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120 BPM

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Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2017
Länge 143 Minuten
Altersfreigabe

</ref>

Stab
Regie Robin Campillo
Drehbuch Robin Campillo
Produktion Hugues Charbonneau,
Marie-Ange Luciani
Musik Arnaud Rebotini
Kamera Jeanne Lapoirie
Schnitt Robin Campillo,
Stephanie Leger,
Anita Roth
Besetzung

120 BPM (Originaltitel 120 battements par minute, franz. für „120 Schläge pro Minute“, englischsprachiger Festivaltitel: BPM (Beats Per Minute)) ist ein französisches Filmdrama von Robin Campillo, das am 20. Mai 2017 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes seine Weltpremiere feierte, dort im internationalen Wettbewerb um die Goldene Palme konkurrierte und am 23. August 2017 in die französischen Kinos kam.

Handlung[Bearbeiten]

In Paris in den 1990er Jahren. Eine Aktivistengruppe von Act Up, einem ursprünglich 1987 in New York entstandenen Interessenverband, der das Ziel verfolgt, durch neue öffentlichkeitswirksame Aktionen mehr Dynamik und Politisierung in die Thematisierung von AIDS zu bringen und mit Lobby-Arbeit politischen Druck auszuüben, fordert auch in Frankreich gegen die Krankheit mehr Anti-Aids-Forschung, Aufklärung und Betreuung. Allen voran der radikale Sean Dalmazo von Act Up Paris<ref name="epdfilmSchweizerhof">Barbara Schweizerhof: Cannes 2017: Gemischte Gefühle In: epd Film, 26. Mai 2017.</ref>, der gemeinsam mit dem Anführer Thibault, der ehrgeizigen Sophie und Nathan, der neu in der Gruppe ist, Klassenzimmer für Aufklärungskampagnen kapert und mit Kunstblut gefüllte Wasserbomben gegen die Wände von Forschungseinrichtungen wirft. Bald entwickelt sich zwischen dem bereits an AIDS erkrankten Sean und Nathan eine Liebesbeziehung.

Produktion[Bearbeiten]

Datei:Nahuel Perez Biscayart César 2018.jpg
Nahuel Pérez Biscayart bei der Nominierung im Rahmen des César 2018
Datei:Adèle Haenel Cannes 2017.jpg
Adèle Haenel bei der Premiere des Films in Cannes
Datei:Robin Campillo Cabourg 2017.jpg
Robin Campillo beim Cabourg Film Festival 2017
Datei:Antoine Reinartz César 2018.jpg
Antoine Reinartz bei der Bekanntgabe der Nominierung im Rahmen des César 2018
Datei:Arnaud Valois César 2018.jpg
Arnaud Valois bei der Bekanntgabe der Nominierung im Rahmen des César 2018

Stab, Besetzung und Synchronisation[Bearbeiten]

Regie führte Robin Campillo, der auch das Drehbuch zum Film schrieb. Campillo war ab April 1992 selbst Mitglied von Act Up Paris. „Schon beim ersten Treffen war ich tief beeindruckt vom überschäumenden Temperament der Gruppe“, erinnert sich der Regisseur. „Es ist ein Film über die Zeit von Act Up, als wir aufhörten, die netten Schwulen zu sein. Wir wollten mehr sein als nur Opfer. Wir wurden durch unsere Aktionen zu fiesen Schwulen und dreckigen Lesben. Wir mussten die Vorstellung der Gesellschaft von dieser Epidemie verändern!“ Weiter beschreibt Campillo die Aktionen als einen Prozess der kollektiven Selbstermächtigung, da sie als diejenigen abgestempelt waren, die sowieso sterben würden. Auch seitens der Regierung habe es keinerlei Kommunikation mit ihnen gegeben.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Im Kampf gegen Aids (Memento vom 27. November 2017 im Internet Archive)</ref>

Nahuel Pérez Biscayart ist in der Hauptrolle von Sean Dalmazo zu sehen, Arnaud Valois spiel Nathan, und Adèle Haenel übernahm die Rolle von Sophie. Antoine Reinartz spielt Thibault, den Anführer der Gruppe.

