaße der östlichen Nachbarn. Dafür tragen die Uriale eine kennzeichnende, stattliche Halsmähne, die je nach Unterart schwarz oder weiß ist. Die Grundfarbe ist hellbraun mit weißer Unterseite. Einige Unterarten tragen einen weißen Sattelfleck.

Bestand[Bearbeiten]

Durch Trophäenjagd und Konkurrenz mit Hausvieh sind die Uriale überall in ihrem Bestand bedroht. In ihren offenen Lebensräumen sind die Tiere oft nicht allzu schwierig zu erlegen, obwohl sie gemeinhin als scheu gelten. Alle Unterarten des Urial nehmen im Bestand ab und heute existieren weltweit wohl nicht mehr als 40.000 Uriale.

Lebensweise[Bearbeiten]

Normalerweise leben die alten Böcke getrennt von den Herden der Weibchen. In der Brunft, die im Spätherbst oder Anfang Winter beginnt, zerfallen die Herden in kleine Gruppen von 3–4 Weibchen, die von einem starken Bock verteidigt werden.

Arten[Bearbeiten]

Datei:Kreishornschafe-9.jpg
Kreishornschaf (Afghanisches Urialschaf) im Tierpark Berlin
Datei:Ovis vignei bochariensis.jpg
Tadschikistan-Wildschaf im Tierpark Nordens Ark
Datei:20170309 2597 Ulley-Leh Urial.jpg
Ladakh-Wildschaf

Peter Grubb unterschied 2005 drei Unterarten der Uriale.<ref>Peter Grubb: Order Perissodactyla. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2005, ISBN 0-8018-8221-4, S. 637–722, hier S. 708–710.</ref> Eine Revision der Hornträger aus dem Jahr 2011, durchgeführt von Grubb und seinem Kollegen Colin Peter Groves, erkannte dagegen fünf eigenständige Arten an:<ref name="Groves et al. 2011">Colin P. Groves, David M. Leslie Jr.: Family Bovidae (Hollow-horned Ruminants). In: Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 2: Hooved Mammals. Lynx Edicions, Barcelona 2011, ISBN 978-84-96553-77-4, S. 727–739.</ref><ref name="Groves et al. 2011a">Colin Groves, Peter Grubb: Ungulate Taxonomy. Johns Hopkins University Press, 2011, 1–317 (S. S. 235–238).</ref>

Ursprünglich wurden die Uriale alle als Unterart des Armenischen Wildschafs (Ovis gmelini) angesehen, das zu den Mufflons gehört. Die ursprüngliche Artzuweisung des Armenischen Wildschafs lautete Ovis orientalis, eingeführt von Johann Friedrich Gmelin im Jahr 1774. Aufgrund dessen wurde die östliche Gruppe der Wildschafe häufig als Ovis orientalis vignei-Gruppe angesprochen. Die Bestimmung von Ovis orientalis geht aber auf eine Hybridgruppe im Elburs-Gebirge zurück, wodurch die wissenschaftliche Bezeichnung Ovis orientalis nicht verfügbar ist.<ref name="Groves et al. 2011" />

Literatur[Bearbeiten]

  • Colin Peter Groves, Peter Grubb: Ungulate Taxonomy. Johns Hopkins University Press, 2011, ISBN 978-1-4214-0093-8, S. 1–317 (S. S. 235–238)
  • Colin Peter Groves, David M. Leslie Jr.: Family Bovidae (Hollow-horned Ruminants). In: Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 2: Hooved Mammals. Lynx Edicions, Barcelona 2011, ISBN 978-84-96553-77-4, S. 727–739.
  • R. M. Nowak: Walker’s Mammals of the World. 6. Auflage. The Johns Hopkins University Press, Baltimore / London 1999.
  • S. H. Prater: The Book of Indian Animals. Oxford University Press, 1971.
  • V. Menon: A Field Guide to Indian Mammals. Dorling Kindersley, India 2003
  • CITES Instruktion für den grenztierärztlichen Dienst

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Weblinks[Bearbeiten]

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