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Acker-Trespe

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Acker-Trespe
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Acker-Trespe (Bromus arvensis), Illustration

Systematik
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Tribus: Bromeae
Gattung: Trespen (Bromus)
Art: Acker-Trespe
Wissenschaftlicher Name
Bromus arvensis
L.

Die Acker-Trespe<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> (Bromus arvensis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Trespen (Bromus) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Sie ist in Eurasien verbreitet.<ref name="InfoFlora" />

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Bromus arvensis.JPG
Ausschnitt eines rispigen Blütenstandes mit den Ährchen und Grannen
Datei:Bromus arvensis inflorescence (20).jpg
Ährchen

Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten]

Die Acker-Trespe wächst als überwinternd grüne,<ref name="FloraWeb" /> einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 40 bis 100<ref name="InfoFlora" /><ref name="FoC" /> (20 bis 120) Zentimetern.<ref name="Conert1997" /> Es werden lockere Horste gebildet. Die Halme besitzen zwei bis fünf kurz behaarte Nodien.<ref name="FoC" /> Die wechselständig am Halm angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspreite gegliedert.<ref name="JepsonEFlora" /> Die unteren Blattscheiden sind dicht und angedrückt weich behaart<ref name="JepsonEFlora" />, die oberen sind abstehend behaart (Indument). Die 1,5<ref name="JepsonEFlora" /> bis 4<ref name="FoC" /> Millimeter langen und 1,5 bis 5 Millimeter breiten<ref name="JepsonEFlora" /> Blatthäutchen sind gefranst.<ref name="InfoFlora" /> Die parallelnervigen, einfachen Blattspreiten sind 8 bis 25 Zentimeter lang sowie 2 bis 6 (bis 10) Millimeter breit, behaart und rau.<ref name="InfoFlora" /><ref name="FoC" /><ref name="Conert1997" />

Blütenstand, Blüte und Frucht[Bearbeiten]

Die Blütezeit liegt in der Schweiz im Juni sowie Juli<ref name="InfoFlora" />, in Deutschland zwischen Mai und Juli.<ref name="Oberdorfer2001" /> Der relative große, allseitswendige, rispige Blütenstand ist locker und meist 15 bis 20 (10 bis 30) Zentimeter lang sowie 10 bis 20 cm breit.<ref name="FoC" /> Der Gesamtblütenstand besteht aus mit einer Länge von 3 bis 10 Zentimeter relativ langen, dünnen Verzweigungen, die viel länger sind als die vielen Ährchen.<ref name="InfoFlora" /> An jeder Verzweigung befinden sich fünf bis sieben Seitenzweige.<ref name="Conert1997" /> Die 15 bis 30 Millimeter langen<ref name="Conert1997" /> und im Durchmesser 3 bis 4 mm messenden, länglich-lanzettlichen<ref name="FoC" /> oder schmal-lanzettlichen,<ref name="BiS" /> meist violett-getönten<ref name="JepsonEFlora" /> Ährchen<ref name="InfoFlora" /> sind auch zur Fruchtzeit ausgebreitet sind und in der Spätphase etwas nickend. Die geraden oder leicht aufwärts gebogenen, dünnen Grannen sind 7 bis 10 Millimeter lang und treten mehr oder weniger am oberen Ende der Deckspelze aus.<ref name="BiS" /> Die Ährchen enthalten meist vier bis acht, seltener bis zwölf Blüten, die sich überlappen.<ref name="FoC" /><ref name="Conert1997" /> Die untere Hüllspelze ist 4 bis 6 Millimeter lang sowie meist drei-, selten bis zu fünfnervig; die obere ist 6 bis 8 Millimeter lang sowie fünf- bis neunnervig.<ref name="InfoFlora" /><ref name="Conert1997" /> Mit einer Länge von 7 bis 9 Millimeter sind die lanzettlichen Deckspelzen etwa so lang wie die Grannen und besitzen zwei winzige Zähne.<ref name="Conert1997" /> Die Vorspelze ist fast so lang wie Deckspelze und ihr Kiel ist bewimpert.<ref name="FoC" /> Die Staubbeutel sind 3 bis 5 Millimeter lang.<ref name="InfoFlora" />

In China reifen die Früchte zwischen Juni und August. Die schwärzlich-braunen Karyopsen weisen eine Länge von 7 bis 9 Millimeter sowie einen Durchmesser von etwa 1 Millimeter auf.<ref name="FoC" />

Chromosomensatz[Bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.<ref name="FoC" />

Ökologie[Bearbeiten]

Die Acker-Trespe ist ein Therophyt<ref name="FloraWeb" /> und Hemikryptophyt.

Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.<ref name="FloraWeb" /> Es erfolgt Windausbreitung und Klettausbreitung.<ref name="FloraWeb" />

Vorkommen und Gefährdung[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet der Acker-Trespe erstreckt sich von Ost- und Südeuropa bis zum Iran.<ref name="WCSP" /> Es umfasst die meridionale und boreale Zone. In China kommt sie in den Provinzen Gansu sowie Jiangsu vor. Die Acker-Trespe ist in vielen Gebieten der Welt, beispielsweise in den nordöstlichen USA und in Kalifornien ein Neophyt.<ref name="JepsonEFlora" /> In Europa kommt sie in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Irland und in Nordmazedonien.<ref name="Euro+Med" />

Die Acker-Trespe kommt in Deutschland zerstreut auf Ruderalflächen und nährstoffreichen Äckern vor. Sie gilt in Deutschland als Archäophyt. Pflanzensoziologisch ist sie eine Charakterart der Klasse Chenopodietea.<ref name="Oberdorfer2001" /> In Deutschland gilt die Acker-Trespe als gefährdet.<ref name="FloraWeb" /> In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil bei Holzgau bis zu 1100 Metern Meereshöhe auf.<ref name="Dörr und Lippert" /><ref name="Conert1997" /> In Graubünden erreicht sie bei St. Moritz 1885 Meter.<ref name="Conert1997" />

In der Schweiz gedeiht von der kollinen bis zur montanen, selten bis zur subalpinen Höhenstufe.<ref name="InfoFlora" /> In der Roten Liste der gefährdeten Arten der Schweiz ist Bromus arvensis im Westjura, Mittelland, an der Alpennordflanke, in den westlichen Zentralalpen, östlichen Zentralalpen sowie im Bergell stark gefährdet; als verletzlich gilt sie an der Alpensüdflanke, im Tessin sowie Puschlav; im Ostjura ist sie regional ausgestorben.<ref name="InfoFlora" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie und Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Bromus arvensis erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 77.<ref name="Linné1753" /> Synonyme für Bromus arvensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Avena arvensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Salisb., Bromus arvensis var. phragmitoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(A.Nyár.) Borza, Bromus billotii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.F.W.Schultz, Bromus erectus var. arvensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Huds., Bromus fragilis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schur, Bromus hyalinus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schur, Bromus japonicus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Houtt., Bromus mollissimus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hornem., Bromus multiflorus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Weigel, Bromus patulus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Mert. & W.D.J. Koch, Bromus phragmitoides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.A.Nyár., Bromus versicolor Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pollich, Bromus verticillatus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Cav., Forasaccus arvensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Bubani, Serrafalcus arvensis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(L.) Godr., Serrafalcus billotii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(F.W.Schultz) Rouy, Serrafalcus duvalii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rouy, Serrafalcus verticillatus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Cav.) Amo.<ref name="Tropicos" /> Viele beschriebenen Subtaxa sind heute alle Synonyme.<ref name="CoNWG" />

Von Bromus arvensis können folgende Unterarten unterschieden werden:<ref name="Euro+Med" />

  • Bromus arvensis subsp. arvensis
  • Bromus arvensis subsp. parviflorus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Desf.) H.Scholz: Sie unterscheidet sich von Bromus arvensis subsp. arvensis durch kürzere, nur 1 bis 3 Millimeter lange Staubbeutel und Deckspelzen, die nur 6 bis 7 Millimeter lang sind.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />

Sie kommt in Frankreich, Deutschland, in der Schweiz, in Schweden, Griechenland und Kroatien vor.<ref name="Euro+Med" />

  • Bromus arvensis subsp. segetalis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Scholz: Sie ist in den meisten Gebieten verschollen. Sie kam in Deutschland, in Österreich in Osttirol<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> und vielleicht auch in Italien vor.<ref name="Euro+Med" /> Sie wurde erst 1970 als eigenständige Sippe erkannt.<ref name="Conert1997" />

Trivialnamen[Bearbeiten]

Ein weiterer für diese Pflanzenart belegter deutschsprachiger Trivialname ist für die Region Kärnten Hudelgras.<ref name="Pritzel1882" /> Ein französischer Trivialname ist Brome des champs und ein italienischer Forasacco dei campi.<ref name="InfoFlora" /> Ein englischer Trivialname ist Field Brome.<ref name="BiS" /> Ein chinesischer Name ist 田雀麦 tian que mai<ref name="FoC" />.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jeffery M. Saarela, Paul M. Peterson: Bromus Brome, Chess: Datenblatt bei Jepson eFlora.
  • Liang Liu, Guanghua Zhu, Klaus Ammann: Bromus. In: (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="JepsonEFlora"> Jeffery M. Saarela, Paul M. Peterson: Bromus Brome, Chess: Datenblatt bei Jepson eFlora.</ref> <ref name="FoC"> Liang Liu, Guanghua Zhu, Klaus Ammann: Bromus. In: </ref> <ref name="InfoFlora"> Bromus arvensis L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Tropicos"> Bromus arvensis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Linné1753">Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 77 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D1%26issue%3D%26spage%3D77%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 68, online.</ref> <ref name="FloraWeb"> Acker-Trespe auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="BiS"> Datenblatt bei Blumen in Schwaben</ref> <ref name="CoNWG"> Bromus arvensis bei Tropicos.org. In: Catalogue of New World Grasses. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Euro+Med"> B. Valdés, H. Scholz, unter Mitwirkung von E. von Raab-Straube, G. Parolly: Poaceae (pro parte majore). Bromus arvensis. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2009.</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 205.</ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> <ref name="Conert1997">Hans Joachim Conert: Familie Poaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 743–745. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.</ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Bromus. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 275.</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Acker-Trespe (Bromus arvensis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien