Abacost
Der Abacost ist eine an den Stil Mao Zedongs angelehnte Jacke (Mao-Anzug), die während der Revolution im Kongo (1971–1997 Zaire) unter Mobutu Sese Seko ab 1971 als Nationaltracht für Männer der einheimischen Führungsschicht vorgeschrieben wurde. Auch Mobutu selbst trug diese Jacke. Der Kragen bleibt im Gegensatz zum chinesischen Vorbild aufgeknöpft. Das Kofferwort „Abacost“ war ein Neologismus für die Forderung A bas les costumes! („Nieder mit dem (europäischen) Anzug!“).<ref name=":0">David Van Reybrouck: Congo, une histoire. Traduit du néerlandais (Belgique) par Isabelle Rosselin. Actes Sud, Arles 2012, ISBN 978-2-330-00930-4, S. 378 (Originalausgabe: Congo. Een geschiedenis, De Bezige Bij, Amsterdam 2010).</ref> und war als Protest gegen die Kolonisierung durch Europäer zu verstehen.
Für Frauen wurden im Zuge derselben Politik der Minirock und die Haarverlängerung verboten.<ref name=":0" /> Mit dem beginnenden Machtverlust Mobutus ab 1990 wurden neben dem Abacost auch Anzüge und Krawatten nach westlichem Vorbild wieder offiziell zugelassen.<ref></ref>
Der Journalist und Afrika-Kenner Peter Scholl-Latour sah eine Analogie zwischen Abacost und der Einführung der Sansculottes durch die Jakobiner im Rahmen der französischen Revolution, die als äußeres Zeichen die Abkehr vom Ancien Régime betonen sollten.<ref>Peter Scholl-Latour: Mord am großen Fluss: Ein Vierteljahrhundert afrikanische Unabhängigkeit. dtv, München 1991, ISBN 3-423-11058-9, S. 13.</ref>
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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