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2-Thiouracil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Struktur von 2-Thiouracil
Allgemeines
Freiname Thiouracil
Andere Namen

2-Thioxo-2,3-dihydro-1H-pyrimidin-4-on

Summenformel C4H4N2OS
Kurzbeschreibung

bitter schmeckende Kristalle<ref name="RÖMPP Online">Eintrag zu 2-Thiouracil. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 205-508-8
ECHA-InfoCard 100.005.008
PubChem 1269845
ChemSpider 1066108
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

H03BA

Wirkstoffklasse

Thyreostatikum

Wirkmechanismus

Iodisationshemmstoff

Eigenschaften
Molare Masse 128,15 g·mol−1
Schmelzpunkt

> 300 °C (Zersetzung) <ref name="ChemIDplus">Eintrag zu Thiouracil in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)Vorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar)</ref>

Löslichkeit
  • nahezu unlöslich in Ethanol, Diethylether und Säuren<ref name="RÖMPP Online" />
  • löslich in Alkalilösungen<ref name="RÖMPP Online" />
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt 2-Thiouracil bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Achtung

H- und P-Sätze H: 351
P: 281<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten

2850 mg·kg−1 (LD50, Maus, oral)<ref name="ChemIDplus" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

2-Thiouracil ist ein historisch relevantes Thyreostatikum aus der Gruppe der Thionamide. Der Morbus Basedow wurde 1943 erstmals von Edwin B. Astwood mittels dieses Thyreostatikums behandelt.<ref>Werner E. Gerabek: Enzyklopädie Medizingeschichte. Walter de Gruyter, 2005, ISBN 978-3-11-015714-7, S. 152 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Wirkmechanismus und Nebenwirkungen[Bearbeiten]

Es verhindert die Bindung von Iod und damit die Bildung der Schilddrüsenhormone (Trijodthyronin u. Thyroxin). Sein Wirkmechanismus entspricht damit dem, der auch heute noch angewandten Nachfolgepräparate (z. B. Carbimazol und Thiamazol).

Als Nebenwirkungen werden bei Überdosierung die Gefahr des Hypothyreoidismus u. der Krebsauslösung insbesondere in Schilddrüse und Leber genannt.<ref>Thiouracil. Roche-Lexikon; abgerufen am 6. März 2014.</ref><ref>G. Kuschinsky: Kurzes Lehrbuch der Pharmakologie. ISBN 3-13-368509-0, S. 273.</ref> Das Medikament ist während der Stillzeit kontraindiziert, da es sich in der Muttermilch anreichert und so zu einer Gefährdung des Kindes führen kann.<ref>Joachim W. Dudenhausen: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Walter de Gruyter, 2003, ISBN 978-3-11-016562-3, S. 305 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Chemie[Bearbeiten]

Thiouracil zählt zur Stoffgruppe der Heterocyclen und ist ein Derivat von Thioharnstoff.

Synthese[Bearbeiten]

Die Umsetzung von Thioharnstoff und Formylessigsäure liefert unter Wasserabspaltung Thiouracil.<ref name="Beyer">Hans Beyer und Wolfgang Walter: Organische Chemie, S. Hirzel Verlag, Stuttgart, 1984, S. 749, ISBN 3-7776-0406-2.</ref>

Tautomerie[Bearbeiten]

Die Thion-Form und die Thiol-Form des Thiouracils unterliegen der Tautomerie:

Tautomeres Gleichgewicht
Tautomeres Gleichgewicht

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein