Schwäbisches Tagblatt
| Schwäbisches Tagblatt
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| Beschreibung | deutsche Tageszeitung |
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| Verlag | Schwäbisches Tagblatt GmbH (Deutschland) |
| Hauptsitz | Tübingen |
| Erstausgabe | 1945 |
| Erscheinungsweise | werktäglich / samstags |
| Verkaufte Auflage | 27.026 Exemplare |
| (IVW 2/2026, Mo–Sa) | |
| Chefredakteur | Eike Freese, Hans-Jörg Schweizer, Jonas Bleeser (gemeinsame Redaktionsleitung)<ref name="Impressum">Impressum Schwäbisches Tagblatt, abgerufen am 9. Februar 2024.</ref> |
| Geschäftsführer | Tim Hager, Andreas Simmet<ref name="Impressum" /> |
| Weblink | www.swp.de/lokales/tuebingen/ |
Das Schwäbische Tagblatt (umgangssprachlich in seinem Verbreitungsgebiet oft verkürzt als das Tagblatt bezeichnet) ist eine im gleichnamigen Verlag erscheinende Tübinger Tageszeitung, die seit 1945 erscheint. Es ist das auflagenstärkste lokale bzw. regionale Presseorgan im baden-württembergischen Landkreis Tübingen und wird im Wesentlichen über Abonnements vertrieben. Die verkaufte Auflage beträgt 27.026 Exemplare, ein Minus von 43,1 Prozent seit 1998.<ref> laut IVW (Details auf ivw.de)</ref>
Vorgängerzeitung war ab 1845 die Tübinger Chronik, die von 1845 bis 1945 erschien.<ref>Werner Ströbele: Hiesiges. Die Anfänge der Lokalpublizistik am Beispiel der „Tübinger Chronik“. Tübinger Vereinigung für Volkskunde, Tübingen 1990, ISBN 3-925340-67-X.</ref>
Aufbau[Bearbeiten]
Die Redaktionen in Tübingen sowie in den Außenstellen Rottenburg am Neckar (Rottenburger Post), Mössingen (Steinlach-Bote), Horb (Neckar-Chronik) und Reutlingen gestalten nur den Lokal- und Regionalteil der Zeitung (Region Neckar-Alb). Der überregionale Mantelteil wird von der in Ulm ansässigen Südwest Presse zugeliefert. Deren Verlag war zeitweilig mit 49 Prozent am Verlag des Schwäbischen Tagblatts beteiligt. Am 28. August 2023 wurde bekanntgegeben, dass die Neue Pressegesellschaft, der Verlag der Südwest Presse, die 51 Prozent der Verlegerfamilie, vorbehaltlich der Prüfung durch das Bundeskartellamt, zum 1. Januar 2024 übernimmt und dann 100 Prozent der Anteile des Verlages hält.<ref>Ulmer NPG übernimmt den Verlag Schwäbisches Tagblatt. Abgerufen am 29. August 2023.</ref> Das Tagblatt ist nach der originären Südwest Presse (erscheinend in Ulm, Neu-Ulm und dem Alb-Donau-Kreis) deren auflagebezogen zweitgrößte Regionalausgabe unter insgesamt etwa 30 an die Südwest Presse angeschlossenen lokal erscheinenden Zeitungen vor allem in Baden-Württemberg, zu einem kleineren Anteil auch in Bayern.
Der Verlag gibt außerdem das wöchentlich erscheinende kostenlose Anzeigenblatt Tagblatt-Anzeiger heraus.
Rezeption[Bearbeiten]
Die Ausrichtung des Tagblatts galt in seinem Regionalteil zumindest während der 35 Jahre andauernden Chefredaktions-Ära von Christoph Müller (1969 bis 2004) als tendenziell linksliberal bis links geprägt; für eine baden-württembergische Zeitung mit regional und bundeslandbezogen mehrheitlich konservativ geprägtem Umfeld (auch Presseumfeld) ungewöhnlich. So wurde und wird das Tagblatt umgangssprachlich mit assoziativem Bezug auf den durch Tübingen fließenden Neckar und die bekannteste sowjetische Tageszeitung – von Anhängern ironisch provokant, von Gegnern abwertend gemeint – gelegentlich als „Neckar-Prawda“ bezeichnet.<ref>vgl. auch Philipp Maußhardt: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Der Geist, der aus der Provinz kam ( vom 1. Mai 2016 im Internet Archive). In: Die Tageszeitung. 23. August 2004 (Kommentar zur kulturgeschichtlichen Entwicklung des Schwäbischen Tagblatts mit Antwort des vormaligen Tagblatt-Chefredakteurs Christoph Müller)</ref> Demgegenüber kann der von der Südwest Presse übernommene überregionale Mantelteil eher einer bürgerlich-liberalkonservativen Richtung zugeordnet werden.
Weltweite Aufmerksamkeit erfuhr das Schwäbische Tagblatt 2002: Ein Redakteur des Blattes hatte mit angehört, wie die damalige deutsche Bundesjustizministerin und Tübinger Wahlkreisabgeordnete Herta Däubler-Gmelin (SPD) in einer örtlichen Gewerkschaftsveranstaltung angeblich die Außenpolitik von US-Präsident George W. Bush mit der Adolf Hitlers verglich. Sie soll wörtlich gesagt haben: „Bush will von seinen innenpolitischen Schwierigkeiten ablenken. Das ist eine beliebte Methode. Das hat auch Hitler schon gemacht.“<ref>Däubler-Gmelin fühlt sich völlig falsch verstanden. Angeblicher Bush-Hitler-Vergleich. In: spiegel.de. 20. September 2002, abgerufen am 29. April 2026 (Spiegel-Archiv).</ref> Däubler-Gmelin wurde nach der Bundestagswahl 2002 und eigener vorangegangener Ankündigung, sich nach der Wahl nicht mehr um ein Ministeramt zu bewerben, bei der Regierungsbildung nicht mehr berücksichtigt. Sie schied am 22. Oktober 2002 aus der Bundesregierung aus. Der genaue Inhalt und Zusammenhang der Äußerung sind allerdings nach wie vor umstritten, der Vorfall führte jedoch letztlich zum Ausscheiden Däubler-Gmelins aus ihrem Ministeramt bei der Ernennung des Kabinetts Schröder II am 22. Oktober 2022.
Auflage[Bearbeiten]
Das Schwäbische Tagblatt hat wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Vorlage:Auflagenvergleich-relativ Sie beträgt gegenwärtig 27.026 Exemplare.<ref>laut IVW, zweites Quartal 2026, Mo–Sa </ref> Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 96,8 Prozent.
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Weblinks[Bearbeiten]
- Internetseiten des Schwäbischen Tagblatts mit eingeschränkt öffentlich zugänglicher Online-Ausgabe
- Philipp Maußhardt: Der Geist, der aus der Provinz kam. In: Die Tageszeitung (taz). 23. August 2004 (Kommentar zur Geschichte des Schwäbischen Tagblatts inkl. Antwort des ehemaligen Chefredakteurs des Schwäbischen Tagblatts).
- Digitalisate der Vorgängerzeitung „Tübinger Chronik“ (ab 1845).
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />