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Albert Bozenhard

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Datei:Albert Bozenhard.jpg
Albert Bozenhard als Redakteur Bolz in Gustav Freytags Die Journalisten<ref>Porträt „Albert Bozenhard (Bolz).“ In: Spemanns goldenes Buch des Theaters. Verlag W. Spemann, Berlin / Stuttgart 1912, S. 576.</ref>

Albert Bozenhard (auch Bozenhardt;<ref name="Oesterr-Kunst-Chronik-18850627" /><ref name="NWJ-19161212-Nachruf-Berta-Gloeckner" /><ref name="DerHumorist-19260113" /> * 14. Februar 1860 in Ulm; † 13. Januar 1939 in Stuttgart) war ein deutscher Schauspieler und Operettensänger (Bariton).

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung und Künstlerlaufbahn[Bearbeiten]

Albert Bozenhard zog als Kind mit seiner Familie von Ulm nach Stuttgart um. Sein Vater hatte für ihn eine Ausbildung als Büchsenmacher vorgesehen.<ref name=":0">E.A.G.: Albert Bozenhard †. In: Hamburger Fremdenblatt. Band 111, Nr. 14, 14. Januar 1939, S. 1 (uni-hamburg.de [abgerufen am 12. Juli 2026]).</ref> Mit 15 Jahren beschloss Bozenhard, Schauspieler zu werden und nahm dramatischen Unterricht bei dem Hofschauspieler Karl von Jendersky. Am 12. März 1877 debütierte er als Schüler in Faust am Württembergischen Hoftheater.<ref name=":0" /> Er hatte mit seinem Auftritt Erfolg beim Publikum und erhielt ein festes Engagement, während dessen er vor allem als „jugendlicher Liebhaber“ auftrat. 1879 wechselte er in den Verband des deutschen Hoftheaters in Petersburg, wo er nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Operettensänger der Stimmlage Bariton wirkte. Dort konnte ihm in der einen Woche als Don Carlos im gleichnamigen Stück und als Romeo in Romeo und Julia, in der anderen Woche als Einstein in der Fledermaus und als Ollendorf im Bettelstudenten „größte Anerkennung“ gezollt werden. 1881 bis 1884 war er am Staatstheater in Moskau<ref name="Eisenbergs-grosses-Lexikon-117">Bozenhard Albert. In: Ludwig Eisenberg’s Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlagsbuchhandlung Paul List, Leipzig 1903, S. 116–117 (Textarchiv – Internet Archive).</ref> (nach der Allgemeinen Theater-Chronik vom Juni 1885 als Deutsches Theater in Moskau bezeichnet<ref name="Oesterr-Kunst-Chronik-18850627">Nachrichten. In: Allgemeine Theater-Chronik, Gratis-Beilage zur „Allgemeinen Kunst-Chronik“. IX. Band, Nr. 26, 27. Juni 1885, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/okc Hier: „Die vereinigten Hamburger Stadt-Theater und Thalia-Theater (Altonaer Stadt-Theater) […] veröffentlichen ihr Mitglieder-Verzeichniss für die Saison 1885–1886, aus dem wir diejenigen Namen, welche unseren Lesern bekannt sein dürften, hervorheben: […] Albert Bozenhardt, vom Deutschen Theater in Moskau, jugendlicher Held und Liebhaber; […]“</ref>) engagiert.

Ab der Spielzeit 1885/1886 wurde Bozenhard Mitglied des Ensembles Thalia-Theaters in Hamburg.<ref name="Eisenbergs-grosses-Lexikon-117" /><ref name="Oesterr-Kunst-Chronik-18850627" /> Dort wurde er in der Folge „Boz“ bzw. „uns’ Boz“genannt.<ref name="Hatry-Diss-Thaliatheater-43" /><ref name=":0" /> Der vielseitige Schauspieler wurde dort sehr beliebt, insbesondere in den Jahren 1900 bis 1912 „war er der unumstrittene männliche Star des Ensembles (zuvor und später mußte er sich den Ruhm mit anderen teilen)“.<ref name="Hatry-Diss-Thaliatheater-43">Michael Hatry: Das Thalia-Theater in Hamburg 1894–1915. Horst Mann, Berlin 1966 (= zugleich Diss. an der Freien Universität Berlin), S. 43 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Zu seinen Hauptrollen gehörten unter anderem der Reif-Reiflingen in dem Lustspiel Krieg im Frieden und in dessen Fortsetzung Reif-Reiflingen, beide von Gustav von Moser,<ref name="DerHumorist-19260113" /><ref name="Moser-KriegimFrieden-ReifReiflingen" /> sowie der Victor von Berndt in Veilchenfresser, ebenfalls von Moser.<ref>Der Veilchenfresser. Lustspiel in 4 Akten von Gustav von Moser. In: Lustspiele von Gustav von Moser. Vierter Band, 6. Auflage. Theaterverlag Eduard Bloch, Berlin 1912 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

1905 verfasste Bozenhard die Detektiv-Komödie Sherlock Holmes, die unter anderem zwei Jahre später am Hoftheater Stuttgart aufgeführt wurde.<ref>Sherlock Holmes. Komödie von Albert Bozenhard in der Deutschen Digitalen Bibliothek, abgerufen am 3. Oktober 2025.</ref> 1913 verfasste er das Drehbuch zu Eine tolle Wette auf den Imperator und spielte darin die Hauptrolle.<ref>Albert Bozenhard bei The German Early Cinema Database, DCH CologneVorlage:GECD Name/Wartung/lokale ID abweichend von Wikidata</ref> Anfang der 1920er Jahre war er noch in Künstlerlaunen (1920; Regie: Paul Otto)<ref>Vorlage:IMDb/1</ref> sowie in Der Absturz (1923; Regie und Drehbuch: Ludwig Wolff)<ref>Vorlage:IMDb/1</ref> auf der Leinwand zu sehen.

Um die Jahreswende 1925/1926 wurde Bozenhards 40-jährige Zugehörigkeit zum Thalia-Theater gefeiert:<ref name="DerHumorist-19260113">E. Stangenberger: Hamburger-Theater. In: Der Humorist, 13. Jänner 1926, S. 6f.; hier: S. 7 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/hu1</ref>

„“

– Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.E. Stangenberger: Der Humorist<ref name="DerHumorist-19260113" />

Zu Ehrenmitgliedern des Thalia-Theaters ernannt, haben sich Albert und seine Frau Karli Bozenhard, die er dort kennenlernte und mit der er oft auf der Bühne stand, im Jahr 1930 aus dem Theaterleben zurückgezogen und sich in Stuttgart niedergelassen.<ref name="Hatry-Diss-Thaliatheater-43" /><ref name="Karli-Bozenhard-Garten-der-Frauen" /> 1939 gab Bozenhard seinen Schauspielerring, von da an Albert-Bozenhard-Ring genannt, an Ernst Leudesdorff weiter, der bis in die Gegenwart den würdigsten Schauspieler des Thalia-Theaters auszeichnet.<ref>Albert-Bozenhard-Ring. Gründungsjahr: 1939, Ort der Verleihung: Hamburg. In: Online-Ausgabe des Handbuchs der Kulturpreise. ARCult Media – Verlagsbuchhandlung für Kultur & Wissenschaft (Hrsg.), abgerufen am 3. Oktober 2025.</ref>

Ehen und Tod[Bearbeiten]

Datei:Grabstein Bozenhard.jpg
Grabstein von Albert und Karli Bozenhard im Garten der Frauen auf dem Friedhof Ohlsdorf

Bozenhard war mit der Schauspielerin Berta Glöckner-Bozenhard (1848–1916; Mutter von Josefine „Pepi“ Kramer-Glöckner), verheiratet, die von 1878 bis 1881 in St. Petersburg (Bozenhard ab 1879) und 1882 in Moskau (Bozenhard 1881 bis 1884) engagiert war; 1896 musste Berta Glöckner-Bozenhardt wegen eines zunehmenden Gehörleidens ihre Schauspiellaufbahn beenden.<ref name="NWJ-19161212-Nachruf-Berta-Gloeckner">(Schauspielerin Berta Glöckner †) . In: Neues Wiener Journal, 12. Dezember 1916, S. 8, mittlere Spalte, Mitte (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwj Hier: „… die Künstlerin, die mit ihrem Kollegen Albert Bozenhardt verheiratet war […]. Die Leiche wird morgen […] auf dem Friedhofe in Ober-St. Veit beerdigt.“</ref><ref>Glöckner, Berta; verehel. Bozenhardt (1848–1916), Schauspielerin. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 9.</ref><ref>Glöckner Bertha. In: Ludwig Eisenberg’s Grosses Biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlagsbuchhandlung Paul List, Leipzig 1903, S. 117 (Textarchiv – Internet Archive): „1896 mußte die Künstlerin, die mit ihrem Kollegen Albert Bozenhart (s. d. [das ist S. 116–117; Anm.]) verheiratet war, durch ein immer zunehmendes Ohrenleiden gezwungen, ihre Bühnenwirksamkeit gänzlich einzustellen und sich vom Theater zurückzuziehen.“</ref><ref>Vorlage:Verstorbenensuche Wien; abgerufen am 5. Oktober 2025.</ref>

Später war er bis zu seinem Tod mit der Schauspielerin Karli Bozenhard-Hücker verheiratet. Kennengelernt hatten sie sich am Thalia-Theater, wo er ab 1885 und sie ab 1889 spielten und wo sie öfters gemeinsam auf der Bühne standen. Nachdem auch Karli Bozenhard 1929 ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum am Thalia hatte (Albert – siehe oben – schon im Jahr 1926) und sie als erste Frau dort Ehrenmitglied wurde, verließen sie 1930 Hamburg und zogen nach Stuttgart, wo er am 13. Januar 1939 starb. Nachfolgend zog Karli Bozenhard nach Hamburg zurück und spielte dort von 1941 bis 1943 wieder am Thalia.<ref name="Karli-Bozenhard-Garten-der-Frauen" />

Nach Auflösung der gemeinsamen Grabstätte auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf wurde beider Grabstein, der vom Denkmalschutzamt als erhaltenswert eingestuft ist, in den im Friedhof angesiedelten Garten der Frauen verlegt.<ref>Helmut Schoenfeld: Der „Garten der Frauen“ und seine Nebeneffekte. In: OHLSDORF – Zeitschrift für Trauerkultur. Themenheft Bildhauer und Grabmäler. Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. (Hrsg.), Ausgabe Nr. 73, Mai 2001 (Artikel online auf der Website des Vereins, fof-ohlsdorf.de, abgerufen am 3. Oktober 2025): „Er [der Garten der Frauen] wird mit seinen Grabmalinschriften aber nicht nur an Frauen erinnern, sondern quasi in ihrem Schatten auch an Männer, die ebenfalls nicht unbedeutend für Hamburgs Geschichte gelten.“ Sowie: „Ein weiterer Nebeneffekt des Gartens sind die nach hier versetzten Grabsteine. Unter ihnen gibt es einige, die wegen ihrer geschichtlichen, wissenschaftlichen und künstlerischen Bedeutung vor vielen Jahren vom Denkmalschutzamt als erhaltenswert eingestuft worden sind: Bozenhard, Bullerdiek-Bäumken, Hirsch, Kalmar, Marstrand und Teuffert.“</ref>

Ehrungen[Bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1913: Eine tolle Wette auf den Imperator (Drehbuch und Hauptrolle)
  • 1920: Künstlerlaunen
  • 1923: Der Absturz

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Albert Bozenhard (bis 1939) | Ernst Leudesdorff (1939–1945) | Willy Maertens (1945–1968) | Manfred Steffen (1968–2006) | Christoph Bantzer (2006–2018) Victoria Trauttmansdorff (seit 2018) Vorlage:Klappleiste/Ende

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