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Schneeball (Gattung)

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Schneeball
Datei:Viburnum maculatum Orjen Bijela gora.JPG

Orjen-Schneeball (Viburnum maculatum)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)
Gattung: Schneeball
Wissenschaftlicher Name
Viburnum
L.

Die Pflanzengattung Schneeball (Viburnum) gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae). Die je nach Auffassung 100 bis 200 Arten sind größtenteils in den gemäßigten bis subtropischen Gebieten der Nordhalbkugel verbreitet. Sorten einiger Arten und Hybriden werden als Zierpflanzen in Parkanlagen und Gärten verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Viburnum plicatum SZ38.png
Illustration von Japan-Schneeball (Viburnum plicatum)
Datei:Viburnum utile0.jpg
Blüten des Nützlichen Schneeballs (Viburnum utile)
Datei:Viburnum Betulifolium Fruits.jpg
Früchte von Viburnum betulifolium
Datei:Viburnum opulus a2.jpg
Früchte des Gemeinen Schneeballs (Viburnum opulus)

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Bei Viburnum-Arten handelt es sich um Sträucher oder seltener um kleine Bäume. Es gibt sowohl immergrüne als auch laubabwerfende Arten. Die Rinde der Zweige ist kahl oder flaumig behaart; die Haare (Trichome) können einfach, bündelig, sternförmig oder selten schuppenförmig sein. Die Winterknospen können Knospenschuppen besitzen.

Die meist gegenständig, selten auch wirtelig angeordneten Laubblätter sind gestielt. Sie sind meist einfach, seltener drei- oder fünflappig, und besitzen einen gezähnten oder glatten Blattrand. Es können kleine Nebenblätter vorhanden sein.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Endständig an den Zweigen oder an den Enden kurzer Zweige mit ein oder zwei Blattpaaren stehen in zusammengesetzten, trugdoldigen oder rispigen, zymösen Gesamtblütenständen wenigblütige Dichasien zusammen. Die Trag- und Deckblätter sind meist klein und fallen früh ab.

Die oft wohlriechenden, fünfzähligen Blüten sind in der Regel radiärsymmetrisch und klein, es gibt jedoch auch Arten, bei denen die Randblüten des Blütenstandes steril und vergrößert sind, manchmal auch nach außen etwas stärker vergrößert, so dass sie etwas zygomorph sind. In diesem Fall erinnern die Blütenstände an die mancher Hortensien-Arten, welche aber meist vierzählige Blüten haben. Bei der Gartenform des „gefüllten Schneeballs“ (Viburnum opulus ‘Roseum’) sind bei ballförmigen Blütenständen alle Blüten steril und vergrößert.

Die fünf Kelchblätter sind zu einer zylinderförmigen Röhre verwachsen, die in fünf kurzen Kelchzipfeln endet. Die Kelchröhre ist mit dem Fruchtknoten verwachsen. Die fünf meist weißen, seltener rosafarbenen bis rötlichen oder grünlichen Kronblätter sind röhrig, flach radförmig, breit glockenförmig oder stieltellerförmig verwachsen. Es ist nur ein Kreis mit fünf fertilen Staubblättern vorhanden. Die Staubfäden sind fadenförmig und die Staubbeutel öffnen sich mit einem Längsschlitz. In dem halbunterständigen, dreikammerigen Fruchtknoten ist aber nur eine Fruchtknotenkammer fertil und diese enthält nur eine einzige Samenanlage. Der kurze Griffel endet in einer schwach kopfigen bis dreilappigen Narbe.

Früchte[Bearbeiten]

Die einsamigen Steinfrüchte enthalten einen mehr oder weniger abgeflachten Steinkern und meist rotes oder blaues „Fruchtfleisch“. Die Steinfrüchte färben sich bei Reife rot, purpurfarben bis schwarz oder selten gelb.

Nutzung und Namensherkunft[Bearbeiten]

Viele Schneeball-Arten und ihre Hybriden werden wegen ihrer teils duftenden Blüten, die bei einigen Arten auch im Winter blühen, sowie wegen der auffälligen Früchte und teilweise auch wegen der Herbstfärbung des Laubes in Gärten und Parkanlagen kultiviert.

Ein sowjetischer Film von 1974 mit dem Titel Kalina Krassnaja (Калина красная) – in der deutschen Fassung Roter Holunder – spielt mit der Bedeutung dieser Pflanze in der slawischen Mythologie. Der Grund dürfte in der Herzform des Fruchtkerns liegen. Die Früchte vieler Arten können roh konsumiert werden oder sie werden traditionell nach dem ersten Frost zu einem gut riechenden Gelee (z. B. Warenje) als Brotaufstrich oder zur Teezugabe verkocht.

Der deutschsprachige Trivialname Schneeball dürfte seit dem 17. Jahrhundert gebräuchlich sein, da der sterile gefüllte Schneeball mit ballförmigen Blütenständen (Viburnum opulus ‘Roseum’) erst um 1594 entstand.<ref name="Dericks-Tan" />

Datei:Viburnum acerifolium.jpg
Viburnum acerifolium
Datei:Viburnum atrocyaneum (13982010500).jpg
Viburnum atrocyaneum
Datei:Viburnum burejaeticum.jpg
Viburnum burejaeticum
Datei:Viburnum carlesii B.jpg
Korea-Schneeball (Viburnum carlesii)
Datei:Viburnum nudum var. cassinoides 5497440.jpg
Viburnum cassinoides
Datei:Viburnum Berries.jpg
Viburnum davidii
Datei:Viburnum dentatum flowers.jpg
Blüten von Viburnum dentatum
Datei:Viburnum dilatatum03.jpg
Viburnum dilatatum
Datei:Viburnum edule 1208003.jpg
Viburnum edule
Datei:Viburnum-farreri-flowers.JPG
Duft-Schneeball (Viburnum farreri)
Datei:Viburnum furcatum0.jpg
Viburnum furcatum mit sterilen Randblüten
Datei:Viburnum globosum0.jpg
Viburnum globosum
Datei:Viburnum henryi - Flickr - peganum.jpg
Viburnum henryi
Datei:Viburnum japonicum cv1.jpg
Blütenstand von Viburnum japonicum
Datei:Viburnum lantana 001.jpg
Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
Datei:Viburnum lentago 02134.jpg
Kanadischer Schneeball (Viburnum lentago)
Datei:Viburnum lesquereuxii fossil.jpg
Fossiler Viburnum lesquereuxii
Datei:Viburnum nudum flowers.jpg
Blüten von Viburnum nudum
Datei:Viburnum obovatum - Marie Selby Botanical Gardens - Sarasota, Florida - DSC01618.jpg
Viburnum obovatum
Datei:Viburnum 01.JPG
Früchte des Gemeinen Schneeballs (Viburnum opulus)
Datei:Viburnum phlebotrichum 1.JPG
Viburnum phlebotrichum
Datei:Snowball Viburnum Viburnum plicatum Flower 1.jpg
Viburnum plicatum
Datei:1554-Viburnum prunifolium-DZ-8.12.JPG
Pflaumenblättriger Schneeball (Viburnum prunifolium)
Datei:Viburnum rhytidophyllum in bloom, Odessa.jpg
Runzelblatt-Schneeball (Viburnum rhytidophyllum)
Datei:Viburnum schensianum.jpg
Viburnum schensianum
Datei:Viburnum sieboldii 1.JPG
Viburnum sieboldii
Datei:Viburnum tinus (marfull) (16410082457).jpg
Mittelmeer-Schneeball (Viburnum tinus)

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Viburnum wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seiten 267–268,<ref name="SpPla" /> aufgestellt. Typusart ist Viburnum lantana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.

Die Gattung Viburnum wurde früher in die Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) gestellt. Wie auch die Holunder weisen sie aber einige abweichende Merkmale auf, beispielsweise die Steinfrüchte oder das Fehlen von Nektarien. Molekulargenetische Untersuchungen ergaben, dass sie zur Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae) gehört.

Die Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Gattung sind 2005 dagegen unklar. (Vergl. aber auch Richard C. Winkworth und Michael J. Donoghue, 2005<ref name="Winkw" />)

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Viburnum ist größtenteils in den gemäßigten bis subtropischen Gebieten der Nordhalbkugel verbreitet. Insbesondere Ostasien, aber auch Westasien, Nordamerika, Mittelamerika und Europa sowie das Atlasgebirge zählen zum Verbreitungsgebiet. Einige Arten findet man in den Anden der tropischen Gebiete. In Mitteleuropa sind nur zwei Arten, der Gewöhnliche Schneeball und der Wollige Schneeball, heimisch.

