Adbusting
Adbusting (aus den englischen Wörtern ad – Kurzform von advertisement = ‚Werbung‘ und dem Verb to bust – umgangssprachlich = ‚zerschlagen‘)<ref name="oxford">Oxford Advanced Learner’s Dictionary of Current English, Third Edition. Oxford University Press, 1974</ref> ist eine Aktionsform, bei der Werbung im öffentlichen Raum (Außenwerbung) verfremdet, überklebt oder auf andere Weise umgestaltet wird, um so ihren Sinn umzudrehen oder lächerlich zu machen.<ref>Kalle Lasn: Culture Jamming – Die Rückeroberung der Zeichen, Lizenzausgabe für die Büchergilde Gutenberg, (2005) ISBN 3-7632-5602-4</ref>
Motive[Bearbeiten]
Adbusting ist eine Form der Kommunikationsguerilla und kommt häufig aus der Streetart-Szene. Während der Verfassungsschutz Adbusting dem Linksextremismus zuordnet,<ref>Deutscher Bundestag: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Deutscher Bundestag, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref><ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> wird in der taz von Gareth Joswig auf die Kriminalisierung hingewiesen.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Heute werden neben parodistischen Kurzvideos gerne Werbesujets und Logos verfremdet, online gestellt oder über Social Media verbreitet.<ref>Roland Alton: Ethify Yourself. Mit neun Werten leben und wirtschaften. Dornbirn 2010.</ref> Kritik an Adbusters kommt von Markengegnern, da auch eine verfremdete Präsenz den Marken zusätzliche Aufmerksamkeit bringt.
Bei den Aktionen der Adbusters handelt es sich oft um Kritik an der Konsumgesellschaft, an den Bildwelten der Werbefotografie und an einer von Adbusters kritisierten „visuellen Umweltverschmutzung“. Vor allem wird von ihnen beklagt, dass es kaum noch Lebensbereiche gebe, in denen man sich der Werbung entziehen könne. Außerdem gibt es eine antimilitaristische Adbusting-Szene. Es werden eigene Plakate gebastelt oder gedruckt und vor allem in Werbevitrinen aufgehängt.
Im Englischen hat sich das Kofferwort Subvertising (von subvert und advertising)<ref>WERBEPAUSE – the art of subvertising. Ausstellung im Kunstraum Kreuzberg, 18. Juni bis 21. August 2022.</ref> eingebürgert, das jedoch mehr als Adbusting umfasst.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> In Frankreich nennen sich derart motivierte Gruppierungen Déboulonneurs (französisch für „Schraubenlöser“, „Bolzenschieber“, „Abschrauber“); sie übermalen etwa in öffentlichen Aktionen Plakatwände mit Parolen und warten, bis die Polizei sie festnimmt. Mit den erhofften folgenden Prozessen versuchen die Déboulonneurs, die Debatte um die von ihnen „Werbeterror“ genannte Wirkung von Reklame in die breite Öffentlichkeit zu tragen.
Ermittlungen[Bearbeiten]
Adbusting stellt meist Sachbeschädigung, Vandalismus oder Diebstahl im Bereich der Bagatellgrenze dar. Je nach Begehungsweise können strafrechtliche Vorwürfe auch ganz ausgeschlossen sein, wenn nichts beschädigt oder weggenommen wird.<ref>Vgl. den Fall bei Pia Lorenz: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> Der Verfassungsschutz ordnete in seinem Bericht zum Jahr 2018 polizeikritische Adbustings dem Bereich des „politischen Extremismus“ zu.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Seit 2018 gehen auch andere Behörden in Deutschland strenger gegen Adbusting vor.<ref>Markus Reuter: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) (Skriptfehler: Ein solches Modul „Multilingual“ ist nicht vorhanden.).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> So wurden Fälle von Adbusting im Gemeinsamen Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum behandelt. Eine kleine Anfrage der Partei die Linke nach weiteren Informationen wurde mit einem Verweis auf „schutzbedürftige Geheimhaltungsinteressen“ verweigert.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Der Verfassungsschutzbericht 2019<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> erwähnt Adbusting nicht mehr.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Eine Hausdurchsuchung wegen einer Bundeswehr-Adbusting-Aktion wurde nach einer Verfassungsbeschwerde vom Verfassungsgericht als illegal<ref>Bundesverfassungsgericht: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Pressemitteilung Nr. 121/2023, Skriptfehler: Ein solches Modul „DateTime“ ist nicht vorhanden. ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar).Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> erklärt.
Siehe auch[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Andreas Beaugrand, Pierre Smolarski (Hrsg.): Adbusting. Ein designrhetorisches Strategiehandbuch. transcript, Bielefeld 2016, ISBN 978-3-8376-3447-1.
- Berlin Busters Social Club: Unerhört: Adbusting gegen die Gesamtscheiße. Münster 2020, ISBN 978-3-89771-281-2.
- Berlin Buster Social Club: Mega Unerhört Adbustings mit Polizei und Militär. 2023 Selbstverlag
- Luther Blissett, Sonja Brünzels: Handbuch der Kommunikationsguerilla. Berlin [u. a.] 2001.
- Naomi Klein: No Logo! Der Kampf der Global Players um Marktmacht. Ein Spiel mit vielen Verlierern und Gewinnern. München 2001.
- Julia Reinecke: Street-Art. Eine Subkultur zwischen Kunst und Kommerz. Bielefeld 2007.
- Andreas Völlinger: Im Zeichen des Marktes. Culture Jamming, Kommunikationsguerilla und subkultureller Protest gegen die Logo-Welt der Konsumgesellschaft. Marburg 2010.
Weblinks[Bearbeiten]
Vorlage:Wikidata-Registrierung
- Adbusters – Culture Jammer’s HQ (englisch)
- Interview mit Kalle Lasn (engl.; PDF-Datei, 171 kB)
- Beispiele für Adbusting der Organisation Greenpeace
- Culture Jamming – Aktionen von Künstlern und Interviews mit Aktivisten (deutsch/englisch)
- Déboulonneurs (französisch)
- Website des Billboard Liberation Movement (englisch; abgerufen am 19. April 2010)
- Artikel auf Spiegel Online von Danny Kringiel zur Geschichte der Reklame-Guerilla; mit Bildbeispielen
- Adbusters – The Production of Meaning (filmische Montage zum Thema Adbusting, Flash-Film, Laufzeit:14:34 min)
Quellen[Bearbeiten]
<references />