Achtort
Das Achtort (auch Achtspitz, Achtuhr) ist ein Proportionsschlüssel der gotischen Architektur.<ref name=":0">Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 3. Mai 2026), S. 6: Achtort (mit Schemazeichnung auf S. 7).</ref>
Beschreibung[Bearbeiten]
Das Achtort besteht aus einem Kreis und zwei innenliegenden, um 45 Grad gedrehten gleichgroßen Quadraten mit ihren Achs- und Diagonallinien. Das Stammwort Ort bedeutet in der mittel- und neuhochdeutschen Sprache Spitze oder Ecke;<ref>Ort. In: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, woerterbuchnetz.de. Kompetenzzentrum – Trier Center for Digital Humanities, Universität Trier, abgerufen am 3. Mai 2026.</ref> also ist ein Achtort eine geometrische Figur mit acht Spitzen oder Ecken.
Das Achtort diente mittelalterlichen Bauhütten als Schlüssel zur Proportionierung von Grundrissen, insbesondere für Türme, Pfeiler und Fialen.<ref name=":0" />
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Günther Binding: Maßwerk. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, ISBN 3-534-01582-7.
- Victor Curt Habicht: Architekturtheorie. In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. I, 1936, Sp. 959–992, hier: Kapitel IIb. (Abschrift auf rdklabor.de, abgerufen am 3. Mai 2026)
- Wolfgang Kamke: Pentagramm, Hexagramm und Achtort bei Kirchen der Zisterzienser und anderen Kirchen. Verlag Kamke, Berlin 2003, ISBN 3-8330-0537-8.
- Oscar Mothes (Hrsg.): Illustrirtes Bau-Lexikon, Band 1: A & B, Leipzig 1881, S. 44: Achtort, mit Fig. 66, 67. (Digitalisat auf digi.ub.uni-heidelberg.de, abgerufen am 3. Mai 2026)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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