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch und der Dialogregie von Henning Stegelmann im Auftrag der DMT Digital Media Technologie GmbH, Hamburg.<ref>120 BPM. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 6. November 2022.</ref>

Filmmusik und Veröffentlichung[Bearbeiten]

Die Filmmusik wurde von Arnaud Rebotini komponiert. Der Soundtrack zum Film umfasst 17 Musikstücke und wurde am 23. August 2017 von Because Music veröffentlicht.<ref>'120 Beats Per Minute' Soundtrack Details In: filmmusicreporter.com, 21. August 2017.</ref>

Der Film feierte am 20. Mai 2017 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes seine Weltpremiere, wo er im internationalen Wettbewerb um die Goldene Palme konkurrierte. Am 23. August 2017 kam der Film in die französischen Kinos. Im Rahmen der Vergabe des Filmpreises LUX wurde der Film im September 2017 bei den Filmfestspielen von Venedig gezeigt.<ref>120 battements par minute, Western et Sámi Blood finalistes pour le Prix LUX In: cineuropa.org, 25. Juli 2017.</ref> Ebenfalls im September 2017 war er im Rahmen des Toronto International Film Festivals zu sehen.<ref>Brent Lang: Toronto Film Festival Lineup Includes Movies From Angelina Jolie, George Clooney, Alexander Payne In: Variety, 25. Juli 2017.</ref> Im September 2017 erfolgte eine Vorstellung des Films beim San Sebastián International Film Festival.<ref>Pearls In: sansebastianfestival.com. Abgerufen am 18. September 2017.</ref> Im September und Oktober 2017 wurde der Film beim Zurich Film Festival gezeigt und hiernach beim Filmfest Hamburg vorgestellt<ref> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Filme von A-Z (Memento vom 19. November 2016 im Internet Archive) In: filmfesthamburg.de. Abgerufen am 29. September 2017.</ref>, wo er für den Art Cinema Award nominiert war.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.120 battements par minute (Memento vom 6. Oktober 2017 im Internet Archive) In: filmfesthamburg.de. Abgerufen am 5. Oktober 2017.</ref> Im November 2017 wurde er beim Queersicht-LGBTI-Filmfestival Bern vorgestellt.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.21. Queersicht LGBTI-Filmfestival Bern: Programm (Memento vom 29. Oktober 2017 im Internet Archive) In: queersicht.ch. Abgerufen am 28. Oktober 2017. (PDF; 18,5 MB)</ref> Ein Kinostart in Deutschland erfolgte am 30. November 2017.<ref>Starttermine Deutschland In: insidekino.com. Abgerufen am 24. Juli 2017.</ref>

Rezeption[Bearbeiten]

Altersfreigabe[Bearbeiten]

In Deutschland ist der Film FSK 16. In der Freigabebegründung heißt es: „Der Film zeichnet die historischen Geschehnisse in oft dokumentarisch wirkendem Stil nach und konzentriert sich auf seine Protagonisten und ihre teils illegalen Aktionen. Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren kann die eindringliche Darstellung von Krankheit und Sterben eine überfordernde Wirkung haben, während 16-Jährige aufgrund ihres Entwicklungsstands in der Lage sind, sich ausreichend zu distanzieren. Sie können einzelne einfühlsam inszenierte Sexszenen verarbeiten sowie die Ambivalenz mancher Figuren und die tragischen Aspekte des Geschehens reflektieren, sodass sich ihnen die aufklärerische Haltung des Films erschließt.“<ref>Freigabebegründung für 120 BPM In: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Abgerufen am 1. Dezember 2017.</ref>

Kritiken[Bearbeiten]

