ALEGrO
Das Akronym ALEGrO steht für {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) und bezeichnet eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ) zwischen Oberzier im Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen und Lixhe in der Provinz Lüttich in Belgien. ALEGrO ist als Leitungsbauvorhaben Nr. 30 Teil des Bundesbedarfsplans von 2013 und wurde von der Europäischen Kommission als Vorhaben von gemeinsamem Interesse (Projects of Common Interest) unter der Nummer 2.2.1 in der PCI-Liste der Europäischen Union geführt.<ref>Verordnung (EU) Nr. 347/2013 in der konsolidierten Fassung vom 31. März 2020Vorlage:Abrufdatum</ref>
Allgemeines[Bearbeiten]
Aufgrund der Probleme mit seinen Atomkraftwerken, die damals eine erhebliche Rolle spielten und seiner schwachen Anbindung an die Nachbarländer drohte Belgien eine Unterversorgung.<ref>https://www.tagesschau.de/ausland/belgien-strom-101.html</ref> Nach der Trennung der 220-kV-Leitung Weisweiler–Lutterade–Jupille gab es bis zum Bau von ALEGrO keine unmittelbare Stromverbindung zwischen Deutschland und Belgien mehr. ALEGrO ist ein Interkonnektor und trägt somit zu einer Integration des europäischen Energiemarktes bei. Hintergrund des Projekts ist auch die zunehmende Bedeutung von wetterabhängigen erneuerbaren Energiequellen wie Photovoltaik und Windenergie auf europäischen Energiemärkten:<ref>Alegro: the first power bridge to Belgium. (PDF) Amprion, September 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. November 2020; abgerufen am 18. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> die Integration interregionaler Energienetzwerke ermöglicht eine gegenseitige Entlastung bei Engpässen.<ref>Industry Projects, Technology | Nov 9, 2020 | Power, Power Technology, Renewable: Siemens Energy supplies HVDC technology for electricity link. In: Industry Projects & Technology. 9. November 2020, abgerufen am 10. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die HGÜ-Leitung wurde in ihrer gesamten Länge von 90 km als Erdkabel ausgeführt. Auf deutschem Gebiet beträgt die Länge zwischen Oberzier und der deutsch-belgischen Grenze bei Lichtenbusch rund 40 km. Die Leitung verläuft auf der deutschen Seite weitestgehend entlang der Autobahnen A4 und A44. Endpunkt auf der belgischen Seite ist Lixhe, ein Stadtteil von Visé nahe der belgisch-niederländischen Grenze.
Ein Großteil der Leitung konnte in offener Bauweise verlegt werden. An insgesamt 32 Stellen war jedoch eine geschlossene Bauweise notwendig, beispielsweise um Straßen, Gasleitungen oder Gewässer zu queren. Der längste Tunnel ist dabei etwa 2,8 km lang und verläuft bis zu 12 m unter der Erde.<ref name=":0">Carsten Rose: In Röhe wird ein Tunnel für die Stromtrasse „Alegro“ gebaut. In: Aachener Nachrichten. 7. Mai 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.</ref>
An den beiden Endpunkten der Übertragungsleitung wurden mit IGBTs bestückte Stromrichterstationen errichtet, die die Wechselspannung in Gleichspannung bzw. diese zurück in Wechselspannung umwandeln. Diese sind in den Umspannanlagen Oberzier und Lixhe untergebracht. Die Übertragungsleistung beträgt 1 Gigawatt bei einer Betriebsspannung von etwa 320 kV.
Geplant und gebaut wurde die Erdkabelverbindung vom deutschen Übertragungsnetzbetreiber Amprion in Zusammenarbeit mit dem belgischen Übertragungsnetzbetreiber Elia System Operator. Die Kosten für das Projekt sollen bei ca. 550 Millionen Euro gelegen haben.<ref name=":0" />
Geschichte[Bearbeiten]
Am 11. Mai 2017 beantragte Amprion bei der Bezirksregierung Köln die Durchführung des Planfeststellungsverfahrens nach dem Energiewirtschaftsgesetz. Der Planfeststellungsbeschluss, der zum Bau und den Betrieb der 320-kV-HGÜ-Verbindung berechtigt, erging am 17. Oktober 2018.<ref>Planfeststellungsbeschluss ALEGrO. (PDF) Bezirksregierung Köln, 17. Oktober 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Juli 2020; abgerufen am 12. Juli 2020.</ref> Eine Klage gegen das Vorhaben wurde mit Urteil vom 20. Januar 2021 abgewiesen.<ref>BVerwG, Urteil vom 20. Januar 2021, 4 A 4.19</ref>
Baubeginn für ALEGrO war im Oktober 2018.<ref>Spatenstich für die erste Strombrücke nach Belgien. In: Erneuerbare Energien. Das Magazin, 30. Oktober 2018. Abgerufen am 30. Oktober 2018.</ref> Zuvor fanden bereits archäologische Untersuchungen und eine Kampfmittelräumung entlang der geplanten Trasse statt.<ref>Eschweiler: Erste direkte Stromverbindung nach Belgien. In: Aachener Nachrichten. 22. August 2018, abgerufen am 22. Dezember 2019.</ref>
Die Konverterhalle wurde 2019 im Umspannwerk Oberzier errichtet. Die Bauarbeiten auf belgischer Seite wurden aufgrund einer früher vorliegenden Genehmigung bereits 2019 abgeschlossen. Auf der deutschen Seite dauerten die Bauarbeiten bis Herbst 2020 an. Die Inbetriebnahme der HGÜ-Leitung begann im Oktober 2020. Am 9. November 2020 wurde ALEGrO von Ministerpräsident Armin Laschet zusammen mit der belgischen Energieministerin Tinne Van der Straeten offiziell im Aachener Rathaus eingeweiht.<ref>German-Belgian Alegro power link on track for November start | S&P Global Platts. 29. Oktober 2020, abgerufen am 6. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 18. November 2020 wurde der kommerzielle Betrieb aufgenommen.<ref>Alegro: Erste direkte Stromleitung zwischen Deutschland und Belgien in Betrieb. In: IWR Online. 10. November 2020, abgerufen am 4. Dezember 2020.</ref>
Betrieb[Bearbeiten]
Im Jahr 2022 ermöglichte ALEGrO einen Stromhandel von fünf Terawattstunden zwischen Belgien und Deutschland. Während 63 Prozent des Jahres floss dabei Strom nach Belgien, nach Deutschland während 37 Prozent des Jahres. Eine zweite Leitung ist geplant.<ref name="ALEGrO2">Elia und Amprion vereinbaren Zusammenarbeit für zweite deutsch-belgische Stromverbindung. Amprion, 14. Februar 2023, abgerufen am 1. März 2023.</ref>
Zukunft[Bearbeiten]
Amprion und Elia unterzeichneten im Februar 2023 eine Absichtserklärung für einen zweiten Interkonnektor zwischen Deutschland und Belgien.<ref name="ALEGrO2" /> Die zukünftige Verbindung wurde 2022 als Leitungsbauvorhaben Nr. 95 in das Bundesbedarfsplangesetz aufgenommen.
Siehe auch[Bearbeiten]
- NordLink und NorGer, HGÜ in der Testphase und in der Planung zwischen Deutschland und Norwegen
- NorNed, HGÜ zwischen Norwegen und den Niederlanden
Weblinks[Bearbeiten]
- ALEGrO-Projekt und Trassenverlauf auf der Website von Amprion
- ALEGrO (BBPlG, Vorhaben 30) auf der Website der Bundesnetzagentur
- elia.be: Physical flows per border übertragene Leistung im Viertelstundentakt
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />