Acanthobasidium
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| Acanthobasidium | ||||||||||||
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| Datei:2012-03-05 Acanthobasidium delicatum (Wakef.) Oberw 202626.jpg
Acanthobasidium delicatum die Typusart der Gattung | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Acanthobasidium | ||||||||||||
| Oberw. |
Acanthobasidium<ref name="Mycobank" /> ist eine Pilzgattung innerhalb der Familie der Schichtpilzverwandten (Stereaceae). Die Pilze haben sehr dünne, flach ausgebreitete Fruchtkörper, ornamentierte Sporen, ein monomitisches Hyphensystem und Hyphen mit Schnallen. Typisch für die Gattung sind Acanthobasidien. Die Pilze wachsen meist auf abgestorbenen Gräsern oder toten, krautigen Pflanzen und erzeugen eine Weißfäule. Die Typusart der Gattung ist Acanthobasidium delicatum.
Merkmale[Bearbeiten]
Die membranösen Fruchtkörper sind resupinat und überziehen in einer unregelmäßig ausgebreiteten hauchdünnen (< 1 mm dicken) Schicht das Substrat. Das Hymenophor ist glatt und weißlich bis ockerfarben. Das Hymenium enthält Gloeozystiden und Acanthozystiden oder acanthozystidartige Zellen. Nach Oberwinkler kommen keine sterilen Hymeniumelemente vor, die acanthozystidartigen Zellen interpretiert er als Basidiolen, also als unreife Vorstufe der Basidien. Das Hyphensystem ist monomitisch und besteht aus dünnwandigen und hyalinen, meist gut erkennbaren Hyphen, die an fast allen Septen Schnallen tragen. Die Basidien entstehen seitlich an mehr oder weniger horizontal verlaufenden Hyphen. Solche Basidien werden auch als Pleurobasidien bezeichnet. Die Basidien sind oft typisch urnenförmig und in der Mitte verschmälert. Sie tragen mehr oder weniger häufig an ihrem basal verbreiterten Teil stachelartige Auswüchse und werden daher auch als Acanthobasidien bezeichnet. Die amyloiden Basidiosporen sind warzig bis stachelig ornamentiert, doch das Ornament löst sich in KOH auf.<ref name="Oberwinkler" /><ref name="Mycobank" /><ref name="cbs" />
Ökologie und Verbreitung[Bearbeiten]
Die saprotrophen Pilze wachsen meist auf abgestorbenen Gräsern oder auf toten, krautigen Pflanzenteilen. Typische Substrate sind Sauergräser wie Binsenschneide, Hängesegge, sowie Schilf, Bambus und abgestorbene Äste von Heidekraut, Heide, Brombeeren und Porst. Acanthobasidium penicillatum hingegen wächst auf abgestorbenen Ästen von diversen Nadelbäumen.
Obwohl es nur relativ wenige Nachweise gibt, sind die Pilze mit ihren kleinen, unscheinbaren Fruchtkörper wahrscheinlich weit verbreitet. Für A. delicatum, A. norvegicum und A. phragmitis gibt es nur Nachweise aus Europa, während A. penicillatum bisher nur in Nordamerika und Ostrussland nachgewiesen wurde.<ref name="GBIF" />
Systematik[Bearbeiten]
Die Gattung wurde 1966 von F. Oberwinkler mit der Typusart Aleurodiscus delicatus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Wakef. beschrieben. Oberwinkler hielt es für nötig die Art vom Aleurodiscus-Komplex abzutrennen, weil sie eine ganz andere Basidienmorphologie (Pleurobasidien mit mehr oder weniger seitlichen Auswüchsen) hat.<ref name="Oberwinkler" />
Molekularbiologische Untersuchungen zeigten, dass die Gattung zu einem Hauptast des Aleurodiscus-Komplexes gehört, zu dem auch die beiden Zweige Aleurodiscus sensu stricto (Aleurodiscus im engeren Sinne) und ein Zweig mit Neoaleurodiscus und Aleurodiscus aurantius gehört. Die Gattung ist also ein Schwestertaxon zu Aleurodiscus sensu stricto. Die drei Arten A. norvegicum, A. phragmitis A. weirii bilden innerhalb des Aleurodiscus-Komplexes eine klar abgetrennte, monophyletische Gruppe, die Typusart wurde bisher noch nicht molekularbiologisch untersucht. Die beiden nah verwandten Arten A. phragmitis und A. norvegicus haben deutliche Pleurobasidien, aber auch die Basidiolen von Al. weirii erinnern laut Lemke stark an Pleuralbasidien. Daher sprechen sowohl molekulare Daten als auch morphologische Eigenschaften dafür, dass Aleurodiscus weirii auch zu dieser Gattung gehört.<ref name="Wu-2" /> A. weirii (syn.: Acanthophysium weirii) wurde aber bisher noch nicht durch eine gültige Neukombination des Namens in die Gattung gestellt. Da er sich morphologisch und ökologisch klar von den drei zuvor genannten Arten unterscheidet, spricht auch einiges gegen diesen Schritt.
