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Alice Gurschner

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Alice Gurschner, Pseudonym Paul Althof (geboren 8. Oktober 1869 als Alice Pollak in Wien, Österreich-Ungarn; gestorben 26. März 1944 ebenda), war eine österreichische Schriftstellerin und Feuilletonistin.

Datei:Alice Gurschner (1869–1944) um 1910 © Heinrich Abresch (-1927).jpg
Aufnahme um 1910 von Heinrich Abresch, Bozen
Datei:Bertha Czegka Paul Althof 1902.jpg
Bertha Czegka (1902)
Datei:Paul Althof Erlöschen.jpg
Gedicht in der Anthologie Schwarz auf Weiss. Humor und Satyre beliebter Autoren und Künstler, Leipzig [1902]

Leben[Bearbeiten]

Alice Pollak wuchs als Tochter von Ludwig (Lazar) Pollak und seiner Frau Emma (geb. Gutmann de Gelse)<ref>Georg Gaugusch: Wer einmal war. Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800–1938. Band 2: L–R. Amalthea, Wien 2016, ISBN 978-3-85002-773-1, S. 2639.</ref> in einem großbürgerlichen jüdischen Elternhaus auf und erhielt Privatunterricht in den gymnasialen Schulfächern, in Musik (Klavier und Geige bei Heinrich von Bocklet) und modernen Sprachen. Sie heiratete 1897 den Bildhauer Gustav Gurschner, Mitbegründer der Wiener Secession, mit dem sie drei Kinder hatte. Nach der Heirat lebten sie zwei Jahre in Paris. Ihre Heirat mit dem katholischen Künstler fand nicht das Plazet ihrer Familie. Nachdem ihr Vater 1905 gestorben war,<ref>Ihre Eltern waren Ludwig Pollak (6. Mai 1830 – 25. Juni 1905, s. Ludwig Pollak auf geni.com) und Emma, geb. Gutmann von Gelse (geb. 1. November 1848, s. Emma Pollak auf geni.com). Emma Pollak starb am 1. August 1910 (lt. Zeitungsmeldung am 2. August, vgl. Tödliche Verunglückung einer Wiener Dame bei einer italienischen Automobilfahrt in: Neue Freie Presse, 3. August 1910, S. 24) während eines Besuchs bei ihrer Tochter in Italien an den Folgen eines Verkehrsunfalls. – Ludwig Pollak war Co-Direktor der Zündwarenfabrik seines Bruders Aron Mose bzw. Adolf Pollak von Rudin (s. Ludwig Pollak gestorben. In: Neues Wiener Tagblatt. 26. Juni 1905, S. 6).</ref> konvertierte sie zum Katholizismus. Möglicherweise war es ihre bei Kriegsausbruch 1914 dokumentierte patriotische Haltung, die sie nach 1941 vor der Deportation bewahrte.

Datei:Paul Althof Wien 6. April 1896.jpg
Autograph (1896)

Ihre Gedichte, Erzählungen und Dramen veröffentlichte sie unter dem männlichen Pseudonym Paul Althof. Ihre Feuilletons und andere Texte für Zeitungen und Zeitschriften erschienen nach dem Ersten Weltkrieg vor allem im Neuen Wiener Journal, aber auch im Fremden-Blatt, im Berliner Börsen-Courier etc.

Alice Gurschner war Mitglied im Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien. Ihre Mutter Emma war eine Cousine von Adele Deutsch, der dritten Ehefrau von Johann Strauß, mit dem Alice gemeinsam musiziert hat.<ref>Paul Althof: Es war einmal ein Kaffeehaus …. In: Neues Wiener Journal, 7. November 1926, S. 9 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwj</ref> Ihr Sohn Harald gründete 1920 gemeinsam mit Olaf Fjord eine Filmproduktionsfirma und war kurzzeitig als Regisseur tätig; später widmete er sich dem Motorradsport. Ihre Tochter Eva Martina war die Ehefrau des Malers und Graphikers Theodor Zeller.<ref>Tagesneuigkeiten. In: Neues Wiener Journal, 14. September 1928, S. 9 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nwj</ref>

„[…] Gernrode […] behandelt einen Stoff aus germanischer Vorzeit, wobei hauptsächlich die eingeflochtenen Schlachtlieder und Monologe von großer Schönheit und kraftvollem Schwung sind. Das Herrische und Kriegerische überwiegt in dieser Dichternatur, obschon sie auch das Weiche und Träumerische glücklich zum Ausdruck bringt. […] Vom Programm abweichend bildete Lucifer die Schlußnummer. Dies Gedicht bietet dem Autor Gelegenheit zur Entfaltung seiner Kraft, so daß am Ende tosender Beifall erscholl. Niemand würde vermuthen, daß sich hinter dem Pseudonym ‚Paul Althof‘ eine junge Dame verbirgt.“

– Neue Freie Presse, 9. April 1896, S. 6.<ref>Vereins-Nachrichten. (Vorlesung.). In: Neue Freie Presse, 9. April 1896, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp</ref>

„[…] Paul Althof, unter welchem Künstlernamen sich eine der feinsinnigsten Dichterinnen unserer Zeit […] verbirgt. In Wien geboren, lebte sie viel in Paris und London und erwarb sich dort jene Menschen-, Fach- und Kunstkenntnisse, welche sie befähigten, nicht nur eine geschätzte Kunstkritikerin von richtigem und wohlwollendem Urteil zu sein, sondern diese Vorzüge auch ihren Arbeiten […] mit wahrem poetischen Talent und graziöser Darstellung zu vereinen.

Als eine moderne Frau im guten Sinne des Wortes trägt sie durch ihre Arbeiten und das Verfilmen mehrerer ihrer Novellen, wie Der Graf von Smola und Der graue Harlekin das Ihrige dazu bei, des Tages Bedürfnis zu sichern, lebt aber doch – wie sie selbst sagt – trotzdem nur ‚ihrem Gatten und Kindern, ihrer Kunst zu fabulieren, ihrer Musik und Bildhauerei, und ihrer Hühnerzucht‘.“

– Die Frau, 5. Februar 1921, S. 3<ref>Frau und Welt. Frauen des Tages. Wiener Porträts.. In: Die Frau, 5. Februar 1921, S. 2 f. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/die</ref>

„Drei Häuser […] stellt den Versuch einer Art österreichischen Forsyta-Saga dar: Schicksal und geistiges Klima der Menschen dieses Landes und der Geschöpfe einer gewissen gleichsam heroisch empfindsamen Gesellschaftsschicht in untrennbarer Verbundenheit zu zeigen. Das Dichterische an dieser etwas breiten und bisweilen etwas überempfindsamen Gestaltung seelischer Konflagrationen liegt in dieser scharfen Charakteristik sozusagen des Unscharfen. Mit Liebe wird die gewisse patrizisch heimische Lebensunfähigkeit als ein Positivum behandelt, als ein Positivum zumindest der Seele. Die Autorin gibt mehr an Stimmung als an Schlagkraft, aber diese Stimmung ist von seltenem musikalischem Reiz des Wortes wie des Schweigens.“

– Der Morgen, 17. Jänner 1938, S. 10<ref>Minuten-Kritik. In: Der Morgen. Wiener Montagblatt, 17. Jänner 1938, S. 10 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/dmo</ref>

Werke[Bearbeiten]

(ab 1890 alle erschienen unter dem Pseudonym Paul Althof)

Literatur[Bearbeiten]

Lexikaeinträge

(Kurz-)Rezensionen zu Werken von Alice Gurschner

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Alice Gurschner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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