2008 TC3
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| Asteroid 2008 TC3 | |
|---|---|
| 2008 TC3 Tumbling (reduced).gif | |
| Rekonstruierte Form und Rotation | |
| Eigenschaften des Orbits Vorlage:Infobox Asteroid/Database | |
| Orbittyp | Erdnaher Asteroid, Apollo-Typ |
| Große Halbachse | 1.30821 AE |
| Exzentrizität | 0.312067 |
| Perihel – Aphel | Vorlage:Str round AE – Vorlage:Str round AE |
| Neigung der Bahnebene | 2.54221 ° |
| Länge des aufsteigenden Knotens | Vorlage:Str round° |
| Argument der Periapsis | Vorlage:Str round° |
| Zeitpunkt des Periheldurchgangs | Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate |
| Siderische Umlaufperiode | Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden. |
| Mittlere Orbitalgeschwindigkeit | Vorlage:Str round km/s |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mittlerer Durchmesser | 3–4 m |
| Rotationsperiode | Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Infobox Asteroid“ ist nicht vorhanden. |
| Absolute Helligkeit | Vorlage:Str round mag |
| Geschichte | |
| Entdecker | R. A. Kowalski |
| Datum der Entdeckung | Vorlage:Infobox Asteroid/GetDate |
| Vorläufige Bezeichnung | 8TA9D69 (Bezeichnung für gefundene Meteoriten: „Almahata Sitta“) |
| Quelle: Wenn nicht einzeln anders angegeben, stammen die Daten vom Vorlage:Infobox Asteroid/Database. Die Zugehörigkeit zu einer Asteroidenfamilie wird automatisch aus der AstDyS-2 Datenbank ermittelt. Bitte auch den Hinweis zu Asteroidenartikeln beachten. | |
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2008 TC3 (provisorische Bezeichnung der Entdecker: 8TA9D69) war der erste Asteroid, für den eine Kollision mit der Erde (Eintritt in die Atmosphäre) korrekt vorausberechnet wurde. Der Absturz erfolgte am 7. Oktober 2008 über der Nubischen Wüste. Monate später konnten Bruchstücke des Asteroiden (Meteoriten) im Absturzgebiet geborgen werden.
Entdeckung, Beobachtungen und Vorhersage[Bearbeiten]
Der sehr kleine Asteroid wurde am 6. Oktober 2008 nur gut 20 Stunden vor seinem Zusammenprall mit der Erde von Richard A. Kowalski entdeckt (Catalina Sky Survey), als er sich noch außerhalb der Mondbahn befand.<ref>Verein Kuffner – Sternwarte</ref> Nach der ersten Meldung kam es zu einer Vielzahl an astronomischen Beobachtungen weltweit; diese waren bis zum Eintritt in den Erdschatten am 7. Oktober um 03:49 MESZ möglich. Aus den dabei festgestellten periodischen Helligkeitsschwankungen wurde geschlossen, dass 2008 TC3 außergewöhnlich schnell rotierte.<ref>astrosurf.com, abgerufen am 29. Juni 2009</ref> Die taumelnden Drehungen um zwei Achsen zeigten Perioden von 99,173 und 96,988 Sekunden.<ref>Shape and rotation of 2008 TC3, abgerufen am 27. November 2009</ref> Aus über 500 astrometrischen Messungen ließ sich der genaue Kollisionskurs berechnen.<ref name="bdw12080162">Meteoriten: Erstmals Treffer aus dem All vorausgesagt. Bild der Wissenschaft, 12/2008. Konradin Medien GmbH, Leinfelden-Echterdingen. ISSN 0006-2375.</ref> Die Bahndaten des etwa 4 m großen und 80 t schweren Asteroiden zeigten, dass er am 7. Oktober 2008 um 04:46 MESZ über dem Norden des Sudan, in der Nubischen Wüste östlich des Nil, abstürzen würde.<ref>BBC (25. März 2009)</ref> Aufgrund der Bahngeometrie des Asteroiden errechnete sich der Eintritt in die Lufthülle der Erde mit einer geringen Relativgeschwindigkeit von 12,8 km/s.<ref>Don Yeomans (NASA): Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Small Asteroid Predicted to Cause Brilliant Fireball over Northern Sudan ( vom 5. September 2015 im Internet Archive) vom 6. Oktober 2008</ref> Der Eintrittswinkel, bezogen auf die Horizontale, wurde mit etwa 19° berechnet. Wegen der geringen Größe des Himmelskörpers waren auf der Erde keine bedeutenden Schäden zu erwarten.
Absturz[Bearbeiten]
Eine Infraschall-Messung aus Kenia<ref>Don Yeomans (NASA): Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Impact of Asteroid 2008 TC3 Confirmed ( vom 10. Oktober 2008 im Internet Archive) vom 7. Oktober 2008</ref> bestätigte Eintrittsort und Detonation des Asteroiden mit einer geschätzten Energie von 1,1 bis 2,1 kT TNT. Die Explosion erfolgte in 37 km Höhe bei 20,8° nördl. Breite und 32,2° östl. Länge.<ref>Satellitendaten</ref> Auch Satellitenbeobachtungen bestätigten den Eintritt in die Erdatmosphäre an der berechneten Stelle.<ref>Emily Lakdawalla (Planetary.org): Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.The planetary society ( vom 28. Januar 2012 im Internet Archive) (englisch) vom 10. Oktober 2008</ref><ref name="Meteosat 8 HRV">m8 HRV 200810070245. (JPG) Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Februar 2012; abgerufen am 27. Oktober 2008.</ref> Die Beobachtungen von Piloten eines Passagierflugzeuges der KLM aus 1400 km Entfernung und die Aufzeichnung einer Webcam in Ägypten aus 725 km Entfernung belegten ebenfalls den Eintritt des Asteroiden in die Atmosphäre.<ref>Steve Chesley, Paul Chodas, Don Yeomans (Near Earth Object Program der NASA): Asteroid 2008 TC3 Strikes Earth: Predictions and Observations Agree. 4. November 2008, abgerufen am 22. August 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das dabei festgestellte Flackern des Lichtes deutete auf eine Fragmentierung des Asteroiden in mehreren Phasen hin. Mindestens drei Augenzeugen in der Nähe der „Bahnstation Nummer sechs“ (arabisch المحطة ستة, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) zwischen Wadi Halfa und Khartum sahen einen Meteor und hörten Minuten später die Explosionsgeräusche. Die am Himmel zurückgebliebenen Rauchspuren des Asteroiden wurden am Morgen von Augenzeugen aus Wadi Halfa gefilmt und fotografiert.<ref name="Sitta15" /><ref>2008 TC3 auf der Spur – Astronomy Picture of the Day vom 8. November 2008.</ref>
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Suche und Funde (Meteorit Almahata Sitta)[Bearbeiten]
Zunächst wurde angenommen, dass der Asteroid vollständig in der Atmosphäre verglüht sei. Peter Jenniskens, Wissenschaftler am SETI-Institut, und Muawia Shaddad von der Universität Khartum leiteten im Dezember 2008 eine Suchexpedition ins potenzielle Meteoritenfallgebiet. Am 6. Dezember 2008 konnten, nach systematischer Suche, mehrere Fragmente des Asteroiden gefunden werden.<ref>Website von New Scientist (Artikel offline)</ref><ref>NASA: Media Telecon: The Impact and Recovery of Asteroid 2008 TC3 vom 25. März 2009</ref> Die Analyse zeigte, dass er ein seltener, sehr schwarzer, kohlenstoffreicher Ureilit war, der wahrscheinlich zu den fragilen F-Klasse-Asteroiden gehörte. Die gefundenen Bruchstücke tragen jetzt die offizielle Bezeichnung Almahata Sitta<ref>Meteoritical Bulletin Database</ref> nach der in der Nähe der Fundstellen liegenden Bahnstation.<ref name="Sitta15">Almahata Sitta 15 – Astronomy Picture of the Day vom 28. März 2009.</ref> Bei der ersten Suche wurden über 280 Fragmente mit einem Gesamtgewicht von fast 4 kg geborgen, die auf einer etwa 30 km langen und bis zu 7 km breiten Fläche verstreut lagen.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.NASA Team Finds Riches in Meteorite Treasure Hunt ( vom 8. Januar 2023 im Internet Archive)</ref> Neuere Fundstücke werden auch zum Verkauf angeboten.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Asteroid 2008 TC3 – Almahata Sitta (Sudan) ( vom 6. November 2014 im Internet Archive) im Webshop von haberer-meteorite.de, abgerufen am 3. Juli 2011</ref> Ein kleines Bruchstück des Asteroiden erhielt Richard A. Kowalski, der Entdecker von 2008 TC3.<ref>Emily Lakdawalla (The Planetary Society Blog): Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.A piece of an asteroid returns to the telescope that discovered it ( vom 4. März 2012 im Internet Archive), abgerufen am 13. Oktober 2009</ref> Im Dezember 2009 wurde von der Universität Khartum ein Workshop und eine neue Expedition ins Absturzgebiet durchgeführt, zu der sich Interessierte aus aller Welt anmelden konnten.<ref>Lucy A. McFadden (University of Maryland): Workshop On Asteroid 2008 TC3 (5. bis 15. Dezember 2009), Wiedergabe auf der Website der Universität Khartoum, Khartoum, Sudan, abgerufen am 4. Oktober 2009</ref> Bei der Expedition konnten 250 weitere, kleine Bruchstücke des Asteroiden gefunden werden.<ref>Martin Borck in den Westfälische Nachrichten, Gronau (Lokales): Auf der Suche nach den Resten von „2008 TC3“, abgerufen am 16. Januar 2016</ref><ref>Bericht von Workshop und Expedition. Asteroid 2008 TC3 - Almahata Sitta, Nubian desert, Sudan. In: www.wondersofnature.nl. Wonders of Nature, Dezember 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Juli 2010; abgerufen am 3. Juli 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>The recovery of asteroid 2008 TC3 (PDF; 1,6 MB), abgerufen am 3. Juli 2011</ref> Bis Januar 2010 wurden über 600 Meteoriten mit einem Gesamtgewicht von 10,7 kg gefunden. Der überwiegende Anteil der Meteoriten hatte eine Masse zwischen 1 und 100 Gramm, wobei der größte 379 g wog. Besonders bemerkenswert ist die sehr unterschiedliche Zusammensetzung und Dichte der Meteoriten. So gehören 20 % bis 30 % der gefundenen Massen zu zwei verschiedenen Klassen der Enstatite und der Kohligen Chondrite. Es wird daher angenommen, dass der ursprüngliche Asteroid ein Konglomerat war, das aus verschiedenen Fraktionen bestand.
Wissenschaftliche Untersuchungen[Bearbeiten]
Wegen der bisher einmaligen Entdeckungs-, Beobachtungs- und Fundumstände ist 2008 TC3 von besonderem wissenschaftlichen Interesse. So wurde nachträglich ermittelt, dass der Asteroid wie ein Brotlaib geformt war und mit der flachen Seite voraus in die Lufthülle der Erde eintrat. Vermutlich wurde 2008 TC3 einst von einem größeren Objekt abgesprengt. Die Auswertung und ein Vergleich der Spektren sollten nun die Klassifizierung anderer Asteroiden im Weltraum erleichtern. In den Bruchstücken des Asteroiden wurden 18 verschiedene Aminosäuren identifiziert, was die Annahme unterstützt, dass die Zutaten für die Entstehung des Lebens aus Asteroiden stammen könnten. Ebenfalls wurden polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe entdeckt, wobei noch nicht geklärt ist, wie diese komplexen organischen Verbindungen die hohen Temperaturen von 1300 °C überstehen konnten, denen der Asteroid vor Milliarden von Jahren ausgesetzt war.