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ATLAS (Detektor)

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Large Hadron Collider (LHC) Anordnung der verschiedenen Beschleuniger und Detektoren des LHC
Anordnung der verschiedenen Beschleuniger und Detektoren des LHC
Detektoren
 Teilweise aufgebaut:
Vorbeschleuniger

Koordinaten: 46° 14′ 8,7″ N, 6° 3′ 18,3″ O; CH1903: 493278 / 121422

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Datei:CERN ATLAS Detector.jpg
360° Panorama des ATLAS Detektors am LHC
Als Kugelpanorama anzeigen
Datei:CERN Atlas Caverne.jpg
ATLAS-Kaverne, Oktober 2004
Datei:Atlas november 2005.jpg
ATLAS, November 2005
Datei:CERN Atlas Control Unit Pic5 2010-07-01.jpg
Der ATLAS-Kontrollraum zur Techniküberwachung

ATLAS ist ein Teilchendetektor am Large Hadron Collider (LHC), einem Teilchenbeschleuniger am europäischen Kernforschungszentrum CERN. ATLAS war ursprünglich ein Apronym für {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (siehe Atlas, auf Deutsch etwa: „Ein torusförmiger LHC-Apparat“), wird aber mittlerweile nur noch als Eigenname benutzt. Unter anderem wurde mit ATLAS das Higgs-Boson, ein für die Erklärung der Masse wichtiger Bestandteil, nachgewiesen. Außerdem sollen die derzeit kleinsten bekannten Bausteine der Materie, Leptonen und Quarks, auf eine etwaige Substruktur hin untersucht werden. Parallel zu ATLAS verfolgt auch der CMS-Detektor ein ähnliches Physikprogramm, sodass ein Ergebnis eines Experiments am jeweils anderen überprüft werden kann. Das ATLAS-Experiment wird nicht vom CERN, sondern von der ATLAS-Kollaboration, bestehend aus 262 Instituten aus 45 Ländern betrieben. Es arbeiten 6242 Forschende und 2604 Autoren an dem Projekt mit.<ref>Liste der Teilnehmer, abgerufen am 2. August 2015</ref>

Der Bau des LHC wurde im Februar 2008 abgeschlossen, die ersten Teilchenkollisionen fanden 2009 statt. Seitdem lief der Beschleuniger, und somit auch der Detektor in 3 einzelnen Run-Perioden mit unterschiedlichen Energien bis Ende Juni 2026. Bis 2030 soll der LHC in den HL-LHC mit deutlich gesteigerter Kollisionsrate umgebaut werden. Dafür muss auch der ATLAS Detektor entsprechend umgebaut und angepasst werden um die höheren Kollisionsraten verarbeiten zu können.<ref>Modernisierung am Cern: Teilchenbeschleuniger bis 2030 abgeschaltet. Abgerufen am 12. Juli 2026.</ref> Die geplante Wiederaufnahme des Betriebs ist 2030. Der Betrieb von ATLAS ist bis mindestens 2035 geplant.

Sprecher der Kollaboration ist seit 1. März 2021 Andreas Hoecker. Vorher waren Karl Jakobs (2017–2021), David Charlton (2013–2017), Fabiola Gianotti (2009–2013) und Peter Jenni (1995–2009) Sprecher der Kollaboration.<ref>ATLAS Management. Abgerufen am 13. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2012 entdeckte die ATLAS-Kollaboration zusammen mit der unabhängig arbeitenden CMS-Kollaboration das Higgs-Boson. Die genauen Eigenschaften werden noch weiter erforscht.

Physik am ATLAS-Experiment[Bearbeiten]

Mit dem ATLAS-Detektor wird das Standardmodell der Teilchenphysik überprüft und nach möglicher Physik jenseits des Standardmodells gesucht.

Ursprung der Teilchenmassen[Bearbeiten]

Ein wichtiger Forschungsbereich ist die Frage, wie es zu den stark unterschiedlichen Massen der Elementarteilchen kommt. Die Massen reichen von den winzigen, noch nicht genau bekannten Massen der Neutrinos bis zur Masse des Top-Quarks, die der eines Gold-Atoms entspricht. Damit ist das schwerste Elementarteilchen mindestens 200 Milliarden Mal so schwer wie das Leichteste. Untersucht wird in diesem Zusammenhang der Higgs-Mechanismus. Danach entstehen unterschiedliche Teilchenmassen, weil Teilchen unterschiedlich stark an das Higgsfeld koppeln. Daher werden Higgs-Bosonen als Anregung des Higgsfeldes gemessen. Dies ist möglich, indem man die Zerfälle der Teilchen untersucht.<ref>Observation of a new particle in the search for the Standard Model Higgs boson with the ATLAS detector at the LHC. ATLAS Collaboration. In: Phys. Lett., B716, 2012, S. 1–29, arxiv:1207.7214.</ref> Unklar bleibt aber auch mit dem Higgs-Mechanismus, wieso die Kopplungskonstanten so verschieden sind.

Vereinheitlichung der Wechselwirkungen und Supersymmetrie[Bearbeiten]

Die Vereinheitlichung der vier fundamentalen Wechselwirkungen zu einer Quantenfeldtheorie, die auch die Gravitation mit einbezieht, bildet einen weiteren Forschungsschwerpunkt. Da diese Vereinheitlichung erst auf Energieskalen weit jenseits der in absehbarer Zeit experimentell erreichbaren Energien geschieht, ist eine direkte Beobachtung nicht möglich. Supersymmetrie ist eine Voraussetzung für eine Vereinheitlichung, weshalb mit ATLAS gezielt nach supersymmetrischen Teilchen gesucht wird. Gelänge es, supersymmetrische Partner der heute bekannten Elementarteilchen nachzuweisen, ließen sich zumindest drei der vier Grundkräfte in einer großen vereinheitlichen Theorie kombinieren. Bislang (Stand: 2014) wurden keine neuen Teilchen entdeckt, die bisherigen Ausschlussgrenzen konnten jedoch verbessert werden.<ref>ATLAS Supersymmetry (SUSY) searches. ATLAS Kollaboration, abgerufen am 29. Oktober 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

B-Physik[Bearbeiten]

Darüber hinaus wird am ATLAS-Detektor auch B-Physik betrieben. Dabei wird der Zerfall von B-Mesonen und ihrer Antiteilchen beobachtet. Wenn sich dabei Unterschiede in den Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Zerfallskanäle zwischen Teilchen und Antiteilchen zeigen, ist dies eine Verletzung der CP-Symmetrie. Solche CP-verletzenden Prozesse sind Voraussetzung dafür, dass es im Universum, wie beobachtet, mehr Materie als Antimaterie geben kann. Diese Messungen ergänzen und überprüfen oft Ergebnisse des LHCb-Experiments, beispielsweise bei der Mischung von Bs-Mesonen<ref>ATLAS Kollaboration (Hrsg.): Time-dependent angular analysis of the decay Bs → J/psi phi and extraction of Delta Gamma_s and the CP-violating weak phase phi_s by ATLAS. 24. März 2013, arxiv:1208.0572.</ref> oder den seltenen Zerfällen Bs → µµ und B0 → µµ<ref>ATLAS Kollaboration (Hrsg.): Study of the rare decays of Bs and B0 into muon pairs from data collected during the LHC Run 1 with the ATLAS detector. 29. September 2016, arxiv:1604.04263.</ref> Man hofft aber auch bisher unbekannte CP-verletzende Prozesse durch die Entdeckung neuer Teilchen zu finden.

Substruktur von Teilchen[Bearbeiten]

Im Bereich der Elementarteilchenphysik wird untersucht, ob Leptonen und Quarks eine Substruktur haben und also aus anderen Teilchen zusammengesetzt sind. Damit könnte möglicherweise eine Antwort auf die Frage gefunden werden, ob es tatsächlich genau drei Generationen von Elementarteilchen gibt und ob es noch weitere unentdeckte Teilchen gibt. Bislang (Stand: 2014) wurde keine Substruktur gefunden und solche Modelle konnten teilweise ausgeschlossen werden.<ref>Search for Production of Resonant States in the Photon-Jet Mass Distribution Using pp Collisions at √s=7 TeV Collected by the ATLAS Detector. In: Phys. Rev. Lett. 108, 211802, 2012, arxiv:1112.3580.</ref>

Dunkle Materie[Bearbeiten]

Die Kollaboration sucht auch nach dunkler Materie. Es wird gehofft, dunkle Materie Teilchen mit bislang unbekannten Wechselwirkungen in Teilchenkollisionen zu erzeugen. Dabei deckt die Kollaboration sehr viele mögliche Theoriemodelle (z. B. SUSY, ALPs, vereinfachte Mediatormodelle etc.) zur erzeugen der dunklen Materie ab. Diese würde den Detektor dann unbemerkt verlassen, was zu fehlender Energie in der Rekonstruktion der Kollisionen führen würde. Solche Nachweise sind bisher nicht gelungen. Allerdings konnten Ausschlussgrenzen für die Suche in gewissen Energiebereichen gesetzt werden.<ref>Search for new phenomena in events with an energetic jet and missing transverse momentum in 𝒑 𝒑 collisions at √𝒔 = 13 TeV with the ATLAS detector. Abgerufen am 10. Juli 2026.</ref>

Weitere Analysen[Bearbeiten]

Neben diesen Hauptaufgaben ist der ATLAS-Detektor auch darauf ausgelegt, weitere Forschungsfelder abzudecken. Dazu zählen etwa Prozesse der Quantenchromodynamik sowie die Suche nach Teilchen mit anormalen Quantenzahlen wie beispielsweise Leptoquarks oder Dileptonen.

Aufbau des Detektors[Bearbeiten]

ATLAS hat die Form eines Zylinders mit einer Länge von 46 m und einem Durchmesser von 25 m und hat ein Gewicht von 7.000 Tonnen. Damit ist er der größte bislang gebaute Teilchendetektor.<ref>World’s largest superconducting magnet switches on. CERN, 20. November 2006, abgerufen am 12. November 2016.</ref> Der Dektor liegt, wie auch der LHC in einer tiefe von 100 Metern. Er kann 1 Milliarde Kollisionen pro Sekunde verarbeiten.<ref>Detector & Technology. Abgerufen am 12. Juli 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Experiment besteht aus vier übergeordneten Systemen. Die Systeme sind, wie bei Teilchendetektoren für Colliding-Beam-Experimente üblich, in einer Zwiebelschalenstruktur angeordnet, wobei jede Schicht nur ausgewählte Teilchen und auch nur bestimmte Eigenschaften dieser Teilchen misst.

Magnetsystem[Bearbeiten]

Das Magnetsystem erzeugt das magnetische Feld, welches geladene Teilchen ablenkt. Es besteht aus einem zentralen Solenoid-Magnetfeld von 2 Tesla, dem Endkappen-Toroiden und dem Barrel-Toroiden. Toroide sind Magnete in Form eines Torus, welche im Inneren ein sehr homogenes Magnetfeld erzeugen. Durch die Krümmung der Flugbahn geladener Teilchen kann deren Impuls bestimmt werden.

Innerer Detektor[Bearbeiten]

Der Innere Detektor besteht aus drei Subdetektoren. Der innerste Teil ist der ATLAS-Pixeldetektor mit vier Lagen Siliziumsensoren. Die Sensoren beginnen in einem Abstand von 32 mm um den Wechselwirkungsbereich der Strahlen herum und erlauben eine hohe Auflösung der einzelnen Wechselwirkungspunkte. Um den Pixeldetektor herum schließt sich ein Silizium-Streifendetektor an, der weitere Spurpunkte zur Bestimmung der Flugbahn liefert. Der Übergangsstrahlungsspurdetektor (engl. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), TRT) ist der äußerste Teil des inneren Detektors und registriert etwa 30 Spurpunkte pro durchgehendem ionisierenden Teilchen. Durch den Nachweis von Übergangsstrahlung kann außerdem zwischen Elektronen und Hadronen unterschieden werden.

Kalorimetersystem[Bearbeiten]

Das Kalorimetersystem besteht aus einem elektromagnetischen Kalorimeter und einem hadronischen Kalorimeter. Das gesamte elektromagnetische und Teile des hadronischen Kalorimeters benutzen flüssiges Argon als aktives Detektormaterial und wurden deshalb in insgesamt drei Kryostaten eingebaut. Der äußere Teil des hadronischen Kalorimeters beruht auf Szintillator-Technik. Das elektromagnetische Kalorimeter bestimmt Impuls und Energie von elektromagnetisch wechselwirkenden Teilchen. Der Wechselwirkungsquerschnitt ist dabei umgekehrt proportional zur Masse des geladenen Teilchens, weshalb vorrangig Elektronen-Photonen-Schauer detektiert werden. Das sich nach außen hin anschließende hadronische Kalorimeter bestimmt die Energie der Hadronen.

Myon-Detektoren[Bearbeiten]

Es werden zwei verschiedene Myon-Detektoren eingesetzt. Das erste System ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) mit einer hohen Ortsauflösung wird primär zur Bestimmung von Spurverlauf und Impuls der Myonen eingesetzt, das zweite wird primär zur Triggerung benutzt, das heißt zur schnellen Markierung von physikalisch interessanten Ereignissen mit Myonen. Die Myonen können getrennt von anderen Teilchen gemessen werden, da sie nicht an der starken Wechselwirkung beteiligt sind und wegen ihrer großen Masse die Kalorimeter ungestört durchqueren können.

Literatur[Bearbeiten]

  • ATLAS Detector and Physics Performance. Technical Design Report, ATLAS Collaboration, 25 May 1999, Volume 1. CERN-LHCC-99-014, Volume 2. CERN-LHCC-99-015

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: ATLAS (Detektor) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang ATLAS | CMS | ALICE | LHCb | LHCf | TOTEM | MoEDAL | FASER Vorlage:Klappleiste/Ende