Adelbert Muhr
Adelbert Muhr, Pseudonym: Amur, (* 9. November 1896 in Wien; † 10. März 1977 ebenda) war ein österreichischer Schriftsteller, Journalist und Übersetzer.
Leben[Bearbeiten]
Adelbert Muhr studierte von 1914 bis 1917 Literatur und Psychologie an der Universität Wien. Von 1918 bis 1930 war er Beamter bei der Donauschiffahrts-Gesellschaft. Danach arbeitete er als Journalist für das „Neue Wiener Tagblatt“ sowie, von 1945 bis 1967, für die Tageszeitung „Neues Österreich“. Auch war er ein ständiger Mitarbeiter der „Arbeiter-Zeitung“.<ref name="AZ|1977|03|11|23">(Hans Heinz Ha)h(nl): Adelbert Muhr tot. In: Arbeiter-Zeitung. Wien, 11. März 1977, S. 23.</ref>
Nach dem ‚Anschluss‘ setzte Muhr seine journalistische Publikationstätigkeit durchgehend und ungehindert fort. Zwischen 1938 und 1945 erschienen um die 130 Artikel in verschiedensten Medien (Wiener Stadt- und Vorstadt-Zeitung, Wiener neueste Nachrichten, Das kleine Blatt, Der Landbote, Die Bühne, Das kleine Volksblatt, (Neuigkeits-)Welt-Blatt, Kleine Volks-Zeitung).<ref>Wie die Auswertung in ANNO ergeben hat, kann es nicht ausgeschlossen werden, dass darüber hinaus noch weitere Texte erschienen sind, die nicht in ANNO erfasst wurden.</ref> Neben Theater- und Filmkritiken verfasste Muhr Besprechungen literarischer Texte, Autorenporträts, vor allem aber zahlreiche reiseliterarische Texte, Naturbeschreibungen und Ortserkundungen. Als Schriftleiter war Muhr Mitglied der Reichspressekammer und ersuchte im April 1942 um eine Befreiung der Mitgliedschaft in der Reichsschrifttumskammer für die Veröffentlichung der Erzählung Der geheimnisvolle Ostrong, die in der Schriftenreihe Niederdonau, Ahnengau des Führers veröffentlicht wurde.<ref>Gaupresseamt Niederdonau der NSDAP (Hg.): Der geheimnisvolle Ostrong (= Niederdonau, Ahnengau des Führers. Schriftenreihe für Heimat und Volk, H. 66). St. Pölten: St. Pöltner Zeitungs-Verlags Gesellschaft 1942.</ref> Muhrs Texte lassen inhaltlich keine große Affinität zum Nationalsozialismus erkennen. Seine Landschafts- und heimatkundlichen Beschreibungen sowohl in den Feuilletons als auch in seinen literarisch-essayistischen Texten fügen sich jedoch in die mitunter nostalgische Heimatverbundenheit der NS-Ideologie ein.
1964 wurde ihm der Berufstitel Professor verliehen.<ref>Reinhard Müller: Adelbert Muhr (Kurzbiografie), Uni Graz, Juni 2008, abgerufen am 22. Jänner 2025.</ref> Auch erhielt er den Enrica-Handel-Mazzetti-Preis (1966), den Kulturpreis des Landes Niederösterreich (1967) und das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien (1976).
Neben dem Schwerpunkt Reisen galt Muhrs Interesse dem Thema Eisenbahn, was er unter anderem mit der Monografie Der feurige Elias – Europas kleine Bahnen dokumentierte.
Adelbert Muhr hatte vor seinem Ableben zwei Schlaganfälle erlitten.<ref name="AZ|1977|03|11|23" /> Sein ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich in Gruppe 40 (Ehrenhain) des Wiener Zentralfriedhofs.<ref>Zentralfriedhof Wien – Gruppe 40 (…) Adelbert Muhr (…). In: Otto Buchegger: euxus.de. 2007, abgerufen am 2. August 2011.</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Adelbert Muhr im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Im hintersten Thule der Steiermark. In: Wiener neueste Nachrichten, Nr. 6095/1939 (XV. Jahrgang), 26. Oktober 1939, S. 6. (online bei ANNO).
- Die Nacht von Grammat-Neusiedl. In: Reise um Wien in achtzehn Tagen. Aufzeichnungen eines Fußgehers. Amalthea, Wien 1974, ISBN 3-85002-050-9, S. 145 ff.
- Die ehrenrettende Fußwaschung. In: Reise um Wien in achtzehn Tagen. Aufzeichnungen eines Fußgehers. Amalthea, Wien 1974, ISBN 3-85002-050-9, S. 154–159.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Muhr, Adelbert |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Schriftsteller, Journalist und Übersetzer |
| GEBURTSDATUM | 9. November 1896 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 10. März 1977 |
| STERBEORT | Wien |