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River Wharfe

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Wharfe
Datei:Linton Falls, River Wharfe.jpg
River Wharfe mit den Linton Falls bei Grassington

River Wharfe mit den Linton Falls bei Grassington

Daten
Lage Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Flusssystem Humber (England)/Humber
Abfluss über Ouse → Humber → Nordsee
Zusammenfluss von Oughtershaw Beck und Green Field Beck bei Beckermonds, Langstrothdale Chase in den Yorkshire Dales
54° 13′ 2″ N, 2° 11′ 41″ W
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Mündung bei Cawood in den OuseKoordinaten: 53° 50′ 38″ N, 1° 7′ 47″ W
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Länge 97 km

Vorlage:Maplink

Der River Wharfe ist ein Fluss in der britischen Grafschaft Yorkshire. Sein Flusstal ist nach ihm als Wharfedale benannt.

Etymologie[Bearbeiten]

Es gibt eine Interpretation, nach der der Name aus dem Keltischen kommt und „gewunden“ bedeutet.<ref name=":0">Peter Norcliffe: The Strid in the River Wharfe: the most dangerous stretch of water in the world? 20. Mai 2023, abgerufen am 21. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Aber auch germanische Wurzeln werden angenommen, wobei das altenglische ‘weorf’ oder das altnordische ‘hverfr’ mit „winding river“ (= sich windender Fluss) zu übersetzen ist. Auch das sächsische Wort ‘guerf’ – im Englischen mit ‘swift’ zu übersetzen – würde auf ein schnell fließendes Gewässer hindeuten.<ref name=":1">River Wharfe. In: Yorkshire Dales Rivers Trust. Abgerufen am 21. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Volksmund wird ein sehr gefährlicher Flussabschnitt einfach nur „The Strid“ genannt, in der deutschen und internationalen Literatur wird er auch „Mörderbach“ genannt.<ref name=":2">Robin Hartmann: Bolton Strid – einer der tödlichsten Flussabschnitte der Welt? 19. Mai 2023, abgerufen am 21. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Wort „Strid“ leitet sich aus dem Altenglischen für „stryth“ ab und wird mit „Tumult, Aufruhr“ übersetzt (engl. tumolt, turmoil).<ref>Strid Wood and the Strid - Bolton Abbey Estate. 19. März 2015, abgerufen am 22. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Das Wort dale leitet sich von der altenglischen Wendung dæl ab, die mit dem deutschen Wort Tal oder auch Delle verwandt ist. Allerdings ist sowohl das Wort Tal wie auch das Wort valley mit dem Begriff dale über eine indogermanische Protosprache urverwandt.<ref>Dale - Etymology, Origin & Meaning. Abgerufen am 28. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Dale — Etymology, Origin & Word History. Abgerufen am 28. September 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Geologie[Bearbeiten]

Die Landschaft, die vom Wharfe durchflossen wird, ist auch von geologischem Interesse. Unter anderem hat das Wharfedale die in England mächtigste Schicht an sog. Millstone Grit – einem Sandstein – aufzuweisen, die hier bis zu 1225 m dick werden kann.<ref>BGS Lexicon of Named Rock Units - Result Details. Abgerufen am 22. Juli 2026.</ref>

Zudem ist auch das Wharfedale mit seinen Seitentälern von Karstlandschaften geprägt, die sich besonders ausgeprägt an dem Oberlauf des Flusses befinden. Diese auf den „limestone“ genannten Kalkformationen sind von Sandstein- und Schieferschichten durchzogen. Ihre Höhlenformationen stehen mit den Karstsystemen anderer Flusstäler unterirdisch in Verbindung. Sie gelten als die gefährlichsten Höhlensysteme von Großbritannien, da sie aktive Höhlen beinhalten, in denen das Wasser sehr schnell ansteigen kann, so dass Höhlenbegehungen tödlich enden können.<ref>Black Keld catchment area | GeoGuide. Abgerufen am 22. Juli 2026.</ref><ref>Mossdale Caverns. In: Yorkshire Dales National Park. Abgerufen am 22. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>The Mossdale Tragedy 1967. Abgerufen am 22. Juli 2026.</ref><ref>A.C. Waltham et al., Karst and Caves of Great Britain, Chapter 2 - The Yorkshire Dales karst; CHAPMAN & HALL; https://data.jncc.gov.uk/data/c144ac6d-f6d0-44e6-8356-62b6a9d62c96/gcr-v12-karst-and-caves-of-great-britain-c2.pdf; received 22.07.2026</ref>

In diese Felsformationen sind noch Vorkommen von Blei, Flussspat, Kohle, Baryt und Calcit eingebettet, die auch teilweise für abbauwürdig erachtet wurden, so dass es im oberen Wharfedale auch Bergbauaktivitäten gab, die aber heute nur noch musealen Wert haben.<ref>Yorkshire Dales National Parl Authority: Out of Oblivion: A landscape through time. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. April 2013; abgerufen am 22. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Yorkshire Dales National Park Authority - info@yorkshiredales.org.uk: Yorkshire Dales National Park - Kettlewell. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. Mai 2013; abgerufen am 22. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bie Böden in den Ursprungsgebieten des River Wharfe und seiner Nebengewässer sind torfig, unreif und sauer, was auch die Eigenschaften des Wassers beeinflußt.<ref>https://web.archive.org/web/20110929160212/http://www.yorkshiredales.org.uk/lca_wharfedale-littondale.pdf, über WaybackMachine, abgerufen 28.09.2026</ref>

Verlauf[Bearbeiten]

Das Tal des Flusses heißt Wharfedale. Auf einem großen Teil seines Laufs bildet der Wharfe die Grenze zwischen den Grafschaften West und North Yorkshire.

Seine Quelle befindet sich bei Langstrothdale Chase im Yorkshire Dales National Park.<ref name=":1" /> Von dort fließt er durch Kettlewell, Grassington, Bolton Abbey, Addingham, Ilkley, Otley, Wetherby, Tadcaster und mündet nach 97 Kilometern bei Cawood in den Ouse.<ref>River Wharfe. Abgerufen am 28. September 2026.</ref>

Südlich von Grassington passiert der Fluss die Linton Falls.<ref>Linton Falls. Abgerufen am 28. September 2026.</ref>

Hochwasser[Bearbeiten]

Nach starken Regenfällen durchbrach der Wharfe im November 2015 an mehreren Stellen im Bereich der Orte Ilkley, Otley und Pool-in-Wharfedale die Uferbefestigungen, was zu weitreichenden Überflutungen führte.<ref>Mark Tran: Flood warnings remain in northern England and Wales, in: The Guardian, 16. November 2015, abgerufen am 16. November 2015</ref>

Bolton Strid[Bearbeiten]

Der Fluss weist einen Abschnitt auf, der als einer der gefährlichsten Flussläufe der Welt gilt.<ref name=":0" /> Er befindet sich in der Nähe von Bolton Abbey und ist eine Engstelle im Flusslauf, die sich bis zu neun Meter in den Untergrund aus Kalkstein gegraben hat.<ref name=":1" /> Dieser Abschnitt ist sehr schmal und wirkt wie ein schmaler Bach, hat aber bei großer Tiefe gefährliche Unterströmungen und Hohlräume unter dem Ufer. Auch soll der Fluss bei Regenfällen sehr schnell um bis zu anderthalb Meter ansteigen. Warnschilder weisen darauf hin, die Nähe des Baches zu meiden. Seit dem Mittelalter sind zahlreiche Fälle von Menschen, die in diesem Gewässer zu Tode kamen, bekannt und dokumentiert. Im Allgemeinen soll es keine Möglichkeit des Entkommens mehr geben, wenn man einmal in den Fluss gefallen ist.<ref name=":2" />

Unglücksfälle und Rezeption[Bearbeiten]

Aus dem Mittelalter ist eine Sage um William de Romilly bekannt, der bei dem Versuch, den Strid zu überspringen, in diesen hineinfiel und zu Tode kam. Seine Mutter Alice de Romilly beauftragte auf Skipton Castle die aus Irland eingetroffenen Augustiner mit der Gründung des Klosters Bolton Abbey, damit sie für die Seele ihres Sohnes beten sollten. Williams Hund soll den Sprung nicht gewagt und daher überlebt haben. 1934 kam ebenda der Landschaftsmaler Arthur Reginald Smith zu Tode.<ref>colin: SMITH, Arthur Reginald. In: Not Just Hockney. 3. März 2015, abgerufen am 22. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 1998 wurde ein dort campendes Pärchen weit flussabwärts tot geborgen.<ref name=":0" /> Im Jahre 2010 starb ein 8-jähriger Junge, als er von den Uferfelsen abrutschte und in das Wasser fiel und sofort unter der Wasseroberfläche verschwand. Weitere Todesfälle von jungen Leuten aus dieser Zeit sind bekannt und wurden in der Lokalpresse bekanntgegeben.<ref>https://www.yorkshirepost.co.uk/news/people/this-is-why-the-river-wharfe-is-far-more-dangerous-than-most-people-think-2933763</ref>

Der englische Dichter William Wordsworth widmete dieser Gegend ein Gedicht. Die amerikanische Schriftstellerin Gertrude Atherton verfasste eine Kurzgeschichte über diesen Flussabschnitt und erwähnt hierin, dass dort offenbar Geister umgehen sollen.<ref name=":2" />

Mythologie[Bearbeiten]

Es wird angenommen, dass die Kelten eine Flussgöttin verehrt haben. Sie wird mit der von den Lingonen verehrten Verbeia in Verbindung gebracht.<ref>Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 1076.</ref><ref>Barry Cunliffe: Die Kelten und ihre Geschichte. Bergisch Gladbach 1980/1992, S, 77.</ref>

Ortschaften[Bearbeiten]

Entlang des Flusses Wharfe liegen die folgenden Ortschaften:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: River Wharfe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien