Gleichheitszeichen
=
| |
|---|---|
| Mathematische Zeichen | |
| Arithmetik | |
| Pluszeichen | + |
| Minuszeichen | −, ⁒ |
| Malzeichen | ⋅, × |
| Geteiltzeichen | ∶, ÷, / |
| Plusminuszeichen | ±, ∓ |
| Vergleichszeichen | <, ≤, =, ≥, > |
| Wurzelzeichen | √ |
| Prozentzeichen | % |
| Analysis | |
| Summenzeichen | Σ |
| Produktzeichen | Π |
| Differenzzeichen, Nabla | ∆, ∇ |
| Prime | ′ |
| Partielles Differential | ∂ |
| Integralzeichen | ∫ |
| Verkettungszeichen | ∘ |
| Unendlichzeichen | ∞ |
| Geometrie | |
| Winkelzeichen | ∠, ∡, ∢, ∟ |
| Senkrecht, Parallel | ⊥, ∥ |
| Dreieck, Viereck | △, □ |
| Durchmesserzeichen | ⌀ |
| Mengenlehre | |
| Vereinigung, Schnitt | ∪, ∩ |
| Differenz, Komplement | ∖, ∁ |
| Elementzeichen | ∈ |
| Teilmenge, Obermenge | ⊂, ⊆, ⊇, ⊃ |
| Leere Menge | ∅ |
| Logik | |
| Folgepfeil | ⇒, ⇔, ⇐ |
| Allquantor | ∀ |
| Existenzquantor | ∃ |
| Konjunktion, Disjunktion | ∧, ∨ |
| Negationszeichen | ¬ |
Das Gleichheitszeichen (=, auch Ist-gleich-Zeichen genannt<ref name="DWDS" />) steht in der Mathematik, der formalen Logik und in den exakten Naturwissenschaften zwischen zwei in ihrem Wert gleichen Ausdrücken.
Geschichte[Bearbeiten]
Vorlage:BildFloat In der antiken und mittelalterlichen Mathematik<ref name="Helle" /> wurde die Gleichheit zweier Ausdrücke noch wörtlich (z. B. est egale für „ist gleich“) hingeschrieben. Descartes (1596–1650) kürzte dies durch das Zeichen ᴂ – also durch ein um 180° gedrehtes æ (für lat. aequalis) ab, wobei in der Folgezeit der Querstrich mehr und mehr weggelassen wurde und es sich zu einem gespiegelten ∝ veränderte.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
Als Begründer des modernen Gleichheitszeichens gilt der walisische Mathematiker Robert Recorde (1510–1558) mit seiner Schrift The Whetstone of Witte (1557), dt. Der Wetzstein des Wissens. Er begründete die zwei parallelen Striche für ein Gleichheitssymbol durch den frühneuenglischen Satz … bicause noe.2.thynges,can be moare equalle. (heutiges Englisch: because no two things can be more equal, „weil keine zwei Dinge gleicher sein können“).<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref>
Die Einführung des in England bereits verwendeten = erfolgte auf dem europäischen Kontinent vermutlich erst durch Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716).
Darstellung[Bearbeiten]
Das Gleichheitszeichen wird ASCII mit 61 (dezimal) kodiert, damit als Unicode U+003D (61 dezimal = 3D hexadezimal). Es kann in HTML durch =, = oder = ersetzt werden.
Verwendung[Bearbeiten]
Allgemeine Verwendung[Bearbeiten]
Die Glyphe = wird allgemein zur Darstellung von Sachverhalten der Entsprechung, Gleichheit oder Identität, in Mathematik, Informatik und Technik auch der Zuweisung im Sinne einer nachfolgenden Gleichverwendung eingesetzt.
Das Gleichheitszeichen wird häufig als Ersatzzeichen des Doppelbindestrichs ⹀ (U+2E40) bzw. dessen japanischer Variante ゠ (U+30A0) verwendet.
In der Elektrotechnik dient das Gleichheitszeichen zur Kennzeichnung für Gleichspannung.
Das Gleichheitszeichen und seine Abwandlungen Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.[Bearbeiten]
Es gibt auch abgewandelte Formen mit anderer Bedeutung:
- Das Entspricht-Zeichen ( ≙ )
- Das Rundungszeichen ( ≈ ) mit der Bedeutung ungefähr gleich / gerundet.
- Das Ungleichheitszeichen ( ≠ ) ist ein durchgestrichenes Gleichheitszeichen und wird eingesetzt, wenn die Ungleichheit zweier Zahlen dargestellt werden soll.
- Das Identisch-Zeichen ( ≡ ) ist eine Form mit drei waagerechten Strichen und wird eingesetzt, wenn zwei arithmetische Ausdrücke identisch sind.
- Abwandlungen mit Doppelpunkt ( := ) und ( =: ) werden in der Mathematik benutzt, um eine Definition einer Seite durch die andere Seite darzustellen. Dabei stehen die Doppelpunkte immer bei dem zu definierenden Objekt. Das früher dafür verwendete ≡ soll in diesem Sinne nicht mehr verwendet werden (DIN 1302), aber Formen wie <math>{=}_{\mathrm{def}}</math> (DIN 1302) oder <math>{} \stackrel{\mathrm{def}}{=}</math> (ISO 31-11) sind möglich.<ref name="Ebel" />
- Beispielsweise kann man die Menge <math>A</math> folgendermaßen definieren:
- <math>A\ \stackrel{\mathrm{def}}{=}\ \{2;4;7;9\}\ \mathrm{oder}\ A := \{2;4;7;9\}\ \mathrm{oder}\ \{2;4;7;9\} =: A</math>.
In Programmiersprachen, die von C abgeleitet sind, wird das (einfache) Gleichheitszeichen für die Wertzuweisung verwendet. Als Vergleichsoperator hingegen dient in diesen Sprachen meistens ein doppeltes Gleichheitszeichen ( == ). In Fortran wird .EQ. für den Vergleichsoperator verwendet. In Sprachen der Pascal-Familie wiederum wird ein := für die Zuweisung verwendet (im Vorläufer Algol 60 diese Zeichenkombination oder auch ein „←“) und das Gleichheitszeichen als Vergleichsoperator. Es gibt auch Sprachen, wie z. B. BASIC, in denen es vom Kontext her stets eindeutig ist, ob es sich um eine Zuweisung oder einen Vergleich handelt, und die deshalb das Gleichheitszeichen sowohl für den Zuweisungs- als auch den Vergleichsoperator benutzen.
Ungleichheitszeichen Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.[Bearbeiten]
Da das Zeichen für Ungleichheit ≠ nicht im ASCII-Zeichensatz verfügbar ist, verwenden verschiedene Programmiersprachen Digraphen wie <> (Pascal, BASIC), /= (Ada), != (C, C++) oder ~= (ML); Fortran verwendet .NE. (englisch: not equal, nicht gleich).
Mathematische Äquivalenzzeichen[Bearbeiten]
| Äquivalenzzeichen | Negierte Äquivalenzzeichen | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Z. | Unicode | Unicode dezimal | Bedeutung | Beschreibung | Z. | Unicode | Unicode dezimal | Bedeutung | Beschreibung | |
| = | U+003D |
61 | gleich | ≠ | U+2260 |
8800 | ungleich; nicht gleich<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. | |||
| ≡ | U+2261 |
8801 | kongruent, identisch | ≢ | U+2262 |
8802 | nicht kongruent<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. | |||
| ∼ | U+223C |
8764 | ähnlich | Tilde | ≁ | U+2241 |
8769 | nicht ähnlich | ||
| ≐ | U+2250 |
8784 | Grenzwertannäherung | |||||||
| ≃ | U+2243 |
8771 | asymptotisch gleich | ≄ | U+2244 |
8772 | asymptotisch ungleich<templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. | |||
| ≂ | U+2242 |
8770 | Minustilde | |||||||
| ≅ | U+2245 |
8773 | ungefähr gleich (angloamerikan., nach DIN nur für asymptotisch gleich (≃) zulässig), isomorph, kategorientheoretisch isomorph |
≆ | U+2246 |
8774 | ungefähr, aber nicht genau gleich | |||
| ≇ | U+2247 |
8775 | weder ungefähr noch genau gleich | |||||||
| ≊ | U+224A |
8778 | ungefähr gleich oder gleich | |||||||
| ≈ | U+2248 |
8776 | ungefähr gleich / gerundet (ugs.: fast gleich) | Doppeltilde | ≉ | U+2249 |
8777 | nicht ungefähr gleich (ugs.: nicht fast gleich) | Doppeltilde durchgestrichen | |
| ≋ | U+224B |
8779 | Dreifachtilde | |||||||
| ≗ | U+2257 |
8791 | ungefähr gleich | |||||||
| ≒ | U+2252 |
8786 | ungefähr gleich oder Bild | ≓ | U+2253 |
8787 | Bild oder ungefähr gleich | |||
| ≌ | U+224C |
8780 | alles gleich | |||||||
| ≍ | U+224D |
8781 | äquivalent | |||||||
| ≣ | U+2263 |
8803 | genau äquivalent | |||||||
| ≎ | U+224E |
8782 | geometrisch äquivalent | |||||||
| ≏ | U+224F |
8783 | Differenz zwischen | |||||||
| ≑ | U+2251 |
8785 | geometrisch gleich | |||||||
| ≚ | U+225A |
8794 | gleichwinklig | |||||||
| ≔ | U+2254 |
8788 | ergibt sich aus (für Definition linksseitig (:=) nicht vorgesehen) | ≕ | U+2255 |
8789 | ergibt sich nicht aus (für Definition rechtsseitig (=:) nicht vorgesehen) | |||
| <math>:=</math> | Definition linksseitig | Doppelpunkt + Gleichheitszeichen | <math>=:</math> | Definition rechtsseitig | Gleichheitszeichen + Doppelpunkt | |||||
| ≜ | U+225C |
8796 | gleich nach Definition | |||||||
| ≝ | U+225D |
8797 | ||||||||
| <math>\stackrel{!}{=}</math> | soll gleich (beispielsweise in Beweiseinleitungen) | |||||||||
| ≙ | U+2259 |
8793 | entspricht | |||||||
| ≘ | U+2258 |
8792 | entspricht (unüblich) | |||||||
| ≞ | U+225E |
8798 | gemessen | |||||||
| ≟ | U+225F |
8799 | vielleicht gleich | |||||||
| ≛ | U+225B |
8795 | Stern ist gleich | |||||||
| ≖ | U+2256 |
8790 | Kreis in Gleichheitszeichen | |||||||
- <templatestyles src="FN/styles.css" /> Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden. DIN 1302 schreibt senkrechte Durchstreichung vor, erlaubt aber das schräge Durchstreichen, „Vorlage:Str trim“. ISO 31 lässt beide Formen generell zu.<ref name="Ebel" />
Weblinks[Bearbeiten]
- Hilfe:TeX#Vergleichszeichen
- Unicode: Mathematical Operators Block auf www.unicodeplus.com
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="DWDS"> … und „Istgleichzeichen“ geschrieben; siehe auch im DWDS, unter Gleichheitszeichen, ebenda auch mit „Istgleichzeichen“ (abgerufen am 15. November 2018). </ref> <ref name="Ebel"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Helle"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> </references>