Albrecht von Lucke
Hans-Albrecht Gerhard Hubertus von Lucke<ref>Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels. Adelige Häuser, A (Uradel), Band XVI, C. A. Starke-Verlag, Limburg (Lahn) 1981, S. 285. ISBN 3-7980-0776-4.</ref> (* 28. April 1967 in Ingelheim am Rhein<ref>Das Erste. Anne Will. Die vergangenen Sendungen.</ref>) ist ein deutscher Publizist und Journalist. Er ist Redakteur der Fachzeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik.
Leben und Wirken[Bearbeiten]
Von Luckes Eltern sind die Ärztin Barbara, geb. Löbbecke, und der Chemiekaufmann Hubertus von Lucke und Kursko. Nach dem Abitur 1986 in Ingelheim am Rhein studierte er Rechts- und Politikwissenschaft an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Freien Universität Berlin und wurde Volljurist und Diplom-Politologe.<ref>Blätter für deutsche und internationale Politik: Autorinnen und Autoren: Albrecht von Lucke. Abgerufen am 16. November 2023.</ref> Seit 1989 lebt und arbeitet von Lucke in Berlin und ist seit 1999 als freier Publizist tätig, 2003 wurde er Redakteur der politischen Monatszeitschrift Blätter für deutsche und internationale Politik, deren Büro im Folgejahr von Bonn nach Berlin verlegt wurde.<ref>Der Redaktion der Blätter gehören heute außerdem Anne Britt Arps, Daniel Leisegang, Annett Mängel und Steffen Vogel an: Blätter: Redaktion. Abgerufen am 4. Juni 2020.</ref>
Daneben schreibt von Lucke für Zeitungen wie den Freitag, die taz sowie den Vorwärts und arbeitet auch für Hörfunk und Fernsehen, wo er politische Kommentare beisteuert. Er nimmt an Diskussionssendungen teil wie Anne Will, Maybrit Illner, Maischberger, Markus Lanz, Presseclub oder Deutschlandfunk Kultur, Studio 9 – Der Tag mit....
In seinen Beiträgen zur Innenpolitik analysiert von Lucke Tendenzen in den aktuellen Ereignissen und ordnet das Geschehen in die größeren zeitgeschichtlichen Zusammenhänge ein. Dieses Interesse zeigt sich auch in seinen Buchveröffentlichungen, die sich mit der heutigen Bedeutung der 68er-Bewegung und der Entwicklung von der Bonner zur Berliner Republik beschäftigen.<ref>Vgl. dazu auch den Radio-Essay: Albrecht von Lucke: Die Konsequenz der fehlenden politischen Jugend. In: Essay und Diskurs. Scheidelinien der Politik (4/4): Das Ende der politischen Generationen? Deutschlandfunk, 22. September 2013, abgerufen am 27. September 2023 (bei der Bundestagswahl 2013 sind die letzten Politiker der 68er-Generation aus dem Parlament ausgeschieden).</ref> Von Lucke beschreibt Westdeutschland als „Nischengesellschaft“, in der sich die gesellschaftliche Öffentlichkeit immer weiter zurückbilde und die Konfliktbereitschaft abnehme. Die kurzfristige Neubewertung der Rolle des Staates in der weltweiten Wirtschaftskrise ab 2007 gelte nur dem Systemerhalt im ökonomisch-egoistischen Selbstinteresse der Bürger und verdecke die Notwendigkeit grundsätzlicher Änderungen. Die Zukunft der Demokratie drohe durch die Wiederkehr von Freund-Feind-Gegensätzen – verstärkt vom absehbaren Wegfall der materiellen Basis – zu schwinden.<ref>Albrecht von Lucke: Die gefährdete Republik. Von Bonn nach Berlin. 1949–1989 – 2009, Verlag Wagenbach, Berlin 2009, S. 69–83. ISBN 978-3-8031-2605-4.</ref>
Audio[Bearbeiten]
- Publizist Albrecht von Lucke: „Ich kann streiten, ich kann reden“, 85.13 Minuten Audio-Version, Deutschlandfunk Zwischentöne mit Joachim Scholl, 16. August 2026
Schriften[Bearbeiten]
- 68 oder neues Biedermeier: Der Kampf um die Deutungsmacht. Wagenbach, Berlin 2008, ISBN 978-3-8031-2582-8.
- Die gefährdete Republik: Von Bonn nach Berlin. 1949 – 1989 – 2009. Wagenbach, Berlin 2009, ISBN 978-3-8031-2605-4.
- Die schwarze Republik und das Versagen der deutschen Linken. Droemer, München 2015, ISBN 978-3-426-27667-9 (erw. Taschenbuchausgabe, Knaur Taschenbuch, München 2017, ISBN 978-3-426-78845-5).
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- 2014: Förderpreis des Lessing-Preises für Kritik (nominiert durch Hans-Ulrich Wehler)
- 2018: Otto-Brenner-Preis „Spezial“ (Laudatio durch Heribert Prantl)
Literatur[Bearbeiten]
- Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der adeligen Häuser. A (Uradel), Band XVI, Band 76 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke-Verlag, Limburg (Lahn) 1981, S. 284–285. ISBN 3-7980-0776-4.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Albrecht von Lucke im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Albrecht von Lucke bei Perlentaucher
- Vorlage:IMDb/1
- Albrecht von Lucke bei Blätter für deutsche und internationale Politik
- Albrecht von Lucke bei Linksnet
- Gespräch mit Tilo Jung – Podcast Jung & Naiv, November 2018
- Deutschlandfunk Zwischentöne. Musik und Fragen zur Person vom 16. August 2026: Der Politologe Albrecht von Lucke im Gespräch mit Joachim Scholl
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lucke, Albrecht von |
| ALTERNATIVNAMEN | Lucke, Hans Albrecht Gerhard Hubertus von (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Publizist und Journalist |
| GEBURTSDATUM | 28. April 1967 |
| GEBURTSORT | Ingelheim am Rhein |
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- Familienmitglied des Adelsgeschlechts Luck
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- Geboren 1967
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