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Akanthose

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Klassifikation nach ICD-10
L85 Sonstige Epidermisverdickung

(und je nach Krankheitsbild)

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ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Die Akanthose ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), ‚stachelig‘) bezeichnet in der Medizin eine Verbreiterung der Stachelzellschicht (Stratum spinosum)<ref>Otto Braun-Falco, Gerd Plewig, Helmut H. Wolff: Dermatologie und Venerologie. 3., neubearb. Auflage. Springer, Berlin 1996, ISBN 978-3-540-12023-0, S. 14 (OCLC 612292746).</ref> des Plattenepithels (spezialisierte oberflächliche Zellschicht) der Oberhaut (Epidermis) und bestimmter Schleimhäute durch Vermehrung oder Vergrößerung der Zellen. Oft stellt sie eine Regenerationsreaktion auf mechanische Belastung oder Entzündungen<ref>W. Böcker: Pathologie. 4., vollst. überarb. Auflage. München 2008, ISBN 978-3-437-42382-6, S. 1027 f. (OCLC 723846189).</ref> dar und tritt dann ggf. zusammen mit einer gestörten Verhornung (Hyper- oder Parakeratose) auf. Sie kann aber auch genetisch bedingt, im Rahmen bestimmter Grunderkrankungen oder als Nebenwirkung von Medikamenten<ref name="Calonje" details="S. 626ff" /> auftreten. Je nach Ursache zeigt sich ein unterschiedliches klinisches Bild mit umschriebener Verdickung der Haut. Das verbreiterte Stratum spinosum ist nur unter dem Mikroskop (histologisch) sichtbar.

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Entstehung[Bearbeiten]

Durch Hyperplasie (Zunahme der Zellzahl) und/oder Hypertrophie (Zellvergrößerung) der Keratinozyten (flache Zellen des Plattenpithels) kommt es zur Verbreiterung des Stratum spinosum und somit des gesamten Epithels. Die Zunahme der Zellzahl kann Resultat einer vermehrten Teilung von Reservezellen (auch: Basalzellen, Proliferationsakanthose) oder einer verzögerten Ausreifung der Keratinozyten (Zellen des Plattenepithels) sein (Retentionsakanthose).<ref>P. Altmeyer, M. Bacharach-Buhles: Akanthose. In: Altmeyers Enzyklopädie. Abgerufen am 10. April 2021.</ref> Durch eine Verlängerung der Retezapfen (Verzahnung des Epithels mit dem unterliegenden Bindegewebe) kann außerdem die Fläche der teilungsaktiven Reservezellschicht (Stratum basale) vergrößert werden.<ref>Max Eder, Heinz Bechtelsheimer: Allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie. 33., neubearb. u. erw. Auflage. Berlin 1990, ISBN 3-540-51899-1, S. 784 (OCLC 246719725).</ref>

Klinische Erscheinung[Bearbeiten]

Je nach Ursache der Akanthose kommt es durch die Verdickung der Epidermis zur Ausbildung von Papeln, Knötchen oder ausgedehnten Plaques, die gerötet (durch Entzündung), weißlich (durch vermehrte und/oder gestörte Verhornung oder Speicherung von Glykogen) oder braun (durch verstärkte Pigmentierung) erscheinen können.

Vorkommen[Bearbeiten]

Im Rahmen von entzündlichen Hauterkrankungen tritt eine Akanthose klassischerweise bei der Psoriasis (Schuppenflechte) auf, bei der sie mit einer deutlichen Verlängerung der Retezapfen einhergeht (psoriasiforme Akanthose). Sie ist aber z. B. auch bei länger bestehenden Ekzemerkrankungen, dem Lichen ruber planus und Insektenstichen zu beobachten.

Bestimmte nicht-entzündliche Hautveränderungen und gutartige Tumoren der Epidermis wie z. B. Alters-<ref name="Calonje" details="S. 1162" /> oder Viruswarzen<ref name="Calonje" details="S. 829" /> gehen ebenfalls mit einer stark lokal begrenzten Akanthose einher, sie werden deshalb auch als Akanthome bezeichnet.

Als Acanthosis nigricans werden flächige Manifestationen einer Akanthose bezeichnet, die erblich als familiäre Acanthosis nigricans oder im Rahmen genetischer Syndrome (z. B. Alström-<ref></ref> oder Crouzon-Syndrom<ref></ref>), mit verschiedenen Grunderkrankungen (z. B. bösartige Tumorerkrankungen,<ref></ref> Diabetes mellitus,<ref name="Calonje" details="S. 628" /> Lupus erythematodes<ref>J. S. Baird, J. L. Johnson, D. Elliott-Mills, L. M. Opas: Systemic lupus erythematosus with acanthosis nigricans, hyperpigmentation, and insulin receptor antibody. In: Lupus. Band 6, Nr. 3, 1997, ISSN 0961-2033, S. 275–278, doi:10.1177/096120339700600311, PMID 9104736.</ref>) oder nach Medikamenteneinnahme (z. B. Nikotinsäure<ref></ref>) auftreten.<ref name="Calonje" details="626ff" />

An der Schleimhaut der Speiseröhre kann es durch Einlagerung von Glykogen in den Keratinozyten zu einer Glykogenakanthose kommen, die möglicherweise Folge einer Refluxerkrankung (Sodbrennen) darstellt.<ref>M. Vieth, C. Langner, J. Rüschoff: Pathologie - Verdauungstrakt und Peritoneum. In: G. Klöppel, H. H. Kreipe, W. Remmele (Hrsg.): Pathologie. 3., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin 2013, ISBN 978-3-642-02322-4, S. 37 (OCLC 849918529).</ref>

An Körperstellen mit hoher mechanischer Belastung wie Handflächen und Fußsohlen zeigt sich naturgemäß dickere Haut mit langen Retezapfen, um eine angemessene Regeneration des Epithels zu ermöglichen.<ref></ref>

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Calonje"></ref> </references>

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