Universitätsbibliothek Bochum
| Universitätsbibliothek Bochum | |
|---|---|
| Universitätsbibliothek Bochum
| |
| Gründung | 1962 |
| Bestand | 1,6 Mio. gedruckte Medien |
| Bibliothekstyp | Zentrale Universitätsbibliothek |
| Ort | Bochum |
| ISIL | [[[:Vorlage:ISIL-Link]] DE-294] |
| Leitung | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1703: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Website | www.ub.rub.de |
Allgemeine Informationen[Bearbeiten]
Die Universitätsbibliothek Bochum (UB Bochum) ist eine zentrale Betriebseinheit<ref>zentrale Beriebseinheiten. In: Ruhr-Universität Bochum. Abgerufen am 16. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und die größte Bibliothek der Universität. Zusammen mit den fachspezifischen Bibliotheken der Universität<ref>Fachbibliotheken. In: Bibliotheksportal der RUB. UB Bochum, abgerufen am 16. September 2026.</ref> bildet sie das zweischichtige Bibliothekssystem der RUB.
Neben dem Hauptgebäude der zentralen Universitätsbibliothek Bochum gehören zur UB Bochum auch zwei sog. „Standortbibliotheken” der UB, die sich auf dem Campus der RUB befinden. Dies sind die Verbundbibliothek IB (Fachrichtungen: Geographie, Geologie, Mathematik, Psychologie) und die Verbundbibliothek IC (Fachrichtungen: Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Maschinenbau).<ref>Standortbibliotheken. In: Bibliotheksportal der RUB. UB Bochum, abgerufen am 16. September 2026.</ref>
Zusätzlich verfügt die UB Bochum über einen sog. „Library Space” auf Mark 51’7. Dieser kann von Besuchenden des Makerspaces der RUB genutzt werden, um auf die digitalen Bestände der Bibliothek zuzugreifen und um sich bei der Literaturrecherche beraten zu lassen.<ref>Projektäume. RUB Makerspace, abgerufen am 16. September 2026.</ref>
Im Gebäude der UB befinden sich außerdem die Bibliothek des Forschungszentrums für Klassische Deutsche Philosophie / Hegel-Archiv und die Bibliothek der Kommission für Zeitgeschichte. Beide Forschungsbibliotheken werden vom Personal der Universitätsbibliothek betrieben und betreut.
Auftrag der UB Bochum ist es, für ihre Hauptzielgruppen – Studierende, Lehrende, Forschende und Mitarbeitende der RUB –
- die Versorgung mit wissenschaftlicher Literatur zu gestalten und zu sichern
- Forschung und Sichtbarkeit der RUB mittels forschungsnaher Dienstleistungen zu unterstützen
- einen attraktiven zentralen Lern- und Begegnungsort auf dem Campus bereitzustellen
- einschlägige Partnerschaften und Austausche zu pflegen.<ref>Satzung (Verwaltungs- und Benutzungsordnung) für die Hochschulbibliothek der Ruhr-Universität Bochum vom 7. Januar 2004. Ruhr-Universität Bochum, 7. Januar 2004, abgerufen am 16. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Auch Personen, die nicht zur Ruhr-Universität Bochum gehören, steht die UB Bochum offen. Sie können ihre Bestände mittels Ausleihe oder digital vor Ort kostenfrei nutzen.
Ihren Auftrag erfüllt die Bibliothek seit Beginn ihrer Arbeiten mittels einer stark digitalen Orientierung in allen Aufgabenbereichen.<ref>Jörg Albrecht: Integrierte elektronische Bibliothekssysteme in wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands. In: Onlinerepositorium der Ruhr-Universität Bochum ("Opus"). UB Bochum, 2010, abgerufen am 16. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Tätigkeitsschwerpunkte[Bearbeiten]
Lern- und Begegnungsort[Bearbeiten]
Zum Lernen in Gruppen oder allein bietet die UB Bochum Studierenden der RUB und der Universitätsallianz Ruhr vielfältige Optionen. Dazu zählen mehrere Gruppenlernräume und ThinkTanks unterschiedlicher Größe, die online gebucht werden können.<ref>Buchungsportal Gruppenarbeitsräume. UB Bochum, abgerufen am 16. September 2026.</ref> Hinzu kommen mehrere Lernlandschaften, teilweise mit Loungebereichen. Die UB Bochum einschließlich ihrer beiden Standortbibliotheken bietet mehr als 1.400 Lernplätze
Besondere Aufenthaltsorte der Bibliothek sind:
- das Schreibcafé, das vom Zentrum für Wissenschaftsdidaktik der RUB zur Schreibberatung genutzt wird
- die im Jahr 2025 eingeweihte Südterrasse, die mit Tischen und Liegen zum Verweilen einlädt.
Ausstellungs- und Veranstaltungsort[Bearbeiten]
Ausstellungen gehören seit langer Zeit zum Profil der Bibliothek. Darin inbegriffen sind sowohl Präsentationen von Forschungsergebnissen der RUB und ihrer Partner:innen, als auch Ausstellungen studentischer Projekte.
Hinzu kommen lokale, überregionale und internationale Kontakte der Bibliothek, die ihre Werke präsentieren, sowie Wanderausstellungen und Veranstaltungen der Ruhr-Universität Bochum.<ref>Veranstaltungen zu Kultur und Wissenschaft in der Universitätsbibliothek Bochum. In: Bibliotheksportal der RUB. UB Bochum, abgerufen am 16. September 2026.</ref>
Zu den regelmäßigen Veranstaltungsformaten zählt das Kolloquium des Osteuropakollegs NRW.
Forschungsnahe Dienstleistungen[Bearbeiten]
- DHC: Angesiedelt an der UB Bochum ist das 2020 gegründete Digital Humanities Center (DHC) eine campusweite Infrastruktureinrichtung mit dem Ziel, nachhaltige Dienste und digitale Werkzeuge für die Digital Humanities-Community der RUB anzubieten.
- Forschungsdatenmanagement (FDM): Mitarbeitende der UB Bochum bilden in enger Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden der IT.SERVICES der RUB das Team Research Data Services. Sie bieten umfangreiche FDM-Services und FDM-Tools für alle RUB-Forschenden an.
- Publikationsdienste / Open Access: Das Open Access-Team der UB unterstützt Forschende der RUB in allen Fragen zum Open Access-Publizieren, sowohl durch Beratung als auch durch finanzielle Förderung. Es koordiniert die Transformationsverträge der RUB und verwaltet die Open Access-Publikationsfonds für Zeitschriftenartikel und Bücher. Darüber hinaus fördert die UB das wissenschaftsgeleitete Publizieren durch die Bereitstellung der Publikationsplattformen OJS und OMP und betreibt das Dokumentenrepositorium der RUB.<ref>Publizieren an der RUB. UB Bochum, abgerufen am 16. September 2026.</ref>
- Hochschulbibliographie: Die Hochschulbibliographie der RUB verzeichnet die Publikationen ihrer Forschenden. Die Hochschulbibliographie ist Teil einer Verbundhochschulbibliographie, deren Software ein Gemeinschaftsprojekt der UB Bochum und der UB Dortmund ist.
- Bibliometrie: Im Bereich Bibliometrie bietet die UB Bochum Dienstleistungen für die quantitative Analyse von wissenschaftlichen Publikationen und ihren Zitationen mit Hilfe von statistischen Methoden. Bibliometrische Analysen geben Informationen über die Sichtbarkeit und den Impact der an der Ruhr-Universität Bochum geleisteten Forschung.<ref>Bibliometrie. In: Bibliotheksportal der RUB. UB Bochum, abgerufen am 16. September 2026.</ref>
Schulungen und Vermittlung von Informationskompetenz[Bearbeiten]
Für Studierende, Lehrende und Forschende bietet die UB Bochum im Bereich der Informationskompetenzvermittlung sowohl unterschiedliche Kurse auf Deutsch und Englisch an, als auch individuelle Rechercheberatung, u.a. für die Erstellung von systematic reviews.
In den vergangenen Jahren hinzugekommen sind Moodlekurse und Erklärvideos zu bestimmten Themen auf dem YouTube-Kanal der Bibliothek.
Zu den regelmäßigen Angeboten, die das Schulungsteam der UB Bochum gemeinsam mit den Fachberatenden der UB Bochum anbietet, gehören Recherche- und Literaturverwaltungsschulungen für Erstsemesterstudierende und weitere Zielgruppen.
