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Aronstab

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Aronstab
Datei:Arum orientale orientale Fruites BotGardBln0806.jpg

Fruchtstände des Östlichen Aronstabs (Arum orientale subsp. orientale) mit reifen und unreifen Beeren

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Aronstabgewächse (Araceae)
Unterfamilie: Aroideae
Gattung: Aronstab
Wissenschaftlicher Name
Arum
L.

Aronstab (Arum) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae). Arum ist eine von zwei auch in Mitteleuropa vorkommenden Gattungen aus dieser weitgehend tropischen Pflanzenfamilie. Die Areale reichen von Nordafrika über Europa bis Zentralasien. Sie wachsen vor allem in anspruchsvollen Laubmischwäldern und Gebüschen.

Name[Bearbeiten]

Seinen Namen verdankt der Aronstab (in alten Texten unter anderem aaron und aron<ref>Vgl. etwa Wouter S. van den Berg (Hrsg.): Eene Middelnederlandsche vertaling van het Antidotarium Nicolaï (Ms. 15624–15641, Kon. Bibl. te Brussel) met den latijnschen tekst der eerste gedrukte uitgave van het Antidotarium Nicolaï. Hrsg. von Sophie J. van den Berg, N. V. Boekhandel en Drukkerij E. J. Brill, Leiden 1917, S. 194.</ref>) der biblischen Figur des Aaron, dessen Stab als Zeichen seiner Auserwählung zum Hohepriester ergrünte, als er im Zeltheiligtum „vor das Bundeszeugnis“ gelegt wurde (Vorlage:Bibel/Link).

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Illustration Arum maculatum0.jpg
Illustration des Gefleckten Aronstabes (Arum maculatum)

Erscheinungsbild und Laubblätter[Bearbeiten]

Arum-Arten wachsen als saisongrüne, ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden Knollen als Überdauerungsorgane. Es sind mehrere Niederblätter (Cataphylle) vorhanden. Die zwei grundständigen Laubblätter sind in Blattscheide, Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen Blattspreiten besitzen eine spießförmige bis pfeilförmige Form und ungezähnte Blattränder.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Arum-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Der für die Araceae typische Blütenstand besteht aus Blütenstandsschaft, Spatha und Kolben. Der Kolben (Spadix) ist kürzer als das einzelne tütenförmige Hochblatt (Spatha). Der männliche Teil des Blütenstandes ist kürzer als der weibliche. Zwischen den fruchtbaren männlichen und weiblichen Blüten sitzen ein bis sechs Reihen steriler Blüten, die nach unten gebogen sind. Es sind keine Blütenhüllblätter vorhanden. Die männlichen Blüten bestehen nur aus drei bis vier Staubblättern.

Die bei Reife roten, verkehrt-eiförmigen Beeren enthalten mehrere Samen. Die Samen besitzen Endosperm.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Bestäubung erfolgt durch Fliegen und Mücken, welche durch den intensiven Geruch (nach Aas) angelockt werden. Durch die Form der Blüte, die auch als Fliegenkesselfalle bezeichnet wird, gelangt ein einmal angelocktes Insekt immer an den Stempel, wodurch eine Übertragung der Pollen sicher gewährleistet wird.

Datei:Kreta-Aronstab.JPG
Kretischer Aronstab (Arum creticum)
Datei:Arum cylindraceum1.JPG
Südöstlicher Aronstab (Arum cylindraceum)
Datei:Arum hygrophilum kz2.jpg
Arum hygrophilum
Datei:Arum nigrum 01.jpg
Schwarzer Aronstab (Arum nigrum)
Datei:PikiWiki Israel 3833 arum palestinum.jpg
Arum palaestinum
Datei:Arum sintenisii flowering.jpg
Arum sintenisii

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Arum wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 964 aufgestellt.<ref name="SpPl" /> Typusart ist Arum maculatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L.

Die Gattung Arum gehört zur Tribus Areae in der Unterfamilie Aroideae innerhalb der Familie Araceae.<ref name="GRIN" />

Arten[Bearbeiten]

Es werden etwa 28 Aronstab-Arten (Arum) anerkannt:<ref name="POWO" />

Gliederung unterhalb der Gattung[Bearbeiten]

Die Arten der Gattung Arum werden in folgende Untergattungen, Sektionen und Untersektionen gestellt:<ref name="Boyce1993" />

  • Untergattung Arum
    • Sektion Arum:
      • Arum byzantinum, Arum concinnatum, Arum italicum, Arum maculatum, Arum megobrebi<ref name="Lobin+al2007" />
    • Sektion Dioscoridea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Engler) P.C.Boyce:
      • Untersektion Alpina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.P.C.Boyce:
        • Arum cylindraceum
      • Untersektion Cretica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Engler) P.C.Boyce:
        • Arum creticum, Arum idaeum
      • Untersektion Dischroochiton Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott
        • Arum alpinariae, Arum apulum, Arum balansanum, Arum besserianum, Arum cyrenaicum, Arum elongatum, Arum gratum, Arum hainesii, Arum lucanum, Arum nigrum, Arum orientale, Arum purpureospathum. Arum sintenisii
      • Untersektion Hygrophila Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.P.C.Boyce
        • Arum euxinum, Arum hygrophilum
      • Untersektion Poeciloporphyrochiton Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott
        • Arum dioscoridis, Arum palaestinum
      • Untersektion Tenuifila Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Engler) P.C.Boyce
        • Arum jacquemontii, Arum korolkowii, Arum rupicola
  • Untergattung Gymnomesium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Schott) Engler (Syn.: Gymnomesium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schott)
    • Arum pictum

Einige Arten, die früher in die Gattung Arum eingeordnet wurden, gehören heute zu anderen Gattungen:<ref name="GRIN" />

Giftpflanze[Bearbeiten]

Alle Pflanzenteile sind giftig und enthalten in großen Mengen Oxalat, daneben flüchtige Scharfstoffe, wie das bittere Saponin Aroin und das Pseudoalkaloid Coniin. Sogar beim bloßen Berühren der Pflanze kann es zu Rötungen der Haut und Blasenbildung kommen. Nach dem Verzehr von Pflanzenteilen, speziell der roten, süß schmeckenden Beeren, können sich Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle einstellen. Auch ein Anschwellen der Lippen sowie Entzündungen der Mundschleimhäute mit schmerzhaftem Brennen auf der Zunge und im Rachen können die Folge sein. Die Symptome treten meist innerhalb von 5 bis 25 Minuten auf. Wenn man die dreieckförmigen Blätter kaut, entsteht durch das Oxalat ein Piksen auf der Zunge. Vor allem beim Weidevieh wurden tödliche Vergiftungen durch Verzehr der Blätter im Frühjahr beobachtet. Wegen des angenehm süßlichen Geschmacks sind Vergiftungen bei Kindern durch die roten Beeren ebenfalls häufig. Die Pflanze kommt auch in öffentlichen Grünanlagen vor.<ref>Matthias Heselmann: Bueraner besorgt über viele Giftpflanzen In: WAZ Gelsenkirchen, 7. Mai 2022.</ref> In der Literatur wird berichtet, dass Todesfälle unter Schockeinwirkung im Kollaps aufgetreten seien.<ref name="BuffDunk" /> Die Aufnahme der Giftstoffe kann durch Gabe von medizinischer Kohle oder Flüssigkeit verhindert bzw. vermindert werden.<ref name="BuffDunk" /> Die Giftigkeit der Beeren kann je nach Standort und Reifegrad beträchtlich schwanken. Durch Abkochen und Trocknen verliert die Pflanze an Giftigkeit.<ref name="Giftzentrale" />

2019 wurde der Aronstab Giftpflanze des Jahres.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heng Li, Peter C. Boyce: Arum. In:
  • Wilbert L. A. Hetterscheid: Arum. International Aroid Society (Internationale Gesellschaft für Aronstabgewächse).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="POWO"> Arum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Giftzentrale"> Giftzentrale Bonn. </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 964, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D2%26issue%3D%26spage%3D964%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D. </ref> <ref name="Hand"> Ralf Hand, G. N. Hadjikyriakou, C. S. Christodoulou (Hrsg.): Flora of Cyprus – a dynamic checklist. Berlin ab 2011 (laufend aktualisiert). Eintrag für Arum concinnatum, Zugriff am 11. September 2013. </ref> <ref name="TCP"> </ref> <ref name="FOC"> Heng Li, Peter C. Boyce: Arum. In: </ref> <ref name="Pignatti"> Sandro Pignatti (Hrsg.): Flora d'Italia. Band 3. Edagricole, Bologna 2003, ISBN 88-506-2449-2, S. 627 (Dritter unveränderter Nachdruck der 1. Auflage von 1982). </ref> <ref name="Boyce1993"> Peter C. Boyce: The genus Arum (A Kew Magazine Monograph). HMSO, London 1993, ISBN 0-11-250085-4. </ref> <ref name="Lobin+al2007"> Wolfram Lobin, Michael Neumann, Josef Bogner, Peter C. Boyce.: A new Arum species (Areae, Araceae) from NE Turkey and Georgia. In: Willdenowia. Band 37, Nr. 2, 2007, S. 445–449, doi:10.3372/wi.37.37206. </ref> <ref name="BuffDunk"> Wolfram Buff, Klaus von der Dunk: Giftpflanzen in Natur und Garten. 2. neu bearbeitete Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1988, ISBN 3-489-55222-9, S. 239–243. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Aronstab (Arum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Aronstab – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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