Der Film konnte bislang 99 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen und erhielt hierbei eine durchschnittliche Bewertung von 8 der möglichen 10 Punkte.<ref>BPM (Beats Per Minute). In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 24. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zudem befindet er sich damit dort in der Top 10 der besten LGBT-Filme aller Zeiten.<ref>200 Best LGBT Movies of all Time. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 8. Juni 2019.</ref>

Brigitte Kleine von Das Erste erklärt, Robin Campillo habe den französischen Act-Up-Kämpfern in seinem Film ein Denkmal gesetzt: „120 BPM ist ein Film über das Kämpfen – gegen die Bigotterie der Gesellschaft, die Ignoranz der Politik, die Geldgier der Pharmaindustrie, gegen Krankheit und Tod.“<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Im Kampf gegen Aids (Memento vom 27. November 2017 im Internet Archive) In: Das Erste vom 19. November 2017</ref>

Sonia Neufeld vom ORF meint, Campillo verstand sich darauf, die Zeiten, als Streitschriften noch per Fax versandt werden mussten, voller Energie und Körperlichkeit auf die Leinwand zu bringen. Sein Talent als Regisseur und Drehbuchautor komme jedoch dann zum Tragen, wenn sich die zutiefst persönliche Geschichte zwischen Sean und Nathan am Rande der Revolution entwickelt und am Ende in das traurige und doch gänzlich unkitschige Bild einer blutroten Seine mündet, so Neufeld weiter.<ref>„BPM“: Gemeinsam gegen die Gleichgültigkeit. In: orf.at, 22. Oktober 2017.</ref>

Guy Lodge von Variety sagt, Campillos herausragendes AIDS-Aktivisten-Drama verbinde mit herzzerreißender Wirkung das Persönliche mit dem Politischen und dem Erotischen.<ref>Guy Lodge: Cannes Film Review: ‘BPM (Beats Per Minute)’ In: Variety, 20. Mai 2017.</ref>

Gerhard Midding von epd Film sagt, es wäre erzählerisch unredlich, bei diesem Thema nicht ein Sterben eng zu begleiten und erklärt: „Sean ist HIV-positiv, Nathan nicht. Campillo nimmt sich viel Zeit für die Zwei, die er achtsam nutzt. Ihre Liebesszenen sind intim, ihre Neugier aufeinander mündet in eine tiefe, wehmütige, wehrhafte Vertraulichkeit. Nathan wird zu dem Freund, der an Kennys Seite blieb.“<ref>Gerhard Midding: Kritik zu 120 BPM. In: epd Film, 24. November 2017.</ref>

Im August 2017 wurde bekannt, dass sich der Film auf der Longlist befindet, aus der die Nominierten für den 30. Europäischen Filmpreis bestimmt werden.<ref>Arun Kakar: European Film Awards selects 51 titles for nominations longlist In: screendaily.com, 22. August 2017.</ref> Im September 2017 wurde bekannt, dass 120 battements par minute von Frankreich als Nominierungskandidat in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film für die Oscarverleihung 2018 eingereicht wurde.<ref>Rhonda Richford: http://www.hollywoodreporter.com/news/oscars-france-selects-120-beats-minute-foreign-language-category-1039864 In: The Hollywood Reporter, 19. September 2017.</ref>

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

César 2018

Critics’ Choice Movie Awards 2018

Independent Spirit Awards 2018

Internationale Filmfestspiele von Cannes 2017

Europäischer Filmpreis 2017

  • Nominierung als Bester europäischer Film
  • Nominierung als Bester Darsteller (Nahuel Pérez Biscayart)
  • Auszeichnung für den Besten Schnitt (Robin Campillo)

Guldbaggen 2018

London Film Festival 2017

  • Nominierung als Bester Film im offiziellen Wettbewerb (Robin Campillo)

Los Angeles Film Critics Association Awards 2017

New York Film Critics Circle Awards 2017

Prix Lumières 2018

Satellite Awards 2017

Trophées du Film français 2018

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: 120 BPM – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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