Diverse Quellen<ref name="Ecuad" /><ref name="FloraNicaragua" /> ordnen der Gattung Viburnum stark variierende Artenzahlen zu. Meist werden jedoch zwischen 100 und 200 Arten angeführt. Hier eine Auswahl der Arten:<ref name="GRIN" />

Hybriden:

  • Viburnum ×vetteri Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Zabel: Sie ist eine Hybride aus Viburnum lentago × Viburnum nudum.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Qiner Yang, Valéry Malécot: Adoxaceae In Viburnum textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik – textgleich mit gedrucktem Werk)
  • Rubina Akhter: Caprifoliaceae. In: S.I. Ali & M. Qaiser (Hrsg.): Flora of Pakistan. Band 174. University of Karachi u. Missouri Botanical Garden (St. Louis), Karachi u. St.Louis 1986, OCLC 180586559, Viburnum, S. 5 (Online Datum 1. Januar 2001 textgleich mit gedrucktem Werk – Abschnitt Beschreibung und Systematik).
  • Siegfried Danert et al: Blütenpflanzen 2. 1. Auflage. Band 4. Urania-Verlag, Leipzig 1994, ISBN 3-332-00497-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Schneeball (Viburnum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Carmen Ulloa Ulloa, Peter Møller Jørgensen: Trees and shrubs of the Andes of Ecuador (Árboles y arbustos de los Andes del Ecuador). Caprifoliaceae. Aarhus University Press u. a., Risskov u. a. 1993, ISBN 978-87-87600-39-2, Viburnum (Online – textgleich mit gedrucktem Werk).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Euro+Med"> E. von Raab-Straube (2017+): Viburnaceae. Datenblatt Viburnum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="SpPla"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1. Stockholm 1753, S. 267–268 (Online – Erstveröffentlichung von Viburnum eingescannt bei Botanicus Digital Library). </ref> <ref name="Winkw"> Richard C. Winkworth and Michael J. Donoghue: Viburnum phylogeny based on combined molecular data: implications for taxonomy and biogeography. In: Botanical Society of America, Inc. (Hrsg.): American Journal of Botany. Band 92, Nr. 4, 1. April 2005, ISSN 0002-9122, S. 653–666, doi:10.3732/ajb.92.4.653 (sowie Vollversion Online). </ref> <ref name="Dericks-Tan"> Jeanne S. E. Dericks-Tan, Gabriele Vollbrecht: Auf den Spuren der Wildfrüchte in Europa. Abadi-Verlag, Alzenau 2009, ISBN 978-3-00-021129-4, S. 258. </ref> <ref name="Ecuad"> Carmen Ulloa Ulloa, Peter Møller Jørgensen: Trees and shrubs of the Andes of Ecuador (Árboles y arbustos de los Andes del Ecuador). Caprifoliaceae. Aarhus University Press u. a., Risskov u. a. 1993, ISBN 978-87-87600-39-2, Viburnum (Online – textgleich mit gedrucktem Werk). </ref> <ref name="FloraNicaragua"> Viburnum bei Tropicos.org. In: Flora de Nicaragua. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Tropicos1"> Viburnum ayavacense. In: Tropicos. Missouri Botanical Garden, abgerufen am 1. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), siehe Synonyme und Verbreitungen). </ref> <ref name="Tropicos2"> Viburnum mathewsii. In: Tropicos. Missouri Botanical Garden, abgerufen am 3. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), siehe Synonyme und Verbreitungen). </ref> <ref name="Tropicos3"> Viburnum pichinchense. In: Tropicos. Missouri Botanical Garden, abgerufen am 3. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Tropicos4"> Viburnum reticulatum. In: Tropicos. Missouri Botanical Garden, abgerufen am 3. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), siehe Synonyme und Verbreitungen). </ref> <ref name="Tropicos5"> Viburnum triphyllum. In: Tropicos. Missouri Botanical Garden, abgerufen am 3. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), siehe Synonyme und Verbreitungen). </ref> <ref name="Tropicos6"> Viburnum urbanii. In: Tropicos. Missouri Botanical Garden, abgerufen am 3. April 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="FoT"> Yang Kuoh-Chen, Chiu Shau-Ting: Caprifoliaceae. In: Editorial Committee of the Flora of Taiwan (Hrsg.): Plants of Taiwan. Flora of Taiwan – Angiosperms, Dicotyledons [Diapensiaceae – Compositae]. 2. Auflage. Band 4. Editorial Committee of the Flora of Taiwan, Taipei 1998, ISBN 957-02-3121-1, Viburnum, S. 750 ff. (Online – textgleich mit gedrucktem Werk). </ref> </references>

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