Das Schulungskonzept wird ergänzt durch Kurse zur Einführung in die Nutzung von generativer KI.<ref>Kurse und Beratungen. In: Bibliotheksportal der RUB. UB Bochum, abgerufen am 16. September 2026.</ref>
Diese und andere Angebote sind im Kurs- und Veranstaltungskalender der Bibliothek verzeichnet.
Weitere Tätigkeitsfelder[Bearbeiten]
Diversität, Inklusion und Barrierefreiheit[Bearbeiten]
Für Nutzende mit Einschränkungen bietet die UB Bochum Unterstützung und Infrastruktur in unterschiedlicher Form. Unter anderem:
- höhenverstellbare Arbeitsplätze
- einen Spezialcomputer mit Vorlesefunktion
- Scanservice für Nutzer:innen mit Sehbeeinträchtigung
- Kooperationen mit anderen Einrichtungen, z.B. für Brailleumsetzung von Literatur
- praktische Unterstützung bei der Recherche und der Nutzung der Bibliothek insgesamt
- ein barrierefreies WC<ref>UB Barrierefrei. In: Bibliotheksportal der RUB. UB Bochum, abgerufen am 16. September 2026.</ref>
Nachhaltigkeit[Bearbeiten]
Seit 2021 verfügt die Bibliothek über eine AG „Nachhaltige UB”. Mitarbeitende aus unterschiedlichen Teams treffen sich darin regelmäßig, um konkrete, umsetzbare Projektideen zu besprechen und zu verfolgen.<ref>Nachhaltigkeitsengagement: konkret, effektiv und sichtbar. In: PROLibris. Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen e.V.; Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken bei der Bezirksregierung Düsseldorf, abgerufen am 16. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Bibliothek legt Wert darauf, verschiedene europäische Nachhaltigkeitsziele zu verfolgen und sich mit anderen Aktiven auf dem Campus der RUB und jenseits davon zu vernetzen.<ref>Nachhaltigkeit in der Universitätsbibliothek Bochum. In: Bibliotheksportal der RUB. UB Bochum, abgerufen am 16. September 2026.</ref>
Partnerschaften[Bearbeiten]
Die UB Bochum pflegt eine Anzahl lokaler, regionaler und (inter)nationaler Kooperationen. Eine jährliche Übersicht der Wichtigsten findet sich in ihren Jahresberichten.
Zu den langjährigen Partnerschaften der UB Bochum gehören:
- die Martin Optiz Bibliothek in Herne
- das Osteuropakolleg NRW
- das Deutsche Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst<ref name=":1">Vivian Strotmann (Hrsg.): Die Bibliothek als Erfolgsfaktor - 10 Jahre danach. In: OMP-Instanz der UB Bochum. UB Bochum, 27. April 2022, abgerufen am 16. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Bibliothek als Ausbildungsbetrieb[Bearbeiten]
Die UB Bochum bietet einerseits die Teilnahme an einem Dualen Bachelor-Studium "Bibliothek und Digitale Kommunikation” an. Andererseits kann dort die Ausbildung zum/zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste absolviert werden.<ref>Karriere in der Universitätsbibliothek Bochum. In: Bibliotheksportal der RUB. UB Bochum, abgerufen am 16. September 2026.</ref>
Lokale Besonderheiten[Bearbeiten]
Architektur[Bearbeiten]
Wie die RUB insgesamt<ref>Siehe: Cornelia Jöchner (ed.): Ausstellungskatalog "RUB: brutal schön". Online verfügbar unter: https://doi.org/10.46586/rub.153.129</ref> wurde die UB Bochum durch den Architekten Bruno Lambart<ref>Library, Ruhr University. (englisch). Verfügbar unter: https://www.sosbrutalism.org/cms/16032255 (zuletzt abgerufen am 16.09.2026)</ref> im architektonischen Stil des Brutalismus erbaut.
Die Bibliothek wurde als Freihandbibliothek für 1,5 Millionen Bände geplant, mit freiem Zugang von den Lesesälen zu den Magazinen. Ein offenes, großes Treppenhaus verbindet alle Geschosse, ergänzt durch Aufzugs- und Fluchtwegkerne, und gilt als einer der markantesten Räume des Campus. Die Konstruktion basiert auf einem Stahlbetonskelett mit einem Stützenraster von 7,5 × 7,5 m, das an das Grundraster des Universitätskomplexes angepasst ist. Typisch für den ursprünglichen Brutalismus sind die Sichtbarkeit des Betons und die klare räumliche Logik.<ref>Alexandra Apfelbaum: Skulpturale Inszenierung. Bruno Lamberts UB. In: Richard Hoppe-Sailer, Cornelia Jöchner, Frank Schmitz (Hrsg.): Ruhr-Universität Bochum. Architekturvision der Nachkriegsmoderne. Geb. Mann Verlag, Berlin 2015, S. 247–255.</ref>
Das stilisierte Bild des zentralen Treppenhauses ist Grundlage des 2021 entstandenen Logos der UB Bochum.<ref name=":1" />
Das Gebäude ist seit 2015 als denkmalwertig eingestuft.<ref>Vgl. Ilka Mecklenbrauck: Universitätsstandorte der 1960er und 1970er Jahre - Eine empirische Analyse von Rahmenbedingungen und Herausforderungen in der Wissensgesellschaft, S. 197. Online verfügbar unter http://dx.doi.org/10.17877/DE290R-16301. </ref>
Kunst am Gebäude[Bearbeiten]
Am Gebäude befinden sich mehrere Kunstwerke. Sowohl an der vorderen als auch der rückseitigen Facade ist ein Lichtkunstwerk (der Schriftzug “Universitätsbibliothek”) installiert, der vom Künstler Michell Kuball gestaltet wurde. Der Schriftzug datiert auf das Jahr 2005 und besteht aus 28 weißen Neonbuchstaben in der Schriftart „Futura light“. Diese werden per Zufallssteuerung an- und ausgeschaltet.<ref>Universitätsbibliothek Bochum. In: Kunst und Bau in Nordrhein-Westfalen. Baukultur Nordrhein-Westfalen e. V., abgerufen am 16. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am nordseitigen Ausgang des Gebäudes findet sich zudem ein Ziegelwandrelief von Henryk Dywan aus dem Jahr 1973 und eine große Reproduktion des Bildes Guernica von Pablo Picasso.
Das am Südforum der Universität gelegene Foyer der Universitätsbibliothek Bochum beheimatet die Kunstsammlung der Ruhr-Universität Bochum.
Sonderbestände[Bearbeiten]
Das Bestandskonzept der UB Bochum stellt die Bedarfe der Universitätsmitglieder der RUB ins Zentrum. Zusätzlich hierzu hält die UB Bochum verschiedene Sonderbestände.<ref>Sonderbestände. In: Bibliotheksportal der RUB. UB Bochum, abgerufen am 16. September 2026.</ref>
Gelehrtenbibliotheken und Sondersammlungen[Bearbeiten]
Als geschlossene Sammlungen im Bestand der UB Bochum erhalten sind die folgenden Sammlungen und Gelehrtenbibliotheken:<ref>Privatbibliotheken in der Universitätsbibliothek. In: Bibliotheksportal der RUB. UB Bochum, abgerufen am 16. September 2026.</ref>
- Marie-Jahoda-Sammlung zur Geschlechterforschung
- die Privatsammlung von Karl Eimermacher
- die Privatsammlung von Paul Ernst
- die Privatsammlung von Frederic Sutherland Ferguson
- die Privatbibliothek der Industriellenfamilie Alfried Krupp von Bohlen und Halbach
- die Privatbibliothek von Jürgen von Kempski
- die Privatbibliothek von Johann Baptist Schneyer
Hegelarchiv[Bearbeiten]
Seit dem 07.05.2026 können die Präsenzbestände der Hegel Forschungsbibliothek in der UB Bochum konsultiert werden. Mit ihren etwa 8.000 Titeln zählt sie international zu den bedeutendsten Forschungsbibliotheken zur Philosophie Hegels und lockt jedes Jahr zahlreiche Wissenschaftler:innen aus dem In- und Ausland an.
Bibliothek der Bonner Kommission für Zeitgeschichte[Bearbeiten]
Die Präsenzbibliothek, die zuvor in Bonn beheimatet war, befindet sich seit Juni 2026 in den Räumen der Universitätsbibliothek. Sie verfügt über einen Bestand von ca. 30.000 Veröffentlichungen, die sich vorwiegend mit der Geschichte des politischen Katholizismus und der katholischen Kirche in Deutschland seit Beginn des 19. Jahrhunderts befassen.
Weitere Sonderbestände[Bearbeiten]
Im Bestand der UB Bochum finden sich eine kleinere Anzahl von Altbeständen (z.B. Wiegendrucke), sowie eine Sammlung von Leporellos.
Geschichte[Bearbeiten]
Im Frühjahr 1962, dreieinhalb Jahre vor Aufnahme des Lehrbetriebes an der Ruhr-Universität, wurde die Arbeitsstelle zum Aufbau der Büchersammlungen für die Bibliothek und die Institute der Ruhr-Universität Bochum in der stillgelegten Zeche Klosterbusch im Lottental gegründet. Mit der Leitung der Arbeitsstelle war Rudolf Juchhoff, ehemaliger Direktor der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln betraut. 1963 folgte Günther Pflug, der 1967 zum Honorarprofessor ernannt wurde. Er konzipierte den „neuen Typ der Universitätsbibliothek“, der durch Freihandmagazine, Bibliotheksautomation und Koordinierung geprägt war. Von Beginn an katalogisierte die Universitätsbibliothek ihre Bestände mit Hilfe der EDV. Hiermit war sie europaweit Vorreiter auf diesem Gebiet.
Zum ersten Studiensemester (WS 1965/66) konnte die inzwischen offiziell zur Universitätsbibliothek avancierte Einrichtung im Gebäude IB den Ausleihbetrieb aufnehmen. 1972 zog die UB mit dem Großteil ihres Bestandes in die alte Mensa am Rande des Campus (gegenüber der Hochschule Bochum), der späteren Speicherbibliothek des Landes NRW (bis 2002).
Im Sommer 1974 konnte die Bibliothek nach fünf Jahren Planungs- und Bauzeit in ihr eigenes Gebäude auf der Hauptachse des Universitätskomplexes einziehen.<ref>Jörg Lorenz: "Archivsplitter", erschienen in RUBENS, Nr. 72. In: yumpu.com. Ruhr-Universität Bochum, 1. Juli 2002, abgerufen am 13. Juni 2023.</ref> Inzwischen hatte Bernhard Adams die Leitung der Universitätsbibliothek übernommen. 1975 wurde die Universitätsbibliothek Bochum EU-Dokumentationszentrum, im Juli 1978 erhielt die Universitätsbibliothek den offiziellen Status einer UN-depository library. Weil inzwischen beide Institutionen ihre Publikationen frei ins Internet stellen, wurden diese Einrichtungen 2013 bzw. 2014 geschlossen.
Die ersten Kataloge der UB waren Band-Kataloge, später folgten Mikrofiche-Kataloge, die mittlerweile vom OPAC (Online Public Access Catalog) abgelöst wurden. In der Ruhr-Universität wurde von Anfang an ein Gesamtkatalog der Bestände der Instituts- und Fachbibliotheken als Zettelkatalog (Zentralkatalog Monographien der Fachbibliotheken, ZKM) geführt. Inzwischen wurde der ZKM digitalisiert und ist als so genannter Imagekatalog in elektronischer Form abrufbar. Auch die Ausleihe erfolgte sehr früh elektronisch. Mit der Etablierung von BABSY (Bochumer Ausleih- und Verbuchungs-System) 1977 wurde ein weiterer großer Schritt gemacht. Das an der RUB entwickelte System wurde von vielen nordrhein-westfälischen Universitätsbibliotheken übernommen. Seit 2009 arbeitet die Bibliothek mit einem integrierten Bibliothekssystem der Firma SISIS.
Am 1. Mai 1996 übernahm die Slawistin Erdmute Lapp das Amt der Direktorin der Universitätsbibliothek. Seither wurden digitale Dienstleistungen sowie elektronische Bestände kontinuierlich ausgebaut. Die Bibliothek folgt dem Serviceparadigma und orientiert sich an der Benutzerfreundlichkeit. Sie kooperiert dazu mit Einrichtungen auf nationaler und internationaler Ebene.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Vorlage:Hinweisbaustein Koordinaten: 51° 26′ 42″ N, 7° 15′ 38″ O
{{#coordinates:51,445|7,2605555555556|primary
|dim=
|globe=
|name=
|region=DE-NW
|type=landmark
}}