| A. delicatum, A. phragmitis u. A. norvegicus |
Aleurodiscus weirii | A. penicillatum | |
|---|---|---|---|
| Fruchtkörperdicke (mm) | 0,04–0,1 | 0,2–1 | 0,1–0,4 |
| Gloeozystiden-Form | keulig bis spindelig
(Schizopapille) |
zylindrisch, spindelig, keulig, Schizopapille | zylindrisch, keulig, moniliform |
| Gloeozystiden (µm) | 20–55 × 6–14 | 55–80 × 5–8 | 35–65 × 5–12 |
| Hyphiden | Acanthohyphiden und/oder Acanthobasidien | Parahyphiden, Dendrohyphiden, Acanthohyphiden | Parahyphiden, Dendrohyphiden, Acanthohyphiden |
| Basidien (µm) | 20–45 × 8–15 | 30–45 × 5–7 | 55–90 (110) × 9–12 |
| Sporenform | ellipsoid bis zylindrisch | fast kugelig bis ellipsoid | fast kugelig, ovoid, ellipsoid |
| Sporen (µm) | 9–15 × 6–8 | 5–6,5 (7) × 5–7 | 15–20 (25) × 13–19 (21) |
| Substrat | Gräser, Kräuter | Nadelbäume | Nadelbäume |
A. penicillatum steht im rDNA-Gen-Stammbaum ein wenig isoliert zwischen dem Aleurodiscus-sensu-stricto-Ast und dem Acanthobasidium-Zweig. Doch da die Art ebenfalls effus-resuspinate Fruchtkörper hat und die Basidien häufig bis zerstreut seitliche, stachelartige Auswüchse haben schlugen Wu u. a. (2000) vor, diese Art ebenfalls in die Gattung Acanthobasidium zu stellen.<ref name="Wu" />
- Etymology
Der Gattungsname „Acanthobasidium“ leitet sich von dem altgriechischen Wort acanthos (Stachel) und basidium ab und bezieht sich auf die für die Gattung typischen Acanthobasidien.<ref name="Mycobank" />
Arten[Bearbeiten]
Der Gattung werden heute weltweit vier Arten zugeordnet.<ref name="Mycobank" /><ref name="indexfungorum" />
- Acanthobasidium delicatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Wakef.) Oberw. ex Jülich 1979
- Acanthobasidium norvegicum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(J. Erikss. & Ryvarden) Boidin, Lanq., Cand., Gilles & Hugueney 1986
- Acanthobasidium phragmitis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Boidin, Lanq., Cand., Gilles & Hugueney 1986
- Acanthobasidium penicillatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Burt) Sheng H. Wu 2010
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="cbs">Aphyllophoroid Russulales Datenbank. In: cbs.knaw.nl. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. Mai 2013; abgerufen am 28. März 2013. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> <ref name="GBIF"> Search Results for 'Acanthobasidium' - GBIF Portal. In: www.gbif.org. Abgerufen am 24. März 2025. </ref> <ref name="indexfungorum"> Index Fungorum - Search Page. In: indexfungorum.org. Abgerufen am 27. März 2013. </ref> <ref name="Mycobank"> Acanthobasidium. In: MycoBank.org. International Mycological Association, abgerufen am 19. Februar 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Oberwinkler"> Franz Oberwinkler: Revision einiger Formenkreise von Basidienpilzen mit plastischer Basidie. In: Sydowia. Vol.: 19(1-6), 1966, S. 45 (Vorlage:ZOBODAT [PDF; 67,2 MB]). </ref> <ref name="Wu"> </ref> <ref name="Wu-2"> </ref> </references>