Adyton
Adyton (Vorlage:GrcS „das Unzugängliche“, Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden.) ist in griechischen Tempeln der Raum, in dem das Kultbild steht und der als Allerheiligstes nur von Priestern oder von bevorrechtigten Laien und nur zu bestimmten Zeiten betreten werden darf.<ref name=":0">Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 4. Mai 2026), S. 7 f., hier S. 7: Adyton.</ref> Er befindet sich im Tempelgrundriss an der Stelle des Opisthodoms. Manchmal wird Adyton synonym mit Abaton<ref name=":0" /> verwendet. Der Begriff war in der Antike nicht geläufig und fand erst in der Neuzeit Eingang in die Nomenklatur.
Beschreibung und Geschichte[Bearbeiten]
In manchen antiken Tempeln, besonders solchen von Orakel- oder Heilgottheiten, war das Allerheiligste mit dem verehrten Bild der Gottheit vom Hauptraum des Tempels abgetrennt und durfte nur von Priestern betreten werden.<ref>Caesar, De Bello Civili 3,105; Vergil, Aeneis 6,98.</ref> Bekannt ist etwa das Adyton des Apollontempels zu Delphi, in dem die Pythia auf dem Dreifuß sitzend die Orakelsprüche des Gottes verkündete, welche dann von Priestern den fragenden Gläubigen übermittelt wurden.
Dass das Adyton vom Hauptraum des Tempels, der Cella, verschieden ist, geht aus einer Stelle bei Lukan hervor, wo die Priesterin die heftigen Anfälle fürchtet, die sie infolge der Reizmittel zu überstehen hat, welche sie in dem geheimen Zimmer nehmen muss, um sich dadurch in prophetische Begeisterung zu versetzen (pavens adyti penetrale remoti fatidicum).<ref>Lukan, Pharsalia 5,141–161.</ref> Deshalb bleibt sie im Tempel und weigert sich, in das adytum oder die Höhle (antrum), wie es Lukan nennt, zu gehen, bis man sie mit Gewalt hineintreibt.<ref>Martin Zimmermann: Die seltsamsten Orte der Antike. Gespensterhäuser, hängende Gärten und die Enden der Welt. 3. Auflage. C.H. Beck, München 2019, ISBN 978-3-406-72704-7, S. 33–34.</ref>
Das Adyton erscheint vorwiegend in Tempelbauten des 6. Jahrhunderts v. Chr. (selten in späteren) und meist im griechischen Westen (Sizilien und Unteritalien, besonders bei den Tempeln von Selinunt).
Literatur[Bearbeiten]
- René Ginouvès: Dictionnaire méthodique de l’architecture grecque et romaine. Band 3. École française de Rome / École française d’Athènes, Rom/Athen 1998, S. 43 f. (Digitalisat).
- Gottfried Gruben: Die Tempel der Griechen. 5. Auflage. Hirmer, München 2001, ISBN 3-7774-8460-1.
- Mary B. Hollinshead: „Adyton“, „Opisthodomos“, and the Inner Room of the Greek Temple. In: Hesperia. Band 68, 1999, S. 189–218.
- Paul Stengel: Adyton. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,1, Stuttgart 1893, Sp. 441.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.
Weblink[Bearbeiten]
- Literatur von und über Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Anmerkungen[Bearbeiten]
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