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ARCH-Modelle

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Datei:Arch(1) time series.svg
Simulation einer ARCH(1)-Zeitreihe; Zeitabschnitte mit kleiner und mit großer Volatilität wechseln sich ab

ARCH-Modelle (ARCH, Akronym für: AutoRegressive Conditional Heteroscedasticity, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. autoregressive bedingte Heteroskedastizität) bzw. autoregressive bedingt heteroskedastische Zeitreihenmodelle sind stochastische Modelle zur Zeitreihenanalyse, mit deren Hilfe insbesondere finanzmathematische Zeitreihen mit nicht konstanter Volatilität beschrieben werden können. Sie gehen von der Annahme aus, dass die bedingte Varianz der zufälligen Modellfehler abhängig ist vom realisierten Zufallsfehler der Vorperiode, so dass große und kleine Fehler dazu tendieren, in Gruppen aufzutreten. ARCH-Modelle wurden von Robert F. Engle in den 1980er Jahren entwickelt. Im Jahr 2003 wurde ihm dafür der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften verliehen.

Definition[Bearbeiten]

Eine Zeitreihe <math>(x_t)_{t \in \Z}</math> heißt ARCH(p)-Zeitreihe, wenn sie rekursiv definiert ist durch<ref name="kreiss">Jens-Peter Kreiß, Georg Neuhaus: Einführung in die Zeitreihenanalyse. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 2006, ISBN 3-540-25628-8, S. 298f.</ref>

<math>

\begin{align} x_t &= \sigma_t \epsilon_t \\ \sigma_t^2 &= a_0 + a_1 x_{t-1}^2 + \dotsb + a_p x_{t-p}^2, \end{align} </math> wobei <math>a_0, \dotsc, a_p</math> mit <math>a_p \neq 0</math> reelle, nichtnegative Parameter sind, und der Prozess <math>(\epsilon_t)_{t\in \Z}</math> aus unabhängigen identisch verteilten Zufallsvariablen mit <math>\operatorname{E}(\epsilon_t) = 0</math> und <math>\operatorname{Var}(\epsilon_t) = 1</math> besteht.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Für ARCH-Modelle gelten unter der Zusatzbedingung, dass <math>\sigma_t</math> für alle <math>t\in \Z</math> bezüglich der durch <math>(\epsilon_s)_{s \leq t-1}</math> erzeugten σ-Algebra messbar ist, die folgenden Aussagen:<ref name="kreiss" /><ref>Rainer Schlittgen, Bernd H. J. Streitberg: Zeitreihenanalyse. 9. Auflage. Oldenbourg Verlag, München/Wien 2001, ISBN 3-486-25725-0, S. 450 f.</ref>

<math>\operatorname{E}(x_t \mid x_{t-1}, x_{t-2}, \dotsc) = 0</math> und
<math>\operatorname{Var}(x_t \mid x_{t-1}, x_{t-2}, \dotsc) = \sigma_t^2</math>.
  • Eine ARCH(p)-Zeitreihe <math>(x_t)</math> ist genau dann (schwach) stationär, wenn alle Nullstellen des charakteristischen Polynoms
<math>P(z) = 1 - a_1 z - \dotsb - a_p z^p</math>
außerhalb des komplexen Einheitskreises liegen.
  • Eine stationäre ARCH(p)-Zeitreihe hat den stationären Erwartungswert <math>\operatorname{E}(x_t) = 0</math> und ihre Autokorrelation verschwindet: <math>\operatorname{Cov}(x_t, x_{t+h}) = 0</math> für <math>h > 0</math>. Für ihre stationäre Varianz gilt die Formel
<math>\operatorname{Var}(x_t) = \frac{a_0}{1- \sum_{k=1}^p a_k}</math>.
  • Ist <math>(x_t)</math> eine stationäre ARCH(p)-Zeitreihe, für die <math>\operatorname{E}(x_t^4) < \infty</math> gilt, dann ist der quadrierte Prozess <math>(x_t^2)</math> eine AR-Zeitreihe.

Verallgemeinerungen[Bearbeiten]

Die Idee des ARCH-Modells wurde in verschiedener Weise weiterentwickelt und gehört heute ganz selbstverständlich zu den fortgeschrittenen Methoden der Ökonometrie.

Eine Verallgemeinerung sind die GARCH-Modelle (generalized autoregressive conditional heteroscedasticity), die 1986 von Tim Bollerslev entwickelt wurden. Hierbei hängt die bedingte Varianz nicht nur von der Historie der Zeitreihe ab, sondern auch von ihrer eigenen Vergangenheit. Zeitstetige Analoga, sogenannte COGARCH-Modelle (continuous-time GARCH), wurden von Feike C. Drost und Bas J. C. Werker sowie Claudia Klüppelberg, Alexander Lindner und Ross Maller vorgestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert F. Engle: Autoregressive Conditional Heteroskedasticity with Estimates of the Variance of UK. Inflation. In: Econometrica. Vol. 50, S. 987–1008, 1982. Skriptfehler: Ein solches Modul „JSTOR“ ist nicht vorhanden.
  • Tim Bollerslev: Generalized Autoregressive Conditional Heteroskedasticity. In: Journal of Econometrics. Vol. 31, No. 3, S. 307–327, 1986. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.
  • Jürgen Franke, Wolfgang Härdle, Christian Matthias Hafner: Statistics of Financial Markets: An Introduction. 3. Auflage Springer, Berlin/Heidelberg/New York 2011, ISBN 978-3-642-16520-7, Kapitel 13, S. 283–342.
  • Christian Gouriéroux: ARCH Models and Financial Applications. Springer, New York 1997, ISBN 0-387-94876-7.
  • Feike C. Drost, F.C., Bas J. C. Werker: Closing the GARCH gap: continuous GARCH modelling. In: Journal of Econometrics. Vol. 74, No. 1, S. 31–57, 1996. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden.
  • Claudia Klüppelberg, Alexander Lindner, Ross Maller: A continuous-time GARCH process driven by a Lévy process: Stationarity and second-order behaviour. In: Journal of Applied Probability. Vol. 41, No. 3, S. 601–622, 2004. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Handle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „JSTOR“ ist nicht vorhanden.
  • Evdokia Xekalaki, Stavros Degiannakis: ARCH Models for Financial Applications. Wiley, New York 2010, ISBN 978-0-470-06630-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />