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Strand-Aster

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Strand-Aster
Datei:Strandasters.jpg

Strand-Aster (Tripolium pannonicum) von Dänemark

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Gattung: Tripolium
Art: Strand-Aster
Wissenschaftlicher Name
Tripolium pannonicum
(Jacq.) Dobrocz.

Die Strand-Aster (Tripolium pannonicum, Syn.: Aster tripolium L.), auch Salz-Aster und Pannonien-Salzaster genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie gehört zu den sehr auffälligen Pflanzenarten auf Salzböden.

Beschreibung[Bearbeiten]

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Datei:Aster tripolium Sturm7.jpg
Illustration
Datei:Tripolium pannonicum subsp. pannonicum sl23.jpg
Tripolium pannonicum subsp. pannonicum: Stängel und Laubblatt mit außen angedrückten Haaren
Datei:Tripolium pannonicum subsp. pannonicum sl24.jpg
Tripolium pannonicum subsp. pannonicum: Korb mit breit hautrandigen Hüllblättern
Datei:Tripolium pannonicum subsp. pannonicum sl28.jpg
Tripolium pannonicum subsp. pannonicum: Korb mit Achänen und Pappus

Eine Verwechselung mit anderen Arten ist kaum möglich.

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Strand-Aster wächst als ein- oder zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 150 (bis 180) Zentimetern. Die Pflanze ist kahl oder fast kahl.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Der aufrechte Stängel zeigt seichte Rillen und häufig eine rötliche Tönung. Am Grund befinden sich meist nicht blühende Rosettentriebe und -blätter. Die einfachen, linealisch lanzettlich geformten, ganzrandigen Laubblätter sind fleischig und nur am Rand mit feinen Wimpern versehen.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. In doldentraubigen oder doldenrispigen Gesamtblütenständen befinden sich viele körbchenförmige Teilblütenstände, die einen Durchmesser von 2 bis 2,5 Zentimetern aufweisen. Die dem Blütenkörbchen „angedrückten“ Hüllblätter sind bei einer Breite von 2 bis 3 Millimetern zungenförmig mit stumpfem oberen Ende. Sie sind kahl und stehen fast zweireihig. Die weiblichen äußeren Zungenblüten sind hell-blauviolett bis hell-lila, selten weiß oder fehlend. Die zwittrigen inneren Röhrenblüten sind gelblich.

Die Achänen haben einen Pappus.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie[Bearbeiten]

Die Strand-Aster hat sich mit verschiedenen Mechanismen an den Salzgehalt ihrer Wuchsorte angepasst. Ihr gelingt es u. a. durch Abwurf älterer Laubblätter, in denen größere Salzmengen angesammelt wurden, überschüssiges Salz loszuwerden. Junge, aufnahmefähige Laubblätter werden indessen neu gebildet und übernehmen die Funktion der abgeworfenen. Diese Form der Anpassung wird zur Strategie der Salzelimination gezählt, die wiederum zur Gruppe der salzregulierenden Mechanismen gehört.<ref name="Larcher2001">Larcher: Ökophysiologie der Pflanzen, 6. Auflage, 2001, Ulmer Verlag, ISBN 3-8252-8074-8, S. 344 f.</ref><ref name="Larcher2001" />

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, er kann auch spontane Selbstbestäubung auftreten und ist nicht unüblich. Die Diasporen, es sind die Achänen, werden durch das Wasser oder den Wind ausgebreitet.

Vorkommen[Bearbeiten]

Ihr Areal reicht von Europa und Nordafrika bis zu den gemäßigten Gebieten Asiens.<ref name="GRIN" /> In Europa hat die Art Vorkommen in fast allen Ländern und fehlt nur in Island, in der Schweiz und in Belarus. In Afrika kommt sie in Algerien und Tunesien vor. In Asien kommt sie in den meisten Ländern vor und fehlt nur in Syrien-Libanon, Arabien, Afghanistan, Pakistan, Indien und Südostasien.<ref name="POWO" />

In Österreich tritt die Pannonien-Salzaster auf Salzböden im pannonischen Gebiet in der collinen Höhenstufe häufig bis zerstreut auf. Die Vorkommen beschränken sich auf die Bundesländer Burgenland (hier besonders auf den Seewinkel), Niederösterreich sowie unbeständig auf Wien. In Österreich gilt Tripolium pannonicum als gefährdet.<ref name="EfÖLS2008" /> In Deutschland kommt sie an den Küsten vor Nordsee und Ostsee vor und an salzhaltigen Stellen im Binnenland in Berlin-Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Bayern.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />

Die Strand-Aster ist eine Salzpflanze. Sie wächst primär auf nassen oder periodisch überfluteten Salzwiesen. Dort besiedelt sie gewöhnlich den Andelwiesenbereich, der sich ab der mittleren Hochwasserlinie bis 25 Zentimeter darüber erstreckt. Ihre Wuchsorte werden hier 150 bis 220 Mal im Jahr überspült, der Salzgehalt des Bodens beträgt 26 bis 30 Prozent.<ref name = "Remmert1997" /> Die Strandaster kommt jedoch auch an Rändern von salzhaltigen Gräben, Bächen, Flüssen oder in Röhrichtgesellschaften vor. Sie gilt als typische Zeigerpflanze sogenannter Binnensalzstellen. Weiterhin kann die Strand-Aster auch am Rande von Salz- oder Kalihalden auftreten. Tripolium pannonicum ist eine Charakterart der Klasse der Salzwiesen (Asteretea tripolii).<ref name="Oberdorfer2001" /> An den Küsten ist sie recht weit verbreitet, während sie im Binnenland auf Grund des geringen Salzgehaltes nur selten vorkommt.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Datei:Tripolium pannonicum sl5.jpg
Exemplar aus der Binnensippe (Tripolium pannonicum subsp. pannonicum)

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen Aster tripolium durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 872. Die Art wurde später in die Gattung Tripolium gestellt. Da ein Name Tripolium tripolium nicht erlaubt ist, musste das nächstälteste Artepitheton herangezogen werden. Dies war Aster pannonicus, ein Name den Nicolaus Joseph von Jacquin 1770 in Hortus Botanicus Vindobonensis Band 1 Seite 3 veröffentlicht hatte. Die Neukombination zu Tripolium pannonicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Jacq.) Dobrocz. wurde durch Dariya Nikitichna Dobroczajeva 1962 in Eugen Iwanowitsch Bordzilowski (1875–1949): Flora Reipublicae Societicae Socialisticae Ucrainicae (Flora of the Ukrainian SSR) Band 11 Seite 63 veröffentlicht. Weitere Synonyme für Tripolium pannonicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Jacq.) Dobrocz. sind Aster pannonicus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Jacq., Tripolium vulgare Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Nees.<ref name="Wagenitz1979" />

Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten oder Varietäten:<ref name="EfÖLS2008"/>

  • Tripolium pannonicum subsp. oder var. tripolium (z. B. Tripolium pannonicum subsp. tripolium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Greuter, Syn.: Tripolium pannonicum subsp. maritimum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Holub nom. illeg.): Hierbei handelt es sich um eine Sippe, die an den Meeresküsten West- und Nordeuropas auftritt. Bei ihr ist der Stängel meist nur oben verzweigt.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />
  • Tripolium pannonicum subsp. oder var. pannonicum: Diese Sippe tritt auf Salzböden im Binnenland auf und hat ein pannonisches Verbreitungsareal, das möglicherweise bis in den pontisch-sibirisch-turanischen-Raum reicht. Bei ihr ist der Stängel meist von Grund an verzweigt.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />

Trivialnamen[Bearbeiten]

Im deutschsprachigen Raum werden oder wurden für diese Pflanzenart, zum Teil nur regional, auch die folgenden weiteren Trivialnamen verwandt: Starnkrud (am Dollart), Strandstern (Thüringen), Suddek (Wesermündung), Sülte (Ostfriesland, Oldenburg), Sültze (Ostfriesland, Oldenburg), Sultje (Groen) und Züddek (Oldenburg).<ref name="Pritzel1882" />

Literatur[Bearbeiten]

  • Steinbachs großer Pflanzenführer, 2005, 2011 Ulmer-Verlag, ISBN 978-3-8001-7567-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Wagenitz1979"> Gerhard Wagenitz: Aster tripolium. In: </ref> <ref name="EfÖLS2008"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Remmert1997"> Hermann Remmert: Spezielle Ökologie: terrestrische Systeme. Springer, Berlin u. a. 1997., ISBN 3-540-58264-9, S. 155. </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 50, eingescannt. </ref> <ref name="POWO">Tripolium pannonicum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Gerald Parolly: Asteraceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 831.</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Strand-Aster (Tripolium pannonicum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien