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Alfred Thiel

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Datei:Alfred Thiel Marburg ca 1913.jpg
Alfred Thiel (1913)
Datei:Grab Alfred Thiel.jpg
Das Grab von Alfred Thiel und seiner Ehefrau Anna geborene Heimburger auf dem Hauptfriedhof Marburg

Alfred Thiel (* 25. Mai 1879 in Waldenburg (Schlesien); † 20. Juni 1942 in Marburg) war ein deutscher Chemiker und physikalischer Chemiker und Hochschullehrer an der Universität Marburg.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Thiel studierte 1897 bis 1900 Chemie in Breslau, München sowie Clausthal; sein Lehrer in der gemeinsamen Zeit an der Vereinigten Bergakademie und Bergschule Clausthal war Friedrich Wilhelm Küster.<ref name="Uni Marburg" /> Thiel wurde 1900 in Gießen promoviert, da Clausthal erst 1919 Promotionsrecht erhielt.<ref>Georg Müller, Fred Türck: Entwicklung der Bergschule Clausthal zur wissenschaftlichen Hochschule im Zeitraum 1811 bis 1920. Lehrer und Bergschüler, Professoren und Studenten in Zeiten industrieller und sozialer Umbrüche. Hrsg.: Universitätsbibliothek der TU Clausthal. Technische Universität Clausthal, 2016, ISBN 978-3-946340-71-3, S. 98, doi:10.21268/20161202-134622.</ref> 1904 habilitierte er sich in Münster in Physikalischer Chemie und war anschließend dort als Privatdozent tätig.<ref name="Uni Marburg" /> In Münster wurde er 1907 Abteilungsvorstand am Chemischen Institut und 1909 außerordentlicher Professor. 1911 wurde er erster planmäßiger außerordentlicher Professor an der Universität Marburg.<ref name="Uni Marburg" /> 1913 wurde ein eigenes Institut für physikalische Chemie eingerichtet, 1919 wurde er zum ordentlichen Professor und erster Direktor des Instituts für Physikalische Chemie.<ref name="Uni Marburg" /> 1926/1927 war er Dekan der Philosophischen Fakultät und 1931/1932 der Rektor der Universität.<ref name="Uni Marburg" /> Er unterzeichnete im November 1933 das Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler. 1941 wurde er aus Gesundheitsgründen beurlaubt.<ref name="Uni Marburg" /> Sein Assistent war Ernst Baars. Thiels Grabstätte ist auf dem Hauptfriedhof Marburg, Ockershäuser Allee.<ref name="Uni Marburg" />

Thiel erforschte u. a. das Element Indium, die Dissoziationskonstante von gelöstem Kohlenstoffdioxid und die chemischen Indikatoren.

Sein Name ist Chemikern durch das 1894 von Friedrich Wilhelm Küster erstmals aufgelegte Buch Rechentafeln für die Chemische Analytik geläufig, das er von 1917 bis 1942 weiterführte und das gegenwärtig (2016) in der 108. Auflage vorliegt. Er war zudem Herausgeber der beim Verlag Walter de Gruyter & Co. ab 1938 erschienenen Schriftenreihe Arbeitsmethoden der modernen Naturwissenschaften, die das Gesamtgebiet der Naturwissenschaften und deren Grenzgebiete, besonders alle Gebiete der Chemie umfasst.<ref>Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Gegründet von Otto Dornblüth. 54.–60. Auflage. Walter de Gruyter & Co., Berlin 1943, S. 813–815 (Anhang mit Verlagsmitteilungen).</ref>

Schriften[Bearbeiten]

  • mit Friedrich Wilhelm Küster: Lehrbuch der allgemeinen, physikalischen und theoretischen Chemie. 1913
  • als Hrsg. mit Friedrich Wilhelm Küster: Logarithmische Rechentafeln für Chemiker. 1911 u.ö.; 51.–55., verbesserte und vermehrte Auflage (unter dem Titel Logarithmische Rechentafeln für Chemiker, Pharmazeuten, Mediziner und Physiker). Walter de Gruyter & Co., Berlin 1942; später, Rechentafeln für die Chemische Analytik. (etwa) 103. Auflage, bearbeitet von Alfred Ruland. De Gruyter, Berlin / New York 1985, ISBN 3-11-010053-3.
  • mit Robert Strohecker und H. Patsch: Taschenbuch für die Lebensmittelchemie. Hilfstabellen für die Arbeiten des Chemikers, Lebensmittelchemikers, Gärungschemikers, Fettchemikers, Wasserchemikers und verwandter Berufe. Walter de Gruyter & Co., Berlin 1938 (in der Reihe Arbeitsmethoden der modernen Naturwissenschaften).
  • Absolutkolorimetrie. Walter de Gruyter & Co., Berlin 1939 (in der Reihe Arbeitsmethoden der modernen Naturwissenschaften).

Literatur[Bearbeiten]

  • Inge Auerbach: Catalogus professorum academiae Marburgensis. Die akademischen Lehrer der Philipps-Universität in Marburg. 2. Band: 1910 bis 1971. Marburg 1979, ISBN 3-7708-0580-1, S. 916.
  • Christoph Meinel: Die Chemie an der Universität Marburg seit Beginn des 19. Jahrhunderts: Ein Beitrag zu ihrer Entwicklung als Hochschulfach. In: Academia Marburgensis. hrsg. von der Philipps-Universität Marburg, Band 3. Marburg: Elwert, 1978, Volltext (PDF; 101 MB) ISBN 3-7708-0615-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Alfred Thiel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Uni Marburg"> Kurze Übersicht über die Entwicklung des Fachs Chemie an der Universität Marburg von 1609 bis zur Gegenwart. (PDF; 4,4 MB) Neunte, verbesserte und ergänzte Auflage. Fachbereich Chemie der Philipps-Universität, Februar 2020, S. 74, abgerufen am 28. März 2020. </ref> </references>

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