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Adolf Halfeld

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Adolf Friedrich Wilhelm Halfeld (geboren 14. September 1898 in Hannover; gestorben 23. November 1955 ebenda)<ref>Geburtsdatum nach Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Wer ist’s? Unsere Zeitgenossen, 10. Auflage 1935, S. 345, eingesehen über World Biographical Information System.</ref> war ein deutscher Journalist, Autor politischer Bücher und Chefredakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ).

Leben[Bearbeiten]

Datei:Adolf Halfeld Amerika 1927 Cover.jpg
Amerika und der Amerikanismus (1927)
Datei:Adolf Halfeld Athenia 1939 Titel.jpg
Der „Athenia“-Fall. Englands wahres Gesicht (1939)
Datei:Adolf Halfeld Deutschland und die Westmächte 1940 Titel.jpg
Deutschland und die Westmächte (1940)
Datei:Adolf Halfeld USA 1941 Cover.jpg
USA. greift in die Welt (1941)

Adolf Halfeld<ref name=Klautke174>Lebensdaten bis 1945 bei Egbert Klautke, 2000, S. 174f.</ref> war Sohn eines Kaufmanns und machte 1917 das Abitur an der Leibnizschule Hannover. Er war seit 1916 Soldat im Ersten Weltkrieg und studierte ab dem Wintersemester 1918 Staatswissenschaften in Berlin, dann in Heidelberg und wurde 1921 in Hamburg mit einer Untersuchung über das Imkergewerbe im 17. und 18. Jahrhundert in den älteren hannoverschen Landesteilen bei Friedrich von Gottl-Ottlilienfeld promoviert. Er arbeitete ab 1924 als Auslandskorrespondent in den USA unter anderem für das Hamburger Fremdenblatt und die Münchner Neuesten Nachrichten. 1927 veröffentlichte er im Eugen Diederichs Verlag das Buch Amerika und der Amerikanismus, das bereits im Folgejahr eine zweite Auflage hatte und von der rechtskonservativen Presse lobend rezensiert wurde.<ref>Rezensionen aufgeführt bei Egbert Klautke, 2000, S. 176, Fn. 10 und S. 189, Fn. 53</ref> Es gilt als einflussreiches Beispiel des zivilisationskritischen Antiamerikanismus.<ref>Klaus Schwabe: Deutscher Anti-Amerikanismus in den Zwanzigerjahren, in: Thomas Stamm-Kuhlmann (Hrsg.): Geschichtsbilder : Festschrift für Michael Salewski zum 65. Geburtstag. Stuttgart : Steiner, 2003, ISBN 3-515-08252-2, S. 106–118, hier S. 114</ref> 1929 wechselte er für dieselben Zeitungen nach London.

Im Jahr 1932 kehrte Adolf Halfeld nach Deutschland zurück und übernahm nach der „Machtergreifung“ die Schriftleitung des Berliner Büros des Hamburger Fremdenblatts. Halfeld trat zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.849.270).<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/13221333</ref><ref name=Klautke174/> Spätestens 1943 wurde er Hauptschriftleiter der Zeitung. Halfeld wurde von der Presseabteilung des Reichsaußenministeriums zur „Mittwochsrunde“ wichtiger Berlinkorrespondenten der in- und ausländischen Presse hinzugezogen<ref>Peter Longerich: Propagandisten im Krieg. Die Presseabteilung des Auswärtigen Amtes unter Ribbentrop. Oldenbourg, München 1987, ISBN 3-486-54111-0, S. 316</ref>, er arbeitete bei der Zeitschrift Volk und Reich. Politische Monatshefte mit<ref>Peter Longerich: Propagandisten im Krieg. Die Presseabteilung des Auswärtigen Amtes unter Ribbentrop. Oldenbourg, München 1987, ISBN 3-486-54111-0, S. 260</ref> und schrieb für die Achsenzeitschrift Berlin Rom Tokio.<ref>Adolf Halfeld: Union Jack und Sternenbanner, in: Paul Schmidt (Hrsg.): Berlin Rom Tokio - Monatsschrift für die Vertiefung der kulturellen Beziehungen der Völker des weltpolitischen Dreiecks. Heft Nr. 11, November 1941 Jahrgang 3</ref> Auch Reichspropagandaminister Joseph Goebbels hatte von ihm einen guten Eindruck, nachdem er Halfeld zu sich in kleiner Runde eingeladen hatte.<ref>Elke Fröhlich (Hrsg.): Die Tagebücher von Joseph Goebbels, komplettierter Teil I: Aufzeichnungen 1923-1941. Band 7, S. 373, 21. März 1940</ref> Adolf Halfeld stellte sich in den Dienst der NS-Propaganda und schrieb für das Reichsaußenministerium die Propagandabroschüre Der „Athenia“-Fall, nachdem es kurz nach Kriegsbeginn am 3. September 1939 beim Untergang des Passagierschiffes Athenia 117 Tote, darunter 28 US-amerikanische Staatsbürger, gegeben hatte. Halfeld schob die Ursache für den Untergang des Schiffes auf eine britische Verschwörung: Die USA sollten mit dem Verlust US-amerikanischer Staatsbürger in den Krieg hineingezogen werden. Die Propagandaschrift wurde vom Reichsaußenministerium in die Sprachen der deutschen Verbündeten (Italien, Japan) und in Französisch, Englisch, Dänisch, Norwegisch und Schwedisch übersetzt.

Dem amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt unterstellte er 1941 „Hemisphären-Imperialismus“ und ein „Streben nach alleiniger Beherrschung des gesamtamerikanischen Erdteils.“<ref>Alfred Halfeld: USA greift in die Welt. 2. Auflage. Broscheck, Hamburg 1941, S. 111.</ref>

Nach Kriegsende nutzte Halfeld seine Sprachkenntnisse und übersetzte Schriften von Victor Gollancz, Charles Terrasse, Vita Sackville-West, Douglas Woodruff sowie ein (posthumes) Buch über Mahatma Gandhi von George Catlin ins Deutsche. Im Jahr 1950 wurde Adolf Halfeld dann Chefredakteur der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ); er starb 1955.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Das Imkergewerbe im 17. und 18. Jahrhundert in den älteren hannoverschen Landesteilen, unter Berücksichtigung seiner Sonderstellung als geldwerbende Marktproduktion im Bauernhaushalt. Eine Untersuchung zur Wirtschaftsgeschichte Niedersachsens. Dissertationsschrift. o. O. 1921.
  • Kulturen und Revolutionen. Europäische Gegenwartsfragen. Dürr & Weber, Berlin 1924.
  • Amerika und der Amerikanismus. E. Diederichs, Jena 1927.
  • England – Verfall oder Aufstieg? Diederichs, Jena 1933.
  • Der „Athenia“-Fall. Englands wahres Gesicht. Volk und Reich, Berlin 1939.
  • Deutschland und die Westmächte. Diederichs, Jena 1940.
  • USA greift in die Welt. Broschek, Hamburg 1941.
  • Die Zivilisation der Yankees. In: Friedrich Schönemann, Adolf Halfeld, Friedrich Kegel, Otto Koischwitz, Willy Gierlichs, Eduard Ahlswede, K. F. Hermann, Alexander Jason, Th. von Bippen (Hrsg.): Kultur in USA. Die Wirklichkeit eines Massenwahns. Junker und Dünnhaupt, Berlin 1943, S. 49–86.
  • Douglas Woodruff: Platos amerikanische Republik. Englische Satire auf die USA. Herausgegeben und eingeleitet von Adolf Halfeld. Broschek, Hamburg 1943.

Literatur[Bearbeiten]

  • Egbert Klautke: Unbegrenzte Möglichkeiten: „Amerikanisierung“ in Deutschland und Frankreich. Wiesbaden: Steiner, 2003. Zugl.: Heidelberg, Univ., Diss., 1999
  • Egbert Klautke: Kronzeugen des Antiamerikanismus in Deutschland und Frankreich. Adolf Halfeld und Georges Duhamel. In: Wolfgang Eßbach (Hrsg.): Welche Modernität? Intellektuellendiskurse zwischen Deutschland und Frankreich im Spannungsfeld nationaler und europäischer Identitätsbilder. Berlin : Spitz, 2000, ISBN 3-8305-0062-9, S. 173–191.
  • Frank-Rutger Hausmann: Anglistik und Amerikanistik im „Dritten Reich“. Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann, 2003

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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