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Ethylvinylether

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Strukturformel
Strukturformel von Ethylvinylether
Allgemeines
Name Ethylvinylether
Andere Namen
  • Vinylethylether
  • Agrisynth
  • Ethoxyethylen
Summenformel C4H8O
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit etherischem Geruch<ref name="GESTIS"/>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 203-718-4
ECHA-InfoCard 100.003.382
PubChem 8023
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 72,11 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,75 g·cm−3 <ref name="BGChem">Toxikologische Bewertung von Vinylethylether (PDF) bei der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Schmelzpunkt

−115 °C<ref name="BGChem" />

Siedepunkt

36 °C<ref name="BGChem" />

Dampfdruck
  • 231 hPa (0 °C)<ref name="BGChem" />
  • 570 hPa (20 °C)<ref name="BGChem" />
  • 1634 hPa (50 °C)<ref name="BGChem"/>
Löslichkeit

8,3 g·l−1 Wasser bei 15 °C<ref name="BGChem" />

Brechungsindex

1,3767 (20 °C)<ref name="CRC90_3_256">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-256.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225
P: 210​‐​233​‐​240​‐​403+235<ref name="GESTIS">Eintrag zu Ethylvinylether in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Toxikologische Daten

8,16 ml·kg−3 (LD50, Ratte, oral)<ref name=chemid>Eintrag zu Ethyl vinyl ether in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)Vorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar)</ref>

Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−167,4 kJ/mol<ref name="CRC90_5_26">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-26.</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Ethylvinylether oder Vinylethylether ist ein Zwischenprodukt (Monomer) bei der Herstellung von polymeren Klebstoffen. Die frühere versuchsweise Verwendung als Narkotikum wurde aufgrund von Komplikationen bei der Dosierung aufgegeben.

Darstellung und Gewinnung[Bearbeiten]

Ethylvinylether wird großtechnisch durch Reaktion von Acetylen (Ethin) mit Ethanol unter Anwesenheit stark basischer Substanzen hergestellt (Reppesche Vinylierungsreaktion). Temperaturen zwischen 150 und 180 °C sowie hoher Druck begünstigen die Umsetzung. Jährlich werden mehr als 1000 Tonnen Vinylethylether produziert (Stand 1988).

Eigenschaften[Bearbeiten]

Vinylethylether ist eine farblose, leichtflüchtige, brennbare Flüssigkeit von etherähnlichem Geruch, die bei Erwärmung spontan polymerisieren kann. Zur Stabilisierung wird dem Stoff daher festes Kaliumhydroxid, Diethylamin, Triethanolamin oder Hydrochinon beigefügt.<ref name="GESTIS"/>

Sicherheitstechnische Kenngrößen[Bearbeiten]

Vinylethylether bildet leicht entzündliche Dampf-Luft-Gemische. Die Verbindung hat einen Flammpunkt unterhalb von −45 °C.<ref name="GESTIS"/> Der Explosionsbereich liegt zwischen 1,7 Vol.‑% (50 g·m−3) als untere Explosionsgrenze (UEG) und 28 Vol.‑% (835 g·m−3) als obere Explosionsgrenze (OEG).<ref name="GESTIS"/> Die Zündtemperatur beträgt 200 °C.<ref name="GESTIS"/> Der Stoff fällt somit in die Temperaturklasse T4.

Verwendung[Bearbeiten]

Ethylvinyether wird neben der Synthese von Klebstoffen auch bei Ringöffnungsmetathese-Polymerisationen (kurz ROMP) zur Ablösung des Metallinitiators (siehe Grubbs-Katalysator) von dem propagierenden Kettenende benutzt. Durch Addition von Trifluoracetylchlorid kann 4-Ethoxy-1,1,1-trifluor-3-buten-2-on gewonnen werden.<ref>Patent EP2334645B1: Verfahren zur Synthese fluorierter cyclischer Verbindungen. Angemeldet am 25. September 2009, veröffentlicht am 6. November 2019, Anmelder: Solvay, Erfinder: Max Braun.‌</ref><ref>Patentanmeldung EP1803703A1: Verfahren zur Reinigung von Alkenonethern durch Ausfrieren. Angemeldet am 29. Dezember 2005, veröffentlicht am 4. Juli 2007, Anmelder: Solvay Fluor GmbH, Erfinder: Wolfgang Wiesenhäfer et al. („Halogenierte Alkenonether, beispielsweise 4-Ethoxy-1,1,1-trifluoro-3-buten-2-on ("ETFBO"), sind Bausteine in der chemischen Synthese. Man kann sie herstellen, indem man ein Säurechlorid mit einem Vinylether in Anwesenheit einer Base miteinander umsetzt; dabei kann die Base auch im Überschuss als Lösemittel eingesetzt werden.“).‌</ref>

Toxikologie[Bearbeiten]

Im Tierversuch erweist sich der Ethylvinylether als schwach toxisch (LD50 Ratte oral 8,16 ml/kg).<ref name=chemid/> Die Haut wird allenfalls schwach gereizt. Die narkotische Wirkung des Vinylethylethers tritt erst bei höheren Konzentrationen auf, wobei aber im Einzelfall schon früher Krämpfe, Atem- und Kreislaufdepressionen bis zum Atem- und Herzstillstand auftreten können.<ref name="BGChem" /> Aus diesem Grund wurde die Verwendung als Narkotikum<ref>Vgl. Chauncey D. Leake, Mei-Yü Chen: The anesthetic properties of certain unsaturated ethers. In: Proceedings of the Society for Experimental Biology and Medicine. Band 28, (November) 1930, S. 151–154.</ref> beim Menschen eingestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />