Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet
Das Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex) ist ein digitales Nachschlagewerk zur Bibelwissenschaft, das seit Mai 2007 von der Deutschen Bibelgesellschaft betrieben wird. Ziel des Projekts ist es, eine wissenschaftlich fundierte, zugleich frei zugängliche Informationsquelle zu zentralen Themen des Alten und Neuen Testaments bereitzustellen. Das Lexikon richtet sich vor allem an Theologiestudenten, Pfarrer, Religionspädagogen und Theologiedozenten.
Entstehung, Inhalte, Konzept, Ausrichtung und Aufbau[Bearbeiten]
WiBiLex wurde 2007 von Klaus Koenen<ref>Anlässlich des Ausscheidens von Koenen als Herausgeber im Jahr 2022 veranstaltete der Fachbereich 01, Evangelische und Katholische Theologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, vom 16. bis 17. Juni 2022 ein Symposium, dessen Beiträge anschließend in einem Tagungsband veröffentlicht wurden; Michaela Bauks u. a. (Hrsg.): (Vor)Formen und Funktionen enzyklopädischen Wissens im alten Israel und den angrenzenden Kulturen Symposium zu Ehren von Prof. Dr. Klaus Koenen, Stuttgart 2024.</ref> begründet und steht unter der Herausgeberschaft von Michaela Bauks und Michael Pietsch für das Alte sowie von Stefan Alkier für das Neue Testament.<ref>Vgl. die Vorstellungsseite von WiBiLex auf der Webseite der Deutschen Bibelgesellschaft [Zugriff am 3. Mai 2026].</ref> An der editorischen Arbeit sind darüber hinaus mehr als zwanzig Fachherausgeber beteiligt.<ref>Vgl. die Vorstellungsseite von WiBiLex auf der Webseite der Deutschen Bibelgesellschaft [Zugriff am 3. Mai 2026], dort auch Angaben zu ehemaligen Herausgebern und Fachherausgebern.</ref> Da WiBiLex ursprünglich als ausschließlich auf das Alte Testament ausgerichtetes Projekt begann und die systematische Ausweitung auf den zweiten Teil des christlichen Kanons erst einige Jahre später erfolgte, werden die beiden Projektbereiche weitgehend unabhängig voneinander bearbeitet; eine übergreifende redaktionelle Koordination besteht bislang nicht. Infolge dieser Projektstruktur beziehen sich Beiträge zu identischen Lemmata nicht notwendigerweise aufeinander.<ref>Mathias Litzenburger/Moisés Mayordomo: Das Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet. In: Verkündigung und Forschung 65/2 (2020), S. 158–162, hier: S. 161.</ref> Die Einträge werden ausschließlich von Forschern verfasst, die durch ihre besondere fachliche Qualifikation und einschlägigen Publikationen auf dem jeweiligen Themengebiet ausgewiesen sind,<ref>Vgl. die Vorstellungsseite von WiBiLex auf der Webseite der Deutschen Bibelgesellschaft [Zugriff am 3. Mai 2026].</ref> und behandeln biblische Bücher, Personen, Orte, zentrale Begriffe, Themen der Theologie und Religionsgeschichte sowie rezeptionsgeschichtliche und kulturwissenschaftliche Fragestellungen.<ref>Mathias Litzenburger/Moisés Mayordomo: Das Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet. In: Verkündigung und Forschung 65/2 (2020), S. 158–162, hier: S. 162.</ref> Zum Start 2007 verfügte das Lexikon über etwa 230 Artikel.<ref>Konrad Schmid: Wissenschaftliches Bibellexikon im Internet. In: Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft 120/1 (2008), S. 165.</ref> Bisher sind rund 2.000 Artikel<ref>Vgl. das thematische Verzeichnis aller WiBiLex-Artikel auf der Webseite der Deutschen Bibelgesellschaft [Zugriff am 3. Mai 2026].</ref> von etwa 600 Autoren<ref>Siehe: Liste der Autorinnen und Autoren auf der Webseite der Deutschen Bibelgesellschaft [Zugriff am 3. Mai 2026].</ref> verfasst worden – größtenteils zum Alten Testament. Angestrebt wird ein endgültiger Artikelbestand von etwa 3.000 Einträgen.<ref>Vgl. die Vorstellung auf der Startseite von WiBiLex, sowie das Verzeichnis der geplanten Stichworte [Zugriff am 3. Mai 2026].</ref>
Jeder Beitrag folgt einer klaren inhaltlichen Gliederung und schließt mit einem teils ausführlicheren, teils knapper gehaltenen Literaturverzeichnis ab. Fußnoten werden nicht verwendet,<ref>Vgl. den Autorenhinweis auf der Website der Deutschen Bibelgesellschaft [Zugriff am 3. Mai 2026].</ref> während In‑Text‑Zitationen je nach Artikel in unterschiedlichem Umfang eingesetzt werden.<ref>Vgl. den Autorenhinweis auf der Website der Deutschen Bibelgesellschaft [Zugriff am 3. Mai 2026].</ref> Die Artikel werden regelmäßig aktualisiert und spiegeln den aktuellen Stand der Forschung wider. Über Hyperlinks sind Querverbindungen zwischen einzelnen Artikeln sowie direkte Bezüge zu biblischen Textstellen hergestellt, die in unterschiedlichen Bibelübersetzungen einsehbar sind. Damit integriert WiBiLex klassische lexikalische Systematik in die Logik des digitalen Hypertextes.<ref>Mathias Litzenburger/Moisés Mayordomo: Das Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet. In: Verkündigung und Forschung 65/2 (2020), S. 158–162.</ref>
In seiner inhaltlichen Ausrichtung und seinem Anspruch an wissenschaftliche Genauigkeit steht WiBiLex in der Tradition großangelegter theologischer Lexika wie der Theologischen Realenzyklopädie, dem Reallexikon für Antike und Christentum oder Religion in Geschichte und Gegenwart, unterscheidet sich jedoch durch seine konsequent digitale, offene Form.<ref>Mathias Litzenburger/Moisés Mayordomo: Das Wissenschaftliche Bibellexikon im Internet. In: Verkündigung und Forschung 65/2 (2020), S. 158–162, hier: S. 162.</ref> Es ist als Fachressource konzipiert, die sich sowohl an Studenten und Forscher der Theologie, Pfarrer und Religionspädagogen richtet.<ref>Vgl. die Vorstellung auf der Startseite von WiBiLex auf der Webseite der Deutschen Bibelgesellschaft.</ref> Das Lexikon stellt einen integralen Bestandteil der Internetplattform bibelwissenschaft.de dar, auf der darüber hinaus weitere wissenschaftliche Projekte<ref>Nathanael Lüke: www.bibelwissenschaft.de. Das wissenschaftliche Portal der Deutschen Bibelgesellschaft. In: Forum Exegese und Hochschuldidaktik Verstehen von Anfang an 3/2 (2018), S. 99–104.</ref> zugänglich sind, darunter das religionspädagogische WiReLex<ref>Siehe die Vorstellung von WiReLex auf der Webseite der Deutschen Bibelgesellschaft [Zugriff am 3. Mai 2026].</ref> und das frei verfügbare, peer-reviewte eJournal Die Bibel in der Kunst (BiKu).<ref>Vgl. die Selbstvorstellung der Zeitschrift auf der Internetseite der Deutschen Bibelgesellschaft [Zugriff am 3. Mai 2026]. </ref> Wibilex kooperiert eng mit dem Bibel+Orient Museum der Universität Freiburg i.Ü.
Weblinks[Bearbeiten]
Anmerkungen[Bearbeiten]
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