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Afterleistlinge

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Afterleistlinge
Datei:2011-10-11 Hygrophoropsis aurantiaca crop.jpg

Falscher Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Steinpilzartige (Boletales)
Unterordnung: Coniophorineae
Familie: Afterleistlingsverwandte (Hygrophoropsidaceae)
Gattung: Afterleistlinge
Wissenschaftlicher Name
Hygrophoropsis
(J. Schröt.) Maire in Martin-Sans

Die Afterleistlinge<ref name="Bollmann2007" /> (Hygrophoropsis) sind eine Pilzgattung aus der Ordnung der Steinpilzartigen (Boletales).

Die Typusart ist der Falsche Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca).<ref name="Martin-Sans1929" />

Merkmale[Bearbeiten]

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Der 0,5–7(–10) cm breite Hut ist zunächst gewölbt, aber bald schon ausgebreitet bis niedergedrückt oder fast trichterförmig. Der Rand ist jung eingerollt. Die trockene Oberfläche hat eine samtige bis feinfilzige, seltener auch eine feinfaserig-schuppige Struktur. Das Farbspektrum reicht von weißlich über hellgelb, cremeocker und orange bis hin zu rosa und orange- bis tabakbraun. Die engstehenden Lamellen gabeln sich mehrfach, erscheinen bisweilen etwas aderig und laufen am Stiel herab. Sie können dieselbe Farbpalette wie der Hut aufweisen bis hin zu ziegelrötlichen Tönen. Darüber hinaus lassen sie sich leicht vom Hutfleisch ablösen. Der Stiel steht manchmal etwas exzentrisch. Der Fruchtkörper besteht aus weichem, saftlosem Fleisch. Das Sporenpulver ist weiß bis blass cremeocker gefärbt.<ref name="Ludwig2001" />

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die zystidenlose Fruchtschicht besteht aus kleinen Basidien, an denen 3,5–11(–13) cm lange, glattwandige Sporen ohne Keimporus heranreifen – sie haben eine fast kugelige, ovale, elliptische oder zylindrische Form. Sie verfärben mit Iodlösung weinrot (dextrinoid).<ref name=":0">Andreas Gminder: Hygrophoropsis. In: Gminder, Andreas., Krieglsteiner, German J., Kaiser, Armin (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 3. Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3536-1, S. 273.</ref> Die Zellwände lassen sich mit Baumwollblau violett anfärben (cyanophil). Die Pilzfäden besitzen Schnallen an den Querwänden.<ref name="Ludwig2001" /> Die Lamellentrama ist regulär aufgebaut. Die Huthaut besteht aus radiären, liegenden Hyphen.<ref name="Bollmann2007" /> Bei einigen Arten ist sie in der Mitte ein Trichoderm.<ref name=":0" />

Ökologie[Bearbeiten]

Bei den Afterleistlingen handelt es sich um Saprobionten auf Wald- und Wiesenböden, seltener wachsen sie auch direkt an morschen Baumstümpfen und Holzabfällen wie z. B. Rindenschrot.<ref name="Bollmann2007" /><ref name="Ludwig2001" /> Sie verursachen eine Braunfäule.

Arten[Bearbeiten]

Für Europa sind folgende Taxa bekannt bzw. zu erwarten.<ref name="Strittmatter2005" /><ref name="Kunze2012" /><ref>Holec J., Kolařík M.: Notes on the identity of Hygrophoropsis rufa (Basidiomycota, Boletales). (PDF) In: Czech Mycol. 65(1): 15–24. Juni 2013, abgerufen am 10. Mai 2020.</ref><ref name=":0" />

Afterleistlinge (Hygrophoropsis) in Europa
Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat
Falscher Pfifferling Hygrophoropsis aurantiaca Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Wulfen 1781 : Fries 1821) Maire 1929
Weißblättriger Afterleistling Hygrophoropsis aurantiaca f. albida
Schwarzfilziger Afterleistling Hygrophoropsis aurantiaca var. atrotomentosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Jaccottet 1930
Milchweißer Afterleistling Hygrophoropsis aurantiaca var. lactea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Fr. 1821) Corner 1966
Schwarzfüßiger Afterleistling Hygrophoropsis aurantiaca var. nigripes Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Pers. 1801) Kühner & Romagn. 1953
Schuppiger Afterleistling Hygrophoropsis fuscosquamula Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.P.D. Orton 1960
Großsporiger Afterleistling Hygrophoropsis macrospora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(D.A. Reid 1972) Kuyper 1996
Ockergelber Afterleistling Hygrophoropsis ochraceolutea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Contu & Bon 1991
Braunroter Afterleistling Hygrophoropsis rufa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(D.A. Reid) Knudsen 2008



Ehemalige Arten[Bearbeiten]

Der Duftende Afterleistling (Aphroditeola olida, ehemals Hygrophoropsis morganii) wird inzwischen in der eigenständigen Gattung Aphroditeola geführt, weil er verwandtschaftlich zur Familie der Schnecklingsverwandten in der Ordnung der Champignonartigen zählt und anders als die „echten“ Afterleistlinge keine dextrinoiden Sporen besitzt.<ref name="Redhead2013" />

Bedeutung[Bearbeiten]

Als Speisepilze kommen die Afterleistlinge aufgrund ihres minderen Werts oder seltenen Vorkommens nicht in Betracht.<ref name="Ludwig2001" /> Der Falsche Pfifferling wird manchmal gegessen, kann aber bei empfindlichen Personen Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ewald Gerhardt: BLV Handbuch Pilze. 3. Auflage. BLV, München 2002, ISBN 3-405-14737-9, S. 337 (einbändige Neuausgabe der BLV Intensivführer Pilze 1 und 2).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Bollmann2007"> Achim Bollmann, Andreas Gminder, Peter Reil: Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze. In: Jahrbuch der Schwarzwälder Pilzlehrschau. 4. Auflage. Volume 2. Schwarzwälder Pilzlehrschau, 2007, ISSN 0932-920X (301 S., Verzeichnis der Farbabbildungen fast aller europäischen Großpilze (> 5 mm) inkl. CD mit über 600 Gattungsbeschreibungen). </ref> <ref name="Kunze2012"> Andreas Kunze: Der Falsche Pfifferling und andere Afterleistlinge in Europa. In: Der Tintling. Band 77(4). Karin Montag, 2012, ISSN 1430-595X, S. 86–99 (Inhaltsverzeichnis online verfügbar). </ref> <ref name="Ludwig2001"> Erhard Ludwig: Beschreibungen. Die kleineren Gattungen der Makromyzeten mit lamelligem Hymenophor aus den Ordnungen Agaricales, Boletales und Polyporales. In: Pilzkompendium. Band 1. IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-43-3 (deutsch mit englischen Zusammenfassungen, 17 × 24 cm, enthält 20 neue Taxa und 13 Neukombinationen). </ref> <ref name="Martin-Sans1929"> Émile Martin-Sans: Hygrophoropsis. In: L'Empoisonnem. Champ. Band 99, 1929. </ref> <ref name="Redhead2013"> Scott A. Redhead, Manfred Binder: Nomenclatural novelties. In: Index Fungorum. Band 15, 2013 (indexfungorum.org [PDF; 82 kB]). </ref> <ref name="Strittmatter2005">Eric Strittmatter: Die Gattung Hygrophoropsis. In: Fungiworld.com. Pilz-Taxa-Datenbank. 13. November 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Februar 2014; abgerufen am 25. März 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fungiworld.com</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Afterleistlinge (Hygrophoropsis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien