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Wiesenrauten

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Wiesenrauten
Datei:Thalictrum tuberosum.jpg

Thalictrum tuberosum

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Isopyroideae
Tribus: Isopyreae
Untertribus: Thalictrinae
Gattung: Wiesenrauten
Wissenschaftlicher Name der Untertribus
Thalictrinae
Raf.
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Thalictrum
L.

Die Wiesenrauten (Thalictrum) ist die einzige Pflanzengattung der Untertribus Thalictrinae innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sie kommt fast weltweit vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Illustration Thalictrum flavum0.jpg
Illustration der Gelben Wiesenraute (Thalictrum flavum)
Datei:Thalictrum aquilegifolium 02.jpg
Ausschnitt eines Blütenstandes der Akeleiblättrigen Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium L.) mit Blüten im Detail
Datei:Bulletin de la Société Impériale des Naturalistes de Moscou (1861) (20427736462).jpg
Illustration von Thalictrum baicalense und Thalictrum filamentosum in Bulletin de la Société Impériale des Naturalistes de Moscou, 1861

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Die Wiesenrauten-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen. Sie bilden verholzende Rhizome oder Wurzelknollen als Überdauerungsorgane.

Die Laubblätter sind grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordnet. Die unteren Laubblätter sind gestielt und die obersten sind ungestielt. Die Blattspreiten sind ein- bis vierfach dreizählig oder ein- bis vierfach gefiedert. Selten, beispielsweise bei Thalictrum rotundifolium ist die Blattspreite einfach. Die Abschnitte oder Fiederblättchen sind herzförmig-nierenförmig, verkehrt-eiförmig, lanzettlich oder linealisch, manchmal drei- oder mehrlappig, mit glattem oder gekerbten Rand. Nebenblätter können vorkommen, aber auch fehlen.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Blüten stehen einzeln oder zu zweit bis zweihundert in meist endständigen, selten seitenständigen, rispigen, traubigen, schirmtraubigen, doldigen oder monochasial zymösen Blütenständen zusammen; sie können bis zu 41 cm groß sein. Laubblattähnliche Tragblätter stehen, wenn vorhanden, zu zweit bis neunt in einem Wirtel zusammen; sie stehen den Blüten nicht nahe.

Die Blüten sind zwittrig oder eingeschlechtig. Bei vielen Arten sind alle Blüten zwittrig, es gibt auch Arten, bei denen zwittrige und eingeschlechtige Blüten auf einem Exemplar vorkommen (Thalictrum smithii). Einige Arten besitzen nur eingeschlechtige Blüten, dabei gibt es einhäusige (monözisch) und zweihäusige (diözisch, Thalictrum dioicum, Thalictrum revolutum) Arten.

Die Blüten sind radiärsymmetrisch. Die Blütenhülle ist einfach und besteht aus vier bis zehn Blütenhüllblättern. Die weißen bis grünlich-gelben oder purpurfarbenen Blütenhüllblätter sind bei Längen von meist 1 bis 18 Millimetern lanzettlich bis nieren- oder spatelförmig. Die Blütenhüllblätter fallen früh ab, häufig noch während der Anthese. Kron- oder Nektarblätter fehlen. Die 7 bis 30 fertilen Staubblätter sind länger als die Blütenhüllblätter. Die Staubfäden sind faden- bis keulenförmig oder gegen die Spitze angeschwollen. Jede Blüte enthält 1 bis 50 (selten bis zu 70) freie (nicht verwachsene) Fruchtblätter. Jedes Fruchtblatt enthält nur eine Samenanlage. Ein Griffel ist meist vorhanden oder kann fehlen.

Datei:Tall meadow-rue (Whitefish I) 2.JPG
Fruchtstand von Thalictrum pubescens mit Sammelfrüchten, die unreife Nüsschen enthalten

Früchte[Bearbeiten]

Die Sammelfrüchte enthalten einige bis viele gestielte oder ungestielte Nüsschen. Die Nüsschen sind eiförmig bis verkehrt-eiförmig, sichel- oder scheibenförmig, seitlich mit deutlichen Nerven oder Rippen. Sie können in einen bis zu 4 mm langen, geraden oder eingerollten Schnabel enden.

Inhaltsstoffe und Chromosomenzahlen[Bearbeiten]

In der Gattung kommen Cyanogene Glykoside vor. Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 7.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Thalictrum wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus 1, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae, Seite 545, aufgestellt.<ref name="SpPl" /><ref name="Tropicos" /> Typusart ist Thalictrum foetidum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. Synonyme für Thalictrum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Anemonella Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Spach, Piuttia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mattei, Physocarpum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Berchtold & J.Presl, Praticola Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ehrhart, Ruprechtia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Opiz non Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.C.A.Meyer, Schlagintweitiella Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ulbr., Stipularia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Delpino, Syndesmon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Hoffmanns. ex Endl.) Britton, Tripterium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Berchtold & J.Presl.<ref name="GRIN" /><ref name="Tropicos" />

Die Gattung Thalictrum ist fast weltweit verbreitet, hauptsächlich in gemäßigten Gebieten. In Nordamerika sind etwa 22 Arten beheimatet. In China kommen etwa 76 Arten, davon 49 nur dort. In Europa kommen etwa 15 Arten vor.<ref name="FE1" />

Die Wiesenrauten-Arten Mitteleuropas, von denen einige im Mittelalter als Armala<ref>Claudia Erbar, Karin Zimmermann: Der Codex Palatinus germanicus 539 – eine Pflanzenliste aus dem 15. Jahrhundert. 2009 (Digitalisat), S. 52 (zu milt ruta).</ref> bezeichnet wurden, sind: Alpen-Wiesenraute (Thalictrum alpinum), Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium), Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum), Stinkende Wiesenraute (Thalictrum foetidum), Glänzende Wiesenraute (Thalictrum lucidum), Kleine Wiesenraute (Thalictrum minus), Schmalblättrige Wiesenraute (Thalictrum simplex); Blaugrüne Wiesenraute (Thalictrum speciosissimum) ist ein Neophyt in Mitteleuropa.<ref name="Schmeil-Fitschen1995" />

Die Gattung Thalictrum ist die einzige Gattung der Subtribus Thalictrinae aus der Tribus Isopyreae in der Unterfamilie Isopyroideae innerhalb der Familie der Ranunculaceae<ref name="GRIN" />.

Datei:Thalictrum alpinum (7902296654).jpg
Alpen-Wiesenraute (Thalictrum alpinum)
Datei:Thalictrum cultratum on way from Govindghat to Gangria at Valley of Flowers National Park - during LGFC - VOF 2019 (1).jpg
Blütenstand von Thalictrum cultratum
Datei:Thalictrum dioicum.jpg
Blütenstand von Thalictrum dioicum
Datei:Thalictrumfendleri.jpg
Blütenstand von Thalictrum fendleri
Datei:Thalictrum coreanum1.jpg
Habitus und Blütenstand von Thalictrum ichangense var. coreanum
Datei:Thalictrum delavayi.jpg
Blütenstand von Thalictrum delavayi
Datei:Thalictrum kiusianum 6801.JPG
Habitus und Blütenstand von Thalictrum kiusianum
Datei:Thalictrum pubescens 4661.JPG
Habitus und Blütenstand von Thalictrum pubescens
Datei:5058-Thalictrum simplex-Bešeňová-7.05.JPG
Schmalblättrige Wiesenraute (Thalictrum simplex)
Datei:Thalictrum glaucum0.jpg
Blütenstand der Blaugrünen Wiesenraute (Thalictrum speciosissimum)
Datei:AnemoneRue.jpg
Habitus und Blüten der Rautenanemone (Thalictrum thalictroides)
Datei:Thalictrum tuberiferum (Mount Shirouma).JPG
Thalictrum tuberiferum

Es gibt etwa 120 bis 200 Thalictrum-Arten (Auswahl):

Quellen[Bearbeiten]

  • Marilyn M. Park, Dennis Festerling Jr.: Thalictrum. In: textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitte Beschreibung, Systematik und Vorkommen).
  • Fu Dezhi, Zhu Guanghua: Thalictrum. In: , textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung).
  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller: Exkursionsflora von Deutschland. Band 5. Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag. Berlin, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.
  • Walter Erhardt u. a.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-8001-5406-7
  • Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8: Nymphaeaceae to Ranunculaceae, Seite 236–250, Helsinki 1989, ISBN 951-9108-07-6.
  • Werner Greuter, H. M. Burdet, G. Long: „MED-Checklist“. Band 4, Conservatoire et Jardin botaniques, Genève 1989, ISBN 2-8277-0154-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Tropicos"> Thalictrum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Hand2001"> Ralf Hand: Revision der in Europa vorkommenden Arten von Thalictrum subsectio Thalictrum (Ranunculaceae). In: Botanik und Naturschutz Hessen, Beiheft. Band 9, 2001, S. 1–358 (Dissertation an der Freien Universität Berlin), online. </ref> <ref name="FE1"> </ref> <ref name="Schmeil-Fitschen1995"> </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 545, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D1%26issue%3D%26spage%3D545%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D </ref> <ref name="FoC"> Fu Dezhi, Zhu Guanghua: In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 6: Caryophyllaceae through Lardizabalaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2001, ISBN 1-930723-05-9, Thalictrum, S. 282–302 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="FoNA"> Marilyn M. Park, Dennis Festerling Jr.: In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 3: Magnoliophyta: Magnoliidae and Hamamelidae. Oxford University Press, New York und Oxford, 1997, ISBN 0-19-511246-6. Thalictrum Linnaeus. S. 258–271 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt bei POWO = Plants of the World Online von Kew Science. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Wiesenrauten (Thalictrum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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