<ref>Inspecting an asteroid that hit Earth, abgerufen am 26. Juni 2024</ref> Im Jahr 2011 wurden Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen veröffentlicht, die zeigen, dass 2008 TC3 wahrscheinlich aus der Kollision von drei unterschiedlichen Asteroiden entstanden ist, wobei die Kollisionen relativ langsam (unter 0,5 km/s) abgelaufen sein müssen. Auf Grund der Zusammensetzung der Meteoriten im Vergleich zu Spektralanalysen und Bahndaten bekannter Asteroiden vermuten die Wissenschaftler den Ursprung in der Nysa-Polana-Asteroidenfamilie, die mit Asteroiden der Flora- und Massalia-Familien zusammengestoßen sind.<ref>J. Gayon-Markt, M. Delbo’, A. Morbidelli, S. Marchi, L. Galluccio, C. Ordenovic: On the origin of the Almahata Sitta meteorite and asteroid 2008 TC3 (PDF; 187 kB), abgerufen am 7. Oktober 2011.</ref>
Bedeutung für die Zukunft[Bearbeiten]
Die Entdeckung von 2008 TC3 zeigt, dass es möglich ist, Asteroiden, die mit der Erde kollidieren, im All zu finden und dann Absturzort und -zeit genau vorauszuberechnen. Die korrekte Vorhersage von Asteroideneinschlägen ist wichtig, um rechtzeitig Abwehr- oder Evakuierungsmaßnahmen treffen zu können, falls der Einschlag eines großen Asteroiden droht. Für eine Abwehr sind jedoch weit längerfristige Vorhersagen notwendig (im Bereich von Jahren). Zu diesem Zweck gibt es verschiedene Beobachtungsprogramme wie Lincoln Near Earth Asteroid Research (LINEAR), die erdnahe Asteroiden katalogisieren und erforschen sollen. Mit Unterstützung der SETI-Forschung stellte Peter Jenniskens das „Next TC3 Consortium“<ref>Rapid Response to the next TC3 Consortium</ref> zusammen, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, möglichst umfassende Informationen zu sammeln über bevorstehende und erfolgte Kollisionen mit Objekten aus dem All.
Siehe auch[Bearbeiten]
- Liste der Asteroiden, die vor Erdkollision entdeckt wurden
- Palermo-Skala
- Turiner Skala
- (99942) Apophis
- (29075) 1950 DA
- Liste der erdnahen Asteroiden
- Global Killer
- WT1190F
- Liste von Meteoriten
- ATLAS
Literatur[Bearbeiten]
- Jan Hattenbach: Feuerball mit Ansage. Sterne und Weltraum 12/2008, S. 18–20, ISSN 0039-1263.
- Roberta Kwok: Astronomy: The rock that fell to Earth. Nature 458, 401–403 (25. März 2009).
- P. Jenniskens: The impact and recovery of asteroid 2008 TC3 Nature 458, 485–488 (26. März 2009) onlinelibrary PDF
- Tilmann Althaus: 2008 TC3 – Vom Asteroiden zum Meteoriten. Sterne und Weltraum 05/2009, S. 18–20.
Weblinks[Bearbeiten]
- 2008 TC3 beim IAU Minor Planet Center (englisch)
- 2008 TC3 in der Small-Body Database des Jet Propulsion Laboratory (englisch).
- 2008TC3 bei NEODyS (englisch)
- Impakt von 2008 TC3 am Dienstagmorgen
- Asteroid kollidiert heute Nacht mit der Erde
- Der Asteroid der mit der Erde kollidierte
- Beobachtungsbericht von Matthias Busch, Starkenburg-Sternwarte Heppenheim
- Spiegel-Online-Bericht nach dem Einschlag
- (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2025. Suche im Internet Archive) Asteroid auf Kollisionskurs, Filmausschnitt bei ARTE
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references /> Koordinaten: 20° 48′ 0″ N, 32° 12′ 0″ O
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- Seiten mit TemplateStyles-Fehlern
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Asteroid vom Apollo-Typ
- Vorlage:Infobox Asteroid/Große Halbachse
- Vorlage:Infobox Asteroid/Exzentrizität
- Vorlage:Infobox Asteroid/Bahnneigung
- Astronomisches Objekt (entdeckt 2008)
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Weblink offline
- Meteor
- Meteorit