The New School
| The New School | |
|---|---|
| Gründung | 1919 |
| Trägerschaft | privat |
| Ort | New York City, Vereinigte Staaten |
| Präsident | Dwight A. McBride<ref>About the President. The New School, abgerufen am 2. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> |
| Studierende | 9047 (Herbst 2020)<ref name="NewSchoolNCES21" /> |
| Mitarbeiter | 2040 Dozenten (Herbst 2020)<ref name="NewSchoolNCES21" /> |
| Stiftungsvermögen | 482,2 Mio. US-Dollar (2021)<ref name="Endowment21" /> |
| Website | newschool.edu |
The New School ist eine 1919 als New School for Social Research gegründete Universität in New York City. Die Universität besteht aus acht Fakultäten bzw. Schools; ihr Campus liegt im Greenwich Village in Manhattan. Sie zählt heute gemeinhin zu den prestigeträchtigsten Forschungseinrichtungen in den Sozialwissenschaften.
Geschichte[Bearbeiten]
Die New School for Social Research wurde 1919 von einer Gruppe von Intellektuellen gegründet, von denen einige an der Columbia University gelehrt hatten. Sie hatten eine kritisch-ablehnende Haltung zur Beteiligung der USA vertreten und wurden vom Präsidenten der Columbia University zensiert, was zur Gründung der neuen Universität führte. Die Gründungsmitglieder waren Charles A. Beard, Thorstein Veblen, James Harvey Robinson, Wesley Clair Mitchell, John Dewey und Alvin Johnson.<ref>Commentary and archival information about the New School from The New York Times</ref>
Ab 1997 trug die Universität den Namen New School University, seit 2005 trägt sie den heutigen Namen. Gleichzeitig ging der ursprüngliche Name auf die Fakultät für Politik- und Sozialwissenschaft über.
An der Universität kommen Wissenschaftler, Künstler und Designer zusammen, um überholte Konventionen zu beleuchten. Zu den Colleges und Graduiertenfakultäten gehört die Parsons School of Design (seit 1970), das Eugene Lang College of Liberal Arts, das College of Performing Arts, die New School for Social Research und Parsons Paris.
Das Konservatorium der New School ist das 1989 eingegliederte Mannes College of Music.
Ziele[Bearbeiten]
Studierende sollen dazu befähigt werden, sich den drängendsten sozialen Herausforderungen unserer Zeit zu stellen und sich, ebenso wie die Universität, für die Schaffung eines gerechteren, inklusiveren und sozial gerechteren Umfelds einzusetzen.<ref>About Us | The New School. Abgerufen am 10. August 2026.</ref>
Einflüsse[Bearbeiten]
Die New School steht in der Tradition der Verbindung von progressivem amerikanischem Gedankengut mit kritischer europäischer Philosophie und zählt zu den amerikanischen Hochschuleinrichtungen, die am stärksten von Immigranten geprägt wurden.<ref>Gerhard Probst: Hochschulen als Wirkungsstätten von Exilanten. In: John M. Spalek, Joseph Strelka (Hrsg.): Deutschsprachige Exilliteratur seit 1933 (= Studien zur deutschen Exilliteratur). Band 2, Teil 1. Francke, Bern 1989, ISBN 3-317-01159-9, S. 1446–1469.</ref>
An der New School lehr(t)en und studier(t)en viele Persönlichkeiten, siehe die Liste von Persönlichkeiten der New Yorker Universität The New School.
Eine der berühmtesten Einrichtungen der New School war der 1940 von Erwin Piscator eingerichtete Dramatic Workshop. Hier studierten u. a. Tennessee Williams, Marlon Brando, Tony Curtis und Harry Belafonte.
Exiluniversität[Bearbeiten]
Von Beginn an hatte die Universität enge Beziehungen zu Europa. Ihre Gründer formten sie in Anlehnung an die deutsche Volkshochschule. 1933 wurde innerhalb der Universität eine University in Exile<ref>P. Gostmann und T. Meyer, Formal Aspects of ,The Nature of Politics and Society'. An Analysis of the ,University in Exile', 1933–45. S. 89–114 in: Roczniki Nauk Społecznych 40/4, 2012.</ref> etabliert, an der über 180 immigrierte europäische Wissenschaftler Arbeit fanden. Ira Hirschmann wurde Vorstandsvorsitzender und bemühte sich erfolgreich, viele führende Intellektuelle aus Europa zu holen.<ref>David Morrison: Heroes, Antiheroes and the Holocaust – American Jewry and Historical Choice. Milah Press 1995, ISBN 0-9646886-0-3, S. 78.</ref> Nach der Niederlage Frankreichs im Juni 1940 kam eine Reihe angesehener französischer Sozialwissenschaftler hinzu, wie etwa der Anthropologe Claude Lévi-Strauss, der Sprachwissenschaftler Roman Jakobson und der Politikwissenschaftler Henri Bonnet. Aus dieser Tradition entstand später die Pariser Elitehochschule École des hautes études en sciences sociales (EHESS), mit welcher auch noch heute enge Beziehungen bestehen.
Zu den bekannten deutschsprachigen Professoren dieser Universität zählen Emil Lederer, Hanns Eisler, Wilhelm Reich, Alfred Schütz, Felix Kaufmann, Albert Salomon, Karen Horney, Erich Fromm, Karl Löwith, Max Wertheimer, Rudolf Arnheim, Marie Jahoda, Arnold Brecht, Hannah Arendt, Hans José Rehfisch, Eduard Heimann, Adolph Lowe und Hans Jonas. Bekannte Studenten waren Dan Flavin und John Weakland. Mit der Aufnahme des Lehrbetriebs 1934 erhielt die University in Exile den Namen Graduate Faculty of Political and Social Science. Im Rahmen eines Rebrandings, bei dem der offizielle Name der Universität als Ganzes zu New School verkürzt wurde, wurde die Graduate Faculty in New School for Social Research umbenannt.
Theodor-Heuss-Professur[Bearbeiten]
In Anerkennung der Verdienste, die sich die New School nach 1933 durch die Aufnahme der ins Exil gezwungenen Wissenschaftler erworben hat, finanziert die Bundesrepublik Deutschland seit 1962 eine nach Theodor Heuss benannte Gastprofessur<ref>Konferenz 50 Jahre Theodor-Heuss-Professur 21013</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Chronology of the Heuss Chair at the New School for Social Research ( vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref>, die jeweils für ein Jahr an einen prominenten Philosophen, Psychologen, Historiker, Soziologen, Ethnologen oder Wirtschaftswissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum vergeben wird. Bisherige Inhaber (Auswahl) waren folgende Personen:
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Gegenwart[Bearbeiten]
Zum gegenwärtigen Lehrkörper gehören bedeutende Sozialkritikerinnen wie Nancy Fraser.
Ende 2022 führten Studierende und Beschäftigte der New School einen 25 Tage währenden Streik durch, der die Rückbesinnung auf die Gründungsprinzipien der gemeinschaftlichen Selbstorganisation und soziale Gerechtigkeit forderte. Die Streikenden setzen die Lehre durch ein selbstorganisiertes Alternativprogramm fort.<ref>You are the New School. Abgerufen am 6. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Universitätsleitung drohte Beteiligten mit der Zurückhaltung von Lohnzahlungen und Beiträgen zur Krankenversicherung. Infolge des Streiks forderten Hochschulangehörige wie Trebor Scholz die Umwandlung zur genossenschaftlichen Universität nach internationalen Vorbildern.<ref>Trebor Scholz: The New School's quest for community self-governance. In: Co-operative News. 19. Dezember 2022, abgerufen am 23. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Michael McHugh: Newschool.coop? Envisioning a Cooperative University. In: Public Seminar. 30. August 2018, abgerufen am 23. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Zahlen zu den Studierenden, den Dozenten und zum Vermögen[Bearbeiten]
Im Herbst 2020 waren 9 047 Studierende an der New School eingeschrieben. Davon strebten 6 399 (70,7 %) ihren ersten Studienabschluss an, sie waren also undergraduates.<ref name="NewSchoolNCES21" /> Von diesen waren 75 % weiblich und 25 % männlich; 11 % bezeichneten sich als asiatisch, 5 % als schwarz/afroamerikanisch, 12 % als Hispanic/Latino und 33 % als weiß; weitere 30 % kamen aus dem Ausland.<ref name="NewSchoolNCES21" /> 2 648 (29,3 %) arbeiteten auf einen weiteren Abschluss hin, sie waren graduates.<ref name="NewSchoolNCES21" /> Es lehrten 2 040 Dozenten an der Universität, davon 406 in Vollzeit und 1 634 in Teilzeit.<ref name="NewSchoolNCES21" /> 2008 waren es 2 088 Dozenten gewesen, die 9 825 Studierende unterrichteten.
Der Wert des Stiftungsvermögens der Universität lag 2021 bei 482,2 Mio. US-Dollar, das waren 22,5 % mehr als der Wert von 393,5 Mio. US-Dollar, der für 2020 angegeben wurde.<ref name="Endowment21" /> 2009 waren es 176 Mio. US-Dollar gewesen.
Literatur[Bearbeiten]
- Claus-Dieter Krohn: Wissenschaft im Exil: deutsche Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler in den USA und die New School for Social Research. Campus Verlag, Frankfurt [u. a.] 1987.
- Peter M. Rutkoff, William B. Scott: New School: a history of the New School for Social Research. Free Press, New York 1986.
- Peter M. Rutkoff, William B. Scott: Die Schaffung der „Universität im Exil“. In: Ilja Srubar (Hrsg.): Exil, Wissenschaft, Identität. Die Emigration deutscher Sozialwissenschaftler 1933–1945. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1988, S. 106–141 (gekürzte, überarbeitete und übersetzte Fassung des 5. Kapitels von New School: a history of the New School for Social Research.)
- Daniel Bessner: New School for Social Research. In: Dan Diner (Hrsg.): Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur (EJGK). Band 4: Ly–Po. Metzler, Stuttgart/Weimar 2013, ISBN 978-3-476-02504-3, S. 354–358.
- Gerhard Probst: Hochschulen als Wirkungsstätten von Exilanten. In: John M. Spalek (Hrsg.): Deutschsprachige Exilliteratur seit 1933. Band 2, Teil 1, de Gruyter/Saur, Berlin/New York 1989, ISBN 978-3-317-01159-4, S. 1446–1469.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="NewSchoolNCES21"> College Navigator – The New School. In: Integrated Postsecondary Education Data System > College Navigator > The New School. National Center for Education Statistics (NCES), U.S. Department of Education, Institute of Education Sciences IES, 2020, abgerufen am 6. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Endowment21">Historic Endowment Study Data. In: NACUBO-TIAA Study of Endowments. National Association of College and University Business Officers NACUBO®, 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 5. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> </references>
Koordinaten: 40° 44′ 7,2″ N, 73° 59′ 49,3″ W
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