4th-Dimension-Coaster
Als 4th-Dimension-Coaster werden Achterbahnen bezeichnet, bei denen die Sitze an den Wagen – ähnlich wie bei einem Wing Coaster – seitlich neben der Fahrschiene angebracht und sich zusätzlich um die Querachse um 360° zwangsgesteuert oder auch frei drehen können. Zusätzlich zu den Eindrücken der Fahrt über die Strecke führt der Fahrgast in seinem Sitz noch Überschläge nach vorne oder hinten aus. Ursprünglich ist der Name einer Produktbezeichnung der Firma Arrow Dynamics, der später für ähnliche Bahnen übernommen wurde.
Arrow Dynamics / S&S Sansei Technologies[Bearbeiten]
Der erste 4th-Dimension-Coaster X von Arrow Dynamics wurde im Januar 2002 in Six Flags Magic Mountain eröffnet. Als Prototyp machte X anfangs große Probleme und war häufig außer Betrieb. Nach der Übernahme der insolventen Arrow wurde unter dem neuen Besitzer S&S Sansei Technologies 2006 in Japan ein Eejanaika genannter Nachfolger gebaut. Der in Japan verwendeten Zugtyp wurde ab 2008 auch auf X eingesetzt, mit dieser Änderung wurde die Bahn umbenannt in X2. Die Züge erhielten ein Onboard-Soundsystem, die Bahn an sich wurde neu gestrichen und mit Feuereffekten versehen.
Die vier Sitze eines jeden Wagens im Zug werden um ihre Querachse durch eine Führungsschiene gedreht, welche in Bezug auf die normalen Fahrschiene leicht nach außen versetzt am Schienenkörper angebracht ist. Diese Schiene variiert über den Streckenverlauf ihre Höhe relativ zum Höhenniveau der Fahrschiene. Auf den Führungsschienen laufen pro Sitzreihe zwei zusätzliche Laufwerke, die den variierenden Abstand der beiden Schienenpaare über Zahnstangen und Ritzel auf die jeweilig Sitzaufhängung übertragen. Somit erfolgt die zwangsgesteuerte Sitzrotation während der Fahrt mechanisch und wird nicht von einer Kraftquelle im Zug beeinflusst. Die Fahrten können nicht variiert werden (vorausgesetzt man ändert nicht die Führungsschiene). Arrow Dynamics baute spezielle Layouts, die nicht mit normalen Wagen einer „klassischen“ Achterbahn befahrbar sind, da eine von den Kräften her dem menschlichen Körper zumutbare Fahrt nur mit der Variierung der Sitzposition möglich ist. Dadurch entstand die neue Inversion Raven Turn, welcher auf 4th Dimension Coastern einzigartig ist. Auf der IAAPA 2013 wurde eine überarbeitete Version des 4th Dimension Coasters von S&S präsentiert.
Intamin[Bearbeiten]
2007 nahm sich Intamin dem 4th-Dimension-Konzept an und stellte ein Modell namens ZacSpin vor. Die erste Auslieferung ging mit Kirnu an den finnischen Freizeitpark Linnanmäki. Anders als bei den Bahnen von Arrow/S&S gibt es bei den ZacSpin-Coastern keine Vorrichtungen für eine kontrollierte, gesteuerte Drehung der Gondeln auf der Strecke, sie können sich außerhalb der Stationen frei drehen. Somit kommt es je nach Beladung der Wagen zu einem unterschiedlich Fahrerlebnis. Im Gegensatz zu der Version von Arrow Dynamics wurden bisher nur Layouts ohne horizontale Kurven verwirklicht. Ein weiterer Unterschied sind die Einzelwagen bei Intamin und den Zügen bei S&S.
S&S Sansei Technologies[Bearbeiten]
2015 versuchte sich die US-amerikanische Firma S&S Sansei Technologies erneut an einer Version des 4th-Dimension-Coaster unter dem Namen 4D Free Spin. Die erste Bahn dieses Typs ging an den texanischen Freizeitpark Six Flags Fiesta Texas. Ähnlich wie bei ZacSpin-Coastern von Intamin sind hier die Gondeln frei drehbar neben der Schiene gelagert. Auch gibt es beim Modell von S&S keine horizontalen Kurven. Allerdings werden beim 4D-Free-Spin, anders als beim ZagSpin-Coaster von Intamin, Züge mit jeweils zwei Wagen eingesetzt.