About Blank
Das About Blank (Eigenschreibweise ://about blank, kurz: Blank) ist ein Techno-Club am Markgrafendamm im Berliner Ortsteil Friedrichshain. Der Club wird als genossenschaftliches Mitarbeiterunternehmen betrieben.<ref>://about blank: Der realistische Versuch des Unmöglichen. In: Groove. 24. April 2020, abgerufen am 9. März 2026: „Die überwiegende Mehrheit der Mitarbeitenden sind bei der Genossenschaft angestellt, entweder im Minijob oder sozialversichungspflichtig.“</ref><ref>Impressum | Imprint. Abgerufen am 9. März 2026: „about blank eG“</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Das Blank wurde 2010 eröffnet und wird nach eigenen Angaben von einem Kollektiv gleichberechtigter Mitglieder verwaltet. Das Team suchte explizit Türsteherinnen.<ref>Nicholas Potter: Interview mit Berliner Türsteherinnen: „Realität an der Tür abbilden“. In: taz. 30. September 2019, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 23. Mai 2023]).</ref> Das Blank öffnet regelmäßig sowohl in der Nacht auf Samstag als auch in der Nacht auf Sonntag gegen Mitternacht, wobei verschiedene Partyreihen mit unterschiedlichen Konzepten stattfinden. Auch unter der Woche finden immer wieder diverse kulturelle Veranstaltungen statt.
Der Club wurde 2017 von Mohamed Amjahid im Zeitmagazin der Strömung der Antideutschen Kritik zugerechnet.<ref>Ga Ga Land von Mohamed Amjahid, Zeitmagazin Nr. 12/2017, 16. März 2017</ref> Das Clubkollektiv verwendet diese Bezeichnung jedoch nicht. Sie schreiben dazu: „Das ://about blank definiert sich selbst nicht als antideutscher Club oder als antideutsches Kollektiv – auf allen Ebenen gibt es vielfältige Sichtweisen, Meinungen und Stimmen. Einzelne aus dem ://about blank Kollektiv und in der Belegschaft haben aber einen antideutschen Background in ihrer Geschichte.“<ref>FAQ – Das://about blank und der israelisch-palästinensische Konflikt. Abgerufen am 3. Mai 2024.</ref> Im Außenbereich befindet sich eine Betonskulptur, die den Slogan „Nie wieder Deutschland“, der anti-deutschen wie auch anti-nationalen linken Strömung aus dem Jahr 1990 darstellt.<ref>deutschlandfunkkultur.de: Nachtleben im Lockdown – Berliner Clubs bangen ums Überleben. Abgerufen am 4. April 2024.</ref>
Der Mietvertrag war zunächst auf das Jahr 2020 befristet, wurde dann aber verlängert.<ref>Jens Balzer: Wie die linke Szene der Neunziger im://about blank weiterlebt. In: Berliner Zeitung. 22. April 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 6. September 2016.</ref> Anschließend könnte der Club vom Ausbau der Bundesautobahn 100 betroffen sein.<ref>Andre Kartschall: Berliner Technoclubs und die A100: Tanzen, bis die Bagger kommen. In: tagesschau.de. 6. April 2024, abgerufen am 7. April 2024.</ref>
Der Club beteiligte sich 2020 an der Aktion „United We Stream“ der Berliner Clubszene, die durch die Maßnahmen der COVID-19-Pandemie massive Einbußen hinnehmen mussten.<ref>Home. Abgerufen am 14. April 2020.</ref>
Rezeption[Bearbeiten]
Der Club ist seit Jahren immer wieder Gegenstand von nationaler und internationaler Berichterstattung. Im Nutzerranking des Internetportals für elektronische Musik Resident Advisor wird der Club als einer der zwölf beliebtesten in Berlin bewertet (Stand: April 2016).<ref>Clubs in Berlin, Germany. In: Resident Advisor. Abgerufen am 6. September 2016.</ref>
Der Journalist und Buchautor Tim Mohr beginnt sein 2017 erschienenes Buch Stirb nicht im Warteraum der Zukunft: Die ostdeutschen Punks und der Fall der Mauer mit der Beschreibung des About Blank. Der Club ist ein Schauplatz im Roman Allegro Pastell (2020) von Leif Randt.
Kontroversen um Veranstaltungen zum Nahostkonflikt[Bearbeiten]
Die beiden queeren Partyreihen „Room 4 Resistance“ (2018) und „Buttons“ (2021) beendeten die Zusammenarbeit mit dem Club, da er sich wiederholt zur Solidarität mit Israel bekannt hatte.<ref>Pascal Beck: Wie das Gewitter in der Wolke. 10. September 2023, abgerufen am 25. November 2023.</ref> Am 18. November 2023 fand ein „Queer Soli Rave“ für den Palestine Children’s Relief Fund statt, der mit der in Israel verbotenen Hilfsorganisation Islamic Relief zusammenarbeitet. Islamic Relief wird eine finanzielle Unterstützung der Terrororganisation Hamas vorgeworfen. Die Veranstaltung wurde vom ehemaligen taz-Autor Frederik Schindler, der seit Jahren für die Welt schreibt, im Hinblick auf den Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 kritisiert.<ref>Techno-Club „About Blank“: Die linke Queer-Party und der „Genozid in Gaza“. In: Welt Online. 24. November 2023, abgerufen am 25. November 2023.</ref> Am 19. November fand mit „Moving the Needle“ eine Soli-Veranstaltung für die Opfer des Supernova-Festivals beim Massaker von Reʿim statt.<ref>Jens Uthoff: DJ über Antisemitismus in der Clubszene: „Propaganda verkauft sich besser“. In: Die Tageszeitung. 18. November 2023, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 25. November 2023]).</ref> Im September 2024 beschrieben die Betreiber Angriffe und Boykott-Aufrufe gegen den Club.<ref>Madlen Haarbach: „Schmierereien, Fäkalien, Buttersäure“: Berliner Technoclub About Blank wehrt sich gegen Angriffe aus Pro-Palästina-Szene. In: Tagesspiegel. 30. September 2024, abgerufen am 1. Oktober 2024.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Koordinaten: 52° 30′ 9,1″ N, 13° 27′ 58,4″ O
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