Neckarstadt-Ost
Neckarstadt-Ost Stadt Mannheim
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(35055)&title=Neckarstadt-Ost 49° 30′ N, 8° 29′ O
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| Fläche: | 6,04 km² | |||||
| Einwohner: | 35.055 (31. Dez. 2025)<ref name="EW2025">Stadt Mannheim, Kommunale Statistikstelle: Bevölkerungsbestand 2025 in kleinräumiger Gliederung. (PDF) März 2026, abgerufen am 28. September 2026.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 5.804 Einwohner/km² | |||||
Alte Feuerwache, Neckarufer-Nord-Bebauung und Kurpfalzbrücke
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Neckarstadt-Ost ist einer der sechs inneren Stadtbezirke von Mannheim und liegt am rechten Ufer des Neckars.
Geographie[Bearbeiten]
Der Stadtbezirk ist mit der Innenstadt durch zwei Straßenbrücken verbunden, der Kurpfalzbrücke und der Friedrich-Ebert-Brücke, über die die Bundesstraße 38 führt. Beide Brücken werden auch von Straßenbahnen genutzt. Außerdem verbindet eine Fußgängerbrücke, die auch als Neckarsteg bezeichnet wird, die Neckaruferbebauung Nord mit dem in der Oststadt gelegenen Collini-Center. Benachbarte Stadtbezirke sind Feudenheim, Innenstadt/Jungbusch, Käfertal, Schwetzingerstadt/Oststadt, Waldhof und Neckarstadt-West.<ref>Stadt Mannheim: Stadtgebiet und Flächennutzung. Abgerufen am 28. September 2026.</ref>
Der Stadtbezirk ist seit dem 1. Januar 2020 in vier Stadtteile untergliedert.<ref>Stadt Mannheim: Stadtbezirks- und Stadtteildaten auf einen Blick. Abgerufen am 28. September 2026.</ref> Westlich der B 38 befinden sich die dicht besiedelte Neckarstadt-Ost, nördlich angrenzend Herzogenried und die Neckarstadt-Nordost. Östlich der Bundesstraße liegt der Stadtteil Wohlgelegen („wohl gelegen“, in früheren Zeiten hochwassersicher auf dem Hochgestade oberhalb des Neckars).<ref>Stadtarchiv Mannheim: STADTPUNKTE – Mannheimer Geschichte vor Ort, Neckarstadt Ost, Hauptfriedhof (PDF 1,2 MB).</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde Mannheim 1689 zerstört und die Einwohner mussten fliehen. Wenige der Vertriebenen ließen sich jenseits des Neckars auf den Sandhügeln (im „Wohlgelegen“) nieder, nannten ihre Niederlassung „Neu-Mannheim“ und fristeten in ärmlichen Hütten ein kümmerliches Leben. Nach Änderung der Lage rissen sie 1699 ihre Hütten nieder und zogen wieder in die Stadt.<ref>Rieger, J. G. Historisch-topographisch-statistische Beschreibung von Mannheim (1824), Seite 88–90, abrufbar unter Heidelberger historische Bestände – digital, Universitätsbibliothek Heidelberg.</ref> Dies hatte allerdings keine Auswirkung auf die Entwicklung der heutigen Neckarstadt-Ost.
1827 gründete Paolo Giulini nördlich des Neckars auf dem Grohof im „Wohlgelegen“ eine chemische Fabrik, die 1854 im Verein chemischer Fabriken aufging. 1842 wurde angrenzend der neue Hauptfriedhof jenseits des Neckars seiner Bestimmung übergeben. In den 1870er Jahren wurde an der Käfertaler Straße auf dem Gelände, das zuvor nur als unterirdisches Bierlager genutzt worden war, eine Brauerei errichtet, aus der die spätere Privatbrauerei Eichbaum hervorging. Das Krematorium ging 1901 in Betrieb. Im gleichen Jahr zog das Grenadierregiment 110 in die neue Kaiser-Wilhelm-Kaserne (nach 1945 US-Kaserne Turley Barracks) auf dem früheren Exerzierplatz ein.
Im Frühjahr 1902 erhielten die Straßen im ehemaligen Gewann Lange Rötter im Rahmen der beginnenden Wohnbebauung ihre Namen. Als Weiteres folgte ein Wohngebiet im Bereich zwischen Brauerei und Kaserne. Das Landesgefängnis (Justizvollzugsanstalt Mannheim) wurde 1909 fertiggestellt. Der Bau der „Städtischen Krankenanstalten“ (heute Universitätsklinikum Mannheim) im bisherigen Neckarpark zog sich nach 1910 über Jahre hin und wurde erst 1922 bezogen, der Neckarpark bereits 1917 als öffentliche Anlage geschlossen. 1913 wurde die Uhlandschule fertiggestellt, 1923 daneben die Melanchthonkirche. Nach 1922 erfolgte der Ausbau des Neckarufers oberhalb der Friedrichsbrücke (heute Kurpfalzbrücke) und die Errichtung von 200 Wohnungen auf dem Gewann Schafweide. 1926 wurde die Friedrich-Ebert-Brücke eröffnet.
1963 erfolgte der Umzug der Mannheimer Mess auf den „Neuen Meßplatz“, nachdem diese seit 1876 auf dem „Alten Meßplatz“ stattgefunden hatte. Mitte der 1970er Jahre wurde die Herzogenried-Siedlung in zeitlichem und räumlichem Zusammenhang mit der Bundesgartenschau 1975 am Herzogenriedpark erbaut, der etappenweise ab 1928 errichtet worden war. Mit dem Abzug der US-Streitkräfte wurde 2007 die Turley-Kaserne aufgegeben und ist Bestandteil der Konversionsmaßnahmen.
Politik[Bearbeiten]
Neckarstadt-Ost ist einer der sechs inneren Stadtbezirke. Nach der Hauptsatzung der Stadt Mannheim hat der Stadtbezirk einen Bezirksbeirat mit zwölf Mitgliedern.<ref name="Hauptsatzung">Hauptsatzung der Stadt Mannheim. (PDF) Stadt Mannheim, abgerufen am 28. September 2026.</ref> Bei deren Bestellung soll das bei der jeweils letzten regelmäßigen Gemeinderatswahl im Stadtbezirk erzielte Wahlergebnis der im Gemeinderat vertretenen Parteien und Wählervereinigungen berücksichtigt werden.<ref>Geschäftsordnung für den Bezirksbeirat der Stadt Mannheim. (PDF) Stadt Mannheim, abgerufen am 28. September 2026.</ref> Die Bezirksbeiräte sind zu wichtigen Angelegenheiten, die ihren Stadtbezirk betreffen, zu hören und beraten die örtliche Verwaltung.
| Partei | 2024<ref name="GRW2024">Ergebnisse der Gemeinderatswahl – Gemeinderatswahl 2024, Übersicht Sitze Bezirksbeiräte. Stadt Mannheim, abgerufen am 28. September 2026.</ref> | 2019<ref>Bezirksbeirat Neckarstadt-Ost. Stadt Mannheim, abgerufen am 5. November 2019.</ref> | 2014 | 2009 | 2004 | 1999 | 1994 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| SPD | 3 | 3 | 3 | 4 | 5 | 5 | 5 |
| Grüne | 3 | 3 | 3 | 3 | 2 | 1 | 2 |
| CDU | 2 | 2 | 2 | 3 | 4 | 6 | 4 |
| FDP | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| Die Linke | 1 | 1 | 1 | 1 | 0 | – | – |
| Freie Wähler-ML / Mannheimer Liste | 1 | 1 | 1 | 0 | 1 | 0 | 0 |
| AfD | 1 | 1 | 1 | – | – | – | – |
Wirtschaft und öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]
In Neckarstadt-Ost/Wohlgelegen befinden sich das Universitätsklinikum Mannheim und der städtische Hauptfriedhof. Das Universitätsklinikum Mannheim ist seit dem 1. Januar 2026 Teil des Verbunds der Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim.<ref>Stadt Mannheim: Universitätsklinika-Verbund gestartet. 13. Januar 2026, abgerufen am 28. September 2026.</ref> An der Kurpfalzbrücke befinden sich die Kulturzentren Alte Feuerwache und Capitol.
Im Norden liegt die Justizvollzugsanstalt Mannheim mit 730 Haftplätzen, davon 691 im geschlossenen und 39 im offenen Vollzug.<ref>Zuständigkeiten. Justizvollzugsanstalt Mannheim, 22. Juli 2025, abgerufen am 28. September 2026.</ref> Eine grüne Oase bildet der Herzogenriedpark. In dessen Nähe liegt auf dem Gelände der 2007 von den US-Streitkräften aufgegebenen Turley Barracks das Konversionsquartier Turley. Die 12,6 Hektar große Fläche wird von der städtischen Entwicklungsgesellschaft MWSP entwickelt und umfasst unter anderem Wohn-, Gewerbe-, Forschungs-, Kultur- und Gemeinbedarfsnutzungen.<ref>Stadt Mannheim: Turley Barracks. Abgerufen am 28. September 2026.</ref>
Auf dem Gelände an der Käfertaler Straße befindet sich der langjährige Produktionsstandort der Privatbrauerei Eichbaum. Nach einer Insolvenz stellte die Brauerei den Geschäftsbetrieb zum 30. September 2026 ein; die Marke Eichbaum wird seit Oktober 2026 von Park & Bellheimer fortgeführt. Hier befinden sich ebenfalls der Sitz der regionalen Tageszeitung Mannheimer Morgen und des privaten Radiosenders Radio Regenbogen. Der Alte Messplatz, der von der Alten Feuerwache, dem Projekt ALTER des Vereins POW und dem Capitol flankiert wird, ist der Dreh- und Angelpunkt zwischen der Neckarstadt-West und der Neckarstadt-Ost.<ref>Stadt Mannheim: Alter Meßplatz Süd: Grundsatzbeschluss für Platzgestaltung. 8. Mai 2025, abgerufen am 28. September 2026.</ref> Auf dem Gelände findet nicht nur das Stadtteilfest statt, sondern er dient mit seinen Wasser- und Lichtinstallationen auch als Treffpunkt für Jung und Alt.
Verkehr[Bearbeiten]
Am 30. Juni 2006 wurde die Neubaustrecke Schafweide nördlich der Neckaruferbebauung Nord in Betrieb genommen. Der Stadtbezirk wird heute durch mehrere Stadtbahnstrecken der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) erschlossen. Im seit dem 1. Juni 2026 geltenden Liniennetz verkehren im beziehungsweise am Stadtbezirk die Linien 1, 2, 3, 4, 5 und 7.<ref>Neues Liniennetz ab 1. Juni 2026. Rhein-Neckar-Verkehr GmbH, abgerufen am 28. September 2026.</ref><ref>Liniennetz-Pläne herunterladen. Rhein-Neckar-Verkehr GmbH, abgerufen am 28. September 2026.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- 125 Jahre Neckarstadt e. V. (Hrsg.): 125 Jahre Neckarstadt – Ein Stadtteil feiert Geburtstag. Mannheim 1997.
- Hans-Joachim Hirsch: Mannheim-Neckarstadt. Ein Stadtteil von den Anfängen bis in die Nachkriegszeit. Hrsg.: Ulrich Nieß (= Schriftenreihe MARCHIVUM. Nr. 8). Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2022, ISBN 978-3-95505-330-7.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Weblinks[Bearbeiten]
- Stadt Mannheim: Neckarstadt-Ost. Abgerufen am 28. September 2026.
- Stadt Mannheim, Kommunale Statistikstelle: Bevölkerungsstatistik. Abgerufen am 28. September 2026.